Dennis Erdmann (1. FC Saarbrücken) soll Baris Atik und andere Spieler des 1. FC Magdeburg rassistisch beleidigt haben. Erdmann bestreitet dies. Die Verantwortlichen aus Saarbrücken weisen die Anschuldigungen nun vehement von sich. In einer Stellungnahme.

Gegenüber der Bild-Zeitung wurden seitens des Magdeburger Profi Baris Atik heftige Vorwürfe gegen Dennis Erdmann laut. Er soll mehrere Spieler aus Magdeburg rassistisch beleidigt haben. Erdmann bestreitet dies (siehe Artikel: 3. Liga 2021/22: Rassismus-Vorwürfe gegen Erdmann beim Spiel gegen 1. FC Magdeburg). Der 1. FC Saarbrücken hat nun eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin weist man die Vorwürfe entschieden zurück. Und bietet dem 1. FC Magdeburg ein klärendes Gespräch an.

Die Stellungnahme

Der 1. FC Saarbrücken weist die in einer Boulevard-Zeitung erhobenen und vor allem unbelegten Vorwürfe wegen angeblich rassistisch motivierten Äußerungen von FCS-Spielern entschieden zurück. Wir sind der Verein, dessen Trikot von afrikanischen Kult-Spielern wie Anthony Yeboah, Sambo Choji, Taifour Diane und vielen anderen mit Stolz getragen wurde. Nicht nur deshalb hatte und hat Rassismus in unseren Reihen keinen Platz. Umso mehr machen uns die nach dem Spiel am vergangenen Mittwoch erhobenen Vorwürfe Magdeburger Spieler betroffen. Deshalb nehmen wir mit gebührendem Abstand und nach gründlicher Aufarbeitung der Ereignisse wie folgt Stellung:

1. Spieler sind seit Jahren dazu angehaltenen, rassistische Äußerungen dem leitenden Schiedsrichter Gespann sofort zu melden. Diese sind darin ausgebildet, entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen. Wir stellen fest, dass entsprechende Meldungen Magdeburger Spieler nicht dokumentiert sind.

2. Auch in der Halbzeitpause gab es keine erkennbaren Aktivitäten seitens Magdeburger Spielern, angebliche rassistische Äußerungen publik zu machen und Einschreitungen zu veranlassen. Wir stellen fest, dass diese Möglichkeit der direkten und konkreten Aufarbeitung etwaiger rassistischer Vorkommnisse nicht in Betracht gezogen wurde.

3. Offensichtlich direkt nach dem Spiel erhoben Magdeburger Spieler die nun veröffentlichten Vorwürfe ausschließlich gegenüber einer Boulevard-Zeitung. Wir stellen fest, dass in der anschließend stattgefundenen Pressekonferenz das Thema Rassismus weder von teilnehmenden Magdeburger Vereinsoffiziellen noch von Journalisten zur Sprache gekommen ist, obwohl die Bedeutung der Tragweite dieser Thematik wohl allen bewusst gewesen sein müsste.

In Anbetracht dieser Faktenlage entbehren die einseitig erhobenen und nicht belegten Vorwürfe Magdeburger Spieler jeder belastbaren Grundlage. Wir bitten die verantwortlichen Vereinsgremien des 1. FC Magdeburg, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, dass solche unbelegbaren Vorwürfe künftig nicht mehr stattfinden. Gerade Traditionsvereine wie der 1. FC Magdeburg und der 1. FC Saarbrücken haben eine gesellschaftliche Verantwortung, Rassismus entschieden zu bekämpfen anstatt ihn durch emotionsgeladene Äußerungen noch zu befördern. Wir bieten deshalb dem 1. FC Magdeburg gerne ein klärendes Gespräch an, um die im Raum stehenden Vorwürfe aus der Welt zu schaffen.

Titelbild: imago images/BeckerBredel

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
Leser
1 Monat her

Man muss Saarbrücken insofern recht geben, dass der Weg die Vorwürfe öffentlich zu machen, völlig falsch war. Es stimmt natürlich, warum sind die Spieler nicht gleich zum Schiedsrichter gegangen? Allerdings heißt das noch lange nicht, wie es in der Stellungnahme heißt, dass deswegen an den Vorwürfen nichts dran sein kann.

Etwas widersprüchlich ist die Argumentation insofern, weil man erst den Vorwürfen jegliche Grundlagen abstreitet, dann aber doch ein klärendes Gespräch sucht, um eben diese aus der Welt zu schaffen. Ja, was denn nun? Haben die Vorwürfe dann also doch eine Grundlage oder warum sucht man das Gespräch?

Ich lasse bewusst die Frage außen vor, ob Erdmann das gesagt haben könnte oder nicht. Das kann ich nicht beurteilen und der Vorwurf wiegt zu stark als dass ich hier eine Deutung vornehmen sollte.

Sechzga
Sechzga (@guest_58575)
Gast
Reply to  Alexander Schlegel
1 Monat her

Das „the earthman“, wie er sich selbst gern bezeichnet ,ein „aggressive leader“ und trash-talker ist, ist lange bekannt. Es ist gewissermaßen ein Markenzeichen von ihm. Wir von 60 wissen es gut, die Magdeburger sollten es auch wissen. Er spielte auch dort ein paar Jahre? Insofern gibts vielleicht etwas über seinen „Trash“ zu besprechen. Aber ein Rassist ist er mMn nicht. Im Nachhinein über Bild die Rassismuskeule zu schwingen geht gar nicht. Da bin ich schon bei Saarbrücken. Solche Vorwürfe gehören unmittelbar angesprochen.

Ob dieses Earthman-Gehabe der eigenen Mannschaft immer was bringt wage ich zu bezweifeln. Ich denke , dass Köllner ihm auch aus diesen Gründen keinen neuen Vertrag angeboten hat.

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
Leser
Reply to  Sechzga
1 Monat her

Klar, das mit Erdmanns Trash-Talk ist natürlich auch mir bekannt. Und dass da nicht immer Druckreifes von sich gegeben wird, weiß doch jeder, der mal selber gespielt hat. Auch zu meiner Zeit wurde da allerhand dummes Zeug gelabert. Das ist ja auch viel Imponiergehabe dabei. Man möchte den Gegner einschüchtern.
Das ist bekannt und dass Erdmann nicht zu den Leisen der Branche zählt, natürlich auch. Aber ob er deswegen gleich rassistisch daher redet. Keine Ahnung und da will ich mich auch auf keine Spekulation einlassen.

Aber ich stimme Dir zu, ich glaube auch nicht, dass das unter Profis noch so rasend viel bringt. Vor allem, wenn Du da eh schon einen Ruf weg hast, dann hören doch die meisten schon gar nicht mehr hin, wenn er den Schnabel aufreißt. Ich wage daher auch zu bezweifeln, dass das Sinn macht.

Übrigens Köllner war nach eigenen Worten sehr traurig, dass Erdmann keinen neuen Vertrag mehr bekommen hat. Das ist wohl nicht von ihm ausgegangen, er hätte noch sehr gerne mit ihm weiter gearbeitet.

Marcel Prohaska
Marcel Prohaska (@guest_58579)
Gast
Reply to  Alexander Schlegel
1 Monat her

Von Köllner hab ich noch nie gehört, dass er einen Spieler für überflüssig, unbrauchbar etc. hielt und das ist auch gut so.
Wir haben uns seit dem Aufstieg von etlichen Spielern getrennt, die wenigsten (mir fällt gerade gar keiner ein) waren woanders besonders erfolgreich, schon gar nicht in der gleichen Liga.
Es wäre aber völlig überflüssig und der Löwen nicht würdig solchen Spielern die Jobsuche zu erschweren.

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
Leser
Reply to  Marcel Prohaska
1 Monat her

Da gibts schon feine Unterschiede: Erdmann und Rieder waren, wenn ich das richtig überschaue, die einzigsten Spieler, wo er explizit sein Bedauern öffentlich kund tat. Das hat er bei den anderen Abgängen nicht gemacht, wie z. B. Weber oder Karger.

Natürlich beschmeißt man Ex-Spieler nicht noch mit Dreck beim Abgang, aber das habe ich ja auch mit keinem Wort gesagt.