Daniel Bierofka wurde als Aufstiegsheld im vergangenen Jahr gefeiert. Ohne ihn hätte es die rasante Saison in der Regionalliga sicherlich nicht in der Form gegeben. Es war die logische Konsequenz, dass man mit ihm auch in der Dritten Liga weitergearbeitet hat. Obwohl jedem klar war, dass am Anfang der Saison eine Doppelbelastung auf ihn zukommen würde. Auf der einen Seite die Mannschaft zu führen und auf der anderen Seite den Fußball-Lehrer zu absolvieren.

Die Doppelbelastung ist seit einiger Zeit beendet. Sein Fokus nun auf der Mannschaft. Aktuell läuft es allerdings nicht so geschmiert wie erwartet. Unter den Fans fangen Trainerdiskussionen an. Zwar wird immer wieder jegliche Kritik an Daniel Bierofka dahingehend versucht zu unterbinden, in dem man in die Kritik eine klubpolitische Diskussion hinein interpretiert. Derartige Diskussionen gehören jedoch einfach zum Sport dazu. Einfluss werden die Diskussionen der Fans ohnehin nicht haben. Bierofka hat sein Amt zum aktuellen Zeitpunkt relativ sicher. Schnellschüsse wie jüngst bei Fortuna Köln wird es nicht geben.

Klares Bekenntnis des Investors

Der Gesellschafter HAM International, namentlich Hasan Ismaik, hat sich klar zu ihm bekannt. „Er ist unantastbar! Wir gehen mit ihm diesen gemeinsamen Weg“, ließ er durch seine PR-Agentur auf Facebook ausrichten.

Verantwortungsbereich der Geschäftsführung

Und auch der Gesellschafter in Form des TSV München von 1860 e.V. wird nicht am Trainerstuhl rütteln. Man mischt sich weder in die operative, noch in die taktische Planungsebene ein. Das Erreichen des Jahresziels ist der operativen Ebene zuzuschreiben. Die Trainerplanung maximal in der taktischen Ebene zu finden. Nicht in der strategischen Ebene, auf der eigentlich die Gesellschafter agieren sollten. Was in der Vergangenheit nicht immer so war. Doch das Präsidium nimmt das sehr ernst. Als Gesellschafter gibt man den strategischen Kurs vor, bestellt die Geschäftsführung und legt den finanziellen Rahmen fest. Nicht jedoch den Trainer. „Die Verpflichtung des Trainers liegt im Aufgaben- und Verantwortungsbereich der Geschäftsführung“, sagt Präsident Robert Reisinger gegenüber dem Löwenmagazin.

Die Verantwortung für den Trainerposten liegt also im Endeffekt bei Günther Gorenzel, dem Geschäftsführer Sport. Den finanziellen Rahmen gibt Michael Scharold als Geschäftsführer Finanzen vor. Dass Gorenzel seinen Trainer Daniel Bierofka entlässt ist zwar möglich, aber unwahrscheinlich. Würde er das tun, wäre auf der einen Seite Hasan Ismaik verärgert. Zum anderen müsste er eine Alternative auf den Platz stellen. Die wäre mit seiner eigenen Person sogar da. Er selbst hat den Fußball-Lehrer absolviert. Dass er selbst übernimmt wäre eine Option, ist aber unwahrscheinlich.

Gemeinsam für den Klassenerhalt

Positiv: Die Fans diskutieren zwar über den Trainer und seine Arbeit, im Stadion stehen sie jedoch wie eine geschlossene Front hinter ihm und auch der Mannschaft. „Gemeinsam für den Klassenerhalt“ ist das Motto. Das wird man hoffentlich auch beim Spiel des TSV 1860 München gegen Fortuna Köln zu spüren bekommen.

Eure Meinung

Wie ist Eure Meinung zur Trainerdiskussion? Ist sie rein sportlich zu bewerten oder auch ein Politikum? Wie steht Ihr zur aktuellen sportlichen Situation?

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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Christian Resch
Leser

Das Bierofka Regionalliga kann wissen wir aus den Lezten Saisonen. Wo es gegen nicht Profivereine ging haben wir fast alles gewonnen, aber bei den 2. Vertretungen haben wir auch Federn lassen (Augsburg, Nürnberg, Bayern). Darum ist es ja Begrüssenswert das er den Schein gemacht hat. Solange er das Ziel Klassenerhalt schaft, wird sich die Frage nicht stellen! Falls nicht geht zwar die Diskussion um seine Person zwar erst Richtig los, aber ich sehe auch keine Alternative die wir uns leisten können. Er kennt die Regionalliga Bayern und unseren Nachwuchs. Also warum sollte man jemanden holen der sich erst rein Arbeiten muss?

3und6zger
Leser

Bei aller berechtigter oder unberechtigter Kritik (keiner von uns war jemals in einer solchen Position, behaupte ich): Ohne Biero wärn wir gar nicht hier!!!

anteater
Leser

Man sollte aber auch nicht vergessen, dass er so eine Karrierechance ohne unseren Doppelabstieg lange nicht bekommen hätte, vielleicht sogar nie.

Alexander Schlegel
Leser

Dass momentan kein Löwen-Fan mit dem Status Quo zufrieden sein kann, steht wohl außer Frage. Und man kann natürlich über jede Taktik (sofern vorhanden) oder dem Fehlen einer solchen trefflich diskutieren. Und das ist auch unser gutes Recht.

Ich möchte nur zwei Dinge dazu äußern:

1. Wann haben Trainerwechsel in den letzten 10-15 Jahren wirklich etwas bewirkt? Ich kann mich an keinen einzigen Fall seit der Demission Lorants erinnern, wo nicht nach relativ kurzer Zeit eine Trainerdiskussion angezettelt wurde. Die Fälle unterschieden sich nur vom Zeitrahmen, wann diese Diskussionen losbrachen. Manche waren schon nach 8 Wochen zum Abschuss freigegeben, andere haben eine Halbserie durchgehalten. Aber dann wars meistens schon wieder aus mit der Geduld. Darum die Frage: kann es wirklich sein, dass wir in der ganzen Zeit immer nur Nichtskönner und Flaschen eingestellt hatten? Wohl kaum. Ich möchte hier nur mal ein Beispiel herausziehen, um dieses merkwürdige Prozedere zu verdeutlichen. Wir hatten vor einigen Jahren den Friedhelm Funkel engagiert. Ich gebe zu, ich war darüber zu Anfang alles andere als begeistert. Für mich stand der Name Funkel für langweiligen Fußball, der wohl auch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit schien. Doch im Laufe der darauffolgenden Wochen mutierte ich zu einem regelrechten Funkel-Fan. Mir hat sein Pragmatismus gefallen. Funkel ist immer einer, der sich strikt an den Fähigkeiten seiner Spieler orientiert und nicht an eine Taktik, die gefälligst die Spieler zu verinnerlichen hätten. Das sah in der Tat oft nicht spektakulär aus, aber ich habe seine pragmatische Auffassung im Laufe der Zeit wirklich schätzen gelernt. Aber ihr hättet mal in den Foren lesen müssen, was da los war: da war nur mehr vom Klappstuhl-Funkel, vom Funkel-Mariechen, der nur den Karneval im Sinn hat usw. die Rede. Und die Meisten wollten ihn lieber gestern als heute weg haben. Ich habe das nie verstanden. Natürlich weiß ich, dass Funkel letztendlich nicht an dem Social-Media-Gemoser gescheitert ist, da er selber den Vertrag in unserem Chaoten-Verein nicht verlängern wollte, aber bezeichnend fand ich diese Diskussion schon. Und was ist heute? Für mich ist Funkel ganz eindeutig der Trainer des Jahres in Deutschland. Was der aus Fortuna Düsseldorf im Verlauf der Saison herausgeholt hat, ist einfach phänomenal. Bei uns hat er allerdings keine Chance bekommen zu zeigen, was er kann.

2. Ich glaube, manchmal ist die Erwartungshaltung bei uns einfach zu hoch. Wir haben derzeit eine Krise, ganz klar. Aber ich glaube nicht, dass Bierofka den Jungs eingebläut hat Pässe auf 5 Meter Entfernung zu versemmeln. Darum, mal ganz generell: der Fußball in der dritten Liga ist einfach nicht schön. Und wenn ich sehe, dass inzwischen Minimum 15 Trainer entlassen wurden, haben wohl andere Vereine ähnliche Probleme. Tatsache ist: die Mannschaften in der 3. Liga kommen hauptsächlich über den Kampf. Spielerisch bewegen sich die meisten Mannschaften auf unserem Niveau. Was bringt denn die tollste taktische Ausrichtung, wenn Du keine Fußballer hast, die das umsetzen können? Schaut doch euch mal das Gegurke generell in der 3. Liga an. Das ist doch zum Gotterbarmen teilweise, was da gekickt wird. Wenn ich am Samstag Mittag mir ein Löwenspiel auf Magenta Sport anschaue und danach noch auf die Bundeliga-Konferenz umschalte, habe ich oft das Gefühl mit dem Kanal die Sportart zu wechseln. Und wenn ich dann irgendwann mal noch die europäische Creme de la Creme in der Champions-League sehe, habe ich wiederum im Vergleich zur Bundesliga das Gefühl die Sportart zu wechseln. Will sagen: das sind zum Großteil einfach limitierte Fußballer in unseren Reihen. Da kann Du einen Pep Guardiola an die Seitenlinie stellen, der verabschiedet sich spätestens zur Halbzeit weinend aus dem Stadion und verschwindet im baskischen Untergrund. Das ist einfach nicht alles nur die Schuld von Bierofka. Aber natürlich muss auch er langsam mal die Kurve kriegen und etwas präsentieren, dass spätestens am nächsten Samstag soweit funktioniert, dass wir irgendwie noch die fehlenden Punkte einfahren.

Unantastbar ist Bierofka mit Sicherheit nicht, aber man muss auch bei der Bewertung seiner Leistung Augenmaß bewahren. Mit Trainerwechseln sind wir nahezu noch nie gut gefahren.

Chemieloewe
Leser

Wenn Du weißt, wie in der 3.Liga rumgegurkt wird u. wir eben auch nicht das Personal für spielerische Highlights haben u. auch noch komplett einbrechen, muß man da als Trainer nach 2…3 Pleiten nicht erst einmal mit einem Betonabwehrriegel spielen, um wenigstens hinten mehr Sicherheit zu bekommen u. hinten die Null anzustreben??? Dann hätten wir vielleicht 1…2..3 Unentschieden rausgeholt, was auch erst mal ok gewesen wäre. Aber das hat Biero halt anderes gemacht, gesehen u. falsch eingeschätzt!? Die Ergebnisse u. unsere desolate Defensive sprechen für seine Fehleinschätzung. Biero muß sich einfach auf die Realität einstellen u. darf gegen Fortuna Köln bloß nicht vergessen, daß wir dort im Hinspiel lange in Überzahl gespielt haben, aber trotzdem über ein Remis nicht hinaus gekommen sind, also Vorsicht! Stärker sind wir nicht gerade geworden, gegenwärtig eher schwächer! Also, über eine kompakte, sichere Verteidigung geduldig über das Spiel hinten die Null halten u. vorn den Erfolg suchen u. eben nicht, wie zu oft ins offene Messer laufen!!!

Alexander Schlegel
Leser

Ich sags, wie es ist: ich bin so froh, kein Trainer zu sein. Ich wüsste beim besten Willen nicht zu sagen, was die beste Taktik für Samstag wäre. Sicher, Beton hinten anrühren, ist eine Möglichkeit. Stabilisiert man aber tatsächlich eine sowieso schon anfällige Abwehr, wenn man sich hinten rein stellt und den Gegner kommen lässt? Sie also gleich von Anfang an einem Stresstest aussetzt? Oder sollte man nicht viel eher den Gegner vom eigenen Strafraum weghalten, in dem man aggressiv presst und – mit den Zuschauern im Rücken – gleich versucht durch offensives Spiel für klare Verhältnisse zu sorgen?
Für mich wären beide Optionen denkbar …

Chemieloewe
Leser

Meine nicht, sich hinten reinstellen, liest sich aber sicher so bei mir!? Ich meine, über eine kompakte, verstärkte Abwehr, ja auch schon mit besserem, frühem Pressing, den Gegner gut vom eigenen 16er fernzuhalten u. darüber schnell in den Angriff zu kommen. Allerdings wird Köln eben versuchen, hinten kompakt zu stehen u. ihre Möglichkeiten über schnelle Konter suchen. Da waren wir eben gerade in den letzten Wochen verdammt anfällig, was die ja auch wissen! Deshalb müssen wir verstärkt in der Abwehr kompakter u. sicherer stehen u. nicht unser Allheilmittel nur im Angriff suchen, vielleicht eben auch über Konter aus einer guten Abwehr heraus! Bloß nicht wieder einem Rückstand hinterherrennen! Und wenn wir hoffentlich in Führung gehen, brauchen wir auch wieder einen starke, kompakte Abwehr, da Köln dann nach vorn powern muss! Also hin wie her, unsere Defensive muss individuell, wie auch nominell stärker aufgestellt sein! Hinten mit 4er-Kette (4-2-3-1 o. 4-4-2 o. 4-3-2-1…)da kann man hinten bei Gegenangriffen auch schnell mal ein 5er im, Gegner mit Ball doppeln ect.! Bloß nicht wieder hinten zu offen!!!

anteater
Leser

Zuletzt haben wir ja häufig mit hohem Pressing begonnen, nur wenn da der Führungstreffer ausgeblieben ist, dann brachen wir zusammen wie ein Kartenhaus, so nach 20 Minuten.

Das Mittelfeld verlieren wir fast immer. Das wäre mal ein Ansatzpunkt. Gerade wenn man die zweiten Bälle haben möchte, sollte man da halt schon auch mal die Oberhand haben. Nur was dann? Schnelle Spitzen haben wir nicht wirklich.

Wenn man spielerisch vergleichsweise limitiert ist, was in der Liga ja nicht der Fall ist, weil fast alle gleich limitiert sind, dann hilft ein klassisches 4-4-2 mit zwei eng stehenden Viererketten. Schränkt den Gegner ungemein ein.

Sagt Dir Zone 14 etwas?

Chemieloewe
Leser

Sehe ich genauso anteater ! 4-4-2, zwei eng stehende Viererketten…halte ich auch bevorzugt sinnvoll u. ist für unsere Spieler bestimmt nicht so kompliziert!? Hoffentlich machts Biero nicht wieder zu kompliziert…!!?

anteater
Leser

Guter Beitrag!

„Aber ich glaube nicht, dass Bierofka den Jungs eingebläut hat Pässe auf 5 Meter Entfernung zu versemmeln.“

Aber er ist derjenige, der es ihnen austreiben kann, ach was, muss. Das ist nun mal sein Job.

„Was bringt denn die tollste taktische Ausrichtung, wenn Du keine Fußballer hast, die das umsetzen können?“

Hier sehe ich eben schon die Herren Bierofka und Gorenzel in der Verantwortung. Entweder findet man eine taktische Ausrichtung, die zu den Spielern passt, oder man holt sich die passenden Spieler zu der taktischen Ausrichtung, die einem vorschwebt. Sichere Defensive und schnelles Umschaltspiel, das wäre ja eine taktische Ausrichtung. Haben wir dafür die Spieler? Es erwartet keiner Tiki-Taka-Taktik.

Alexander Schlegel
Leser

Das ist ja genau das Thema. Haben wir wirklich die Spieler um irgendeine taktische Raffinesse umzusetzen? Ich habe da meine Zweifel, wenn ich diese ganzen Stockfehler sehe. Und selbst wenn die Pässe ankommen, so spielt man sie seltenst so, dass der Angespielte den Ball im Lauf mitnehmen kann. Du kannst im Training nicht fehlende Basics trainieren. Die sind da oder eben nicht.

Thema sichere Defensive und schnelles Umschalten: Schau Dir doch bloß mal den Hiller an, wenn der einen Ball abfängt. Wie oft möchte ich da ins Spielfeld reinrufen, jetzt wirf doch endlich ab, aber er zögert immer. Ein sehr guter Torwart ist ein wichtiges Scharnier für schnelles Umschalten. Aber schon da fehlt es doch bei uns. Hiller ist auf der Linie an guten Tagen ein Großer, was das Fußballerische angeht, aber eine mittlere Katastrophe. Wobei z. B. die beiden Innenverteidiger vor ihm gar nicht mal so schlecht sind. Weber hat ein gutes Auge und kann sehr gute Pässe schlagen, auch Lorenz ist da nicht schlecht. Zwar manchmal etwas schlampig, aber bei entsprechenden Anspielstationen wäre der schon ganz gut zu brauchen. Das große Manko ist nach wie vor das Mittelfeld. Bekiroglu wächst da langsam hinein (er z. B. ist einer, der unter Bierofka sich sichtbar weiterentwickelt hat), aber ihm fehlt ein weiterer Stratege. Wein ist ein braver Zerstörer, aber leider nicht mit überdurchschnittlicher Spielintelligenz gesegnet. Vielleicht funktioniert ja das Duo Bekiroglu – Moll da in Zukunft etwas besser. Und vorne wird einfach viel zu schlampig gespielt. Was da schon bei Ballannahme selbst bei einem alten Bundesliga-Spieler wie Mölders daneben geht, ist teilweise gruselig anzusehen. Aber Mölders ist ohne Zweifel ein guter Strafraumspieler, der auch schnell den Abschluss sucht. Aber dazu müsste er ausreichend gefüttert werden. Aber das Problem bei uns ist, dass unsere Außenverteidiger nicht sonderlich gut mit den Außenspielern harmonieren und es kaum zu Tandem-Angriffe über die Außen kommt. So bekommen die Außen die Bälle, verbunden mit den besten Wünschen und müssen dann irgendwie schauen, was sie damit machen. Dementsprechend oft rennen sie sich auch fest. Aber da sähe ich in der Tat noch am ehesten Entwicklungspotential. Aber ein Steinhart z. B. darfst Du gar nicht zu weit vorschicken, weil der so unglaublich langsam in der Rückwärtsbewegung ist. Und auf der anderen Seite frage ich mich bei Pauls so oft vorkommenden dummen Aktionen, ob es da nicht einfach an Spielintelligenz fehlt.

Es ist einfach schwierig mit dieser Mannschaft einen modernen, attraktiven Fußball zu spielen. Ich kann mich erinnern, dass Bierofka in den ersten Spielen ein sehr aggressives Pressing spielen hat lassen. Aber das hat er wieder aufgegeben, weil die Lücken irgendwann dann doch zu groß waren, wenn man die erste Presswelle überspielt hat. Zudem hatte das zuviel Substanz gekostet, so dass wir in der Phase diese vielen Gegentore in den letzten Minuten kassiert haben. Tja, schwierig …

anteater
Leser

Taktische Raffinesse eher nicht, nein. Aber ein taktisches Grundkonzept, das wäre mal ein Anfang. Was wir zusammenspielen, das ist ja nicht Fleisch, nicht Fisch.

„Schau Dir doch bloß mal den Hiller an, wenn der einen Ball abfängt.“

Guter Punkt. Gestern bei Köln gegen Meppen, da fing der Kölner Keeper den Ball und zack, hat er ihn schon seinen vorwärts marschierenden Spielern in den Lauf geworfen. Und, Achtung Biero, die Mannschaft drauf einstellen: Der hat den Ball auch aus der Hand bis über die Mittellinie geworfen. Respekt! Hiller ist keine drei Wochen jünger. Aber einen katastrophalen Klops hat Rehnen halt auch fabriziert.

Ja, Weber ist aber eben auch für mindestens einen fatalen Aussetzer pro Spiel gut. Gegen Zwickau waren es mindestens zwei und die Zwickauer haben es halt ausgenutzt.

Oft fehlen doch die Anspielstationen, weil einfach zu wenig Bewegung drin ist.

Bekiroglu war schon von Anfang an so gut! Und ich fände ihn weiter vorne besser, also eher eine Wein-Moll-Doppelsechs und Efe davor. Aber was bringen unsere Gedankenspiele…

Oh man, ja, das mit den Außenspielern. Ich weiß nicht mehr welches Spiel es war, in Giesing und in der Vorrunde. Willsch stand x-mal frei vor Paul und hatte relativ freie Bahn, aber Paul hat dann jedes Mal nach innen/zurück gespielt. Ich bin schier ausgerastet. Es ist nicht möglich, dass Paul Willsch nicht gesehen hat.

Noch so eine Beobachtung dazu: von den neun Torvorlagen von Steinhart fanden acht in den ersten 16 Spielen statt. Danach nur noch eine.

Alexander Schlegel
Leser

Jetzt wollen wir Bierofka mal nicht unrecht tun: ein taktisches Grundkonzept hat er natürlich auch, es wird nur momentan sehr schlecht umgesetzt. Wir müssen uns bloß einfach mal klar werden: mit guten Profis sieht das alles gleich ganz anders aus. Da fehlts einfach teilweise an Qualität. Und dabei bleibe ich … wink

Wenn ich z. B. einen Koussou die gleichen dummen Dribblings machen sehe, die schon in der 4. Liga nicht geklappt haben, dann muss man einfach sagen: Vielen Dank, der Nächste bitte. Und Du kennst ja den alten Ausspruch: eine taktische Formation sieht man genau ein Mal: beim Anstoß … wink

Ich will jetzt auch keinen Freifahrtsschein für Bierofka ausgestellt wissen, aber ich habe mir dieses Jahr hin und wieder mal eine Halbzeit von anderen Mannschaften angeschaut und das war um kein Deut besser als bei uns. Und auch da steht ein ausgebildeter Fußballfachmann an der Seitenlinie und auch der kann Dir wahrscheinlich jede taktische Grundformation im Schlaf runterbeten.

anteater
Leser

Als Grundkonzept erkenne ich, dass sich die Spieler vor dem Ball verstecken. Ein weiteres Grundkonzept, das ich erkenne ist, den Ball grob nach vorne zu dreschen. Okay, vielleicht bin ich inzwischen etwas zynisch.

Was ist denn das taktische Grundkonzept, das ich nicht mehr erkennen kann?
Ich meine jetzt übrigens nicht die Grundformation, sondern das Grundkonzept. Wir scheinen bisweilen ja Pressing mit tief stehender Abwehr zu spielen (siehe auch Dein Hinweis auf die großen Lücken hinter der pressenden Reihe). Okay, das wäre ein Grundkonzept, aber was für eines. Mit (vergleichsweise) beschränkten spielerischen Mitteln, da hat man nicht so viel Spielraum. Leicester ist mit einem altbackenen Grundkonzept Meister geworden, aber die haben das auch durchgezogen.

Oh ja, ich weiß was Du für Dribblings meinst. Das ist etwas, was man durch Training hinbekommt. Biero trainiert seit 2015 die zweite und seit 2017 die erste Mannschaft. Drei Jahre trainiert er Koussou, vier Jahre Weber, Köppel, Weeger, Karger.

Ja, Drittligafußball ist grottig. Allerdings fand ich z.B. gestern erstaunlich, wie Köln zwar Umschaltspiel gespielt hat, hinten aber dann auch schnell wieder dicht gemacht hat. Neulich sah ich etwas RL West. Das sah gefälliger aus, durchdachter, was die da gemacht haben. Klar, da spielt auch keiner wie Barcelona, doch man erkennt deutlich, was die vor haben.

Marcel
Leser

Es stellt sich allerdings die Frage, wer die limitierten Fußballer geholt hat?
Leider ist die Erfolgsquote ähnlich hoch wie in den letzten Jahren.
Die aus der 3. oder noch höheren Klassen geholten Spieler können oder wollen ihr Potenzial nicht abrufen.
Von den neuen Regionalliga-Spielern spielen nur zwei regelmäßig, mit überschaubaren Erfolg.
Gut können wir nur junge Innenverteidiger ausleihen, der ist nach Bell auch wieder ein Treffer, nutzt nur langfristig nix.
Ich hätte mir schon Biero erwartet, dass er weiß, wenn er zu uns holt, da er die Situation der enttäuschten Erwartungen bei 60 gut kennen müsste.

Alexander Schlegel
Leser

Das Problem letzte Saison war (bzw. jede Saison seit dem Einstieg des Investors), dass eine Einigung – wie üblich – wieder einmal viel zu spät zustande kam. Zu der Zeit mussten Bierofka und Gorenzel vorher zweigleisig fahren um letztendlich nicht ganz mit leeren Händen da zu stehen, hätte man sich nicht geeinigt. Ich bin mir sicher, der eine oder andere „Notnagel“-Kauf wäre in einem normalen Verein mit transparenten Budgetvorgaben so nicht getätigt worden. Und da sind wir schon mal bei einem der Hauptprobleme, die mich Jahr für Jahr zur Weißglut treiben, weil dieser Investor in den ganzen Jahren nichts kapiert und dazu gelernt hat. Immer erst am Ende der Saison, wenn andere Vereine schon lange in der heißen Phase ihrer Transfertätigkeiten sind, fängt man bei uns immer erst mal den Scharmützeln an. Letztes Jahr ging der Spaß mit dem Schwachsinnsvorschlag des Investors los das Darlehen der „Bayerischen“ abzulösen und für Spielertransfers zu nutzen. Bis man ihm dann wieder klar machte, dass man dieses Geld als Rücklage brauchte und gar nicht dafür einsetzen durfte, verging wertvolle Zeit. Noch mal wertvolle Zeit verging bis man sich dann endlich einigte. Wohl auch auf immensen Druck von Gorenzel und Bierofka, die im Wort bei Spielern standen und nicht mehr länger warten konnten und auch indirekt mit einer Kündigung drohten. Das ist einfach immer der Wahnsinn bei uns Jahr für Jahr, wo man keine vernünftige Transferpolitik betreiben kann und es wird auch dieses Jahr nicht anders laufen. Ich habe keine Ahnung, warum man diesem Menschen nicht klar machen kann, dass er sich mit seinem eigenen Verhalten permanent ins eigene Knie schießt, weil so keine anständige Transferpolitik möglich ist und er damit sei eigenes Investment massiv schädigt.

Ich will damit nicht jeden Fehleinkauf entschuldigen, aber bei uns werden wirklich die meisten Transfers mit heißer Nadel gestrickt und oft kann man sich aufgrund der viel zu späten Einigungen nur mehr bei „Rudis Resterampe“ bedienen.

anteater
Leser

„Ich habe keine Ahnung, warum man diesem Menschen nicht klar machen kann, dass er sich mit seinem eigenen Verhalten permanent ins eigene Knie schießt, weil so keine anständige Transferpolitik möglich ist und er damit sei eigenes Investment massiv schädigt.“

Hybris! Es ist davon auszugehen, dass er sich für unfehlbar hält. Jedenfalls verhält er sich exakt so.

Alexander Schlegel
Leser

Schwierig zu beurteilen, was es bei ihm ist. Ich will mich keineswegs über ihn lächerlich machen, aber ich frage mich, wie man so viele Fehler machen kann ohne dazu zu lernen? Er ist doch eigentlich Geschäftsmann und die haben doch zumindest eine Art von Geschäftslogik. Da werden Fehler gemacht, aber dann korrigiert man sie. Das passiert aber nicht bei ihm. Er probiert mal hier was, dann mal wieder da was, aber ich sehe keinen Plan dahinter. Mir ist die ganze Person suspekt und ich habe mir seine Aussagen und vor allem seine Taten jetzt lange genug angeschaut. Seine Vorgehensweise ist mir bis heute schleierhaft. Ich habe bis heute z. B. keine Antwort auf die Frage: was will er eigentlich von dem Verein? Es kann ja auch für ihn nur frustrierend sein. Da buttere ich seit Jahren Millionen um Millionen in einen Verein, dessen Repräsentanten und etwa zwei Drittel der Anhänger mich am liebsten zum Teufel jagen würden. Ich befürchte fast, er weiß es selber nicht. Irgendwie erinnert diese groteske Situation an Goethes Zauberlehrling: Mit einem Zauberspruch hat er sein Invest hier begonnen, das sich aber immer weiter verselbständigt hat und nun hockt er in Abu Dhabi und sinniert darüber wie der Spruch ging um den Alptraum wieder zu beenden. Ich hoffe, er findet ihn bald … wink

anteater
Leser

Ja, will ich auch nicht und deshalb komme ich auf Hybris.

„Er ist doch eigentlich Geschäftsmann und die haben doch zumindest eine Art von Geschäftslogik.“

Er hat wohl ein großes Vermögen aus dem Nichts erschaffen. Da kann man drüber diskutieren, ob das mit ehrlicher Arbeit möglich ist. Logik? Die vermissen wir offenbar beide bei ihm.
Wenn man Fehler macht und sie korrigiert, dann gesteht man ja ein, dass man einen Fehler gemacht hat. Bei ganz schrägen Persönlichkeitsstrukturen und/oder eben (wie häufig angebracht wird) bestimmter kultureller Prägung, will/kann man das nicht eingestehen. Er arbeitet ja eher im spekulativen Bereich. Da kann er sich nicht leisten, Fehler offenkundig einzugestehen (Geld aus dem Nichts ist üblicherweise das Geld anderer Leute). Gut, er kann sich auch nicht leisten, offenkundige Fehler nicht einzugestehen.

Wahrscheinlich hat er keinen Plan. Er spekuliert. Betrag x reinballern und hoffen, dass er funktioniert. Einen Plan haben bedeutet aber, auch für die Situation vorbereitet zu sein, in welcher der Plan nicht aufgeht. Mehr Schulden kann da ja nicht die Lösung sein, nach Geschäftslogik.

anteater
Leser

Sein Verbleib hängt bestimmt stark davon ab, wo wir am 18.05. um ca. 15:30 Uhr in der Tabelle stehen. Das gleiche sollte für Herrn Gorenzel gelten. Mal sehen, ob ihre Verträge auch für die RL gültig sind.

Insgesamt wäre es natürlich gerade für ihn hilfreich, wenn man eine positive Entwicklung bei den Spielern erkenne würde und ein System. Sonst bringt es uns bei aller Sentimentalität nicht weiter, ihn zu halten.

Ein Politikum macht er ja selbst draus, weil er einfach die Klappe diesbezüglich nicht halten kann. Er positioniert sich ja schon recht eindeutig. Das ist nicht sonderlich klug von ihm.

Banana Joe
Leser

Würde ich jetzt so nicht sagen. Ich denke, auch bei einem Abstieg säße Biero noch fest im Sattel. Die andere Frage ist, würde er sich nochmal RL antun wollen? Er hat ja oft genug behauptet, er möchte höher hinaus, am liebsten mit den Löwen. Aber ein Rückfall in die RL mit diesen undurchsichtigen Relegationsmauscheleien zwischen den Verbänden und Ligen, da hätte ich auch keinen Bock drauf.

Eine Trainerdiskussion ist durchaus wichtig, wie’s im Artikel steht, Kritik auch, wenn angebracht. Es ist halt mal nun leider Fakt, dass wir nach 36 Spielen immer noch kein erkennbares System haben, katastrophale Fehler wie in einer Schülermannschaft machen, sich kein einziger Spieler nenneswert entwickelt hat, die Fehlpassquote hoch ist, die Standards scheiße, Laufwege des anderen interessieren nicht und an Niederlagen wird dem Ball, dem Rasen, dem Wetter, dem Schiri oder gar den Fans die Schuld gegeben.

Ich bin nach wie vor gegen eine Entlassung, das wäre Schwachsinn. nein Biero soll schon ruhig zeigen dürfen, was er kann, wenn er schon bei Beginn der Vorbereitung Fulltime im Job ist. Ein erstes vorsichtiges Zwischenfazit kann man kurz vor Weihnachten ziehen.

Chemieloewe
Leser

Vernünftig! Unterschreibe ich so @Banana Joe! Jetzt bloß keine unnötige, zusätzliche Unruhe mehr!!! Biero soll zeigen dürfen, daß er auch Krisen meistern kann! Mal sehen, ob er es schafft!? Hoffentlich, auch wenn er manchmal blöde rumlabert. Das müssen wir ihm noch austreiben!

anteater
Leser

„Die andere Frage ist, würde er sich nochmal RL antun wollen?“

Ich würde eher die Frage stellen, ob er oberhalb der RL Angebote bekommt. Es dürfte anderen Vereinsvertretern nicht entgangen sein, dass er Spieler nicht wirklich entwickeln kann. Auch mit dem Motivieren und taktischen Einstellen scheint es Probleme zu geben. Da finden sich sicher Alternativen mit mehr Erfahrung und Arbeitsnachweisen.

Banana Joe
Leser

Schon wahr, aber irgend ein Trottel hat auch Pereira wieder einen Job gegeben! lol