Als Zwölfjähriger 1965 beim Derby

Reinhard Friedl ist langjähriger Fan des TSV 1860 München. Bereits vor dem Deutschen Meistertitel 1966 war er als Zwölfjähriger im Stadion. Zusammen mit seinem siebzehnjährigen Bruder machte er sich 1965 nach München auf. Vom Ammersee nach Giesing zum Derby zwischen den Löwen und dem FC Bayern. 43.000 Zuschauer waren dort. Die Löwen haben mit 1:0 gewonnen. Mit dem Zug waren sie gefahren, in einer überfüllten Straßenbahn am Nockherberg vorbei zum Stadion. Ohne Eltern und auf sich alleine gestellt. Das Erlebnis wird er nie vergessen.

Nun ist er ein wenig älter. Lebt mittlerweile in München. Er engagiert sich beim SC München im Amateurfußball. Und ist immer noch ein Löwe. Das wird sich auch nicht ändern.

Reinhard Friedl ist Mitglied im TSV München von 1860 e.v. und auch in der Löwenheimat Giesing e.V. – das Löwenmagazin.

Fachmann für Bilanzen

Friedl kennt sich vor allem mit Zahlen aus. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Bilanzen. Sein Blick als Fan gilt natürlich vor allem auch den Finanzen bei der TSV München von 1860 GmbHJ & Co. KGaA.

Die nächsten drei Monate hält er für sehr entscheidend für die Zukunft des Klubs. Das Gutachten für die Fortführungsprognose, die der temporäre Geschäftsführer Markus Fauser erstellt hat, läuft zum Ende der Saison 2018/19 aus. Zudem sollen laut Friedl 14,6 Millionen Euro an Darlehen fällig werden. Diese sind bis zum 30. Juni 2019 gestundet.

Besteht Gefahr für einen Konkurs der KGaA? Es muss eine Lösung her. Ansonsten droht über der Geschäftsführung das Damoklesschwert der Insolvenzverschleppung, so Friedl gegenüber dem Löwenmagazin. Friedl sieht daher die Gefahr eines Konkurses der KGaA zum 30. Juni 2019 als durchaus möglich an. Und nennt drei Varianten.

Variante 1

Kein klar definierter Plan für die TSV München von 1860 GmbH & Co. KgaA

Eine Option: Man „wurstelt“ weiterhin vor sich hin. Allerdings sieht Friedl dann durchaus die Möglichkeit, dass irgendwann die Behörden einschreiten könnten. Wegen Konkursverschleppung. Das wäre ein denkbar schlechter Weg.

Variante 2

Konkurs der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA

Friedl sieht die Gefahr eines Konkurses der KGaA zum 30. Juni 2019 als durchaus möglich an. Das wäre eine der möglichen Konsequenzen oder Optionen. Je nachdem wie man es sieht. Dem Klub würde man mit sofortiger Wirkung 9 Punkte abziehen. Den Konkurs müsste die aktuelle Geschäftsführung beantragen.

Dazu: 1860-Vize-Präsident Heinz Schmidt äußert sich zur Insolvenzgefahr

Variante 3

HAM International verkauft die Anteile an der KGaA an andere Investoren

Abgewendet werden könnten die beiden ersten Varianten seiner Meinung nach, wenn Ismaik seine Beteiligung und die Genussscheine, sowie Forderungen an andere Investoren für 12 – 17 Mio € verkaufen würde.

Wie er zu dieser Summe kommt?

Ismaik hatte bei seinem Einstieg bei der KGaA im Jahr 2011 ca. 18 Mio investiert. Dies waren für 60% Anteil am gezeichneten Kapital 4 Mio € und für eine Kapitalrücklage nochmals 9,1 Mio €. Weitere Darlehen wurden von 5 Mio € gewährt. Zu diesen Anfangsinvestitionen kamen weitere Millionen im Laufe der Jahre hinzu. Und diese 70 – 80 Mio € möchte Ismaik, sofern ein neuer Investor ihn ablösen würde. Doch dies wird niemand bereit sein zu zahlen.

Ein realistischer Preis wären wohl zwischen 12 – 17 Mio €, die ein Investor oder eine Investorengruppe bereit wäre für ein überschuldetes Unternehmen zu zahlen. Das Einzige, was wohl noch etwas werthaltig (ca. 5 Mio €) in der Bilanz steht, sind die Gebäude an der Grünwalder Straße, die allerdings auf einem Erbpachtgrundstück stehen. Ansonsten weist die Bilanz zum 30. Juni 2017 einen Fehlbetrag von 19,8 Mio € aus. Dies bedeutet, dass trotz der bisherigen Genussscheine (in Höhe von 27,2 Mio €) ein Fehlbetrag von 19,8 Mio € besteht, der nicht durch Eigenkapital gedeckt ist.

Die Bilanz zum 30. Juni 2018 wird wohl noch einen höheren Fehlbetrag ausweisen. Sie ist noch nicht veröffentlicht.

Variante 4

Alle Forderung von HAM International in Genussscheine umwandeln

Der vierte Ausweg wäre für Friedl, wenn HAM International seine gesamten Forderungen in Genussscheine umwandeln würde. Die würden dann als Eigenkapital zählen und damit auch am Verlust beteiligt sein.

Hasan Ismaik sollte zudem die TSV 1860 Merchandising GmbH in die KGaA zurück geben. „Damit diese dann eine weitere Möglichkeit hat, Einnahmen zu generieren. Das wäre für die Gesundung von enormer Bedeutung.“

Für Friedl wäre diese 4. Variante die Wünschenswerteste, damit 1860 mit Ismaik den Profibereich wieder auf gesunde Füße stellen könnte.

Bisher war das Problem bei 1860 für ihn, dass immer Verträge in höchster Not abgeschlossen wurden und dabei jemand 1860 die Pistole auf die Brust setzte. Heute sieht er mit dem derzeitigen Präsidium um Robert Reisinger eine Truppe, die sich nicht treiben lässt. Er ist zuversichtlich, dass dieses Präsidium die möglichen Szenarien schon längst ausgelotet hat und entsprechend für den 30. Juni 2019 gerüstet ist.

Anmerkung des Löwenmagazins:

Wir stellen die Aussagen und die Varianten lediglich zur Diskussion. Eine weitere Recherche für diese Varianten gibt es bislang nicht. Wir werden aber sicherlich einige Punkte noch näher erörtern.

Bitte Anmelden um zu kommentieren
- Werbung unseres Partners -
avatar
  
smilewinklolsadballlionpretzelbeerstadiumlinkrollingheartzzzpolice
 
 
 
10 Kommentar Themen
38 Themen Antworten
1 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
18 Kommentatoren
KevinbluwetwchrisSerkanjürgen (jr1860) Letzte Kommentartoren

  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
anteater
Leser

Variante 5:

Herr Ismaik schreibt die Genussscheine und Darlehen ab, seine Anteile werden an z.B. die Vereinsmitglieder verkauft. 12-17 Millionen Euro? Der Einfachheit halber mit 20.000 Mitgliedern gerechnet wären das 600 bis 850 Euro pro Nase. Hat wahrscheinlich nicht ein/e jede/r übrig, manche könnten dafür zwei Stück Anteile kaufen. Dann hätten wir Freiheit für Sechzig.

Peter Loewe
Leser

Sorry, aber sehr unrealistisch! Das fällt vielen mit ihrem Geld (erst mal so viel übrig haben) was Besseres ein, als in einen Verein einzuzahlen, dessen Existenz (und damit auch die Einlage) ständig auf dem Spiel steht…

L.A.
Gast
L.A.

Ich finde es durchaus realistisch würde man zumindest soviele Anteile erwerben das es für die Eigenständigkeit reicht sprich 11 Prozent + X . Bestes Beispiel wie es funktionieren könnte ist der in Manchester gegründete Supporter trust . Man gründet einen Verein deren Mitglieder das Ziel haben Anteile der KGaA zu erwerben sollte es soweit sein das Ismaik verkaufen möchte wird anschließend eine sagen wir „Firma“ oder „Genossenschaft“ gegründet deren Mitglieder dann Anteile erwerben können sagen wir pro Anteil zu je 200 Euro . Mit diesem eingesammelten Geld kauft man dann eben die nötigen Anteile zurück. Das wäre eventuell eine Möglichkeit.

jürgen (jr1860)
Gast
jürgen (jr1860)

…das hab ich mir auch mal durch den Kopf gehen lassen und fand das Ganze (11 Prozent +x) eigentlich nicht unrealistisch. Streubesitz wäre auch für die KGaA gut. NUR glaube ich nicht, dass Herr Ismaik verkauft… und das ist die Grundvoraussetzung. Da müsste ihm das Wasser schon sehr bis zum Hals stehen

Ich wäre sofort dabei ! lion

ELiL

L.A.
Gast
L.A.

Lieber für den Fall der Fälle gerüstet sein als das dann wieder so ein dubioser Geschäftsman kommt . Irgendwann wird er verkaufen Jürgen.

jürgen (jr1860)
Leser

I hope so 😎
Aber jetzt Geld sammeln und nicht wissen wann (Und ob) es gebraucht wird, wird fast keiner mitmachen…
Und mit Absichtserklärungen ist’s ja auch so ne Sache… da wird sich ein Teil nicht dran erinnern und ein Teil wird zum Zeitpunkt x nicht flüssig sein.

Nichtsdestotrotz, wenn jemand da ne Idee hat, so was vorbereitend in die Wege zu leiten, wäre ich sofort dabei 😁

L.A.
Gast
L.A.

Das Geld wird ja erst eingesammelt bzw. die Genossenschaft- oder Firma gegründet sollten die Anteile zum Verkauf stehen also nicht schon vorher. Davor sollte ein Sammelbecken für unterstützter und Sympathisanten geschaffen werden die bereit wären eben Anteile zu kaufen eben am besten einen eigenen Verein gründen . Der dabei auch alles vorbereitet werden um diese Firma kurzerhand zu Gründen eine Rechtliche Grundlage zugeben usw.

jürgen (jr1860)
Leser

Bin da gerne dabei….
Aber wir bräuchten da auch die passenden Fachleute
Würde damit eher heute als morgen starten wollen…

Let’s do it 🦁

Banana Joe
Leser

Das haust zu Bondora Go & Grow rein und kassierst flockige 6,75 % p.a. smile

jürgen (jr1860)
Leser

Grins…
Da brauchst aber nen guten Investmentberater…
Bin nur ITler…

Buergermeister
Leser

Einen erzwungenen Konkurs kann es ja nicht geben. Im Notfall wird HI dann wieder bezahlen. Kann eine Firma dann einen Kredit ablehnen um absichtlich zahlungsunfähig zu sein?

Serkan
Leser

Nein, das kann sie ziemlich sicher nicht. Zumindest nicht vom Gesellschafter. Wenn ein Gesellschafter einen Kredit zur Verfügung stellen will, um eine Insolvenz zu vermeiden, kann das kaum verhindert werden. Das absichtliche Herbeiführen einer Zahlungsunfähigkeit würde schadenersatzpflichtig machen.

tomandcherry
Leser

Schon der pure Wahnsinn, welchen Schuldenberg 60 seit dem Einstieg „des größten Löwenfans aller Zeiten“ angehäuft hat und man trotzdem eine Liga unter derjenigen spielen muss, in der sich die erste Mannschaft befand, als unser „großzügiger Geldgeber“ erstmals auf den Plan trat.

Eigentlich müsste man lauthals lachen, wenn das alles nicht so unendlich traurig wäre.

Ob HI jemals von sich aus die grundsätzliche Bereitschaft erkennen lässt seine Anteile zum „Schleuderpreis“ herzugeben? Ich hab‘ da meine Zweifel.

Dass es aber auch nicht so weitergehen darf, dass jede Saison neue Darlehen aufgenommen, bestehende gestundet oder in Genußscheine (ich kann dieses Wort nicht mehr hören…) gewandelt werden, sollte mittlerweile jeder halbwegs vernünftige Löwen-Fan verstanden haben.

Die Hoffnungen auf Investoren, die möglicherweise regional verwurzelt sind und bereit wären, HI seine Anteile für einen angemessenen Preis abzukaufen, teile ich übrigens gar nicht.

Die von unserem geschätzten „Banana Joe“ genannten Herrschaften Mey, Quandt oder Porsche haben ganz sicher weder Geld zu verschenken, noch sind sie aus purer 1860 München-Begeisterung dazu bereit, viel Geld ohne Aussicht auf mittel- oder langfristigen Ertrag in einen überschuldeten Verein und die KGaA zu investieren.

Entschuldigung, aber nicht jeder vermögende und am Profi-Fußball interessierte Geldgeber geht dieses Thema so blauäugig und vollkommen beratungsresistent an, wie HI in den mittlerweile neun (?) Jahren seit seinem Einstieg.

Auch ist keineswegs sicher, dass ein neuer Investor anstelle des Herrn HI sich mit den bestehenden Gegebenheiten, also u.a. den aktuell Verantwortlichen arrangieren möchte.

Evtl. vertritt er/sie die Meinung „Wer zahlt, schafft an“ und möchte entsprechende Einflußmöglichkeiten durch Personal sicherstellen, die eine andere Linie fahren wollen, als die e.V.-Seite?

Unter dem Strich ist es fast schon wie die berühmte Wahl zwischen Pest und Cholera.

Eine Insolvenz würde ich unter heutigen Gesichtspunkten keinesfalls befürworten, halte sie jedoch nach Lektüre des obigen Artikels auch nicht mehr für gänzlich ausgeschlossen.

Bine1860
Leser

Das ganz traurige ist, dass es noch genügend Fans gibt, die tatsächlich nochmal weitere Darlehen in Kauf nehmen wollen um nicht für immer in Liga 3 oder 4 zu bleiben. Ich kanns einfach nicht verstehen.

anteater
Leser

Das dürfte eine Minderheit sein. So wie es auch Leute gibt, die glauben, dass Elvis noch immer lebt.

twchris
Leser

Leider nein, erst am Dienstag dazu eine Diskussion geführt.

„Er soll halt nochmal ein paar Millionen rüberwachsen lassen, dann wird das schon! Und einen Satz weiter, der eV war ja Schuld an dem Absturz in Liga 4“

Da helfen auch keine Argumente mehr. Ich bin dann echt sprach- und wortlos gegangen.

Banana Joe
Leser

Wenn der richtige Mann mit dem nötigen Kleingeld am Steuer sitzt und allerseits respektiert wird, sich wie ein Mateschitz im Hintergrund hält und die sportliche Leitung mit Augenmaß machen lässt, dann stellt sich der sportliche und wirtschaftliche Erfolg schon ein. Heißt ja nicht, dass einer der genannten Herren mal 50 Mio. investieren soll alá Leipzsch, nein ganz und gar nicht, aber alle von mir genannten Herrschaften haben ein durchaus großes Netzwerk, in dem sich sicher der ein oder andere Sponsor hervor täte und die Finanzierung der jeweils laufenden Saison sichergestellt ist. Auch seitens des eV wäre doch genau das gewünscht, halt alles ohne weitere Verschuldung. Halte ich durchaus für möglich, dass genau das der Weg des „Erfolges“ sein könnte… hätten wir nicht einen arabischen Blockierer und seinen rundlichen schreibenden Heckenschützen.

tomandcherry
Leser

@Banana Joe

„Wenn der richtige Mann mit dem nötigen Kleingeld…“

Da schreibst Du es gleich in Deinem ersten Satz. WENN und RICHTIGE MANN (bzw. Frau, Unternehmen).

Wie soll man denn VOR einer möglichen Entscheidung zweifelsfrei feststellen, ob es sich um den/die Richtige(n) handelt?

Bei Ismaik’s Einstieg konnte sich doch auch niemand vorstellen, was wir jahrelang mit ihm und seiner Großzügigkeit in puncto Darlehen/Genußscheine erleben – nein: erleiden! – müssen?

„…aber alle von mir genannten Herrschaften haben ein durchaus großes Netzwerk,…“

Du vermittelst den Eindruck, als sei das alles überhaupt kein Problem und man müsste HI lediglich den Verkauf schmackhaft machen, weil x potentielle Nachfolger bereits mit den Hufen scharren würden.

Entschuldige, B-Joe, aber das sehe ich halt nicht mal ansatzweise.

Alleine die Interviews mit diesem Herrn Mey von Webasto haben ein mehr als zwiespältiges Gefühl bei mir hinterlassen. Also von einem finanziell potenten Geldgeber, der plötzlich sein Herz für 1860 München entdeckt hat und ausschließlich Gutes tun möchte, ist auch er weit entfernt.

Und ob Quandt, Porsche… zweistellige Millionensummen in ein „Fass ohne Boden“ im Haifischbecken Profi-Fußball riskieren wollen, das bleibt abzuwarten.

Speziell Quandt verbinde ich mit BMW und in Zusammenhang mit diesem Autobauer geht das Gerücht, dass man Audi als FCB-Anteilseigner ablösen möchte. Dort wird dann sehr wahrscheinlich eine wesentlich höhere Summe mit geringerem Risiko als bei 60 eingesetzt.

Ob Profifußball ohne Verschuldung in Deutschland überhaupt möglich sein könnte, speziell bei Vereinen mit „chronischer Verschwenderitis“ wie 60 es zweifellos war, ist m.M. nach relativ unwahrscheinlich.

Selbst die Seitenstraßler werden in den nächsten Monaten sehr, sehr viel Geld benötigen, um ihren international nicht mehr wettbewerbsfähigen Kader aufzufrischen.

Das berühmte Festgeldkonto der Steuerhinterzieher- und Uhrenschmuggler AG wird schon sehr bald durch ein Darlehenskonto abgelöst werden. wink

Banana Joe
Leser

Du machst den gleichen Fehler, wie der Griss, Quandt ≠ BMW! Das eine ist der Weltkonzern, der natürlich scharf auf den FCB sein muss, Premium-Markenimage und so, das andere ist der Privatmann, der an unzähligen weiteren Unternehmen beteiligt ist und die gesamte Familie ein Milliardenvermögen besitzt. Der würde doch den TSV inkl. Trainingsgelände und GWS aus der Portokasse bezahlen. Naja zumindest könnte er sich es leisten, ob er es täte, ist was ganz anderes.

Mir und ich denke auch den meisten Löwen wäre es egal, was der Konzern BMW treibt und wieviel sie den Knastbrüdern von der Seitenstraße in den gierigen Rachen stopfen. Wenn ein Hauptaktionär eines großen Konzerns privat hier Investor spielen möchte, bitte gerne. Und jemand in München verwurzelt, Fan des Vereins, der das Umfeld kennt und was in München halt so abgeht ist mir wesentlich lieber als irgendein Wüstensohn ohne Bezug zu Verein, Fans und Stadt, der nix von Fußball versteht und eigentlich nur wirtschaftlich in Deutschland Fuß fassen wollte. Aber sind Träumereien.

Über Mey brauchen wir nicht reden, das war seltsam, als der plötzlich aufgetaucht ist und auf dem Facebook Profil ein FCB Foto hatte. Ich glaub, der hätte hier auch keinen sooo leichten Stand.

Aber solange Hasibärchen hier noch rumbockt, brauchen wir eh über nix reden.

Blaublut
Leser

Ein großes Dankeschön für diesen sehr fundiert erscheinenden Beitrag. Ich selbst kann da inhaltlich nicht mitreden. Zu den Varianten: ich bin seit jeher für einen Neustart mit geordneter Insolvenz. Wenn wir das damals anstelle des Einstiegs eines Investors gemacht hätten, wären wir heute auch mindestens da, wo wir jetzt stehen. Und zwar mit dem Vorteil, dass wir unabhängig und Herr im eigenen Haus wären. In der aktuellen Situation sehe ich es aber ähnlich wir Jürgen. Variante 3 hätte auch Charme und würde ebenfalls einen vernünftigen Neustart ermöglichen. Nur erscheint mir das bei dem guten HI reine Träumerei. Dieser Mann ist nicht mit Vernunft, Logik und Fairness gesegnet. Geschweige denn, dass er irgendeine Sensibilität für das Wohl des Vereins/Unternehmens hat. Das ist eben unser Dilemma.

Banana Joe
Leser

Mir wäre auch der Verkauf an eine andere Investorengruppe (oder Einzelinvestor) lieber, sofern dieser zu 60 passt. Namen wurden ja genug spekuliert, Mey, Quandt, Porsche, ja sogar Magath oder Lehmann wurden gehandelt. Einige dieser Personen haben durchaus eine enge Bindung zum TSV 1860, was die perfekten Voraussetzungen für eine lange und glückliche Löwenzukunft wären, andere hätten das Know-How und eventuelle starke Partner in der Hinterhand.

Das schlimmste wäre allerdings ein chinesisches Konsortium, ein anderer Scheich oder russischer Oligarch, für die dieser Verein nur ein Renditeobjekt oder noch schlimmer, ein Spielzeug wäre.

Insolvenz darf eigentlich nicht die Lösung sein, weil dann ALLES auf dem Spiel steht. Es sollte aber die letzte Möglichkeit sein, sollte es weiterhin Erpressungen und Mobbing seitens der Hauptanteilseignerseite geben. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Mit Ismaik kann und wird es nicht mehr bergauf gehen, da ist zu viel vorgefallen in den letzten Jahren, so dass man noch Vertrauen haben könnte. Ja, durchaus auch von eV Seite. Aber Ismaik konnte ja nicht mal mehr mit seiner eigenen Verwandschaft, hat unzählige Präsidenten, Trainer, Sportdirektoren, Geschäftsführer und Berater verschlissen. Ne der Zug is abgefahren.

Erwin der Löwe
Leser

Vielen Dank für das sachliche Aufzeigen verschiedener Möglichkeiten wie es mit 60 weitergehen könnte.

Peter Loewe
Leser

Gefühlt würde ich zu Var. 3 oder 4 tendieren.
Bitte keine Insolvenz, denn dann ist erst mal alles weg, Spieler, Trainer, Gelände, Gebäude – inklusive Punkteverlust und u.U,. sogar Zwangsabstieg. Wer weiß, ob es überhaupt noch weitergeht mit diesem Verein bzw. genauer gesagt, mit der Profimannschaft des Vereins.

anteater
Leser

Deshalb hätte ich es gerne gesehen, dass die U21 (und U19) wieder auf den e.V. läuft. Dann hätten wir wenigstens eine Mannschaft in der Fünftklassigkeit. Aktuell wäre die ja auch Insolvenzmasse.

unvoreingenommen
Gast
unvoreingenommen

Die Bilanz zum 30.6.2018 wird wohl noch einen höheren Fehlbetrag ausweisen. Sie ist noch nicht veröffentlicht.
Und genau da frag ich mich, wie soll ein gesundschrumpfen ( Konsolidierungskurs) funktionieren.
Volles Haus 12500 in der RL, sehr günstiger Kader, Infront 4 Mio, Bayrische 1 Mio. keine neuen Darlehn, alte Darlehn inkl. Zinsen gestundet und dennoch höherer Fehlbetrag in 2018.
Auch für die Bilanz 2019 erwarte ich einen Fehlbetrag, wie also bitte soll es funktionieren.
Variante 1 und 2 wären mM nach der Tod der Profimannschaft.
Variante 3 und 4 wird Ismaik nicht annehmen.
Variante 5 mit einem Kader um die 5 Mio ( 2 Mio Genussscheine von Ismaik ) eine 2 Ligataugliche Mannschaft formen, (was ich Biro zutraue ) 2020 oder 2021 aufstieg in die 2te Liga und dort Konsolidierungskurs einleiten.

jürgen (jr1860)
Leser

Bis da muss aber dann auch die Stadionproblematik geklärt sein…
Hab eigentlich keine Lust die Löwen in Haching spielen zu sehen (auch wenns von daheim näher wäre)

unvoreingenommen
Gast
unvoreingenommen

Ingolstadt, Regensburg und wenn es wirklich nicht anders geht Augsburg

fmod
Gast
fmod

Variante 5, also den Aufstieg erkaufen hat in der 2. Liga ja schon wunderbar funktioniert. Abstieg plus Aktion „4“. Die Millionen die man mehr durch Fernsehgelder einnimmt in der 2. Liga würden doch wieder mit vollen Händen beim Fenster raus geworfen werden. Der Umsatz würde steigen – die Probleme wären die selben. Wenn man sich konsolidieren und ehrlich wirtschaften will, macht man das ligaunabhängig.

unvoreingenommen
Gast
unvoreingenommen

Liga unabhängig mit 20 Mio Schulden?
Festgeschriebene 30 Prozent des Umsatzes für den Kader und schon kann man keinen 20 Mio Kader aufbauen.
Alles wäre so einfach wenn man es wirklich wollte

anteater
Leser

Nein, bitte keine weiteren Genussscheine.

bluwe
Leser

Ich glaubs ned Konsolidierungskurs in Liga 2 !!?!?! Sechzig hat diese Erfahrung Liga 2 gemacht und was wurde hier konsolidiert?
Weißt du was dann kommt? Noch mehr Geld in die Hand nehmen um in Liga 1 zu kommen, weil da können wir uns viel besser konsolidieren…
Das ist noch lange nicht das Ende der Spirale!

Aber kommt dir das Ganze nicht bekannt vor?
Insbesondere wenn ein Aufstieg nicht klappt – dann mit noch mehr Schulden in der unteren Liga bleiben?
Weißt ja wie sowas ausgeht…

Wie es geht hat der komische Verein aus Regensburg deutlich vorgemacht und Osnabrück machts mit „Sparkurs“ aktuell nach.

unvoreingenommen
Gast
unvoreingenommen

Genau das “ we go to the top“ ist der falsche Weg. Wirtschaftliche Vernunft von beiden Seiten (ohne Liga 1 mit allen Mitteln) ist m.M nach der Weg der uns von Ismaik befreit. Der Sparkurs in Liga 3 ist wirtschaftlich unvernünftig.
In Liga 2 wäre es genau der Kurs der 60 auf lange Sicht befreien würde.
Lange Sicht = 10 Jahre 2te Liga mit wirtschaftlicher Vernunft ( z.B max 30 Prozent des Umsatzes für den Kader ) da ist dann die sportl. Leitung gefragt und nicht der Investor oder der Präsident.
10.000.000 € Umsatz in Liga 3
30.000.000 € Umsatz in Liga 2 ( Quelle Bilanz 2016 )
10.000.000 € Umsatz laut Scharold in Liga 3 + garantierte 10.000.000 € Fernsehgelder in Liga 2, davon 30 Prozent = 6.600.000€ für den Kader
ohne neue Schulden oder Genussscheine

jürgen (jr1860)
Leser

dann fang ich Mal an…

vielen Dank an Reinhard für die Analyse, da fehlt mir selber der (finanzielle) Weitblick…

Ich persönlich würde die Variante 3 (Ismaik verkauft seine Anteile) bevorzugen. Dies sollte bestenfalls an mehrere Investoren (oder Investorengemeinschaft) geschehen, damit man nicht von der Tagesverfassung eines Einzelnen abhängig ist (siehe auch Kind und Kühne). Dies mit einem Businessplan und dem Wissen, dass das auch Verluste mit sich bringt (sie Dose Leipzig).

Ansonsten Konkurs und wieder (ohne Schuldenbelastung) von vorne anfangen. Ist nur die Frage was da dann auch mit den Bach runtergeht (Trainingsgelände?) und zwingt dann in mittelfristiger Zukunft zu kleinen Brötchen…

anteater
Leser

Für den Falle einer Insolvenz wären wohl die Verantwortlichen beim e.V. gefragt, mit der Stadt vorher Vereinbarungen bezüglich der Geländenutzung zu treffen. Ob das so möglich ist und ob das dann auch geheim bliebe, bis der Fall eintritt, ich weiß es nicht.

unvoreingenommen
Gast
unvoreingenommen

Ich weiß es nicht!!! Keiner von uns Fans weiß was dann passiert, aber immer schön die Insolvenz beführworten weil das alle Schulden tilgt und Ismaik vielleicht , aber nur vielleicht Geschichte ist. Hoppenantrag hat ja auch super geklappt.
Grosses Kino, aber nicht für mich.

tomandcherry
Leser

unvoreingenommen

Da hast Du vollkommen Recht.

Was sich manche unter „Insolvenz“ und danach beginnt für 60 München die „goldene Zeit in der Milch und Honig fließen“ vorstellen, spottet wirklich jeder Beschreibung.

Eine Insolvenz KANN eine Grundlage für einen Neustart sein, muss es aber nicht.

Ich sehe bei weitem mehr Probleme auf 60 durch eine Insolvenz zukommen, als lediglich „Dann fangen wir halt in der 5. Liga vollkommen neu an.“

Da wäre es mir tatsächlich wesentlich lieber, man könnte zukünftig vernünftig mit HI zusammenarbeiten, wobei ich die Chancen, dass das wirklich so kommen sollte, tendenziell eher bei Null sehe.

Kevin
Leser

Ich glaube nicht, dass die erste Mannschaft von 60 niedriger als Regionalliga eingestuft werden würde. Die (zumindest anfangs) zu erwartenden Auswärtsfans würden die Vereine vor zu große Probleme stellen.

Aber: Mit Übertragung der U21 in den e.V. und Fanartikeleinnahmen hätten wir eines der höchsten Budgets der 3. Liga. 60 hat eine gute Stadionauslastung, meines Wissens die besten Sponsorenverträge und eine attraktive Stadt, mit der man auch den ein oder anderen Spieler locken kann. Es muss doch möglich sein, in der Liga eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen.

 - Werbung unseres Partners -