Peter Seeböck, auch bekannt als Trachtn Bäda und Vater von 1860-Verwaltungsrat Sebastian Seeböck, rief vor einigen Wochen dazu auf, keinen Boykott der Allianz-Arena durchzuführen. Sein Ziel: Möglichst viele Sechzger-Fans sollen die Mannschaft beim Derby unterstützen. Doch der FCB macht diesem Aufruf einen Strich durch die Rechnung. Das Ticketkontingent für die Löwen liegt unter 5.000 Tickets, wie dem TSV mitgeteilt wurde. Auch weil sich aus den eigenen Fan-Reihen Protest regte. Die roten Amateur-Unterstützer befürchten, ihren Heimvorteil zu verlieren. Der wäre im Grünwalder Stadion tatsächlich gegeben. Rund 7.000 Anfragen hatte der FCB bereits von roten Fans.

Nun hat Seeböck einen offenen Brief an Uli Hoeneß geschrieben. Er möchte, dass die Entscheidung noch einmal überdacht wird. „Tolle Derbystimmung“, „großes Medieninteresse“ und „europaweites Aufhorchen“ sind seine Worte.

Fakt ist, dass bereits mehr als ein Monat vor dem Derby die Unruhe groß ist. Auch unter den Löwenfans ist man sich nicht einig. Die Partie gegen die U21 des FC Bayern erhitzt die Gemüter. Besonders ärgerlich: Eventuelle größere Public-Viewing-Planungen sind kaum möglich. Das Risiko ist zu groß. Plant man kostenspielige Leinwände und der FC Bayern öffnet am Ende dann doch die Arena, dann weiß man nicht, wer sich dann kurzfristig für Fröttmaning entscheidet.

Der Brief von Peter Seeböck:

Servus Uli,

mit großer Verwunderung muss ich Eure Entscheidung zur Kenntnis nehmen, das „kleine Derby“ praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen. Natürlich ist es Euer gutes Recht, als gastgebende Mannschaft die Bedingungen des Ablaufs weitestgehend zu bestimmen. Natürlich wollt auch Ihr – und auch das ist absolut legitim – Eurer zweiten Mannschaft jegliche Chance auf den Aufstieg wahren.

Aber andererseits beraubt Ihr Euch (und uns) der Möglichkeit, ein zumindest in dieser Liga nie dagewesenes Fußballfest zu feiern! Warum sollten wir gemeinsam nicht einen neuen deutschlandweiten Ligarekord an Zuschauern aufstellen. Dieser würde selbstverständlich – und weit über die bayerischen Grenzen hinaus – zuallererst auf Euch zurückfallen.

Tolle Derbystimmung, großes Medieninteresse, europaweites Aufhorchen, dass ein Viertligaspiel (vielleicht) 50.000 Zuschauer anlockt. Alles das interessiert Euch nicht. Wir wissen, auf das Geld könnt Ihr leicht verzichten. Warum dann kein Fest für die ganze Familie inszenieren. Lass den Besseren gewinnen, aber gib den Burschen beider Teams doch die Chance, etwas Einzigartiges erleben zu dürfen!

Ich kann nur an Dich persönlich appellieren, diese (Deine) Entscheidung nochmal einer finalen Überprüfung zu unterziehen. Es wäre toll, die Größe zu zeigen und sich unserem Ansinnen nicht zu verschließen. Wie sagt doch Dein Freund Franz Beckenbauer: „Schau mer mal!“

gezeichnet, Peter Seeböck

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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Baum
Leser

Einfach nur peinlich, wie ich finde. Aber mei, jeder so wie er´s mag.

tomandcherry
Leser

Kann man so machen, wie der „Trachten-Bäda“, muss man aber nicht.

Mir persönlich ist der Text ein kleines bisschen zu anbiedernd und ich hätte es an seiner Stelle vermieden, wie ein unterwürfiger Bittsteller bei den „ach so tollen und sportlich fairen Roten“ dazustehen.

Lustig wäre es, wenn dieses Derby sportlich keinerlei Bedeutung mehr für die Roten hätte, weil sie bis dahin auch rechnerisch nichts mehr mit der Meisterschaftsentscheidung in der RL Bayern zu tun haben. ?

Dann würde er ziemlich d**f aus der Wäsche schauen, der sonst so clevere UH.

Boeser Zauberer Wurst
Leser

Trifft den Sachverhalt ziemlich gut, daher super geschrieben. Das sollte zumindest mal zum Nachdenken bei Denen anregen. Aber vielleicht wäre es Ihnen auch unangenehm zu bemerken, dass wir immer noch eine Alternative zu Ihnen sind!

HHeinz
Leser

Ich sag’s mal ganz direkt: Die Dutzfreunde vom Herrn Seeböck interessieren mich Null.
So eine peinliche Bettelei passt aber ganz gut zum Seeböck senior. Sein Dutzfreund soll endlich ein paar Ränge auf’s Schlauboot drauf setzen lassen damit die vielen blaulackierten Roten nicht mehr bei uns rumlaufen.

Bis zum Derby haben sich die Roten eh aus dem Titelrennen verabschiedet denn in der Rückrunde werden deren Spieler i.d.R. zu Pirouettendrehern und Showläufern, weil sich keiner der bereits einen neuen Verein gefunden hat, mehr verletzen will.

Und nein, damit möchte ich dem Löwenmagazin selbstverständlich nicht vorschreiben über was sie zu berichten haben.

DonZapata
Leser

Da mein Sohn am 29. April elf wird und ich sicher nicht mit der ganzen Bande in die Arena gehe, bin ich zum Glück aus dem Schneider, was meine Entscheidung betrifft, hinzugehen oder nicht. Müsste ich mich entscheiden, würde ich wahrscheinlich hingehen, da die Jungs die Unterstützung brauchen. Aber andererseits ich es halt die Arena. Ich weiß es nicht.

blau91
Redakteur

Langsam nervt das Thema nur noch?. Diese rote Bande. Hoffentlich verlieren die heute Abend.?

Berger2.0
Leser

blau91 : „Langsam nervt das Thema nur noch“

Du sagst es!

Wie es bisher aussieht, ist die Entscheidung mit der Verlegung in die Arena für die Roten ein Reinfall. Dann sollen sie mal schön die Suppe auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben. Evtl. hat sich das mit dem „Show-Down“ um die Meisterschaft ja bis dahin eh schon erledigt und wir gehen mit 10 Punkten Vorsprung in die letzten 3 Spiele? smile

Btw.: Es bringt Unglück, wenn man sich über rote Niederlagen freut, bevor der Schiri abgepfiffen hat! Ist leider schon viel zu oft schief gegangen – also Ruhe bewahren!

ArikSteen
Redakteur

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