Es ist ein herrliches Gefühl, 1860 München auf Platz 1 in der Dritten Liga zu sehen. Das Löwenrudel rund um Michael Köllner und Sascha Mölders erfüllt bislang sämtliche Erwartungen. Am kommenden Samstag gastiert Sechzig auswärts an der Ostseeküste bei Hansa Rostock. Von den Experten war Rostock im oberen Drittel der Tabelle erwartet worden, wo sich Hansa nach dem 4. Spieltag auch befindet. Das kommende Punktspiel ist somit ein Spitzenspiel und zugleich ein Härtetest für die gestiegenen Ambitionen im Löwenumfeld.

Spitzenspiel an der Ostsee am 5. Spieltag

Seit der Wiedervereinigung ist Münchens große Liebe in allen drei Profiligen immer wieder auf Hansa Rostock getroffen. Im Jahr 2004 endete nach 10 Jahren der bislang längste Aufenthalt der Löwen in der Bundesliga. Das Auswärtsspiel in Rostock nahm in der Abstiegssaison eine nicht gerade unbedeutende Rolle ein. Vor 16 Jahren traten die Löwen am 32. Spieltag in Rostock an. 1860 München stand zwar vor der Partie bereits auf einem Abstiegsplatz, jedoch betrug der Abstand auf Hertha BSC, Kaiserslautern, Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach lediglich ein bzw. zwei Punkte.

Fußballclub Hansa Rostock e.V.

In den Spielzeiten zuvor waren für 1860 München sehr namhafte Spieler aufgelaufen. Dazu gehörten der Torschützenkönig von der Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich Davor Suker, Welt- und Europameister Thomas Häßler sowie Martin Max, der sich im Trikot der Löwen in den Jahren 2000 und 2002 jeweils die Torjägerkanone gesichert hatte.

Mit allen drei Spielern hatte der damalige Präsident Karl-Heinz Wildmoser im Frühjahr 2003 die Verträge nicht verlängert. Insbesondere Icke Häßler und Martin Max hätten gerne noch eine weitere Saison für Sechzig gespielt. Anstatt weiter auf erfahrene Spieler zu setzen, sollte nun eine junge Generation um Benny Lauth, Andreas Görlitz, Matthias Lehmann und Daniel Baier für den erhofften Erfolg sorgen. Zum ersten Mal seit Jahren wurde vor Beginn einer neuen Spielzeit 1860 München bei den Fußballexperten wieder als möglicher Abstiegskandidat gehandelt.

In den ersten Spieltagen der Saison 2003/04 war von dieser pessimistischen Einschätzung erfreulicherweise nicht viel zu sehen, leider aber verpuffte der Schwung aus dem ersten Drittel der Saison. Nach den Turbulenzen, welche den gesamten Verein infolge des Rücktrittes von Karl-Heinz Wildmoser erschüttert hatten, stürzten die Löwen auf einen Abstiegsplatz.

Martin Max trifft gegen die Löwen

In der Woche vor dem Auswärtsspiel in der Hansestadt war Martin Max in den Medien eine vielgefragte Persönlichkeit. Im Sommer 2003 war Max wegen der verweigerten Vertragsverlängerung von der Grünwalder Straße an die Ostsee gewechselt. Im Trikot von Hansa Rostock spielte er anschließend eine weitere überragende Saison. Mit 20 Toren belegte Max am Ende der Saison den dritten Platz in der Torschützenliste hinter Ailton und Roy Makaay.

Zweifacher Torschützenkönig für 1860 München in der Bundesliga: Martin Max Foto (c) Tobnu

Die Frage, die sich im Vorfeld der anstehenden Partie natürlich alle stellten, war, ob Martin Max auch gegen seine ehemaligen Löwen treffen würde. Die Antwort wurde relativ schnell mit einem Ja beantwortet. Michi Hofmann machte nach 15 Minuten bei einem langen Ball eine unglückliche Figur, als er außerhalb des Strafraumes den Ball genau vor die Füße von Martin Max köpfte. Max hatte keinerlei Probleme, den Ball aus rund 22 Metern souverän ins leere Tor zu schießen. Früh musste also der ursprüngliche Spielplan verworfen werden und die Löwen entwickelten nach dem Rückstand auch Druck. Doch es mangelte den Löwen trotz des nicht abzusprechenden Bemühens an entscheidender Schlagkraft in der Offensive. Lediglich Roman Tyce und Paul Agostino prüften bis zur Halbzeit den Hansa-Keeper, weitere Gelegenheiten blieben Mangelware.

Das Ende von 10 Jahren Bundesliga

Unmittelbar nach Wiederanpfiff wurde Martin Max von Torben Hoffmann im Strafraum zu Fall gebracht und der Schiedsrichter zeigte zum Entsetzen des Löwenanhangs auf den Elfmeterpunkt. Der nächste ehemalige Löwenspieler, Rene Rydlewicz, erhöhte eiskalt auf 2:0. Bei den Löwen ging nun nichts mehr. Es wurden keine zwingenden Tormöglichkeiten mehr kreiert. Hansa Rostock kam in der Folgezeit gleich zu mehreren sehr guten Möglichkeiten, aber erst kurz vor Abpfiff erzielten die Rostocker mit dem 3:0 den letzten Treffer der Partie.

Nach dieser Auswärtsniederlage in Rostock hatte sich die Tabellensituation für Sechzig München dramatisch verschlechtert. Zwei Spieltage vor Schluss betrug der Rückstand auf das rettende Ufer bereits 4 Punkte. Im letzten Heimspiel der Saison gegen Hertha BSC schrieb Francis Kioyo dann Geschichte, als er kurz vor Schluss seinen berühmten Elfmeter links am Tor vorbeischoss.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Hombre248
Leser
Hombre248 (@hombre248)
5 Tage her

Das erste Jahr in der 2. Liga unter Lorant haben wir eine 4:0 Klatsche in Rostock bekommen, danach gings nur noch bergauf….mit Durchmarsch in die BL…Ja in Rostock waren oft denkwürdige Partien….Hoffe auf einen zählbaren Erfolg am Samstag…..am besten mit einem Sieg und abends dann ein unterhaltsamer TV Krimi München-Mord in Giesing….

Dennis Müller
Gast
Dennis Müller (@guest_51409)
5 Tage her

Bei dem Bericht wird man nostalgisch … will endlich wieder Bundesliga mit meinen Löwen sehen