Es ist so weit. Der TSV 1860 München hat sich in die Winterpause verabschiedet. Es könnte nun ruhig werden an der Grünwalder Straße. Die Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist eine Chance. Ein Kommentar.

Auf dem Papier sieht es für die Profifußball-Mannschaft des TSV 1860 München nicht schlecht aus. Zwar sind die Löwen momentan auf dem 6. Platz. Aber es fehlt nur ein Punkt bis zum Relegationsplatz. Das ist nicht viel. Ohnehin muss man sich fragen, ob überhaupt der dritte Platz für die Relegation notwendig ist. Der SC Freiburg II darf nicht aufsteigen. Und weiß man wirklich ob der SV Elversberg, sofern er so weiterspielt, auch aufsteigen möchte bzw. es sich wirtschaftlich auch leisten kann und will? Oder ob man sportlich lieber ein Ausrufezeichen setzt aber dann doch in der dritten Liga bleibt und sich dort etabliert. So oder so haben die Löwen eine gute Chance kommendes Jahr in Ruhe weiter um den Aufstieg mitzuspielen. Aus eigener Kraft.

“Die zahlreichen möglichen Nachfolger, die sich zum Essen-Spiel geierartig auf der Tribüne eingenistet hatten, werden also wohl weiter ohne Job bleiben!”

Süddeutsche Zeitung

Michael Köllner bleibt Trainer. “Die zahlreichen möglichen Nachfolger, die sich zum Essen-Spiel geierartig auf der Tribüne eingenistet hatten, werden also wohl weiter ohne Job bleiben”, meint die Süddeutsche Zeitung ironisch. So wurde zum Beispiel der aktuell vereinslose Tomas Oral in der Stehhalle gesehen. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass Oral in diesem Jahr im Stadion ist. Es ist einfach nur der aktuellen Lage geschuldet, dass es zu Gerüchten und Diskussionen kommt.

“Der Trainer steht für mich nicht zur Disposition.”

1860-Präsident Robert Reisinger

Frühzeitig hatte sich 1860-Gesellschafter und Kreditgeber Hasan Ismaik klar zu Köllner bekannt. Und machen wir uns nichts vor, ein neuer Trainer ist kein Garant, dass man aufsteigt. Aus Ismaiks Sicht wäre ein Trainerwechsel vor allem eins: teuer. Und der Mutterverein der Löwen, allen voran Robert Reisinger? Auch der e.V. sieht logischerweise keinen Grund den großen Trommelwirbel zu beginnen. Natürlich wollen auch die Funktionäre des Vereins alle aufsteigen. Aber auch für sie gilt – ein neuer Trainer ist für sie keine Garantie. Außerdem hat der e.V. den längeren Atem. Eine weitere Runde in der 3. Liga? Dann ist das eben so. Es gibt genügend Nebenbaustellen die es noch zu klären gilt. Ein Aufstieg löst keine Probleme, sondern schafft wohl eher neue Herausforderung. Wahrscheinlich aber ist der Aufstieg sowieso greifbarer, wenn man nicht komplett steif darauf zu marschiert.

Wo wir beim Punkt sind. Die staade Zeit wird durch die Fußball-Weltmeisterschaft bei den Löwen künstlich verlängert. Und vielleicht sollte man sie auch tatsächlich still und ruhig nutzen. Auf sportlicher Ebene in Ruhe arbeiten. Die bisherige Saison analysieren und richtige Schlüsse ziehen. Gut trainieren. Die Zielsetzung neu justieren. Den Aufstieg weiter ins Auge fassen, aber nicht verkrampft hinter ihm herrennen. Und auf klubpolitischer Ebene gibt es auch einiges im Hintergrund zu klären. Vermutlich kam die Niederlagen-Serie zu einer richtigen Zeit. Ein Weckruf, dass es kein Selbstläufer wird. Vor allem aber ist jeder nun gefragt den Boulevard nicht zu bedienen. Damit die staade Zeit auch wirklich ihren Namen verdient.

In Ruhe durchschnaufen. In Ruhe analysieren. Den nächsten Gipfel nicht aus den Augen verlieren. Sich vielleicht neue Wege ausdenken. Und dann weiter marschieren.


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Kasi

Stimmt!
Ich frage mich auch, ob ihm der Erfolg so zu Kopf gestiegen ist, dass er sich laufend um Kopf und Kragen redet?

Bine1860

Und um Kopf und Kragen rotiert

Bine1860

…oder auf den rechten Weg zurück finden. Zurück zu den Werten aus MKs Anfangszeit.