Es gibt Dinge, auf die kann man sich verlassen. Dass bayerisches Bier besser schmeckt als Kölsch zum Beispiel. Die Sonne geht immer im Osten auf und im Westen unter. Und die Löwen bleiben wirtschaftlich eine Katastrophe. Wie sehr ist Letzteres in Stein gemeißelt? Ich werfe gemeinsam mit Reinhard Friedl einen Blick auf die zurückliegenden Zahlen.

Ausgliederung des Profifußballs

Ende 2001 traf man beim TSV München von 1860 e.V. eine folgenschwere Entscheidung. Der Profifußball wurde aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des e.V. ausgegliedert. Es sollte zukünftig zu keiner Vermischung zwischen Geldern aus dem ideellen Bereich (Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse) und den Geldern aus der Vermögensverwaltung und dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb kommen. Ansonsten wäre durchaus die Gemeinnützigkeit gefährdet gewesen. Zudem wollte der damalige Präsident, Karl-Heinz Wildmoser, den TSV 1860 wirtschaftlich weiter voran bringen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr konnte der damalige Schatzmeister Kurt Sieber Gutes vermelden. Der Umsatz für das Wirtschaftsjahr 2000/2001 wuchs von 55 Millionen DM auf 77,8 Millionen DM. Der Gewinn nach Steuern betrug erfreuliche 4,4 Millionen DM.

Das Desaster mit der Allianz Arena

Als die Ausgliederung des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes in eine rechtlich eigenständige Firma, einer Kommanditgesellschaft auf Aktien, vollzogen wurde, waren bereits die Pläne für einen gemeinsamen Stadionneubau mit dem FC Bayern München weit fortgeschritten. Als Erstliga-Verein wollte man auf Augenhöhe mit dem damals bereits finanziell besser gestellten Nachbarn aus der Säbener Straße kommen. Bereits am 21. Oktober 2001 fand ein positiver Bürgerentscheid zum Bau eines gemeinsamen Stadions statt.

Mit dem Bau wurde im Herbst 2002 begonnen. Die Arena wurde am 30. April 2005 an die gemeinsame Gesellschaft der Allianz Arena München Stadion GmbH übergeben. Zu den gut 200 Millionen Euro an öffentlichen Geldern für Infrastrukturmaßnahmen mussten beide Gesellschafter (1860 und FC Bayern) ca. 340 Millionen Euro aufbringen.

Einen Teil steuerten die verkauften Namensrechte an die Allianz bei. Außerdem die 106 Logen, die zu Preisen zwischen 90.000 und 240.000 Euro jährlich, für fünf Jahre vermietet wurden. Allerdings war hier schon abzusehen, wie die Verhältnisse waren. 102 der Luxus-Logen setzte der FC Bayern ab und die Sechziger brachten nur 4 Stadionsuiten unter die Leute. Hier zeichnete sich bereits ab, dass es mit „auf Augenhöhe“ nicht wirklich viel auf sich hatte.

Der Großteil der Stadionkosten wurde durch Darlehen finanziert. Neben Darlehen der LfA Förderbank Bayern (40 Mio €) und einer Projektfinanzierung der Eurohypo AG gab es auch eine Beteiligungsgesellschaft für Geldanleger zu erwerben. 75 Mio € hatten eine garantierte Verzinsung von 6,75 %, die unter bestimmten sportlichen Erfolgen und Zusatzspielen in der Allianz Arena, um 1,75 % bis auf 8,5 % steigen konnte. Alleine an diese Beteiligungsgesellschaft mussten dann jährlich zwischen 5 Mio € und 6,4 Mio € an Zinsen bezahlt werden. Die Belastung für die Gesamtdarlehen an Zins und Tilgung betrug für beide Vereine zusammen 30 Mio € pro Jahr, somit war es für die von Haus aus klammen 60er ein Anteil von 15 Mio € pro Jahr.

Es war für die Verantwortlichen des FC Bayern wohl klar, dass die 60er dies nicht lange durchhalten werden und es erst dann richtig lukrativ für Bayern werden würde, wenn diese von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen können. Die Bayern hatten genügend Geld auf der hohen Kante. Bereits ein Jahr nach Eröffnung des Stadions, im Jahr 2006, musste die TSV 1860 München KGaA ihre 50 %-Beteiligung für 11 Mio € an den FC Bayern verkaufen. Die Löwen waren nur noch Mieter, mit einem langfristigen Mietvertrag, der letztendlich für den TSV sehr teuer war. Alleine die 2.152 Business-Seats brachten für den TSV 1860 München jährlich große Verluste, da nur ein Teil an den Mann gebracht werden konnte und die Kosten für Essen und Getränke (in den Anfangsjahren 69 € pro Platz) bezahlt werden mussten, egal ob diese nun tatsächlich gebraucht wurden oder nicht.

Bereits ein Jahr nach dem Verkauf der Beteiligung wurde auch die Option für den Rückkauf für 1 Mio € veräußert. Es war für jeden abzusehen, dass der TSV 1860 München niemals das Geld aufbringen kann, um die Anteile zurück zu erwerben. Als der für den Bau benötigte Partner als Teilhaber ausgeschieden war, konnten die Verantwortlichen des FC Bayern den Anlegern der Beteiligungsgesellschaft der ALCAS 173 LUMBAR KG (Fondsgesellschaft Allianz Arena) schnell klar machen, dass das Risiko für diese Anlage nun wesentlich größer ist. Eben weil der TSV 1860 München als Gesellschafter ausgestiegen war. Es war kaum zu glauben, aber die Kapitalanleger glaubten dieses Märchen auch unter Mithilfe der beteiligten Banken, und stimmten einer Auflösung der Gesellschaft zu. Der FC Bayern zahlte die Anleger aus und sparte sich somit Zinsen von 5 – 6,4 Mio € pro Jahr.

Die Geschäftsberichte bis 2011

Wer immer noch meint, dass es ein Fehler der Löwen war, das Kamikaze-Projekt Allianz Arena nach dem Zwangsabstieg in die 4. Liga zu verlassen, sollte sich die Zahlen aus dem Geschäftsbericht per 30.06.2010 genauer anschauen. Im Anhang des Geschäftsberichtes ist eine Tabelle nach Segmenten für die Geschäftsjahre 2005/06 bis 2009/10 ersichtlich.

Das Segment „Spielbetrieb“ beinhaltet die Ticketeinnahmen, die Erträge aus der medialen Vermarktung gegenüber den Personalaufwendungen für den Spielbetrieb und den Spielbetriebskosten wie Stadionkosten, Verbandabgaben Reisekosten, Instandhaltung der Trainingsplätze, Ausrüstung und medizinische Aufwendungen:

  • 2005/06 minus 2,7 Mio €
  • 2006/07 minus 2,5 Mio €
  • 2007/08 minus 400T €
  • 2008/09 minus 2,4 Mio €
  • 2009/10 minus 5,1 Mio €

Der Bereich Handel/Catering umfasst die Gewinne aus dem Merchandising sowie das Catering in der Allianz Arena:

  • 2005/06 minus 540T €
  • 06/07 minus 235T €
  • 07/08 minus 1,1 Mio €
  • 08/09 minus 1 Mio €
  • 09/10 minus 1,5 Mio €.

Einzig und alleine im Geschäftsjahr 2005/06 kam es zu keinem Gesamtverlust, da 11 Mio € für den Verkauf der Beteiligung an der Allianz Arena verbucht wurden. Allerdings war der Gewinn in diesem Jahr auch „nur“ 3,6 Mio €, obwohl 11 Mio € Zusatzertrag vereinnahmt werden konnten.

Ansonsten waren damit die Verluste:

  • 2006/07 285T €
  • 2007/08 560T €
  • 2008/09 1,1 Mio €
  • 2009/10 4 Mio €
  • 2010/2011 6 Mio €

Einstieg von Hasan Ismaik

Als die TSV 1860 München KGaA bereits versucht hatte, Investoren zu gewinnen und dies bisher immer gescheitert war, gelang es einem Investmentbanker den in Fußballdingen unerfahrenen Jordanier, Hasan Ismaik, zum Ende des Geschäftsjahres 2010/11 für das „Projekt TSV 1860 München“ zu gewinnen. Hasan Ismaik machte zu Beginn seiner Beteiligung bereits klar, dass er die Beteiligung mit dem Ziel eingeht, hieraus Gewinne zu generieren. Ihm war bewusst, dass der TSV 1860 e.V. nur im Rahmen und zur Erfüllung seiner satzungsmäßigen Ziele Interesse an einer Gewinnausschüttung hat und keine primären Gewinnerzielungsabsichten verfolgt. Diese konträren Interessen der Parteien spielten jedoch in Folge keine Rolle, da an Gewinnausschüttungen bis heute nicht zu denken war und auch aktuell nicht ist.

Die bis zum Einstieg angesammelten Verluste erhöhten sich in den folgenden Geschäftsjahren:

  • 2011/12 um 6,3 Mio €
  • 12/13 um 7,3 Mio €
  • 13/14 um 6 Mio €
  • 14/15 um 5 Mio €
  • 15/16 um 1,7 Mio €

Für die Saison 2016/17 nahm Hasan Ismaik unter dem Präsidenten Peter Cassalette das Heft selbst in die Hand und gab nochmal, zu seinen bisherigen Krediten und Genussscheinen, weitere Kredite, um Spieler zu kaufen und deren Gehälter zu zahlen. Allerdings endete dieses Geschäftsjahr mit dem Abstieg und einem Rekordverlust in dieser Saison in Höhe von 21,9 Mio €. Alle teuer eingekauften Spieler konnten ohne Ablöse den Verein verlassen, da Ismaik weitere Gelder/Kredite versagte und die Mannschaft von der 2. Liga in die 4. Liga durchgereicht wurde.

Der Gesamtverlustvortrag stieg seit dem Einstieg von Hasan Ismaik von 8,4 Mio € auf 62,7 Mio € zum Geschäftsjahresende per 30.06.2017.

Die Zeit nach dem Doppelabstieg

Das Abenteuer Allianz Arena, konnte trotz einem noch laufenden Vertrag, zu Beginn der 4. Liga beendet werden und die neu formierte Mannschaft (überwiegend Spieler aus der bisherigen 2. Mannschaft) konnte wieder in der Löwenheimat Giesing im Grünwalder Stadion spielen. Durch einen strikten Sanierungskurs, konnten Kosten eingespart werden und es kam in der Viertliga-Saison 2017/2018 „nur“ noch zu einem Verlust in Höhe von 1,7 Mio € und einem Sofortaufstieg in die 3. Liga.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag erhöhte sich von 2017 von 19,8 Mio € auf 22,1 Mio € zum Geschäftsjahresende per 30.6.2018.

Im Juli 2020 werden wohl die Bilanzen für das Geschäftsjahr 2018/2019 veröffentlicht und „Nicht-Insider“ können daraus Schlüsse für die jetzige Saison 2019/2020 ziehen, die durch die Corona Pandemie unterbrochen wurde und mit Geisterspielen beendet wird.

Zukunftsaussicht

Wie die Saison 2020/2021 finanziert werden soll, wird wohl erst nach einem von Hasan Ismaik angeregten Gespräch mit dem neuen Geschäftsführer für die Finanzen und dem weiteren Gesellschafter, den e.V. Vertretern, Anfang Juli besprochen und hoffentlich festgelegt werden. Allein bis Ende des Jahres sollen bis zu 4 Millionen Euro fehlen.

Ein unglückliches Händchen in Sachen Investitionen scheint Hasan Ismaik nicht nur bei Sechzig zu haben. Bei Masaken Capital kommt es am Mittwoch zur Gesellschafterversammlung. Die Aktie ist tief gestürzt und nun auf Rekordtief. Seit 9. März werden zwar immer wieder Aktien zum Verkauf angeboten, aber niemand kauft. Und so wird Masaken Capital auch seit März nicht mehr in den regulären Aktienkursen aufgeführt. Rettbar ist Ismaiks jordanische Firma wohl kaum mehr. Die Gesellschafterversammlung am Mittwoch ist vorgeschrieben, erklärt man auf Anfrage des Löwenmagazins. Wirklich lösungsorientierte Themen scheint es nicht zu geben. Man kommt online zuammen, weil es vorgeschrieben ist. Nicht weil es Licht am Ende des Tunnels gibt. Das Unternehmen blutet aus.

Was aber ist mit dem TSV 1860 München? Bei einer möglichen Insolvenz der KGaA würde Hasan Ismaik seine 60 % Geschäftsanteile zu 13 Mio € erworben, sowie Genussscheine in Höhe von gut 31 Mio € und noch bestehenden Darlehen (mit Rangrücktritt) zwischen 10 – 12 Mio € verlieren.

Viele sehen den Einstieg eines weiteren Gesellschafters als Möglichkeit an. Sofern man einem weiteren Gesellschafter die KGaA schmackhaft machen möchte, muss es wohl zu einem Forderungsschnitt bei den Darlehen und Genussscheine kommen. Beim Einstieg von Hasan Ismaik im Jahr 2011 mussten die damaligen Gläubiger einem Darlehens/Schulden-Schnitt von 40 % zustimmen. Bei der heutigen Überschuldung wird wohl ein deutlich höherer Schuldenschnitt (Schuldenerlass) nötig sein.

Eine Kapitalerhöhung in kurzer Zeit wäre jedoch mehr als überraschend. Denn davon müsste man auch die Mitglieder des TSV München von 1860 e.V. überzeugen. Dazu benötigt es eine deutliche Mehrheit von 75 Prozent. Und die Zeit ist ohnehin knapp.

Eine weitere Lösung die im Raums steht: ein Tausch von Sicherheiten. Hauptsponsor „die Bayerische“ soll eine Eintragung als Gläubiger im Grundbuch der Geschäftsstelle bekommen. Und dafür die Sicherheit aus dem Weiterverkauf von Julian Weigl freigeben. Das wären 2 Millionen. Gespräche mit der Stadt laufen. Die müsste nämlich zustimmen.

Im Moment scheint medial niemand groß auf die Bühne treten zu wollen. Es ist ruhig geworden und von einem Gesellschafterstreit sieht man zumindest nach außen hin nichts. Klar, jeder kann nur verlieren. Der neue Geschäftsführer Pfeifer wurde einstimmig ernannt. Große Versprechungen und Ankündigungen gibt es nicht. Bleibt zu hoffen, dass man sich für eine zukunftsorientierte Lösung gemeinsam stark macht. Ansonsten bleibt vor allem eins: der Gang in die Infantriestraße. Dort muss man letztendlich im Notfall die Handbremse ziehen und Insolvenz anmelden.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
12 Tage her

Vielen Dank für die Mühe!

Eine Frage: Ist die Fortführungsprognose jährlich testieren zu lassen oder für einen Zeitraum von 2 Jahren? Warum ist die jetzt bereits erneut fällig?

Die Vermutung „bis Ende des Jahres sollen bis zu 4 Millionen Euro fehlen“, stammt woher? Warum bis Ende des Jahres? Woraus resultiert dieser Betrag? Das kann ich nicht nachvollziehen.

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
12 Tage her
Reply to  Serkan

Solange die KGaA bilanziell überschuldet ist jährlich, über einen Zeitraum von jeweils 24 Monate.

Perlach60
Leser
Perlach60 (@perlach60)
12 Tage her

nachdem wegen corona nun die „insolvenzstrafen“ geringer sind – wie stark ist das als druckmittel? im prinzpip kann man ja wegen überschuldung täglich insolvenz beantragen, wenn die geschäftsführung keinen ausweg sieht?

nofan
Gast
nofan (@guest_46041)
12 Tage her
Reply to  Perlach60

Ob hier eine Insolvenz wegen Ueberschuldung angemeldet werden kann, mag dahin gestellt sein. Wahrscheinlicher könnte eine Insolvenzanmeldung wegen drohender Zahlungsunfähigkeit unumgänglich sein, da anders als in den Vorjahren jetzt keine Barmittel aus dem Verkauf von Dauerkarten generiert werden können.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
12 Tage her
Reply to  nofan

Da wir ja kaum einen Kader haben für die kommende Saison, haben wir auch keine Zahlungsunfähigkeit. Die paar Spieler für die kommende Saison, die können wir aus den bestehenden Einnahmen decken… 😉

Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
12 Tage her
Reply to  Perlach60

Ich nehme an sehr stark! HI muss Geld nachlegen oder seine Kredite gehen im Insolvenzfall in Rauch auf. Das ist in der Wirtschaft schon ganz anderen Investoren passiert.

Fränkischerlöwe78
Gast
Fränkischerlöwe78 (@guest_46071)
11 Tage her
Reply to  Perlach60

Frage müsste sein, lässt es Hasan Ismaik zu die Insolvenz .
Da er am meisten verliert und der eV am meisten zu gewinnen hat , da sie mit der dritten und vierten an den Start gehen könnte .
In der Bayernliga Süd, da weiter oben nicht geht .
Selbst wen man den Kooperationsvertrag kündigt , hat Hasan Ismaik vorgesorgt für ein Jahr !!!

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
12 Tage her

Wenn man den angeblich erforderlichen Schuldenschnitt mal weglässt ein sehr informativer Artikel. Vielen Dank.

nofan
Gast
nofan (@guest_46039)
12 Tage her
Reply to  HHeinz

Wie sollen die rd. 60 Mio.€ Schulden anders als durch einen Schuldenschnitt ausgeglichen werden? Aus dem mickrigen Vermögen von 10 Mio. € ist das nicht möglich. Der defizitäre Cashflow ermöglicht auch keinen Kapitaldienst.

Solange der jordanische Verlustemacher keinen Forderungsverzicht ausspricht, bleibt die Bonität der TSV KGaA auf tiefstem Niveau.

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
12 Tage her
Reply to  nofan

Bei wem nimmt denn die TSV KGaA aktuell Kredite auf? Die Vorstellung dass man gerne eine bessere Bonität hätte, vermutlich nur um die KGaA wieder mit neuen Schulden vollpumpen zu können, jagt mir einen Schauer über den Rücken. Herr Ismaik ist Mehrheitseigentümer und Hauptgläubiger. Die Bonität spielt daher meiner Meinung nach nur eine untergeordnete Rolle. Den Schuldenschnitt möchte man doch nur damit ein weiterer Investor ein schöneres Leben bei uns hat und frisches Geld versenkt. Dieser Wunsch ist verständlich und nachvollziehbar, aber er löst nur wenig längerfristige Probleme. Wie Du selbst richtig festgestellt hast ist die Gesellschaft Cashflow negativ und… Read more »

nofan
Gast
nofan (@guest_46050)
12 Tage her
Reply to  HHeinz

Ihre Abneigung gegenüber der übermäßigen Darlehensaufnahme durch Fußballunternehmen teile ich. Als drohende Beispiele gelten für mich die sogenannten Traditionsvereine Schalke, HSV und Kaiserslautern. Deren Anspruch ist und war immer ein Bundesligist sein zu müssen und möglichst in der CL zu spielen. Was ist daraus geworden? Millionengräber. Eine entschuldete TSV KGaA sollte nach meiner Einschätzung nicht dazu dienen, in die alten Gewohnheiten eines Kreditjunkies zurück zu fallen und für die Begleichung laufender Kosten Darlehen aufzunehmen. Vielmehr hat die Entschuldung den Vorteil, dass der TSV KGaA keine Insolvenz mehr drohte. Zudem würden die Kosten entlastet, denn die jährlich neu aufzustellende positive Fortführungsprognose… Read more »

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
12 Tage her
Reply to  nofan

Das ist nicht falsch aber ehrlich man sollte meiner Meinung nach aufhören sich ständig darum zu sorgen ob Herr Ismaik noch ein paar Millionen auf der Seite hat, außer man ist selbst Multimillionär und kann sich die Empathie leisten.
Dem Herrn Ismaik gehören 60% der KGaA. Ich kannn null nachvollziehen warum man sich permanent darum bemüht für einen Multimillionär Geld heranzuschaffen, oder sich um irgendwelche Gutachterkosten Sorge zu machen. Wenn die Gesellschaft irgendwann kippen sollte wird Herr Ismaik sowieso behaupten dass die Misswirtschaft durch die Entscheidungen des e.V. verursacht wurde.

jürgen (@jr1860)
Leser
jürgen (@jr1860) (@jr1860)
12 Tage her
Reply to  HHeinz

Das finde ich einen sehr interessanten Aspekt…

Zumal ich mich sehr über den FB Post von HI gewundert hab ( sehr vorsichtig ausgedrückt), indem sinngemäß stand, dass er auch was macht, wenn der Rest alles gegeben hat…

#ohneHasan

nofan
Gast
nofan (@guest_46062)
12 Tage her
Reply to  HHeinz

Als Geschäftsführer eines Unternehmens, auch einer Fußball-KGaA, ist man schon dazu verpflichtet, sich darüber Gedanken zu machen, ob der oder die Gesellschafter solvent sind. Investoren, die kurz vor der Pleite stehen, stimmen in der Regel ihre Entscheidungen und Zahlungen auf den eigenen Geldbeutel ab. Deren Interesse an der positiven Entwicklung des Beteiligungsunternehmen geht nicht selten gegen Null. Abgesehen davon, dass sie die Blockadehaltung gerne hinter (sinnleeren) Phrasen verstecken, die sie als selbstlos Tätige darstellen sollen. Bei der TSV KGaA sollte man schon die Wirtschaftsprüfer-Honorare im Blick haben, denn dieses Geld fehlt für den Spielerkader. Zudem belasten die ganzen Schwierigkeiten, die… Read more »

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
12 Tage her
Reply to  nofan

So wie schon 2011. Aber nachdem Du ja „nofan“ bist musst Du ja gar nicht gute Ratschläge für uns verteilen.

Wenn die KGaA ein Laden wäre der finanziell auf soliden Beinen steht dann würde man auch seriöse Investoren finden.
Wir wollen immer möglichst seriöse Investoren finden, die soliden Beine vergessen wir dann aber in der Regel ganz schnell. Aber wir müssen uns gar nicht einig werden, die Mehrzahl der Fans dürfte es sehen wie Du. Schüttet man die KGaA erstmal mit Geld zu kommt die Vernunft von ganz alleine. Ich glaube nicht mehr daran.

Fränkischerlöwe78
Gast
Fränkischerlöwe78 (@guest_46072)
11 Tage her
Reply to  HHeinz

KGaA hat ähnliche Anzeichen wie Karstadt gehören beide eigentlich liquidiert da immer wieder gutes Geld verbrannt wird

nofan
Gast
nofan (@guest_46073)
11 Tage her
Reply to  HHeinz

Hinsichtlich der Vernunft bin ich nicht ganz so pessimistisch wie Sie. Wann hatte der TSV jemals ein Präsidium, welches nicht meinte jeden Tag aufs Neue in der Presse erscheinen zu müssen? Mir sind vom aktuellen Präsidium keine Verlautbarungen bekannt, unbedingt eine Zoo-Arena bauen zu müssen. Auch folgt das Präsidium um Robert Reisinger nicht dem jordanischen Verlustemacher und strebt den kreditfinanzierten Aufstieg in die Bundesliga an. Die Spiele gegen Barcelona waren zuletzt auch kein Thema mehr. Unter Ismaik wurden im Zeitraum 2011 bis 2016 im Durchschnitt jedes Jahr Verluste von 5,2 Mio. € verursacht. Und das, obwohl doch renditeträchtige Spiele in… Read more »

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
11 Tage her
Reply to  nofan

Wenn man das auf die reduzierten Umsätze runterrechnet landet man leider bei sehr ähnlichen Zahlen. Außerdem fließen 6-stellige Beträge vom e.V. in Bereiche welche vorher über die KGaA finanziert wurden (z.B. das Gehalt des NLZ Leiters). Jemand anderer zahlts sind typische „Sparmaßnahmen“ für Sechzig (prinzipiell hat das natürlich auch etwas Positives). Ein Forderungsverzicht ist immer schön für den Schuldner. Wenn man jemandem in der Kneipe das Angeschriebene erläßt kann man auch hoffen dass dieser zukünftig weniger trinkt. Sollte Herr Ismaik nicht mehr bereit oder in der Lage sein signifikante Geldbeiträge für seine Kapitalgesellschaft zu mobilisieren wird sich sowieso in absehbarer… Read more »

nofan
Gast
nofan (@guest_46079)
11 Tage her
Reply to  HHeinz

 HHeinz Mich hat aufs äußerste überrascht, dass 2017/18 nur ein Verlust von 1,7 Mio. € ausgewiesen wurde. Aufgrund der Kostenremanenz hätte ich mit einem weit höheren Defizit gerechnet. „Unter Kostenremanenz (englisch cost stickiness) versteht man in der Betriebswirtschaftslehre das Verhalten der Kosten, bei einem rückläufigen Beschäftigungsgrad (Umsatzerlöse) nicht im gleichen Maße zu sinken, mit dem sie zuvor bei steigender Beschäftigung gestiegen sind.“ Natürlich könnte die KGaA auch ein besseres Ergebnis erzielen, dann müsste aber das NLZ verkleinert werden. Zudem belastet die Ueberschuldung die Ertragssituation, denn wäre dies bereinigt, könnte als Drittligist auf einen Geschäftsführer verzichtet werden. Zudem wird man den… Read more »

Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
12 Tage her
Reply to  HHeinz

Ein Schuldenschnitt hätte zur Folge, dass die immer wieder zu erneuernde Fortführungsprognose nicht mehr weiter erforderlich wäre.

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
12 Tage her
Reply to  Serkan

Das ist eine Aussage welche pauschal meiner Meinung nach so nicht richtig ist. Die KGaA war nach der Übernahme von Herrn Ismaik auch kurze Zeit schuldenfrei.
Ich halte nichts davon sich immer nur Zeit zu kaufen um das „Jetzt“ ein wenig angenehmer zu gestalten. Das kann man aber gerne anders sehen.

Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
12 Tage her
Reply to  HHeinz

Dass es auch nach einer Entschuldung kein „weiter so“ geben kann, steht außer Frage.

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
12 Tage her
Reply to  Serkan

Die Forderungen liegen ja auf dem Tisch:
1860-Boss Günther Gorenzel: „Sechzig braucht ein Wumms-Paket “titelte die TZ neulich in einem Interview. Ich finde es immer gut an das Gute im Club zu glauben, aber ich habe es zu oft anders erlebt.

Wir haben ja aktuell sogar noch ein wenig Glück weil uns ein paar Ablösesummen zugeflogen sind. Ohne die müssten die Spieler vermutlich jetzt schon nackert auflaufen.

Last edited 12 Tage her by HHeinz
nofan
Gast
nofan (@guest_46063)
12 Tage her
Reply to  HHeinz

Wie Herr Ismaik bei Eintritt in die KGaA ausführte, will er einen finanziellen Erfolg seiner Beteiligung sehen. Der sportliche Erfolg (Bundesligaaufstieg) ist und war nur ein Vehikel für den Wertanstieg seiner Beteiligung.

Insoweit wurde jedes Jahr der Aufstieg als Ziel ausgegeben, kreditfinanziert. Das hat die Schulden bis zum 30. Juni 2017 auf mehr als 60 Millionen € ansteigen lassen.

münchen_west
Gast
münchen_west (@guest_46032)
12 Tage her

Der Kleingarten- und Kaninchenzüchterverein Hinterkleinhausen wird professioneller als bei 60 die KgAA und der e.V. geführt.
Es ist mir schleierhaft, warum weder RR oder/und HI keinen Profi wie Watzke, Eberl usw. verpflichten. Dass beide es zum Leidwesen von 60 auch nicht annähernd können haben sie ausreichend bewiesen

anteater
Leser
anteater (@anteater)
12 Tage her
Reply to  münchen_west

Der e.V. wird doch sehr gut geführt und steht finanziell sehr solide da. So gut wird der e.V. geführt, dass er die KGaA durch Übernahme weiterer Finanzierung des NLZ massiv finanziell entlastet.

Zu unserem Leidwesen erkennen das manche Genies nicht, obwohl das jetzt kein geheimes Wissen darstellt.

nofan
Gast
nofan (@guest_46040)
12 Tage her
Reply to  münchen_west

Wenn es ein Management a la Kleingarten- und Karnickelzüchterverein Hinterkleinhausen gibt, dann wohl nur bei der HAM International Limited in Dubai und den anderen Unternehmen, die dem jordanischen Verlustemacher Hasan Abdullah Mohamed Ismaik gehören. So soll er sein Vermögen um mehr als eine Milliarde $ verzwergt haben. https://www.ksta.de/sport/fussball/1860-investor-ismaik-buesst-eine-milliarde-dollar-ein-27805624 Soweit man es nachverfolgen kann, hat Ismaik wenigstens bei drei seiner Investments wohl nur Verluste hinterlassen: 1) Während seiner Zeit als Aufsichtsratsvorsitzender der TSV KGaA von 2011 bis 2018 hat er maßgeblich zu dem Anstieg der Verluste von rd 50 Millionen € beigetragen beigetragen, sodass der KGaA permanent die Insolvenz droht. 2) Vor… Read more »

nofan
Gast
nofan (@guest_46026)
12 Tage her

Vielen Dank für den sehr informativen Artikel. Wie äußert prekär die Situation der TSV KGaA ist, mit einer weiteren Kennzahl dargelegt: Zum 30. Juni 2018 hat die KGaA lediglich noch über ein äußerst bescheidenes Gesamt-Vermögen von rd. 10 Mio. € verfügt. An rückzahlungspflichtigen Schulden wurden ausgewiesen: ca. 27 Mio. Verbindlichkeiten und rd. 32 Mio. Genussrechtskapital-Verbindlichkeiten. Somit waren Netto-Verbindlichkeiten von ca. 49 Mio. € gegeben. Solide finanzierte Unternehmen weisen eher selten Netto-Verbindlichkeiten aus. Diese könnten rechnerisch aus ihrem Finanzvermögen die Verbindlichkeiten vollständig ausgleichen. Die mangelnde Bonität kommt auch dadurch zum Ausdruck, weil die TSV ein negatives EBITDA-Ergebnis (Cashflow) ausweist und somit… Read more »

anteater
Leser
anteater (@anteater)
12 Tage her

Die Geschäftsstelle als Sicherheit für die Bayerische. Das gefällt mir gut, denn im Falle einer Insolvenz ist sie damit schon mal quasi gerettet für z.B. einen Fortbestand ohne die überschuldete KGaA…

Loewen1860
Leser
Loewen1860 (@loewen1860)
13 Tage her

Die Nr 1 der Stadt sind wir – zumindest im Schulden machen!

Trotzdem werds uns Löwen auch in 160 Jahr no gebn (soferns bis dahin no Giasing gibt)

ELIL mit und ohne Schulden. 🍻

Eglinger Bua
Leser
Eglinger Bua (@eglingerbua)
13 Tage her

Danke für diese Zusammenfassung. Für mich war dieser Artikel hilfreich

United Sixties
Gast
United Sixties (@guest_46019)
13 Tage her

Danke für die Zusammenfassung. Wichtig wäre noch anzugeben, wer als Präsidium und im damaligen Aufsichtsrat 2001, 2006 , 2010 und 2011 mit verantwortlich war. Für eine vernünftige Löwenprofizukunft braucht es den Schuldenschnitt und eine stetig solide Saison- und Kaderplanung mit jungen hungrigen bayr. Talenten

Bine1860
Redakteur
Bine1860 (@bine1860)
13 Tage her

ergänzend möchte ich für die, die es noch nicht wissen, anmerken: Als man 2017 in die 4.Liga geschickt wurde und Ismaik keine Darlehen mehr geben wollte, hat Fauser bei der Bayerischen ein Darlehen genommen. Zur Sicherung der Lizenz. Als Sicherheit hatten die Löwen nichts zu bieten und man gab etwaige zukünftige Transfererlöse, toll von der Bayerischen, die das akzeptiert hat, keiner wusste ja, wann und wieviel das sein würde. Diese Darlehen steht seit 2017 in den Büchern und wurde 2019 tatsächlich gebraucht und wurde abgerufen, erneut um die Lizenz zu erhalten. Da es schon seit 2017 in den Büchern stand,… Read more »

Last edited 13 Tage her by Bine1860
Landshuter Löwe
Leser
Landshuter Löwe (@landshuter-loewe)
13 Tage her

Bei der Historie und bei den Zahlen grenzt es an ein Wunder, dass wir noch Profifußball sehen dürfen. Die Arbeit der Verantwortlichen in der Abstiegssaison ist nicht noch genug einzuschätzen.

Eglinger Bua
Leser
Eglinger Bua (@eglingerbua)
13 Tage her

Vielleicht wäre es trotzdem besser gewesen, damals den Gang in die Infantriestraße anzutreten.

Last edited 13 Tage her by Eglinger Bua
Landshuter Löwe
Leser
Landshuter Löwe (@landshuter-loewe)
13 Tage her
Reply to  Eglinger Bua

Damals war wohl die Gefahr, dass der e.V. mit in den Abgrund mitgerissen wird, zu groß.

BlueBerry
Gast
BlueBerry (@guest_46036)
12 Tage her

2011 ja, 2017 wäre es eine Option gewesen. Eine gute Option.

nofan
Gast
nofan (@guest_46052)
12 Tage her

 Landshuter Löwe
auch 2017 war es noch keine Option

nofan
Gast
nofan (@guest_46051)
12 Tage her
Reply to  Eglinger Bua

Wie bereits unten erläutert, hätte ein Insolvenzantrag der KGaA den Verein ebenfalls ruiniert. Das ist nach meinem Kenntnisstand ein Ueberbleibsel aus der Wildmoser-Zeit. Bei der Ausgründung des Profi-Fußballs in die KGaA wurde eine Vorschriften für die Gemeinnützigkeit eines Sportverein missachtet. Dieser Fehler konnte erst nach 2017 durch den Vizepräsidenten Schmidt bereinigt werden. Wäre das nicht möglich gewesen, hätte der Verein nicht vorhandene Millionen an das Finanzamt zahlen müssen.

Insoweit war eine Insolvenz der KGaA 2017 zwar wünschenswert aber äußerst kontraproduktiv.

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
12 Tage her
Reply to  nofan

Diese Aussage ist pauschal so meiner Meinung nach nicht korrekt. Die Probleme hätte es erst gegeben wenn nach einer Insolvenz das Immobilienvermögen an einen Dritten gegangen wäre (was ich für unwahrscheinlich gehalten hätte). Die Summe um die es da gegangen ist hätte auch niemals ausgereicht im den e.V. selbst in die Insolvenz zu schicken.
Letztendlich war da auch viel Propaganda dabei um die Investorenalternative durchzudrücken und möglichst wenig Nachfragen zu erzeugen. Hat funktioniert.

nofan
Gast
nofan (@guest_46064)
12 Tage her
Reply to  HHeinz

Meine Aussage ist pauschal so zutreffend.

Wenn es nicht gelungen wäre, die von der Steuerprüfung aufgeworfenen Beanstandungen zu bereinigen, hätte der TSV rückwirkend bis 2001 die Gemeinnützigkeit verloren.

Solch ein Szenario ist wenig spaßig und häufig Insolvenz treibend. Oder was glauben Sie, warum die Klärung Jahre bedufte? Wie wahrscheinlich ist es, dass der Vizepräsident und Steuerberater Schmidt sich von dem Investor hat blenden lassen?