Hasan Ismaik und sein Statthalter Anthony Power sind gerngesehene Gäste in der Westkurve des Grünwalder Stadions oder auch im Gästeblock bei Auswärtsspielen. Allerdings nicht in persona, sondern in Form von Schwenkfahnen, Spruchbändern oder Bannern.

Es ist ein legendärer Spruch, den viele Löwen nicht vergessen haben: “Good afternoon, my name is Anthony”, so stellte sich Anthony Power vor. Am Podium saß Power damals nicht. Dort saßen Ismaik, Casalette und Ismaiks Dolmetscher. Power stand an der Seite und überraschte die Journalisten. Eben mit diesem Spruch. Alles drehte sich zu ihm um. Da stand er. Eher wie ein Türsteher als wie der neue Geschäftsführer, wie Journalisten süffisant berichten. Damals wusste noch keiner wieviel Einfluss dieser Mann haben wird. Bis heute.

Power go to the top …

Trainer Runjaic war gerade entlassen worden, Geschäftsführer Eichin degradiert. Die Herrschaft von Anthony Power begann. Ein US-Amerikaner laut Pass. Allerdings geboren in Jordanien. Irgendwann hat er seinen Namen ändern lassen. Mit ihm als Geschäftsführer begann eine neue Ära. Mit neuem Trainer und “we go to the top”. Mit einem Eklat auf der Tribüne der Allianz Arena, als Power auf Kassenwart Thomas Probst losging. Oder mit dem Ausschluss der Presse, bei dem Power “keine Basis für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit” mit Münchner Merkur, tz und BILD-Zeitung mehr sah.

Die Löwen in der Regionalliga, Power bleibt

Am Ende ging es es mit den Löwen in die Regionalliga hinab. Power blieb. Zwar nicht als Geschäftsführer, stattdessen als Chef der Merchandising GmbH. Und als solcher sitzt er nicht etwa überwiegend bei seiner Firma in Unterhaching, sondern in einem Büro direkt bei Marc-Nicolai Pfeifer, dem Geschäftsführer der Profifußball-KGaA. Bei Gesprächen mit Sponsoren soll der Merchandising-Chef auch gerne mal reinplatzen. Pfeifer stehe dann stramm, so berichtet ein Löwenpartner gegenüber dem Löwenmagazin. Und da fragt man sich durchaus, wer ist eigentlich wirklich derjenige, der den Ton in der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA angibt?

Nicht nur, dass Power mit einer Klage gegen die Löwenfans gegen Rechts vorging, man munkelt, dass er auch Einfluss auf die Nicht-Akkreditierung von Fanberichterstattern nahm. Oder aber der Geschäftsführung des TSV 1860 den Auftrag gab, gegen kritische Fans in der Westkurve vorzugehen und forderte, dass man noch einmal aufmerksam macht, dass die Fans nicht das Wappen der Löwen ungefragt nutzen dürfen. Die Antwort der Fans: “Verklag uns doch, du Luftpumpe”.

Kritik an Anthony Power
“Verklag uns doch du Luftpumpe” – Kritik an Anthony Power / (c) NW

Power muss weg

Bislang kam Anthony Power nicht über Spruchbänder hinaus. Bei mehreren Spielen wurde auf sein diskussionswürdiges Auftreten bei den Löwen schon aufmerksam gemacht. Nun hat er von der Fanszene ein eigenes Banner gewidmet bekommen. “POWER MUSS WEG”, so die Botschaft in blauer Schrift auf weißem Grund.

"Power muss weg" - Botschaft der 1860-Fans
“Power muss weg” – Banner – (c) sechzger.de (gleiches gilt für Titelbild)

Ismaiks Schwenkfahne

Dass der eifrige Merchandising Chef, der wohl immer wieder sehr stark Einfluss auf die KGaA nimmt, den Platz von seinem Chef in der Westkurve verdrängt, ist wohl eher unwahrscheinlich. Hasan Ismaik bleibt weiterhin über die gesamte Spielzeit, sowohl bei Heim- als auch Auswärtsspielen präsent – mit einer eigenen Schwenkfahne. Die fiel für diese Saison sogar deutlich größer auf. Und die wurde natürlich auch wieder beim Spiel in Paderborn geschwenkt.

Löwen-Gästekurve in Paderborn beim SC Verl zu Gast. Mit Anti – Hasan Ismaik – حسن إسميك Fahne. (c) IMAGO / PaetzelPress

Power fördert das negative Image von Ismaik

Die Show stiehlt Power seinem Chef Ismaik irgendwie dennoch. Vor allem zweifeln in manchen Foren die Fans die Tatsache an, dass Ismaik wirklich weiß, was der umtriebige Statthalter in München bewirkt. Und das er den Protest gegen Gesellschafter Ismaik eher befeuert. Durch das Verklagen von Fans. Oder eben den Versuch die Meinungsfreiheit in Deutschland zu untergraben. Power kann sich durchaus auf die Fahne schreiben, dass er wesentlich für das negative Image von Hasan Ismaik mitverantwortlich ist. Zum Beispiel im Hinblick auf das dreiste Kopieren des e.V.-Shirts mit der Aufschrift “Wir sind der Verein”. Vermeidbare Themen.

Die Fanszene fordert deshalb: “Power muss weg!” Allerdings kann diese Entscheidung nur Hasan Ismaik selbst treffen. Den letzten Präsidenten, den Ismaik persönlich getroffen hat, war allerdings Peter Casalette. Der Einladung des aktuellen Präsidiums folgt er leider nicht. Und so bleiben viele Themen an einer anderen Person hängen. Wer hätte es gedacht – genau – an Anthony Power.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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