Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet weitere Einschränkungen im Hinblick auf den Sport während der Corona-Pandemie. Betroffen sind wohl vor allem Hallensportarten. Fans im Stadion hält er aktuell für realitätsfremd.

Sollten sich die aktuellen Fallzahlen der Pandemie COVID-19 weiterhin nicht gut entwickeln, hält SPDler Karl Lauterbach durchaus weitere Einschränkungen im Bereich des Sports für möglich. Er spricht von einem möglichen Verbot für Hallensport, sowohl für Freizeit- als auch für Profisportler. Das äußerte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

In Bezug auf Geisterspiele hat er seine Meinung geändert. Anfänglich waren Geisterspiele für ihn ein Schreckgespenst. Sie hätten sich jedoch als sicherer erwiesen als gedacht. Lauterbach war davon ausgegangen, dass sich rund um die Geisterspiele Fan-Ansammlungen bilden würden. Er habe zudem mit einer höheren Anzahl an infizierten Spielern gerechnet. In beiden Fällen habe er sich getäuscht. Würde es jedoch mehr Fälle in den einzelnen Profi-Klubs geben, würde es schwierig werden. Dann wäre die Vorbildfunktion nicht mehr gegeben.

Die Forderung aus der Bundesliga nach Zuschauern könne er nicht nachvollziehen. Zuschauer sind „zum jetzigen Zeitpunkt völlig realitätsfremd“, so Lauterbach. Ein Hygienekonzept könne nicht funktionieren, „wenn jeder unnötige Kontakt vermieden werden soll“.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Aymen1860
Leser
Aymen1860 (@aymen1860)
1 Monat her

Bitte verschont mich mit dem Lauterbach. Wenn wir auf den gehört hätten, dann hätten wir heute deutlich weniger Krankenhäuser und unsere Gesundheitssystem wäre schon lângst kollabiert.

Fingernudel
Gast
Fingernudel (@guest_52109)
1 Monat her

Danke an ArikSteen für die Unterstützung. Ich hatte eigentlich nur eine “ auf gut deutsch “ Übersetzung gemacht, die genau auf den Punkt kommt, was der Lauterbach da von sich gibt (meines Erachtens). Aber wenn man so wie nofan ein Hammer ist, kann man halt nur Nägel sehen. Unter vier oder mehr Augen könnte er so etwas nie sagen, weil ihm der Gegenwind zu groß wäre.

Fingernudel
Gast
Fingernudel (@guest_52105)
1 Monat her

Ein Hygienekonzept könne nicht funktionieren, „wenn jeder unnötige Kontakt vermieden werden soll“.
Hääh? Entweder ein Freudscher Versprecher oder ein copy/paste-Fehler.

Sein Statement in Kurzform:

Bei den Geisterspielen hab ich mich geirrt, ich bleibe aber trotzdem bei meiner Meinung.

Sport treiben ist schlecht, auch im Freien.

Der PCR-Test kann Infektionen nachweisen.

Wer infiziert ist, ist krank.

Zuschauer sind „zum jetzigen Zeitpunkt völlig realitätsfremd“
Da frag ich mich aber schon, wer hier realitätsfremd ist.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
1 Monat her
Reply to  Fingernudel

Realitätsfremd sind die, die nicht einsehen wollen, dass unser Gesundheitssystem bei weiterhin rd. 20.000 Neuinfektionen pro Tag noch vor Weihnachten vor dem Kollaps stehen könnte. Man sollte dann allen Coronaleugner wegen Dummheit bei Bedarf die Intensivbetreuung und gegebenenfalls erforderliche Beatmung verweigern.

Realitätsfremd sind auch die, die nicht erkennen, wie viele Coronaerkrankte aktuell bei den Profifußball-Mannschaften auftreten. Was soll dann erst erfolgen, wenn sich beispielsweise 80.000 Zuschauer in Dortmund in die Arena quetschen.

Realitätsfremd sind auch die, die meinen die Hygieneregeln wären bei den letzten Fußballspielen in den Stadien eingehalten worden. Bitte mal nicht realitätsfremd die TV-Spielübertragungen studieren. Realitätsfremd hat es selbst TSV-Fans gegeben, die meinten sich über die Regeln hinwegsetzen zu dürfen und sind in Massen zu Auswärtsspielen aufgebrochen.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
1 Monat her
Reply to  ArikSteen

Ich halte es schon für asozial, Corona-Verweigerern, die mutwillig Abstands- und Hygieneregeln missachten, gegebenenfalls eine Behandlung zu verweigern. Vor allem, solange noch genug betreute Intensivbetten vorrätig sind.

Aber die Frage der Behandlungsverweigerung hat Angesichts kaum noch vorhandener Behandlungsmöglichkeiten in der Schweiz der Gesundheitsökonom Willy Oggier in einem Interview mit der Basler Zeitung aufgeworfen.

Aber ist es nicht ein asoziales Verhalten, wenn Tausende meinen ohne Berücksichtigung der AHA-Regeln protestieren zu müssen, Meinungsfreiheit hin oder her? Diese realitätsfernen Personen setzen doch nicht nur ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. Sie gefährden doch im hohen Maße auch Dritte, die bereits heute in vielen Kliniken nur noch von dauergestressten Pflegekräften unzureichend betreut werden können.

Und ist es nicht ein realitätsfernes Verhalten, wenn nicht sogar asozial, wenn jemand meint, fordern zu müssen, dass wieder Tausende sich in Stadien meinen drängen zu müssen. Alleine die Forderung halte ich für in hohem Maße unverantwortlich.

Wie ich es auch für nicht vertretbar halte, wenn TSV-Fans sich in Stadien einschleichen, obwohl Auswärtsspiele nicht besucht werden dürfen. Dagegen hätte von Ihnen eine kritische Stimme erhoben werden sollen.

_Flin_
Leser
_Flin_ (@flin)
1 Monat her
Reply to  Fingernudel

Jemandem aufgrund seiner Meinung medizinische Behandlungen zu verweigern, wäre ein Rückfall in dunkle Zeiten.
Wir leben in Zeiten, in denen Meinungen zu hoch gehandelt werden und grundlegende Werte aufgrund dieser Meinungen zu leicht aus den Augen verloren werden.

_Flin_
Leser
_Flin_ (@flin)
1 Monat her

Der größte Lauterbachfan bin ich ja nicht, aber wenigstens gesteht er ein, wenn er sich geirrt hat. Das kann man ihm positiv anrechnen.