Spielbericht: TSV 1860 München – SV Waldhof Mannheim

Nach dem ersten Auswärtssieg seit Monaten stand heute das Nachholspiel des 12. Spieltags an. Der TSV war Gastgeber gegen den SV Waldhof Mannheim im heimischen Stadion an der Grünwalderstraße. Auf Grund der momentan gültigen Bestimmungen allerdings nicht vor ausverkauftem Haus, nur 25% der normalen Kapazität an Zuschauern sind aus den bekannten Gründen im Stadion zugelassen.

Trainer Michael Köllner verzichtet nach dem 3:2 Auswärtssieg gegen Havelse auf eine Veränderung in der Aufstellung oder im Kader. Die Gäste sind mit 27 Punkten und 26:16 Toren derzeit auf Rang 4 in der Tabelle, der TSV auf Platz 9 mit 23 Punkten und 24:19 Toren. In der letzten Saison gab es einen 5:0 Erfolg für die Löwen zu Hause gegen Mannheim.   

Aufstellung

Marco Hiller (1), Stephan Salger (6), Stefan Lex (7), Sascha Mölders (9, C), Dennis Dressel (14), Marcel Bär (15), Merveille Biankadi (19), Yannick Deichmann (20), Semi Balkahia (27), Richard Neudecker (31), Phillipp Steinhart (36)

Ersatzbank: Tom Kretzschmar (40), Qurin Moll (50), Fabian Greilinger (11), Kevin Goden (16), Tim Linsbichler (22), Keanu Staude (23), Marius Willsch (25), Milos Cocic (30), Alexander Freitag (34)

1. Halbzeit

Mit Anstoß für den TSV 1860 München ging das Spiel in die erste Halbzeit. Nach 30 Sekunden musste Hiller schon das erste Mal eingreifen, weil Semi Belkahia alles andere als eine gute Abwehrleistung an den Tag gelegt hatte. In der 3. Minute erfolgte dann ein Freistoß für den TSV, die erste große Chance für die Löwen, aber die konnte nicht genutzt werden. In den ersten Minuten war das Spiel der beiden Mannschaften ausgeglichen, es kam zu keinen Torchancen. In der 7. Spielminute die erste Ecke für die Löwen, von Steinhart getreten. Der Nachschuss von Deichmann ging allerdings weit über das Tor. Lex hatte die nächste Möglichkeit in der 9. Minute, kam aber nach dem Zuspiel von Deichmann nicht an den Ball. Lex war es auch, der die zweite Ecke für die Löwen herausholte, die wieder von Steinhart getreten wurde. Die größte Chance für den TSV entwickelte sich aus diesem Standard. Salger scheiterte an einem auf der Torlinie stehenden Abwehrspieler. Marc Schnatterer sorgte dann für den Führungstreffer der Gäste aus Mannheim in der 13. Spielminute nach einem Einwurf und einer langsam agierenden Abwehr. Hiller war bei diesem Treffer ohne eine Chance zur Abwehr.

Die nächste Großchance für Mannheim in der 18. Spielminute. Hiller war schon überwunden, aber zum Glück rettete Belkahia noch auf der Linie. Nur ein paar Sekunden später musste Hiller erneut eingreifen, nachdem Neudecker jede Form des Zweikampfs verweigerte. Die Folge war eine Ecke für Mannheim, die Biankadi erst einmal zur nächsten Ecke klären konnte. Die Abwehr der Löwen konnten den Ball nicht klären, Nutznießer war Martinovic, der den Ball ins Löwentor stocherte. Seit dem ersten Gegentreffer kam von den Löwen nicht mehr viel, offensiv ging gar nichts mehr und in der Abwehr war man viel zu passiv. Die nächste Ecke der Mannheimer konnte in der 22. Minute geklärt werden. Mannheim war jetzt eindeutig die agilere, die bessere Mannschaft. Die Löwen waren nach den beiden Gegentreffern völlig von der Rolle und es gelang so gut wie gar nichts mehr. Die Gäste machten extremen Druck gegen die Löwen, die eh schon verunsichert dadurch zu Fehlern gezwungen wurden. In der 28. Minute dann die erste offensive Bemühung für die Löwen, die in einer Ecke für die Heimmannschaft endete, allerdings war das für die Abwehr aus Mannheim kein Problem.

Die letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit fingen mit einem weiteren Angriff der Gäste an, die in einer weiteren Ecke endete. Die vielen Ballverluste der Löwen brachten den Gegner immer wieder in die Lage, gefährlich nach vorn zu spielen. Auch die Versuche des TSV über Konter gefährlich zu werden, verpufften Großteils. Belkahia klärte in der 35. Minute den nächsten aussichtsreichen Angriff von Mannheim zur Ecke, die von Hiller abgefangen wurde. Nach wie vor fanden die Löwen offensiv nicht statt, maximal kam man in die Nähe des Strafraums, Torchancen oder Schüsse auf das Tor waren Fehlanzeige. Hiller musste in der 40. Minute noch einmal sein ganzes Können zeigen um das dritte Gegentor zu verhindern. Die folgende Ecke war ebenfalls sehr gefährlich, der Schuss ging knapp über das Tor. In der 42. Minute dann doch noch eine Ecke für die Löwen, die allerdings ebenfalls nicht für Gefahr sorgte, sondern für die gelbe Karte für Stefan Lex, der einen Konter des SV Waldhof taktisch verhinderte. Die Nachspielzeit in der ersten Halbzeit betrug zwei Minuten, die mit einem Freistoß für Mannheim begannen, der zu einer weiteren Ecke für die Gäste führte. Die Sechzger konnten froh und glücklich sein, dass es nur ein 0:2 Rückstand zur Pause war.

2. Halbzeit

Belkahia, dem heute nicht viel gelang, durfte zur zweiten Halbzeit nicht mehr auf das Spielfeld, für ihn kam Quirin Moll. Es dauerte nicht mal 25 Sekunden, da war Mannheim schon im Strafraum der Löwen, Neudecker konnte klären. Mölders hatte dann die erste gute Gelegenheit in der 48. Spielminute, aber der Torwart der Gäste war auf dem Posten. In der 49. Minute dann wieder eine Chance für die Löwen. Von Lex weitergeleitet auf Neudecker, dann nach einigem Durcheinander der Abschluss von Neudecker, der allerdings am Tor vorbei ging. In dieser Szene war es fraglich, ob nicht ein Foul an Biankadi im Strafraum zu einem Strafstoß hätte führen müssen. Die Löwen kamen jetzt doch agiler und wacher aus der Kabine, nach einem Versuch von Mölders erfolgte die nächste Ecke für die Löwen in der 52. Minute. Neudecker brachte den Ball in den Strafraum, in der Folge die nächste Ecke, die allerdings nicht zum Torerfolg führte. Für Saghiri von Mannheim gab es in der 53. Minute die gelbe Karte nach einem Foul an Biankandi. Der Freistoß von Neudecker führte wieder zu einer Ecke für den TSV, der jetzt wesentlich besser im Spiel war als über die gesamte erste Halbzeit. Neudecker brachte die Ecke in den Strafraum, aber Salger kam wieder nicht zum Zug, Mannheim konnte zur nächsten Ecke klären, die aber ohne Probleme verteidigt werden konnte. Der TSV setzte Mannheim richtig gut unter Druck, eine Ecke folgte der nächsten, aber ohne für Torgefahr zu sorgen. Stefan Salger bekam in der 56. Minute seine 4. gelbe Karte in dieser Saison, als er versuchte den Ball im Strafraum von Mannheim zu bekommen und den Gegner traf. Biankadi holte in der 59. Minute noch einen Freistoß für den TSV heraus, den Neudecker zelebrierte. Allerdings erneut ohne Torgefahr zu erzeugen.

Biankadi vergab in 62. Minute nach einem guten Spielzug nach Vorlage von Deichmann und verzog völlig, der Ball ging weiter über das Tor. Die Löwen waren jetzt wesentlich besser in der Partie, drückten auf den Anschlusstreffer. Köllner wechselte Keanu Staude für Stefan Lex in der 64. Spielminute ein. Im Anschluss an diesen Wechsel der erste offensive Versuch für Mannheim seit Minuten, in denen nur die Löwen spielten. Richard Neudecker gelang dann in der 66. Spielminute der Anschlusstreffer, als er sich ein Herz nahm und aus 16 Meter einfach mal abzog. Dem Torwart von Mannheim rutschte der Ball zwischen den Händen durch ins Netz. Glück hatte der TSV in Person von Dressel, der ein böses Foul von hinten begann und dafür nur die gelbe Karte sah, genauso wie Schnatterer, der sich über dieses Vergehen zu Recht aufregte. Das Spiel wurde ruppiger, die Fouls nahmen zu, gerade auf Seiten des TSV. Eine Ecke für Mannheim gab es in der 72. Minute, die zum Abstoß von Hiller führte. Der TSV war zu dieser Zeit in Überzahl, da Höger verletzungsbedingt nicht mehr weiter machen konnte. Nach einem Freistoß für den TSV in der 73. Minute, nach einem Foul an Mölders, gab es einen Elfmeter für die Löwen wegen Handspiels. Staude übernahm die Verantwortung und scheiterte am Torhüter von Mannheim. Ein sehr schwacher Schuss von ihm.

Nach dieser Aktion wechselte Waldhof Saghiri aus, Wagner kam. Die Löwen drängten auf den Ausgleich, Marcel Bär ballerte den Ball über das Tor, aber es war Abseits. Der Torwart von Mannheim bekam in dieser Szene auch noch die gelbe Karte wegen Meckerns gezeigt. Die Gäste wechselten im Anschluss gleich noch einmal, Lebeau kam für Schnatterer ins Spiel. Tim Linsbichler kam dann in der 80. Minute für Biankadi ins Spiel. Offensiv kam Mannheim bis jetzt nicht mehr gefährlich vor das Tor der Löwen, die auch höher standen und früher ins Pressing gingen und auch lange nicht mehr so passiv wie in der ersten Halbzeit spielten. Auch Waldhof wechselte noch einmal, Jurcher kam für Boyama in der 82. Minute ins Spiel. Nur eine Minute später holte sich Steinhart die gelbe Karte ab und ist nun für das Spiel gegen Magdeburg gesperrt. Mannheim traf in der 86. Minute noch den Pfosten, Hiller wäre da nicht mehr an den Ball gekommen. Marius Willsch durfte auch mitspielen, in der 88. Minute kam er für Marcel Bär ins Spiel. Der TSV versuchte alles noch um den Ausgleich zu bekommen. Ein Freistoß von Neudecker in der 89. Minute endete mit einer gelben Karte für den gerade eingewechselten Willsch. Schiedsrichter Erbst gab 5 Minuten zusätzliche Spielzeit obendrauf. Die Gäste versuchten jetzt nur noch die Hausherren vom Tor fernzuhalten währen die Löwen alles versuchten, um den Ausgleichstreffer zu erzielen. In der 3. Minute der Nachspielzeit war Hiller wieder einmal zur Stelle und konnte den nächsten Versuch der Mannheimer halten. In der 4. Minute der Nachspielzeit dann die Entscheidung nach einem Konter der Gäste. Das Spiel endete 3:1 für Mannheim.

Titelbild: (c) Imago-Images / Ulrich Wagner

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