Der TSV 1860 München hat sich mit der Ukraine solidarisiert. Das Wappen des TSV 1860 erstrahlt in den Farben der ukrainischen Nationalflagge. Auch 1860-Gesellschafter Hasan Ismaik beschäftigt sich mit dem Konflikt. Er kritisiert vor allem die NATO.

Es kommt auf der ganzen Welt gut an, dass sich zahlreiche deutsche Fußballklubs mit der Ukraine solidarisch zeigen. Auch der TSV 1860 München zeigt Flagge – der schwarze Löwe auf weißem Grund erstrahlt in den Farben der ukrainischen Nationalflagge. Also in blau-gelb.

Kritik an der NATO gibt es hingegen von 1860-Gesellschafter und Kreditgeber Hasan Ismaik. Die aktuelle Lage sei das Ergebnis des neu entfachten Kalten Krieges seitens der NATO, der nun in einem dritten Weltkrieg gipfeln könnte, schreibt er in einem Artikel in der arabischen Tageszeitung Al-Nahar Al-Arabi. Gegen den Widerstand von Russland hätte die NATO bereits 1999 drei Länder des ehemaligen Warschauer-Pakt (Polen, Ungarn, Tschechische Rpublik) aufgenommen und 2004 die Türe für sieben neue Länder geöffnet: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei und Slowakei. Fünf Jahre später schloßen sich Albanien, Kroatien, Montenegro und Mazedonien an. Darüber hinaus bauten die Vereinigten Staten einen Luftwaffenstützpunkt ausgerechnet in Kirgisistan, das historisch und wirtschaftlich eng mit Russland verbunden ist. Die Begründung: man wolle nach dem 11. September ein Interimsstützpunkt um die Invasion im Irak starten zu können. 2004 und 2005 brachten Revolutionen in Geogien, der Ukraine und Kirgisistan pro-westliche Regierungen an die Macht. Als Ergebnis des Krieges gegen die Ukraine sieht Ismaik die Entstehung einer neuen chinesisch-russischen Weltordnung. Sie wird die Vormachtsstellung der USA beenden und beweisen, dass Russland fähig ist, seine Grenzen über die Ukraine hinaus auszudehnen, so Ismaik. Die NATO müsse, sofern sie mit den geringstmöglichen Verlusten aus der Ukraine-Krise herausgehen könne, ihre Rolle und Position in der Welt neu bewerten.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Aymen1860

Manchmal wäre es einfach besser, sich nicht zu äußern. Auf die Expertise von Herrn Ismail zum Thema Ukraine hätte die Welt auch verzichten können….

drew60

Eigentlich mit allem.

anteater

Angriffskriege sind nicht zu rechtfertigen, finde ich.

_Flin_

Interessant, eine außenstehende Meinung zu hören.

Last edited 3 Monate her by _Flin_
Friedrich Hegel

War ja klar, dass auch hier die Putinversteher ihren linksilliberalen gefährlichen Kitsch verbreiten.
Schade.
Hitler 2.0 wird von einem Menschen quasi verteidigt, der im Kleinen bewiesen hat, wie empathisch er gegenüber den Schwachen ist! (“4”), und seine grotesken Allmachtfantasien mit Schuldzuweisungen gegen andere in geradezu perverser Art mit üblen Vasallen auslebte – bis heute!

Putin ist ein abgrundtief böser Aggressor, den jedes noch so schutzlose Menschenleben kalt lässt, der lügt und Unwahrheiten gezielt zur Zersetzung der Solidarität der Menschen untereinander einsetzt.

Im Kleinen ist das dieser jordanischen Sphinx sehr vertraut.

Egal, was Ihr hier über mich denkt: aber wer Hitler 2.0 auch nur im Ansatz versteht und gar verteidigt, hat alles gesagt.
Sic semper tyrannis!
Respice finem!
Ruhm und Ehre dem TSV – ohne Hasan!
Und Herz und Verstand für unsere Brüder in der Ukraine!
ELIL!

anteater

War ja klar, dass auch hier die Putinversteher ihren linksilliberalen gefährlichen Kitsch verbreiten.

Dort wo ich wohne, sind die Putinversteher beinahe durchgängig Blaun-Illiberale.

Und die Leute, die sich hier jetzt für Schutzsuchende Ukrainer einsetzen, die haben sich in gleichem Maße für Schutzsuchende aus dem Irak, Afghanistan, Syrien und so fort eingesetzt. Übrigens alle eher dem linken politischen Spektrum zuzuordnen, nicht die Schutzsuchenden, sondern die Helfer*innen.

Gefährlich sind doch jene, die Völkerrechtsbrüche der einen klaglos dulden, aber Völkerrechtsbrüche der anderen aufs Schärfste verurteilen. Das ist wahre Heuchlerei und Unglaubwürdigkeit.

_Flin_

Hitler 2.0? Da weiss man nicht, wo die Ahnungslosigkeit aufhört und die Verharmlosung von Verbrechen im Nationalsozialismus anfängt.

Andal

Kommentar wurde gelöscht – bitte die Netiquette beachten.
https://loewenmagazin.de/regel-kommentarbereich/

Last edited 3 Monate her by arik
eurasburger

Kommentar wurde gelöscht – bitte die Netiquette beachten.
https://loewenmagazin.de/regel-kommentarbereich/

Last edited 3 Monate her by arik
thrueblue

Also wenn Ismaik Recht hat, wäre es dann nicht sinnvoll, das Geld als Investor in China/Russland zu investieren? Anstatt in den Niederungen des Deutschen Fußballs?

Zum Konflikt – beide Seiten haben massive Fehler gemacht, Putin aber wohl unter Druck den Größten.

Zeit vom Fossilen Brennstoffen abzukehren, die Handelspartner (Siehe auch den Jemenkrieg der Saudis) sind allesamt Mist.

brunnenmeier66

Was mich wundert: 8 Jahre lang war es jeden egal ob die Ukraine den Donbas beschießt, jetzt auf einmal gibt es großes rumgeheule. Hier wird wieder mal mit zweierlei Maß gemessen.
Finde es auch sehr interressant das man wegen der Ukraine seine ganze Energieversorgung aufs Spiel setzt.
Aber der Scholz und die Bearbock werden das schon schaukeln.

anteater

Vor einem Jahr haben Aseris Armenier geköpft, als Aserbaidschan dort einmarschiert sind und Grenzen verschoben haben. Hat hier keine Sau gejuckt. Von der Völkerrechtlerin Baerbock habe ich da auch nichts zu gehört, auch nichts von Sanktionen. Mit dem zweierlei Maß hast Du also vollkommen recht.

Es gibt ein paar “schöne” Zeitdokumente, aktuelle Zeitdokumente, renomierter westlicher Medien (z.B. BBC, CBS…), die sich nicht zu schade sind, bezüglich der Ukraine ein rassistisches Narrativ zu setzten. Da kommt mir das kalte Kotzen, wenn praktisch ein totes Ukrainisches Kind mehr wert ist als ein totes irakisches Kind. Ich sehe da nur ein totes Kind und das ist eine Tragödie.

Ines

Das ist leider so traurig

Joerg

Nicht falsch was du sagst, die Grundschuld an der Situation trägt Jelzin, und jetzt Putin weil er sich hat provozieren lassen, im mangelt es schlicht an Souveränität, nach hoffentlich baldige Frieden sollte er Zurücktreten und den Weg frei machen

anteater

Eines vorweg: ich bin gegen jeden Krieg und gegen jeden Völkerrechtsbruch, egal von wem er ausgeht! Und natürlich finde ich es nicht in Ordnung, dass Putin in der Ukraine einmarschieren lässt. Meine Vermutung ist sogar, dass er sich damit im eigenen Land selbst abschießt. Allerhöchsten Respekt vor dem Mut, den Russen aufbringen, die zu Hause gegen den Krieg auf die Straße gehen!

Würde nicht sagen, dass ich alles von Herrn Ismaiks Punkten nachvollziehen kann, aber so ganz unrecht hat er nicht.

Seit mindestens 2001 betont Russland wieder und wieder, dass sie sich von der NATO-Osterweiterung bedroht fühlen. Wahrscheinlich gibt es sogar ältere Aufzeichnungen solcher öffentlichen Aussagen. Und es ist nachweislich so, dass der Westen entsprechende Zusicherungen gemacht hat. Besofski Boris, wie wir Jelzin seinerzeit nannten, hat sich das halt nicht schriftlich geben lassen.
Nein, ich finde nicht, dass das einen Krieg rechtfertigt, nichts rechtfertigt einen Krieg (in meinen Augen jedenfalls).

Auf der anderen Seite kann ich z.B. die baltischen Staaten und Polen sehr gut verstehen, wenn sie ihre Angst vor Russland kund tun. Die kennen Russland (bzw. die Sowjetunion) nicht als Befreier von den Nazis, sondern als Unterdrücker, der den gleichen Scheiß (Massenmorde etc.) in rot gemacht haben.

Ich bin bekennender Europäer und hätte mir nach dem Zusammenbruch des Ostblocks ein europäisches reines Verteidigungsbündnis gewünscht. Das währe wahrscheinlich am Besten mit Russland gegangen. Diese Chance haben alle Seiten verpasst.

Und dass China eine massiv expansive Politik betreibt, das ist wohl kaum von der Hand zu weisen. Spätestens durch die Lieferengpässe während der Pandemie dürfte auch der oder die Letzte hier gesehen haben, wie stark wir von China abhängig sind. China gehören schon etliche Infrastruktureinrichtungen in Europa, auch in der EU, beispielsweise der Hafen von Piräus. Und in Asien, Afrika, da bauen sie massiv die Infrastruktur aus, gegen Rohstoffe und Kredite. Diese Kredite sind in der Regel so ausgelegt, dass wichtige Infrastruktureinrichtungen an China gehen, wenn sie nicht bedient werden können. Aus Altruismus handelt China da auch nicht, das werden einige Staaten sicherlich noch schmerzhaft zu spüren bekommen.

Glaskugel hab ich keine, deshalb weiß ich nicht, ob China irgendwann auch militärisch expandieren wird. Sicher bin ich mir allerdings, dass es spätestens in dem Falle strategisch schon günstiger wäre, Russland auf der eigenen Seite zu wissen als auf der Gegnerischen. Ebensowenig kann ich beurteilen, ob es eine “chinesisch-russische Weltordnung” geben wird. Kann mir nicht vorstellen, dass China Russland langfristig auf Augenhöhe sehen möchte.

Und was die Vormachtstellung der USA betrifft, nun, die ziehen sich da strategisch längst aus einigen Regionen eher zurück. Die merken auch, dass es im Prinzip zu teuer ist, so eine Vormachtstellung militärisch aufrecht zu halten.

Krieg ist die dümmste Erfindung der Menschheit, darauf hab ich mich die Tage festgelegt. Es verlieren alle, außer die Rüstungsindustrie und ein paar Investmentfonds, die zur rechten Zeit auf bestimmte Werte gesetzt haben. Die Zivilbevölkerungen verlieren immer und die Soldaten beider Seiten verlieren auch immer.

Andal

Leider kapieren das die dummen Soldaten nicht. Würden alle zuhause bleiben wär Ruhe.

anteater

Global gesehen, ja. Aber ich würde auf keinen Fall von “dummen Soldaten” sprechen. Ich habe als Pazifist natürlich nicht gedient, kenne aber einige Soldaten und mehrere, die z.B. in Afghanistan eingesetzt waren.

Über die Beweggründe, warum die zur Armee gegangen sind, kann ich Dir keine Auskunft geben, weiß ich nämlich nicht, aber es gibt ganz sicher einige aus deren Sicht legitime Gründe, dort hinzugehen.

Blieben alle Soldaten überall zu Hause, dann hätten wir eine friedlichere Welt, unbestritten. So haben “alle” eine Arme und irgendeinen gefühlten Feind haben auch “alle”.

Eine friedliche Welt ist halt, wie eine gerechte Welt, Utopie. Traurig, ja, aber dennoch kann man als Einzelner dahin streben. Je mehr mitmachen, umso wahrscheinlicher wird die Utopie.

Ines

Das ist die Art von „ Journalismus“ der typisch ist für den Autor und die Gräben eher tiefer werden lässt. Hätte auch von Griss sein können….

Fakt ist aber, dass rein politisch historisch betrachtet HI nicht ganz unrecht hat, und wenn man sich etwas in der russischen Kultur auskennt und Putins persönliche Wertevorstellung und langjährige Aussagen und Reaktionen betrachtet, die aktuelle Tragödie leider eine logische Konsequenz ist.
Leider spielen wie so oft Menschenleben dabei keine Rolle, aber die Nato insbesondere die USA sind mit der Osterweiterung nicht unschuldig.
Man stelle sich vor Russland hätte Mexiko und Kanada in sein östliches Bündnis aufgenommen und mit Soldaten und Waffen besetzt….
Für diesen Scheisskrieg gibt aber es keine politischen, territorialen oder irgendwelche andere Rechtfertigungen-jeder Krieg ist ein Verbrechen!

Dennis

Es ist keine Rechtfertigung in die Ukraine einzumarschieren. Die USA ist nicht schuld an allem Übel dieser Erde.

Vorstopper

Haha Putin und Werte, der war gut. Übrigens die Osterweiterung war von diesen Ländern gewollt, aber wer glaubt denn das Canada oder México in ein Bündnis mit einem diktatorischen völlig abgewirtschafteten Land wollen. Der Vergleich ist einfach Blödsinn. Jeder Versuch diesen Überfall zu rechtfertigen ist erbärmlich!

3und6zger

Da fehlt’s aber doch massiv an der richtigen Einordnung. Aufgrund der russischen Kriege in Tschechenien, Transnistrien und Abchasien in den Neunzigern haben die mittel- und osteuropäsichen Länder auf einen NATO-Beitritt gedrängt. Jeder bei dem die Russen schon mal einmarschiert waren bzw. wie Polen zweimal von der Landkarte radiert wurden, wollten in die NATO. Parteien in den Ländern, die den NATO-Beitritt abgelehnt haben, wurden abgewählt. Die NATO-Osterweiterung ist mehr von den Beitrittsländern ausgegangen als von der NATO. Und, sie haben recht gehabt, dort wird heute nicht geschossen und keiner umgebracht.
Es ist nach allem was die Russen mitlitärisch zu Sowjetzeiten in anderen Ländern veranstaltet haben, verständlich, dass ein Land Schutz sucht und in ein Verteidigunsbündnis eintreten will.
Putin kann sich nicht damit abfinden, dass anfangs der Neunziger das künstlich zusmammengewürfelte Sowjetreich auseinander gefallen ist und sein schönes Russland dem versoffenen Jelzin von den Oligarchen abgenommen wurde. Ja das ist eine Niederlage, die gilt es zu verkraften. Stattdessen will er die “gute, alte Zeit” wieder zurückbomben.
Stelle ich auf die gleiche Stufe wie diejenigen, die bei uns die Oder-Neiße-Grenze nicht akzeptieren wollen und wahrscheinlich das Gleiche machen wollten, hätten sie nicht glücklicherweise nichts zu melden.

Ines

Ich denke du solltest genauer lesen, was ich geschrieben habe.Ich gebe dir zu 100% Recht mit deiner Einschätzung, nur ist das eben nicht die Sichtweise von Putler und seiner Regierung. Es wurde den Russen damals auch durch unsere Politiker zugesagt, dass die Nato auf die Osterweiterung verzichtet und auch das nimmt der Irre jetzt eben als weitere Rechtfertigung und macht die Lage noch gefährlicher.

anteater

Was ist jetzt Dein Problem mit dem Artikel. Meine Wahrnehmung war, dass der Artikelautor keine eigene Wertung abgibt, keine eigene Meinung, sondern lediglich paraphrasiert. Das ist genau die Art Journalismus, von der wir mehr bräuchten.

Ines

und du hast den gesamten Artikel wiedergegeben oder nur Auszüge daraus?

United Sixties

Da bleibt wieder mal nur eines dazu zu sagen :
„ die spinnen diese Grissmaiks und Umfeld“

Snoopy.

Die Frage, die sich dabei mir stellt ist: wieso man seit Ende des Eisernen Vorhangs es nicht geschafft hat, immer noch Feindbilder zu sehen – zwischen Ost und West. Oder konkreter: Russland als Feinbild vor den Augen hat. Auch die Ost-Europäischen Länder, die sich ja durch den Beitritt zur Nato vor genau dem absichern wollen, was der ehemalige KGB-Mann und Neu-Stalin jetzt so macht.

Ich bin da definitiv nicht bei Ismaik mit seiner Meinung, die Nato wäre hier die treibende Kraft und ich bin weit entfernt zu sagen, es entsteht eine neue russisch-chinesische Weltordnung, quasi angeführt von pseudo-demokratischen Staaten, die keine sind. Mag sein, dass man das im arabischen Raum so sieht, aber da sind die westlichen Staaten – allen voran die USA – ja eh das Feindbild Nummer Eins – und das seit Jahren.

Last edited 4 Monate her by Snoopy.
_Flin_

Da ist Deine Beurteilung der Lage etwas unterkomplex.

Die NATO betreibt seit den frühen 2000ern (Bush/Cheney) die Aufnahme der Ukraine in die NATO.

Die Ukraine ist aber nicht nur irgendein osteuropäische Staat, den sich die Sowjets in WW2 unter den Nagel gerissen haben. Sondern wesentlich länger Teil von Russland, als es die USA oder Deutschland überhaupt gibt. Da war die erste englische Stadt in Amerika gerade 30 Jahre alt.

Seit 2002 gibt es zwischen westlichen und russischen Geheimdiensten einen Stellvertreterkrieg in der Ukraine. Auf der einen Seite “orangene Revolution” und “Euromaidan”, auf der anderen Seite die von Russland unterstützten Rohstoffoligarchen aus Donezk und Luhansk. Seit 2014 ist das auch ein heißer Bürgerkrieg.

Wir haben hier, dank transatlantischer Öffentlichkeitsarbeit, ein nur verschwommenes und einseitig schöngezeichnetes Bild dieses Konflikts.

Wer z. B. am Maidan zuerst auf Zivilisten schoß, ist reichlich unklar. Und ja, die Koalition der orangenen Revolution enthielt auch Neonazis. Die Oligarchen aus Donezk sind korrupt. Genauso wie die Oligarchen aus Texas (Big Oil), Nevada (Adelson), Kalifornien (Big Tech), New York (Wall Street) oder Kansas (Koch Industries).

Die NATO hat also den russischen Bär 20 Jahre lang mit einem spitzen Stock gepiekst. Unter anderem, weil sie kein grosses Interesse daran haben, dass Europa und Russland friedlich miteinander leben. Oder, Gott bewahre, Europa russisches Öl und Gas kauft. Statt das gute US Zeug.

Die Menschen in der Ukraine sind dabei die Leidtragenden. Das ist das bittere. Aber die Menschen haben die USA nicht gekümmert, als der Schah im Iran installiert wurde, die Menschen im Yemen kümmern die USA auch nicht. Genausowenig kümmern die Menschen in der Ukraine die russischen Herrscher. Die kümmern ja nicht mal die Menschen in Russland.

Man kann nur hoffen, dass die NATO die Füße still hält, und da nicht über wirtschaftliche Sanktionen hinaus rumeskaliert. Und dass Russland den Krieg auf die Ukraine beschränkt.

Last edited 3 Monate her by _Flin_
anteater

Vor einigen Jahren hat mir eine ukrainische Kollegin mal so ihre Sicht und die aus ihrem akademischen Umfeld zu dem ganzen Mist erklärt. War natürlich etwas ganz anderes, als unsere Mediendarstellung oder das, was aus Russland durchgestochen wurde. Und sicher nicht repräsentativ für alle Ukrainer*innen.

Fand es dennoch interessant, dass sie sinngemäß meinte “Wir wollen von keiner Seite vereinnahmt werden, weder von den USA, der EU, der NATO noch von Russland.”. Sie meinte auch, dass die russischsprachige Minderheit stellenweise politisch gewollt latent unterdrückt wird.

Auf jeden Fall ist das alles viel, viel komplexer und vielschichtiger, als es in den neuesten Nachrichten dargestellt wird.

Eine Tragödie ist es auf jeden Fall.

Und bezüglich unserer Werte und unseres unerbittlichen Einsatzes für Menschenrechte, da empfehle ich mal den Film “Shooting Dogs”, der auf tatsächlichen Begebenheiten beruht. “Hotel Ruanda” war harmlos dagegen, ich saß nach dem Film bestimmt eine Viertelstunde weinend im Kino.

Vielleicht ist die Welt auch ein bisschen so scheiße wie sie ist, weil gerade wir in den reichen und selbsternannten zivilisierten Industrienationen nicht konsequent für Menschenrechte, Völkerrecht und Frieden eintreten (von Klimaschutz ganz zu schweigen), sondern da, wo es gerade opportun für uns ist. Was interessieren uns >500.000 Tote und der Genozid in Ruanda, 100.000 bis 600.000 tote irakische Zivilistinnen und Zivilisten, +50.000 in Afghanistan, neuerdings einschließlich derer, die unserer Truppen dort unterstützt haben? Wenn manche hier schon Hitler-Vergleiche bringen, ja, da erinnere ich mich schon an die Aufteilung in wertes und nicht wertes Leben. Dachte, da seien wir inzwischen weiter.

anteater

Russland als Feindbild ist in Polen und den baltischen Staaten historisch verwurzelt und durch die Sowjetunion eher noch gewachsen.

Buffy 1860

Jedes freie Land muß aber selbst entscheiden können, wie und wo sie die größtmögliche Sicherheit für ihre Bürger sieht.
Tatsache ist aber, dass eine Demokratie immer besser für das Volk ist, als Diktatur.
E L I L…

anteater

Stimmt. Ohne Krieg in irgendeiner Form gutzuheißen, gilt das aber auch für Russland. Und aus deren Sicht ist die näher rückende NATO eine Bedrohung. Heißt nicht, dass ich diese Meinung teile, aber es hilft bisweilen, sich in den Standpunkt der Gegenseite zu denken (so gut das halt als Laie geht), um besser zu verstehen, was er macht.

Wahrscheinlich wäre die Welt sicherer, wenn es gar keine Armeen gäbe.

Last edited 4 Monate her by anteater
_Flin_

Weiss net. Jeder kann nur so lange in Frieden leben, wie ihn der Nachbar lässt. Und es kann sich in sehr kurzer Zeit sehr viel verändern. 1933-1939 waren auch nur 6,5 Jahre. Und dann standen die Franzosen mit runtergelassenen Hosen da.

Insofern finde ich gut, dass in Deutschland mal wieder ein Blick drauf geworfen wird, inwieweit unsere Streitkräfte überhaupt in der Lage wären, das Land zu verteidigen.

anteater

Ehrlich gesagt finde ich es auch gut, dass unserer Wehrfähigkeit mal überprüft wird. Allerdings scheint Geld bislang nicht das Problem gewesen zu sein, achthöchster Etat weltweit, pro Kopf sogar der viert- oder fünftgrößte. Ist halt doof, wenn das Geld an windige Beraterfirmen geht, wo gerade der Sohn der Verteidigungsministerin arbeitet.

Zugegebenermaßen bin ich absolut kein Wehrexperte, da gibt es hier Leute mit deutlich mehr Expertise. Von außen betrachtet schreit das Militär immer nach mehr Geld, vermutlich überall.

Und, ja, Frieden gibt es nur, wenn alle ihn wollen. Die Rüstungsindustrien haben “überall” eine Lobby, die Friedensaktivisten nicht…

Kranzberg

Der Philosoph hat gesprochen.

AlienGodJesus....

Fremdenlegion, die konnten kampferprobte supersoldaten sehr gut gebrauchen in der Ukraine. NATO persönlich leben.

Da kann man zeigen wer man wirklich ist.

Meinungsfreiheit, höchstes gut der Demokratie und den westlichen werten

queeg

Hat er in den USA einen offenen Haftbefehl, oder warum ist er so sauer?

Marcel Prohaska

Russia goes to the top und landet auch in Regionalliga.

anteater

Das fand ich diesbezüglich sehr geil:

https://www.eatliver.com/vova/

juergen

jetzt kippt er aus meiner Weltordnung…

#ohne…

GÜVEN

Hassan bitte nicht vor dem Frühstück kiffen!