Dank Hubert Pöllmann ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Dokumentarfilm über den TSV 1860 München in den Kinos vorgeführt wird. Bereits im Jahr 2011 brachte der Independent-Filmemacher mit „Männer am Wochenende. Von Frauen und Löwen“ zum ersten Mal die Löwen auf die große Leinwand oder besser gesagt die Löwen-Fans. Nach einer längeren Pause folgte im Jahr 2018 „Ein Leben ohne 60 ist möglich – aber wozu?“. Wie bereits im Erstlingswerk vermischte Pöllmann auch im zweiten Film bewusst Fiktion und Realität, fügt Interviews und Bildern tatsächlicher Ereignisse rund um den TSV 1860 zwischen seine eigenwilligen Spielszenen. Dabei ist Pöllmann in seinen Werken immer ganz nah dran am Lebensgefühl eines echten Blauen zwischen tiefer Verzweiflung und großer Euphorie.

„Was wäre 60 ohne seine Fans?“

Nun kommt sein drittes Werk raus, das den Titel „Was wäre 60 ohne seine Fans? Ein ganz normaler Verein“ trägt. Geplant vor der Pandemie und mittendrin gefilmt, ist erneut ein Werk entstanden, das die aktuelle Lage des TSV 1860 München und die Herausforderungen mit denen der Verein umgehen muss, deutlich macht. Ursprünglich sollte der Inhalt ein anderer werden, denn auch diesmal waren fiktive Spielfilmszenen geplant, die jedoch so nicht mehr gefilmt werden konnten. Kein Grund für Pöllmann, von seinem Vorhaben Abstand zu nehmen und auf „bessere Zeiten“ zu warten. Dann wird eben umdisponiert.

In „Was wäre 60 ohne seine Fans?“ ist auch diesmal das Augenmerk auf Interviews gelegt. So redet Pöllmann mit Reinhard Friedl über die finanzielle Lage beim TSV 1860 München und über den Investor Hasan Ismaik. Robert Reisinger erklärt die Lage des e.V.‘s in Zeiten von COVID19 und schneidet das Thema Stadionumbau oder auch Bau der neuen Halle an. Beim Sebastian Weber erkundigt sich Pöllman über die Aufgaben der Fanbetreuung bei der KGaA und redet über Pyrotechnik. Josef Wieser berichtet über die Unternehmer für Sechzig und beim ehemaligen Löwen-Spieler Erkan Atilgan wird über seine Zeit beim TSV 1860 und in den alten Zeiten geschwelgt. Und wer jetzt den Fan vermisst, hat nichts zu befürchten, denn der Löwen-Fan ist nicht zu kurz gekommen. In vielen Einblendungen, kommen die Fans selber zu Wort und schildern ihre Liebe und Leidenschaft zu Sechzig. Darüber hinaus war Pöllman bei der Gründung eines Fanclubs in Coburg dabei und zeigt im Film nähere Eindrücke von der Veranstaltung.

Pöllman beschreibt die Dokumentation als einen „Film von Fans, die Herzblut-Löwen sind und auch hinterfragen. Ich wollte sehen, ob der Verein in Krisenzeiten zusammenhält und zeigen, dass die Fans zu dem Verein stehen“, so Pöllmann. „Der Film soll den Fans aber auch eine Diskussionsgrundlage geben“. Was er sich für den Film wünscht, wird sich in nächster Zeit leider nicht erfüllen lassen. Denn der Plan, sich diesen gemeinsam mit den Fanclubs anzusehen, kann im Moment nicht umgesetzt werden. Die geplante Kino-Prämiere im ARRI oder die Vorführungen in Poing, Starnberg oder Gauting, die im November und Dezember stattgefunden hätten, sind aus aktuellen Gründen nicht möglich. Und so wird erneut umdisponiert.

Online-Streaming und DVD

„Was wäre 60 ohne seine Fans?“ wird nun Anfang Dezember – im Moment ist der 08.12.2020 geplant – gegen Bezahlung über ein Online-Streaming-Dienst zur Verfügung gestellt. In der Winterpause wird es die Dokumentation auch auf DVD geben. Und wenn das Leben wieder in die Normalität zurückgefunden hat, steht Vorführungen im Kino wie auch bei den Fanclubs nichts mehr im Wege.

Der Trailer zeigt einen kleinen Eindruck, was die Fans zu erwarten haben.

Trailer

Link zu Youtube: https://youtu.be/c2c4IXEpYuw

Natürlich wird auch dieses Mal der Erlös für gemeinnützige Zwecke genutzt und wird zum Teil an in Not geratene Löwen-Fans gehen.

Was man an dieser Stelle noch sagen kann, ist, dass man weiterhin gespannt sein kann, was von Hubert Pöllmann in Zukunft noch kommt. Als wir nach der treibenden Kraft fragten, musste Pöllman etwas schmunzeln: „Ich habe dem Löwenbomber versprochen, dass ich Filme über Sechzig drehen werde, bis die Löwen in die 1. Liga aufgestiegen sind. Darauf sagte Bomber „also immer und ewig?“. „Genau!“ Und über einen weiteren möglichen Titel denkt Pöllmann auch schon nach. „Sechzig ist nicht alles. Aber ohne Sechzig ist alles nix“?!

Pöllmann im Portrait des Löwenmagazin: „I bin a Sechzga“ – Hubert Pöllmann

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