Beim Punktgewinn der Löwen am äußersten Rande Nordrhein-Westfalens gab es erneut einige bemerkenswerte Szenen auf dem und um das Spielfeld, über die in der Berichterstattung bzw. den Live-Tickern der anderen Medien teils unverständlicherweise nichts zu lesen war.

Nach dem über Lotte ca. zwei Stunden vor dem Spiel starker Schneefall einsetzte, ging beim mitgereisten Anhang schon die Angst um, ob das Spiel überhaupt stattfinden wird. Nachdem die Mannschaft der Gastgeber nach nur kurzer Aufwärmphase das Spielfeld wieder verließ, wurden diese Befürchtungen sogar noch bekräftigt. Kurz danach kam die Mannschaft der Sportfreunde aus Lotte jedoch nur mit der Witterung besser angepasstem, neuem Schuhwerk wieder aus der Kabine und unsere Nerven waren deutlich beruhigter.
Edelfan Prinz Eisenherz gab derweil in der Fankurve dazu passend und gesanglich hochwertig „Das Spiel fällt aus und wir fahr‘n heim“ zum Besten.

Sportlich fing es für die Löwen auf dem für beide Teams sehr schwer zu bespielenden, schneebedeckten Boden sehr gut an. Nico Karger erlief einen – den Platzverhältnissen geschuldeten – zu kurzen Rückpass von Lotte-Verteidiger Rahn und schob bereits in der sechsten Minute überlegt zur Löwenführung ein. Das erste Löwentor in Lotte überhaupt!

Die Löwen hatten jetzt bei diesem Tor gesehen, wie man es bei diesem Rasen nicht macht und spielten praktisch und richtigerweise jeden Ball aus der Abwehr hoch und weit nach vorne. Einzig Bekiroglu versuchte vereinzelt mit Tempodribblings das Mittelfeld zu überbrücken und so das Offensivspiel zu beleben. Lotte hatte insgesamt mehr vom Spiel und war auch bei den wenigen Tormöglichkeiten im Spiel den Tick gefährlicher.

Wie schnell es dann doch gehen kann zeigte die 50. Spielminute. Nach einem unnötigen Ballverlust im Mittelfeld und einer zu kurzen Kopfballabwehr schlug es zum Ausgleich im Löwentor ein.
Nach vorne ging dann bei beiden Teams fast gar nichts mehr, viele Löwenfans befürchteten aber aus langjähriger Erfahrung eher einen unglücklichen Gegentreffer kurz vor Schluss und sehnten auch aufgrund der Kälte nur noch den Abpfiff herbei.

Zwei bemerkenswerte Szenen gab es in den 90 Minuten, über die komischerweise nicht berichtet wurde:

Kurz nach dem Halbzeitpfiff der Schiedsrichterin Dr. Riem Hussein drosch der bereits gelb-verwarnte Lotte-Verteidiger Alexander Langlitz, der bereits vorher mehrmals durch seine unsaubere und theatralische Spielweise negativ aufgefallen war, den Ball absichtlich in Richtung der Unparteiischen. Der Ball touchierte die Schiedsrichterin am Oberarm. Obwohl mehrere Löwenspieler das Schiedsrichterteam auf diese absichtliche unsportliche Aktion aufmerksam machten, blieb diese für den unsympathischen Spieler mit der Nummer 23 leider folgenlos…

Die zweite Aktion spielte sich nach der Einwechslung von Stefan Lex in der 70. Minute ab. Der Mittelfeldspieler versuchte immer wieder das Offensivspiel anzukurbeln und wurde dabei immer, aber mehrmals unsanft gebremst. Nach einem nicht gegebenen Foul an ihm setzte er an der Auslinie direkt vor dem Löwenblock zu einer Frustgrätsche an und verpasste seinen Gegenspieler dabei nur knapp.
Hätte Stefan Lex den Spieler der Sportfreunde Lotte getroffen wäre ein Platzverweis die logische Konsequenz gewesen. Glück gehabt…

Eine sehr nette Geste der Sicherheitsbeauftragten der Sportfreunde Lotte soll hier zum Abschluss nicht unerwähnt bleiben. Die Löwenfans mit Zaunfahnen durften diese nach kurzer und unkomplizierter Rücksprache auf der Hintertorseite aufhängen und dazu einen Bereich betreten, der eigentlich gesperrt war. Zusätzlich wurde einem Fan angeboten, bei den Fahnen zu bleiben, obwohl wir dort überhaupt keine Karten hatten. Gelebte Gastfreundschaft, Hut ab! Das haben wir in dieser Saison auch schon ganz anders erlebt, siehe Unterhaching.

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