Die Beschlussvorlage für den Umbau des Grünwalder Stadions sollte im April kommen. Mittlerweile ist Juni. Die Stadt München hat immer noch nichts auf dem Tisch.

Das Grundstück auf dem die Allianz Arena steht, gehört der Stadt München. Das einstige Gewerbegebiet wurde in ein Sondernutzungsgebiet umgewandelt und das Grundstück damit drastisch entwertet. Der FC Bayern zahlt deshalb eine niedrigere Pacht. Laut Dr. Martin Runge, Mitglied im Bayerischen Landtag, nur eine halbe Million pro Jahr, statt 2,5 Millionen Euro. Das läuft bis 2090. Immense Summen, die sich die Stadt dabei entgegehen lässt. Jedes Jahr 2 Millionen Euro. Durchaus ein Argument, dass die Stadt nicht nur den reichen FCB unterstützt, sondern nun endlich auch in das eigene städtische Stadion an der Grünwalder Straße investiert. Und damit die anderen Profifußball-Mannschaften unterstützt.

Aber nein, das Grünwalder Stadion steht auch im Juni nicht auf dem Programm des Stadtrates München. Der Bauvorbescheid wurde im August 2020 veröffentlicht. Das Ergebnis wurde im Dezember dem Sportausschus vorgetragen. Und der nächste Schritt? Ist die Beschlussvorlage, die durch das Referat für Bildung und Sport in den Stadtrat eingebracht werden soll. In zwei Phasen. Zuerst die Vorstellung verschiedener Varianten und später dann die Entscheidung.

Im März verwies man noch auf den April. Doch im April geschah nichts. Genauso wenig wie im Mai. Und auch in der morgigen Vollversammlung steht viel auf dem Programm. Unter Anderem, ob man die Corona-Maßnahmen im Hinblick auf die Fußballübertragungen der EM in der Münchner Außengastronomie vereinfachen soll. Oder, ob man sich solidarisch mit den Einsatzkräften zeigen soll, die immer wieder Anfeindungen oder gar Angriffen ausgesetzt sind.

Was nicht auf dem Programm steht: das Grünwalder Stadion. Eine geplante Beschlussvorlage? Fehlanzeige. Nun also frühestens im Juli, so Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl gegenüber der Bild.

Was bisher geschah:

Im Januar 2019 hat die Stadt München eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das Architektur- und Planungsbüro Albert Speer nahm den Auftrag an.

Im Juli 2019 legte man bereits den Ergebnisbericht der Machbarkeitsstudie vor. Sie betrachtet den Umbau allerdings aus rein architektonischer Sicht, unter Berücksichtigungen der Regelungen des DFB und der DFL. Nicht, ob die Stadt München dies auch umsetzen kann.

Im August 2020 gab die Stadt München den positiven Vorbescheid bekannt. Mit ihm hatten die Stadt München, die Vereine und die Fans die Gewissheit, dass alles aus der Machbarkeitsstudie, aus Sicht der Stadt, genehmigungsfähig ist. Erstellt wurde der Vorbescheid durch das Planungsreferat.

Im Dezember 2020 wurden schließlich die Ergebnisse des Vorbescheidsverfahrens dem Sportausschuss vorgetragen. Entscheidungen wurden dabei nicht getroffen.

Titelbild: (c) imago

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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alexander-schlegel
alexander-schlegel(@a-schlegel)
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5 Monate her

Warum überrascht mich das jetzt nicht? 😉
Vor kurzem, als ich das vorausgesagt hatte, wurde mir noch vorgeworfen, dass ich mit nicht so negativ sein solle … Ach, Politik ist schon sehr berechenbar in seiner Unberechenbarkeit geworden … Solange wir nicht aufsteigen, schieben die Herrschaften die Kugel noch einige Male ergebnislos hin und her. Es wird nur auf Druck und Geld reagiert, das ist leider die traurige Wahrheit. Wollen wir wetten, das bei der nächsten OB-Wahl wieder alle das weiß-blaue vom Himmel versprechen? Ein wirklich saublödes Spiel … 🙁

bluwe
bluwe(@bluwe)
Leser
Reply to  Alexander Schlegel
5 Monate her

Ich habe auch das Gefühl die Entscheidung zum Umbau des Sechzgerstadions wird ausschließlich von der sportlichen Entwicklung der Sechzger abhängig gemacht.
Vorher passiert nichts, ausser was notdürftig notwendig ist.

chemieloewe
chemieloewe(@chemieloewe)
Bekannter Leser
5 Monate her

Die Genossen um OBM Dieter Reiter haben jetzt u.a. mit der EM zu tun u. mit der Arroganz-Arena, einschließlich des gastgebenden unaussprechlichen Clubs mit dessen “glamourösen” Persönlichkeiten, die sich da wieder mit den DFB-Obersten gegenseitig hofieren…usw.. Da kümmert die das Sechzger einen feuchten Kehricht, auch, weil OBM-u. Stadtratswahlen auch gerade nicht anstehen.. So ist halt Politik…u. dann ist Sommerpause, da sind die Rollos bei den Stadtobersten eh unten…🥴🤪
Möchte mal wissen, was die Betreibergesellschaft der AA, also letztendlich der FC Bäh für die EM-Spiele so für Kohle an Gewinn einfahren. 🤫👀

matula60
matula60(@matula60)
Leser
5 Monate her

Die Stadt spielt wohl auf Zeit, da derzeit die Mittel für einen Ausbau wegen der corona-Pandemie nicht ohne weiteres vorhanden sind.
Das ist aber mE eine sehr kurzfristige Sichtweise, da der Umbau auf jeden Fall mit den geplanten Maßnahmen im Olympia abgestimmt sein sollte, damit immer ein Ersatzspielort zur Verfügung steht. Deshalb sollte der Umbau noch vor den Maßnahmen im Olympiastadion angegangen worden. Zudem: langfristige Investitionen sind wichtig für Kult und Wirtschaft und sollten nicht durch corona beerdigt werden!

tomandcherry
tomandcherry(@tomandcherry)
Leser
Reply to  Matula60
5 Monate her

“Die Stadt”, bzw. deren von den Bürgern gewählten Vertreter, interessieren sich einen Sch**** für den TSV 1860 München und seine Profi-Fußball KGaA.

Während der stinkreiche und korrupte rote Nachbar zu jeder Zeit einen Termin beim Herrn Oberbürgermeister bekommt, weil dieser keinen Hehl aus seinem Fan-Dasein macht und schon mal zu einem CL-Finale eingeladen wird.

Bei 60 könnte die Teilnahme an der CL noch ein paar Jährchen dauern. 😉

Jedenfalls sollten wir Löwen-Fans uns nicht schon wieder in irgendwelchen weiß-blauen Träumereien verfangen, sondern demütig und dankbar sein, dass uns ein ähnliches Schicksal wie u.a. dem KFC Uerdingen bislang erspart bleibt.

Die finanziellen Sorgen drücken die 60er nämlich noch sehr lange und das weiß nicht nur der Herr Oberbürgermeister, sondern so gut wie Jede(r) die/der sich mit diesem “Grünwalder Stadion für den TSV 1860 München”-Thema befasst.

Geld ausgeben, das schon mal ausgegeben wurde, ist faktisch nicht möglich.

Schuldenberg immens erhöhen sollte tunlichst unterbleiben.

Und bei der Stadt München großspurig auftreten würde in unserer Situation das krasse Gegenteil des eigentlich Erwünschten bewirken.