Am 29. Spieltag der Liga war das Team des SC Verl im altehrwürdigen Stadion an der Grünwalderstraße zu Gast. Nach den beiden zuletzt gewonnen Spielen der Löwen, darunter das Traditionsduell gegen den 1. FC Kaiserslautern im Nachholspiel am vergangenen Dienstag, steht die Mannschaft von Trainer Michael Köllner, der heute sein 100. Spiel als Löwentrainer feiern durfte, auf Rang 7 in der Tabelle mit 43 Punkten. Die Gäste aus der Stadt in Nordrhein-Westfalen haben bisher 25 Punkte in dieser Saison gesammelt und belegen Rang 17. Die Gäste befinden sich somit mitten im Abstiegskampf.

Richard Neudecker stand in diesem Spiel nach seiner Sperre wieder zur Verfügung und war wie erwartet von Anfang an auf dem Platz. Wie auch in den letzten beiden Spielen schenkte der Trainer Quirin Moll sein Vertrauen und brachte ihn von Beginn an. Dennis Dressel dagegen war auf der Ersatzbank zu finden. Weiterhin fehlen verletzungsbedingt Marius Willsch, Keanu Staude, Daniel Wein und Niklas Lang. 7900 Zuschauer waren bei diesem Spiel zugelassen.

Aufstellung

Marco Hiller (1, TW), Quirin Moll (5), Stephan Salger (6), Stefan Lex (7, C), Erik Tallig (8), Marcel Bär (15), Merveille Biankadi (19), Yannick Deichmann (20), Semi Belkahia (27), Richard Neudecker (31), Phillipp Steinhart (36, C)

Ersatzbank:

Tom Kretzschmar (40, TW), Fabian Greilinger (11), Dennis Dressel (14), Kevin Goden (16), Tim Linsbichler (22), Marco Mannhardt (28), Maxim Gresler (32), Alexander Freitag (34), Leandro Morgalla (39)

1. Halbzeit

Schiedsrichter Tom Bauer gab das Spiel frei, die Löwen hatten Anstoß und spielten in der ersten Spielhälfte auf die eigenen Fans zu. Die Löwen begannen druckvoll, standen hoch und kamen so auch früh in Ballbesitz. Biankadi wurde leicht gehalten, aber der Schiedsrichter sah keinen Grund zur Pfeife zu greifen. Nur eine Minute später die erste Chance für Verl, der Ball landete auf dem Tor von Hiller. In der 5. Minute die erste Ecke für Sechzig, Tallig brachte die Ecke auf den 2. Pfosten, aber ohne torgefährlich zu werden. Ein weiterer Spielzug der Löwen landete in der 8. Minute im Aus. Die ganze linke Seite war frei, aber der Diagonalpass von Moll erreichte Steinhart nicht. Die nächste Möglichkeit der Löwen nach einem Konter. Erik Tallig brachte den Ball von der Grundlinie aus in den Strafraum, der Versuch von Marcel Bär mit der Hacke ins Tor zu treffen scheiterte. In der 12. Minute ein Lebenszeichen von Verl, aber der Schuss war kein Problem für Marco Hiller. Stefan Lex wurde in der 13. Minute in der eigenen Hälfte am Mittelkreis gefoult, Schiedsrichter Bauer verzichtete auf die gelbe Karte. Nach einem Einwurf in der 15. Spielminute kamen die Gäste zu ihrer nächsten Möglichkeit, der Kopfball ging weit über das Tor der Münchner Löwen.

Nur eine Minute später war die Nummer 1 der Löwen zur Stelle und konnte den Schuss auf das Tor durch eine gute Reaktion verhindern. Verl kam besser ins Spiel, die Löwen taten sich jetzt schwerer mit der Ballkontrolle und ihrem Spiel nach vorn. Die erste Ecke für die Gäste in der 18. Minute, konnte von Biankadi mit einem Befreiungsschlag geklärt werden. Die beste Chance in dem Spiel bisher hatte Quirin Moll mit einem 20 Meter Schuss. Der Torwart von Verl konnte zur Ecke klären, die wieder von Erik Tallig in den Strafraum gebracht wurde. Aber auch diese Standardsituation konnte von Verl geklärt werden. Nach einer schönen Kombination von Lex auf Biankadi gab es die nächste Ecke für die Löwen in der 24. Minute. Dieses Mal brachte Stefan Lex den Ball in den Strafrauf, aber auch daraus ergab sich keine Torgefährlichkeit. Biankadi brachte die Löwen dann in der 26. Minute mit 1:0 in Führung. Eine schöne Flanke von Deichmann zum Elfmeterpunkt und Biankadi haut den Ball mit einer Direktabnahme ins Tor.

Die nächste Ecke für die Hausherren in der 28. Minute, wieder war es Lex, der den Ball in den Strafraum brauchte. Aber der Torwart war zur Stelle und konnte den Ball abfangen. Im Gegenzug bekam Semi Belkahia seine 7. gelbe Karte von Schiedsrichter Bauer gezeigt, da er den Konter der Gäste mit einem Foul unterband.

30. Spielminute: ein Konter von den Löwen, Marcel Bär bekam von Biankadi den Ball zugespielt, läuft allein auf das Tor zu und lässt sich sein nächstes Tor für die Löwen nicht nehmen.

Eine weitere Ecke für die Gäste in der 34. Minute, aber Hiller ist wie immer zur Stelle. Nur eine Minute später ein Freistoß für die Gäste, der aber gut verteidigt werden konnte. Den Löwen tat die Führung gut, sie hatten das Spiel jetzt unter Kontrolle und hatten wieder mehr Sicherheit in ihrem Spiel. Verl war bemüht, kam aber in den letzten Minuten nicht mehr entscheidend in das letzte Angriffsdrittel. Neudecker schoss den Ball in der 39. Minute über das Tor, kam zu sehr in Rückenlage, aus sonst aussichtsreicher Position. Ein Freistoß von der Seitenauslinie für Verl in der 40. Minute konnte Marco Hiller aus dem Strafraum fausten, im Nachgang hatte er den Ball sicher in seinen Händen. Den Konter in der 42. Minute konnte Steinhart im Strafraum der Löwen mit einer sehr guten Grätsche ins Seitenaus klären. Marco Hiller konnte mit dem linken Fuß die nächste Chance der Gäste in der 45. Minute klären. Super Parade unseres Schlussmanns. Tom Bauer sah keinen Grund für eine Nachspielzeit und pfiff pünktlich zur Pause.

2. Halbzeit

Der SC Verl wechselten zur Halbzeit gleich doppelt. Petkov und Ochojski kamen für Stellwagen und Rabihic. Michael Köllner hatte keinen Grund etwas zu ändern. In der 47. Minute stand Marcel Bär völlig allein vor dem Tor, hatte alle Zeit der Welt und scheiterte am Torwart von Verl, der seine Pranke ausfuhr. Die Vorlage kam von Biankadi. In der 50. Minute bekamen die Löwen den Ball nicht aus dem Strafraum, der Pfiff von Bauer wegen Fouls der Gäste rettete das Durcheinander vor dem Löwentor. In der 51. Minute ein Foul des Ex-Löwen Berzel an Bär, der Schiedsrichtet verzichtete auch hier auf eine gelbe Karte. Den Freistoß aus etwa 30 Metern, fast zentral vor dem Tor, brachte Neudecker flach auf das Tor, aber der Keeper der Gäste war zur Stelle. Im Gegenzug ging der Abschluss der Gäste klar über das Tor von Hiller. Marcel Bär bekam in der 53. Minute die gelbe Karte, als er Berzel mit einem absichtlichen Stoß foulte. Der nächste Konter der Löwen konnte von Verl abgewehrt werden, der Ball landete im Seitenaus. Gut einen Meter ging der Ball am Pfosten vom Tor der Löwen vorbei, als in der 58. Minute die Gäste wieder einmal eine Schussmöglichkeit hatten. Wie auch in der ersten Halbzeit wurde Verl jetzt wieder etwas stärker. Marcel Bär wurde in der 60. Minute von Berzel an der Eckfahne gefoult, der dafür von Schiedsrichter Bauer die gelbe Karte sah. Der Freistoß in der Folge wurde klärt, im Nachgang gab es eine Abseitsentscheidung gegen Semi Belkahia.

In der 61. Minute der nächste Wechsel bei den Gästen, Grodowski kam, Baack ging. Ein Zeichen der Gäste, die somit einen offensiven Spieler gegen einen defensiven tauschten. Auch der TSV wechselte nur eine Minute später, Kevin Goden kam für Stefan Lex, Dennis Dressel für Richard Neudecker. Die Gäste bemühten sich, den Anschlusstreffer zu erzielen, scheiterten aber in der 64. Minute wieder an Marco Hiller. Die Löwen taten sich in diesen Minuten im offensiven Spiel doch etwas schwer. Marcel Bär verzog in der 65. Minute die nächste Möglichkeit, der Ball ging weit am Tor vorbei. Im Gegenzug gab es für den SC Verl eine Ecke, die aber ohne Probleme verteidigt werden konnte. Die Löwen waren in den letzten Minuten fast schon zu passiv. In der 69. Minute war es eine Ungenauigkeit im Zuspiel, die wieder Ballbesitz für die Löwen einbrachte, aber nur ein paar Sekunden später war der Ball schon wieder weg. Verl störte sehr früh und ging auch sehr schnell auf den ballführenden Spieler, damit hatten die Löwen ihre Probleme im Spielaufbau. In der 71. Minute der nächste Versuch der Löwen, dieses Mal über den eingewechselten Kevin Goden, aber der Schuss war zu zentral und somit für den Schlussmann der Gäste kein Problem. Belinski kam bei den Gästen in der 72. Minute ins Spiel, Akono musste runter. In der 75. Minute musste Erik Tallig runter, Fabian Greilinger kam ins Spiel, Tim Linsbichler kam ebenfalls in die Partie für Marcel Bär.

Die letzten 15 Minuten des Spiels brachen an und Verl versuchte nach wie vor alles, um den Anschlusstreffer zu erzielen. Die Löwen taten sich schwer, die Spielkontrolle zurückzubekommen, waren vermehrt mit der Defensive beschäftigt. Der nächste Versuch der Gäste endete in der 78. Minute in den Händen von Marco Hiller. In der 79. Minute konnte man sich ein wenig Luft verschaffen, es gab eine weitere Ecke für die Hausherren. Quirin Moll brachte den Ball in den Strafraum, der aber problemlos von der Abwehr des Sportclubs verteidigt werden konnte. In der 81. Minute ein falscher Einwurf der Gäste, somit wieder Ballbesitz für Sechzig, der aber nur ein paar Sekunden später wieder weg war. Die Fehlpässe häuften sich und somit machte man sich selbst das Leben schwer, so kam Verl immer wieder in Abschlussposition. Aber trotzdem konnten die Gäste kaum gefährliche Situationen vor dem Tor von Hiller generieren. Kevin Goden sorgte in der 84. Spielminute für etwas Entlastung der Löwen-Abwehr, bei einem Vorstoß in Richtung Grundlinie, der in einem Einwurf endete. Aber nur ein paar Sekunden später tauchte Verl wieder vor dem Strafraum der Löwen auf, der Ball ging weit am Tor vorbei. In der 86. Minute war es Phillipp Steinhart, der den Ball über das Tor von Verl beförderte. Wieder versuchte es Verl mit einem hohen und weiten Ball, aber waren zu ungenau. Auf der Uhr waren noch 3 Minuten zu spielen. Alexander Freitag stand bereit für seine Einwechslung in der 90 Minute. Der Schiedsrichter zeigte 3 Minuten an, die auf die reguläre Spielzeit hinzukommen. In der 92. Minute noch ein Freistoß für die Löwen, die den Ball zur Eckfahne spielten und somit noch eine Ecke zugesprochen bekamen. Köllner wollte immer noch wechseln, die Ecke wurde noch ausgeführt. Erst danach kam Alexander Freitag für Biankadi auf den Platz, um für ein paar Sekunden noch mitzuspielen. Nur 40 Sekunden nach seiner Einwechslung pfiff Schiedsrichter Bauer ab.

Titelbild: (c) Imago-Images / Sven Simon

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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thrueblue

Wenn der Konkurrent knapp gewinnt, nach bescheidener Leistung, dann heißt es „wer so effektiv, abgeklärt spielt steigt auf“

Wenn wir klar verpfiffen werden, muss man sich an die eigene Nase fassen, wenn wir von einer klaren roten Karte profitieren, haben wir natürlich nur deshalb gewonnen.

Ist schon manchmal faszinierend im Löwenkosmos.

_Flin_

Mit der Leistung braucht man nicht nach oben schielen. Das Beste sind die drei Punkte, und dass sich keiner verletzt hat.

Ne Borderline Mannschaft haben wir, bei der die eine Hälfte toll spielt und man die andere Hälfte nur schütteln und anschreien will. Nur welche Hälfte welche ist, ändert sich von Woche zu Woche und Spiel zu Spiel.

Die einzigen konstanten Leistungsträger sind Hiller und Bär. Tallig und Biankadi sind auch in Form. Bei Tallig sieht man einen deutlichen Fortschritt.
Der Rest war zwischen solide, unauffällig und Haare raufen.

Und dass man nicht in der Lage ist, ein 2:0 mal runterzuspielen, Ball Besitz zu haben, die Uhr runterlaufen zu lassen, das ist wirklich amateurhaft. Die ganze zweite Halbzeit war grausam. Diese Ball Verluste im Spielaufbau sind einfach nur gruselig. Und jedes Mal wenn der Ball hoch und weit nach vorne gedroschen wird, möchte ich schreien.

Und die Einwechselspieler haben es erfolgreich vermieden, sich für die Stammelf zu empfehlen.

tomandcherry

Naja, was soll die Mannschaft denn Deiner Meinung nach leisten?

Es gibt Spiele, bei denen es über 90 Minuten so gut wie kein Zuspiel zu einem Mitspieler gibt, das über mehr als 5 Meter Entfernung ankommt. Hatten wir einige in dieser Saison.

Dann gibt’s Partien, bei denen wir “auf Augenhöhe” mit einem vermeintlich stärkeren Gegner mithalten können. Manchmal gewinnen wir solche Spiele, manchmal reicht’s “nur” zu einem Punkt. Und wir verlieren auch mal gegen gleich starke Mannschaften.

Und die – zugegeben eher seltenen – Highlights wie zuletzt die Partie gegen Lautern, die kommen auch mal vor.

Ausgehend von diesen drei sehr unterschiedlichen Szenarien, müsste 60 also überwiegend so auftreten, wie beim 2:1 gegen Lautern?

Da nach Ansicht einiger hier mitkommentierender Fans “die Breite des Kaders nicht ausreichend ist”, “MK und GG nicht erfolgreich genug arbeiten”, “andere Vereine eine bessere Kaderplanung betreiben”, “unser Investor nur das allernötigste Budget zur Verfügung stellt”… (lässt sich noch beliebig fortsetzen), ist es doch im Umkehrschluß eher so, dass Auftritte, in denen die Mannschaft dominant und siegreich ist, die absolute Ausnahme sein müssten?

Fakt ist jedoch, dass man nach 29 absolvierten Spieltagen in der 3. Liga mit aktuell 46 Punkten, bei einem Torverhältnis von 47:38 den 6. Platz einnimmt (unberücksichtigt sind selbstverständlich die heute und morgen stattfindenen Partien).

Zum Vergleichszeitpunkt der Vor-Saison waren wir mit 48 Punkten und einem Torverhältnis von 51:25 4. der Tabelle.

Zwei Punkte und 4 Treffer mehr, allerdings deutliche 13 Gegentreffer weniger auf dem Konto.

Berücksichtigt man das 2:5 und 1:3 gegen Magdeburg bzw. Mannheim, sind alleine acht Gegentore von zwei mehr oder weniger heißen Aufstiegskandidaten gegen uns erzielt worden.

Ich stelle Dir und den anderen, bei denen “das Glas grundsätzlich halb leer” ist, die durchaus ernstgemeinte Frage:

Was wollt Ihr eigentlich?

Freue mich auf Deine/Eure Antwort(en).

_Flin_

Das Glas ist nicht grundsätzlich halb leer.

Positiv ist, dass Hiller super hält, dass Tallig und Biankadi in Form kommen, dass Bär seine Chancen verwandelt.

Wir spielen insgesamt auf dem Niveau, das man von diesem Kader erwarten kann. Ich finde den Kader auch nicht schlecht.

Meiner Meinung nach hat die Mannschaft mehr drauf als das, was sie über weite Strecken dieser Saison zeigt. Ich glaub, dass ein Linsbichler Tore schiessen kann. Ein Belkahia hinten alles wegräumen und nach vorne Pässe schlagen. Ein Deichmann offensivstark ist. Ein Lex ein guter Kapitän ist, der sich voll reinhaut, Tore schiessen und Assists liefern kann. Ein Dressel und ein Neudecker 2.Liga tauglich sind. Ein Tallig und ein Biankadi das Zeug für die 2.Liga haben. Ein Salger eine verlässliche Stütze der Defensive ist. Ein Steinhart der offensivstärkste Außenverteidiger der Liga ist.

Und deswegen nehme ich mir eben heraus, Kritik zu äußern, wenn meiner Meinung nach nicht einmal die Hälfte der Mannschaft das spielt, was sie eigentlich könnte.

_Flin_

Ich bin nicht unzufrieden über die drei Punkte. Es gibt allerdings Kernthemen, die wenig addressiert werden. Das ist zum Beispiel der Spielaufbau und die leichten Ballverluste auf dem Weg nach vorne. Dazu das Lösen aus dem Pressing. Die hoch nach vorne gedroschenen Bälle, insbesondere von Hiller, die jedesmal beim Gegner landen. Das fehlende Anbieten im zentralen Mittelfeld. Die Stockfehler (diesmal) von Neudecker, Moll, Belkahia und Biankadi. Die offensive Harmlosigkeit von Deichmann. Das völlige Untertauchen von Lex in der Offensive. Und die Einwechselspieler haben sich auch alle nicht mit Ruhm bekleckert, oder etwas Sicherheit und Kontrolle ins Spiel gebracht.

Ja, es war ein Sieg. Aber das war kein Sieg, wegen dem man in Euphorie verfallen sollte oder sich falsche Hoffnungen machen.

Ich bin nicht mit jedem Sieg zufrieden, genauso wie ich nicht mit jeder Niederlage oder jedem Unentschieden unzufrieden bin. Das war ein schlechter Sieg gegen einen schlechten Gegner. Wir haben die letzten 30 Minuten um ein Gegentor gebettelt und können froh sein, dass nix passiert ist. Bessere Mannschaften (siehe Meppen, siehe Braunschweig) verwandeln während des Spiels das 1gg1 und den Fernschuss, und bringen dazu noch ein-zwei Flanken an den Mann.

Insofern sage ich: Man braucht nicht nach oben schielen. Oder sich wegen der 9 Punkte in Sicherheit wiegen, oder meinen, wie toll man ist.

Gibt genug, was addressiert werden muss, und nur, weil man eine sehr gute Halbzeit gegen Kaiserslautern und eine gute gegen Verl gespielt hat, ist längst nicht alles gut. Für einen eventuellen Kampf um Platz drei wird eine Leistung wie gegen Verl nicht ausreichend sein.

Last edited 3 Monate her by _Flin_
_Flin_

Das mit der offensiven Harmlosigkeit von Deichmann nehme ich insofern zurück, dass der Assist für Biankadi (endlich mal) von ihm war. Dachte der kam von Tallig.

bluwe

Das unterschreibe ich zu 100% – war ein tw. ein Grottenkick am Freitag und wenn wir die zwei Tore nicht machen bzw. nicht gewinnen, würde die Mannschaft und der Trainer in der Luft zerrissen

Als Ergänzung kommt noch das Klein-Kleinspiel im eigenen Fünfer, bei dem am Ende Marco Hiller immer in Bedrängnis kommt und den Ball blind nach vorne schießen muß…

Last edited 3 Monate her by bluwe
_Flin_

Ja, genau das meinte ich mit dem Lösen aus dem Pressing. Da muss sich dann eben Position 6 (Moll) anbieten, und Position 8 und 10 sich zurückfallen lassen um Passwege zu ermöglichen. Stattdessen schaut Moll zu, wie der Passweg zugestellt ist, und das Mittelfeld macht nichts weiter, außer vielleicht auf ein Gegenpressing nach Ballverlust zu spekulieren.

Das ging oft so am Freitag. Salger – Belkahia – Salger – Hiller – *BOLZ* – Ball weg. Und gegen den 1,94 Riesen Sapina auf deren 6 da gewinnt von uns halt eher keiner ein Kopfballduell. Außer Linsbichler, der dann Kopfballverlängerungen ins Nichts gespielt hat.

uraltloewe

Du hast sicher in vielen Dingen recht. Auch dass der Kader stark genug ist, dass einige Spiele hätten erfolgreicher gestaltet werden können.
Vor allem zum Thema Passspiel bin ich voll bei dir. Die Fehler liegen dabei einerseits am mangelhaften Freilaufverhalten und andererseits an der nötigen Technik der Spieler.
Bei aller Kritik sollten wir aber nicht vergessen, dass wir hier von dritter Liga sprechen. Da wird man nur selten Virtuosen am Ball finden. Und vor allem den jungen Spielern muss man einfach den einen oder anderen Fehler zugestehen. Von den gestandenen Spielern sollte man allerdings ein größeres Mass an Passsicherheit und richtiges Freilaufen erwarten können.
Und es ist einfach nicht möglich, dass eine Mannschaft und alle Spieler über eine Saison hinweg immer ihr höchstes Niveau bringen. Da spielen viele Faktoren hinein. Wenn ich sehe, wie rüde Stefan Lex häufig zusammengetreten wird, kann ich mir gut vorstellen, dass er von einer Behandlung in die nächste wandert. Oder Erkrankungen (Corona) und Verletzungen, nach denen es immer wieder etwas dauert, bis man sein vorheriges Level erreicht hat.
Solange die Spieler alles einbringen was sie können, bin ich grundsätzlich zufrieden, auch wenn’s dann nicht zu drei Punkten reicht. Aber Spiele, wo die Mannschaft nicht alles gibt, kann ich auch nicht akzeptieren. Ein solches war z. B. das gegen TG – auch wenn’s vielleicht letztlich ohne Bedeutung sein wird.

tomandcherry

Ich antworte Dir und bluwe gleichzeitig. 😉

Mein Vergleich zur vergangenen Saison war Dir leider keine Erwähnung wert. 😉

Zwei Punkte mehr auf dem Konto. Das wären die zwei bei einem Heimsieg gegen Braunschweig gewesen. Dann hätten wir nach 29 Spieltagen die exakt gleiche Punktzahl wie in der Vorsaison geholt.

Waren wir seinerzeit so viel besser? Bei lediglich zwei Punkten Differenz zum aktuellen Vergleichszeitraum kaum.

Du argumentierst durchaus gut, Flin.

Manchmal könnte man schon meinen, dass einigen Spielern bei 60 der Beruf des Profi-Fußballers ein paar Nummern zu groß ist. 😉

Allerdings bin ich seit den Siebzigern, als ich mich mit dem 60 München-Virus infizierte, schon einiges gewohnt und möchte behaupten, dass es häufig genau so aussah, wie Du es kritisierst.

Selbst die Zweitliga-Spiele waren häufig von minderer Qualität und damals waren doch vermutlich “bessere” Spieler für uns am Ball?

Es bringt m.M. nach wenig, wenn man sich an “schönem Fußball” begeistert, denn Drittliga-Fußball muss in erster Linie erfolgreich sein. Schönheitspreise gibt’s nicht zu gewinnen und ein 2:0 gegen Verl gibt halt nur drei Punkte. Völlig egal, ob es “schön”, “unansehnlich”, “verdient”, “glücklich” oder was auch immer für Attribute man dafür nennen könnte, war.

Und dass 60 München die sprichwörtliche “Wundertüte” ist, die an einem Tag den Tabellenführer aus dem Stadion schießt, an einem gebrauchten Tag jedoch gegen TürkGücü sang- und klanglos verliert, gab’s zu jeder Zeit. Ich erinnere mich mit Grausen an Bayernliga-Spiele, da war der Kick gegen Verl ein fußballerischer Leckerbissen.

Langes Geschreibsel, kurzes Fazit:

60 ist 60 und man sollte sich einfach mal darüber klar werden, dass die fußballerischen Leckerbissen tendenziell selten zu sehen sind.

Mir ist sowieso ein “dreckiger Sieg” der “glücklich” zustande gekommen ist, immer noch wesentlich lieber, als eine “tadellose Leistung, die leider am Ende nicht belohnt wurde”.

Als 60er-Fan sind meine Ansprüche im Laufe der Jahre den herrschenden Gegebenheiten angepasst worden. 😉

Nix für ungut und Danke für Deine wirklich interessanten Antworten auf meine Ausgangsfrage.

_Flin_

Bin auch schon beim 3:3 gegen Schweinfurt in der Kurve gestanden und kann mich an bittere Auftritte gegen Helmbrechts etc. erinnern.

Finde auch den Fussball, der unter Köllner gespielt wird, besser als vieles, was wir in Zweitligazeiten gezeigt haben. Da wars auch oft so, dass man mit Einzelaktionen von qualitativ besseren Spielern wie Bierofka, Aigner oder Lauth hält dann sein Tor gemacht hat.

Mich stören auch nicht Steilpässe, die dann zu weit geraten, oder wenn man eben einen riskanten Pass spielt, der nicht ankommt. Sondern die einfachen Dinge, die man nicht in den Griff bekommt. Und dass man nicht z. B. mal auf Ballbesitz umschalten, um die Uhr runterzuspielen. Das können Sie, wenn Sie es wollen. Haben das ja letzte Saison auch teilweise gemacht.

Und ausserdem muss man auch ab und zu mal meckern, wenn Ergebnisse gut sind, aber die Spiele nicht, damit bei uns nicht wieder alle durchdrehen.

tomandcherry

“Und ausserdem muss man auch ab und zu mal meckern, wenn Ergebnisse gut sind, aber die Spiele nicht, damit bei uns nicht wieder alle durchdrehen.”

Da hast absolut Recht.

Wie immer halt: Entweder “Weiß” oder “Schwarz”.

Dazwischen scheint’s bei Sechzge traditionell nix zu geben.

“Helmbrechts” war übrigens ein gutes Stichwort. Ich könnte noch “Frohnlach” hinzufügen. 😉 Oder “Lohhof”. Oder…

Und beim 3:3 gegen die “Schnüdel” war ich auch live vor Ort.

Ja, es waren schon einige Spiele, bei denen man besser den Mantel des Vergessens darüberlegen sollte.

Und trotzdem kann man sich nicht von diesem liebenswerten, chronisch unterfinanzierten und sportlich wenig erfolgreichen Verein lösen.

Wie trist und fad muss das Leben eines FCB-Fans dagegen aussehen? 😉

juergen

ja… das 3:3…
Walter Hainer, oh Gott

Naja dem sein Bruder ist ja jetzt an der Seitenstrasse der grosse “beliebte” Vortänzer

uraltloewe

Bemerkenswerte Leistung unserer Löwen. Erstaunlich für mich vor allem die „Wiederauferstehung“ von Biankadi, Moll (die auch ich häufig gescholten habe) und Tallig. So darfs gerne weitergehen.
Dass Lex fast in jedem Spiel schon früh übel zusammengetreten wird, wird m. E. von den Schiedsrichter viel zu wenig geandet. Dass das System hat, sollte dort inzwischen auch angekommen sein.
Bedenklich fand ich aber große Teile der zweiten Halbzeit. Da waren deutlich größere Abstände zu den Gegenspielern zu sehen, weniger Laufarbeit mit und ohne Ball. Nicht zuletzt daraus resultierten wieder eine Unmenge von Fehlpässen. Dabei kritisiere ich nicht z. B. weite Diagonalbälle – solche können schon mal ins Aus gehen. Wohl aber Pässe über 10, 15 Meter, die zunehmend beim Gegner landeten. Ich hatte teilweise das Gefühl, man würde um ein Gegentor betteln.
Vielleicht war’s tatsächlich eine Kraftsache nach drei Spielen in kurzer Zeit.
Letztendlich 9 Punkte aus drei Spielen – was will man mehr.

tomandcherry

Erstaunlich, wie schnell sich der Wind wieder gedreht hat…

Waren vor einigen Wochen die Entlassungen von MK und GG schon im Mittelpunkt heftigster Diskussionen, scheint nach der Maximalausbeute von 9 Punkten aus 3 Spielen urplötzlich wieder alles richtig zu sein, was die beiden Hauptverantwortlichen bislang abgeliefert haben?

Die kommenden drei Spiele finden gegen V. Berlin (A), Waldhof (A) und gegen Saarbrücken statt. Zumindest die beiden Partien gegen direkte Konkurrenten um einen der zwei theoretisch noch möglichen Plätze 2 und 3 könnten uns einen kleinen Hoffnungsschimmer bescheren.

Auch wenn’s dem ein oder anderen nicht gefällt, aber ich wäre nicht enttäuscht, wenn der Aufstieg in dieser Saison nicht gelingen sollte.

Die Entwicklung des Teams ist für mich wesentlich entscheidender und nachhaltiger, als ein Aufstieg um jeden Preis.

Loewin

🎉🍀😁 Einfach nur klasse 🎉🍀😁

💙🦁💙

chemieloewe

Perfekt, engl. Woche, 3 Spiele, nur jeweils 2 Tage Pause zwischen den Spielen u. trotzdem 3 Siege bei 7:2 Toren, 2 mal ein Spiel nach Rückstand gedreht, der blanke Löwenwahnsinn!!! Löwenherz, was willste mehr!??? Wir können es also doch noch, in Serie siegen u. auch gegen ein Spitzenteam aus Kaiserslautern am Di.! Danke u. Gratulation an das gesamte Löwenteam für 3 wunderbare Siege u. die löwenstarke Teamleistung!!! Besondere Gratulation u. herzliche Glückwünsche an Michael Köllner zum 100. Spiel mit Sechzig u. dem perfekt dazu passenden 3. Sieg in Folge, besser gehts nicht!!! Biankadi wird neben Anderen immer besser, auch Bär wieder ganz stark! Bin happy!!! Weiter so Löwen!!! 👏👍👌💙🦁💙💪⚽️🎯

Last edited 4 Monate her by Chemieloewe
thrueblue

Hut ab Uhr ihr Löwen. Englische Woche, 2 mal Rückstand aber 9 Punkte. Das spricht für die Moral und die Kondition der Mannschaft. Wenn wir so effektiv und so bissig weitermachen, wird der Verbleib in Liga 3 noch krachend scheitern.

da-bianga

Stärkster Spieler war für mich Biankadi, auch wenn ein Siel immer nur über die Manschafftsleistung gewonnen wird.
Der perfekte Turschuss, und das Zuspiel auf Bär zum 2:0 waren schon echte Hingucker.
Nach seinem Interview ach dem Spiel glaube ich, dass gerade bei ihm die doch teilweise unfaire Kritik in manchen Medien nicht surlos vorübergegangen ist.

da-bianga

Sowas kommt raus wenn du während des Schreibens zum Küchendienst verdonnert wird. 😱 
Ich hoffe ihr könnt meiner Ausführung folgen. 😂 

Thiel

Klar, da der Spiebericht aufgrund der “Spielhäufte” auch vom Coach verfasst sein könnte. 😉 Wer schreibt denn diese ausführlichen, manchmal fast schon autistisch anmutenden Zusammenfassungen, wenn ich das so anmerken darf?! Ich komme gut klar damit & bin dankbar. 💙

Last edited 4 Monate her by Thiel
Siggi

Mach Dir nichts draus. Auch einem Autisten kann mal so was passieren  😂