Der TSV 1860 München hat mit dem jordanischen Geschäftsmann Hasan Ismaik einen Gesellschafter, der seit 2011 immer wieder als Kreditgeber fungiert. Im klubpolitischen Interesse der Fans sind dabei jedes Jahr auch mögliche neue Darlehen.

Die Abendzeitung in München ist wohl sicherlich das Schlusslicht der informativen Quellen im Hinblick auf die Berichterstattung rund um den TSV 1860 München. Es scheint dem Boulevardblatt längst nicht mehr darum zu gehen, die Leserinnen und Leser umfassend zu informieren. Vielmehr geht es um Klicks und entsprechende Werbeeinnahmen. Dazu gehören auch reißerische Schlagzeilen, um das Volk anzufüttern.

So geschehen auch jüngst mit der Schlagzeile „Ismaik Darlehen? – Scharold offen für mögliche Gespräche“. „Jetzt deutet auch Sechzigs Finanz-Geschäftsführer Michael Scharold an, dass man über Darlehen des Jordaniers diskutieren müsse“, schreibt das Boulevardblatt.

Richtig ist das nicht. Einer der Journalisten fragt direkt, wie weit man sich darüber unterhalten müsse, weitere Darlehen von Hasan Ismaik anzunehmen. Ismaik ist seit 2011 bekanntermaßen Gesellschafter und Kreditgeber beim TSV 1860 München.

Auf die Frage des Journalisten nach weiteren Darlehen sagt Geschäftsführer Scharold:

„Ich glaube wichtig ist, und das haben wir ja in vielen Statements in den letzten Wochen gesagt, […]* dass es nur gehen wird, wenn wir hier mit ganz viel Solidarität, mit ganz viel Zusammenhalt […], unter dem Hashtag „GemeinsamFürSechzig“ arbeiten und alle zusammen Lösungen suchen. Da kann es nicht sein, dass sich der eine auf den anderen verlässt, […] da müssen alle daran arbeiten und alle einen Teil dazu beitragen, dass wir Sechzig wieder auf die Beine stellen können. Und dass wir Sechzig für die Zukunft gut aufstellen können. Dazu gehören alle Möglichkeiten und dazu müssen wir über alles offen reden.“

* Text wurde nicht inhaltlich, sondern aufgrund der Wiederholungen und / oder nicht benötigter Zusätze gekürzt.

Es sollte jedem klar sein, dass der Geschäftsführer an dieser Stelle weder die Türe für neue Darlehen zumacht, noch dass er sich für Darlehen aussprechen kann. Zum einen ist Michael Scharold als Geschäftsführer nicht mehr lange beim TSV 1860 München tätig. Zum anderen ist die Frage nicht ohne die Gesellschafter klärbar. Das wäre zum einen der TSV München von 1860 e.V. und zum anderen HAM International.

Die Frage, ob der TSV 1860 München weitere Darlehen aufnimmt oder sich gegenüber neuen Krediten offen zeigt, kann also nicht geklärt werden. Und wird von Geschäftsführer Michael Scharold auch vollkommen offengelassen. Dass man über alle Möglichkeiten spricht, davon sollte man nicht nur ausgehen, sondern auch erwarten können.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
0 0 vote
Article Rating
6 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
View all comments

Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
4 Monate her

Darf ich bitte auch mal schlagzeilen? „Keine Kredite! Starke Geste: Hasan Ismaik kauft 30.000 Geistertickets für seine Facebook-Freunde!“ Und? Wie laufen die Klicks?

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
4 Monate her
Reply to  Serkan

die Klicks laufen super und dann ……

bin ich aufgewacht  :lol:

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
4 Monate her
Reply to  Serkan

So würden die nie formulieren. Du darfst nämlich in der Überschrift immer nur etwas andeuten, sonst generierst Du keine Klicks. Also würde es wohl eher so heißen: „Starke Geste: Hasan Ismaik plant große Rettungsaktion“. Ungefähr 5 Jahre lang habe ich auf so einen Sch… immer geklickt, inzwischen nicht mehr … 😉

Landshuter Löwe
Leser
Landshuter Löwe (@landshuter-loewe)
4 Monate her

Verbesserung:
„Starke Geste: Hasan Ismaik plant große Rettungsaktion – aber Reisinger zögert“

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
4 Monate her

Stimmt, jetzt ist es perfekt … 🙂

tomandcherry
Leser
tomandcherry (@tomandcherry)
4 Monate her
Reply to  Serkan

 Serkan

Wird wohl eher auf eine „inoffizielle“ Schlagzeile a la „Unser großzügiger und weiterhin treu zu seinem ‚Löwen-Verein‘ stehender Geldgeber wird nicht nur die Rest-Saison unter erschwerten Bedingungen, sondern auch die nächste Spielzeit, unabhängig von der Ligen-Zugehörigkeit, komplett finanzieren.“

Und das wird bei so manchem Fan, dem der sportliche Aufstieg um jeden Preis näher liegt, als eine solide und nachhaltig wirtschaftende Vereinsführung, einen Jubelsturm sondergleichen entfachen.

Weil es natürlich nur „#gemeinsam“ geht und das definieren bestimmte Fan-Gruppierungen halt als „Hasan zahlt, Hasan schafft an, Hasan führt uns zu neuen sportlichen Höhen“.

So in etwa könnte ich es mir vorstellen.