– Blick auf die Konkurrenz –

Macht – Kontrolle – Obsession – drei gefährliche mögliche Hintergründe, warum vermögende Menschen bei Fußballclubs mitmischen wollen. Und tatsächlich: Nicht jeder ist ein reiner Investor. Nicht jedem geht es vor allem darum, Geld zu erwirtschaften. Nicht jeder ist ein reiner Kapitalanleger. Manch einem geht es um mehr. Um viel mehr. Vor allem um Macht und um Kontrolle.

Traditionsklub im Würgegriff – „Verein wurde beerdigt“

Beim Fußballoberligisten Tennis Borussia Berlin geht es drunter und drüber. Die Situation bei dem Berliner Traditionsverein wird immer absurder. Im Mittelpunkt steht der Investor Jens Redlich. Seit langem versucht er, den Einfluss der Fans im Verein einzuschränken. Nun kam es zu einer dubiosen Mitgliederversammlung. Anders als bei anderen Vereinen müssen Mitglieder keine Zeit lang warten, bis sie wählen dürfen. Deshalb seien massenhaft neu angeworbene Mitglieder erschienen. Diese hätten dann, laut Medienberichten, für die Kandidaten des Investors gestimmt. Es ging um die Wahl des Aufsichtsrates. Bauarbeiter, berichteten Mitglieder, seien die Neumitglieder teilweise gewesen. Gerade direkt von der Arbeit gekommen, sie hätten teilweise kaum Deutsch gesprochen. Einer hätte gestanden: „Ich war noch nie bei Tennis Borussia!“

In Reisebussen seien bulgarische Bauarbeiter zur Mitgliederversammlung gebracht worden, so der Vorwurf. Andere seien die Belegschaft eines Fitness-Studios gewesen. Investor Jens Redlich ist Geschäftsführer von Crunch Fit. Und er möchte auf Teufel komm raus in die Regionalliga mit Tennis Borussia Berlin. Nun hat er den Aufsichtsrat unter Kontrolle. Viele sagen: „Der Verein wurde beerdigt.“

Beim TSV München von 1860 e.V. wäre eine solche Situation aktuell zumindest in der Form nicht möglich. Man muss mindestens ein Jahr Mitglied sein. So steht es in der Satzung. Ein Schutz vor solchen „Übernahmen“. Durchaus berechtigt, wenn man das Beispiel aus Berlin sieht. Vor allem aber muss es auch eine Warnung sein. Mit Geld kann man nicht nur Wähler massiv beeinflussen, man kann sich auch Stimmen erkaufen.

Presseberichte zu diesem Thema

Berliner Morgenpost: Aufruhr bei Tennis Borussia: „Verein wurde heute beerdigt“

Tagesspiegel: Checkpoint-Kommentar zu Tennis Borussia Die Demokratie wird zermalmt

Mitteldeutsche Zeitung: „Verein wurde beerdigt“ Streit um Investor bei Tennis Borussia Berlin eskaliert

taz: Verwerfungen bei Tennis Borussia Berlin – Tumulte und dubiose Neu-Mitglieder

tonline.de: Eklat bei Ex-Bundesligaklub – „Der Verein wird heute beerdigt“ – Wirbel um Tennis Borussia

Focus online: Traditionsklub im Würgegriff – „Verein wurde beerdigt“: Mitgliederversammlung bei TeBe Berlin gerät zur Farce

Eure Meinung

Wie ist Eure Meinung zur Situation in Berlin? Wieviel Einfluss dürfen Investoren haben? Welche Gefahren seht Ihr beim TSV München von 1860?

 

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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Chemieloewe
Leser

TeBe…Jahn Regensburg…KFC Uerdingen…Hannover 96…RB-Retorten u. besonders unsere eigene Geschichte mit der Investorenbruchlandung sagt alles… daraus entspringt unsere Aufbruchstimmung u. Leidenschaft für den Schutz u. Erhalt des unschätzbaren Gutes der demokratischen Selbstbestimmung eines Mitgliedervereines, auch im Sport u. eben auch auf der Bühne des Profisports. 50+1 muss bleiben!!! Unser TSV 1860 München darf im Profifußball niemals durch Investoren u. sonstige Finanzpartner fremdbestimmt, verramscht u. verhökert werden, wie das ja leider schon auf dem Weg mit Ismaik, besonders in der letzten 2.-Ligasaison, war. Fight back!!! Es muss immer das gelten u. gemacht werden, was die Mitgliedermehrheit des Vereins will, ohne daß dem entgegengesetzt irgendein Investor o. sonst irgendjemand machen kann, was er will. Ansonsten verkommt ein Verein zu einer Marionette von Investoren, die Mitglieder zu Statisten u. der Vereinsname zu einem bloßen Etikett einer Investorenmarke, der Verein ist damit defakto tot, also zumindest im entsprechenden Profisport. Unser Kampf, sich als Verein von Ismaik in der KGaA nicht komplett über den Tisch ziehen zu lassen, war in der Vergangenheit existentiell richtig u. wichtig u. sollte nun auf unserem Weg des Konsolidierungskurses, seit dem Abstieg 2017, konsequent u. unaufhaltsam weitergehen!!! Kein TeBe-Scenarium bei uns!!! Bleiben wir wachsam Freunde!!! Leute wie O. Griss, die genau diesen e.V.-Untergang im Profifußball wollen, um Investoren uneingeschränkt freie Hand zu geben, wird es auch weiterhin geben. Dagegen sollten u. müssen wir uns wehren u. dafür sorgen, daß dieses blinde, investorenglorifizierende Gefolge im e.V. nicht die Oberhand bekommt! Haltet den TSV München von 1860 e.V. in Ehren!!!

Banana Joe
Leser

Unser Hasan ist da intelligenter. Statt Hunderten Mitglieder hat er sich nur einen Blogger in der Resterampe kaufen müssen 😅

Tami Tes
Redakteur

Traurig! Die negativen Beispiele häufen sich… und niemand kann was dagegen tun???

1860Solution
Leser

Sie suchen mit aller Macht irgendwelche Lücken. Das wird auch uns noch blühen, dass da intensiver nach irgendwelchen Möglichkeiten gesucht wird. Traurig, sehr traurig.

Baum
Leser

Ich sags ja, immer des Gschiss mit den Investoren…