“Power wehrt sich auf Instagram gegen seine Kritiker – die Mannschaft steht zum Ismaik-Vertrauten”, titelt dieblaue24 am heutigen Donnerstag. Ein Kommentar dazu.

Zahlreiche Fans stehen Anthony Power, dem Statthalter von 1860-Gesellschafter Hasan Ismaik kritisch gegenüber. In der Westkurve wurde bereits mehrmals gefordert: “Power muss weg!” Diese Entscheidung kann freilich am Ende nur Gesellschafter Ismaik treffen. Ob er über die aktuellen Lage unabhängig informiert wird, ist nicht bekannt. Zwar schreibt dieblaue24.de: “Wie man aber hört, soll der 45-jährige Jordanier mit Power sehr zufrieden sein.” Dies ist jedoch nur eine Mutmaßung. Man “hört” grundsätzlich viel und je nachdem, wem man zuhört, auch ganz unterschiedliche Sachen. Sollte es tatsächlich der Fall sein, wäre es durchaus wichtig, dass sich der Gesellschafter selbst einmal zu Wort meldet. Vor allem um Spekulationen Einhalt zu gebieten. Selbstverständlich kann er sich klar und deutlich hinter seinen Statthalter stellen. Momentan weiß jedoch tatsächlich niemand, wer nun Ismaik informiert. Und was Ismaik weiß.

Viel wichtiger aber ist ein ganz anderer Punkt. Wir können nur hoffen, dass im Konflikt zwischen der Fanszene und dem Gesellschafter-Vertreter weder die Mannschaft, noch die Trainer oder der Staff instrumentalisiert werden. Und zwar von keiner Seite. Das ist der Sache nicht dienlich. In der Überschrift zu behaupten, dass die Mannschaft hinter dem “Ismaik-Vertrauen” stehe, ist schon sehr fragwürdig.

Die Mannschaft soll sich hundertprozentig auf ihre Spiele konzentrieren können. Sie soll sich auch hundertprozentig unterstützt fühlen. Sie dürfen nicht instrumentalisiert werden. Weder für den einen, noch für den anderen Gesellschafter.

An dieser Stelle möchte ich einmal ausdrücklich meine Hochachtung an das Fankollektiv der Münchner Löwen aussprechen. Der Protest gegen Anthony Power war klar und mit aller Deutlichkeit, der Support für die Mannschaft war jedoch zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Im Gegenteil. Die Westkurve hat die Mannschaft bestmöglich unterstützt und supportet. Das wird sicherlich auch in Zukunft so sein. Die Fanszene weiß sehr wohl verantwortungsbewusst mit den Begebenheiten umzugehen. Wer das anders sieht, kann es gerne im Kommentarbereich schlüssig darstellen. Selbstverständlich ist das nur eine subjektive Wahrnehmung meinerseits.

Richtig ist natürlich, dass die meisten Spieler dem Account von Anthony Power auf Instagram folgen. Auch hier kann man an Power nur appellieren, dass er seinen Konflikt, den er mit der Fanszene hat, nicht auf dem Rücken der Spieler austrägt. Vor allem Spieler, die sich nicht so sehr mit dem “Drumherum” beschäftigen, werden immer wieder mit kuriosen Aussagen konfrontiert, die an die Fanszene gerichtet ist. Ohnehin muss man sich fragen, ob diese Nähe des Statthalters zur Mannschaft sinnvoll ist. Es gibt immerhin eine Geschäftsführung, eine sportliche Leitung und einen Staff. Mit Michael Köllner und Günther Gorenzel hat der TSV 1860 zwei fähige Führungspersönlichkeiten, die sehr gut wissen was die Mannschaft benötigt und was nicht. Das operative Geschäft sollte alleine auf sportlicher Ebene ablaufen.

Es gibt übrigens auch Gesellschafterebene einige Themen, die aktuell anzugehen sind. Darauf sollten sich die Gesellschaftervertreter konzentrieren. Es gibt genügend vor der eigenen Haustüre zu kehren. Die Haustüre, die dafür sorgt, dass man nicht nur aufsteigt sondern in der 2. Bundesliga dann auch bestehen kann. Sonst gibt es viel Jubel und eine Saison später wieder Tränen.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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