TSV 1860 München vs. SV Meppen

Fußballbegeisterung im Grünwalder Stadion

Am kommenden Samstag wird im Sechzgerstadion das Heimspiel gegen die zweitstärkste Mannschaft der bisherigen Rückrunde angepfiffen. Es handelt sich dabei nicht um einen Verein, der mit Millionengelder eines Oligarchen aufgepäppelt wurde, sondern um den SV Meppen. Im Gegensatz zu den abgestürzten Krefeldern aus dem Stadtteil Uerdingen läuft es bei den eher unscheinbaren Emsländern seit der Rückrunde wie geschmiert. In der Winterpause wurden von den Sportfreunden aus Lotte Marcus Piossek und von Wehen Wiesbaden Rene Guder verpflichtet. Diese neuen Spieler ergänzen sich perfekt mit Nick Proschwitz, der sich mit bereits 10 Toren aussichtsreich in Sachen Torschützenkönig positioniert hat. Der SV Meppen ist derzeit in Topform und wird mit Sicherheit ein sehr unangenehmer Gegner werden.

SV Meppen im Stadion an der Grünwalder Straße

Es ist erst das zweite Mal, dass der SV Meppen auf Giesings Höhen vorstellig wird. Das erste Heimspiel datiert vom 5. Dezember 1993 und markierte den Schlusspunkt einer legendären Hinrunde. Als Aufsteiger aus der Bayernliga hatte 1860 München Fußballdeutschland in Erstaunen und die Löwenfans vor allem in den Heimspielen in Verzückung versetzt. Mit 17:1 Punkten erwies sich das Grünwalder Stadion in der Hinrunde 1993/94 als uneinnehmbare Festung für die gegnerischen Mannschaften. Es wurden im damals bereits altehrwürdigen Stadion stimmungsvolle Heimsiege gegen Tennis Borussia Berlin und Rot Weiß Essen gefeiert, vor allem das 4:1 gegen den Tabellenführer aus Bochum gilt als eines der besten Heimspiele der Vereinsgeschichte. Lediglich Hannover 96 gelang am 6. Spieltag in der Nachspielzeit ein unverdienter Ausgleichstreffer zum 2:2-Endstand. Vor dem Anpfiff gegen den SV Meppen befand sich das Team von Werner Lorant auf Tabellenplatz 2 und hatte auf einen Nichtaufstiegsplatz 6 Punkte Vorsprung. In Zeiten vor der 3-Punkte-Regel war dies ein beruhigendes Polster.

9 Heimspiele – 8 Heimsiege – 1 Unentschieden

Vor 22.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion begann das Spiel gegen Meppen ungewohnt mit einem Stimmungsdämpfer. Rainer Rauffmann, aufgewachsen in der Oberpfalz, erzielte nach 15 Minuten die Gästeführung. Jedoch markierte Peter Pacult bereits drei Minuten später den Ausgleich. Im Rückspiel am letzten Spieltag der Saison sollte Peter Pacult gegen Meppen ebenfalls ein Tor erzielen, welches Sportgeschichte schrieb. 1860 München war nach dem Ausgleich am Drücker, aber die Emsländer erwiesen sich als zäher Gegner, der sich nicht nur hinten in der Abwehr verbarrikadierte, sondern auch in der Offensive immer wieder Akzente setzen konnte.

Torschütze im Hinspiel und Rückspiel: Peter Pacult (Quelle: Löwenbomber Archiv)

Gegen Ende der Partie erhöhten die Löwen den Druck. Als kurz vor dem Abpfiff ein Emsländer wegen wiederholtem Foulspiel vom Schiedsrichter die rote Karte sah, wollte Sechzig den nächsten Heimsieg erzwingen und vergaß dabei die Defensive. Nach einem vermeidbaren Ballverlust in der Hälfte der Meppener schnappte sich ein gegnerischer Spieler den Ball, rannte über den halben Platz und ließ Rainer Berg mit einem platzierten Flachschuss keine Chance. Es war die erste Heimniederlage und der einzige Wermutstropfen in einer phantastischen Hinrunde, in der 1860 München den Grundstein für den nicht möglich gehaltenen Durchmarsch in die Bundesliga legen sollte.

Nach diesem Spiel gingen die Löwen in die Winterpause, die aufgrund von witterungsbedingten Ausfällen fast 100 Tage andauern sollte. In dieser Zeit kamen die Löwen völlig außer Tritt und es folgte im Jahr 1994 zunächst Niederlage auf Niederlage. Aber Sechzig München fing sich sportlich wieder und am Ende stand das Fußballmärchen vom Durchmarsch in die Bundesliga.

Auf Youtube gibt es eine Zusammenfassung des damaligen Heimspiels gegen den SV Meppen.

1860 München vs. SV Meppen am 5. Dezember 1993

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blau91
Redakteur

Pacult, Winkler, Miller, Maurer, Kneissl, Störzenhofecker….genau meine Zeit. Tolle Erinnerung. Danke dafür.

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