Der TSV 1860 München hat seit fast einem Jahr eine Fußball-Frauenmannschaft. Nach 40 Jahren Abstinenz. Aus einem kleinen Projekt ist mittlerweile eine starke Gruppe entstanden. Am gestrigen Samstag feierten sie im Spiel gegen den SSV 1983 Weng II ihre Premiere.

Das letzte Spiel im Frauenfußball, das ich live sehen durfte, war 2017 im Grünwalder Stadion. Die Löwinnen verlieren zwar gegen den Damen des FC Bayern München 2:1 im Rückspiel der Champions League, schmeißen sie aber damit aus dem Achtelfinale. Weil die Blues das Hinspiel mit 1:0 gewonnen hatten. Mit den Löwen bzw. Blues ist nicht etwa der TSV 1860 gemeint, sondern der FC Chelsea.

Und die Löwinnen aus Giesing?

Die hatten ihre Premiere am gestrigen Samstag. 350 Zuschauer fanden den Weg auf dem Sportplatz an der St.-Martin-Straße in München und erlebten die Premiere der Fußball-Frauenmannschaft des TSV 1860 München in Obergiesing. In einem Freundschaftsspiel traf die junge Truppe auf die Frauen des SSV Weng II aus Niederbayern.

Viele bekannte Gesichter bei der Premiere

Das die Löwen heißt auf ihre Premiere waren, merkte man schon am Eingang. Ganze vier Löwinnen saßen dort um freudestrahlend die Fans zu begrüßen. Darunter eine Abordnung des Gegners aus Weng. Mit zwei Bussen waren die Niederbayern gekommen und hatten lustigerweise auch einen Sechzger-Fanclub mitgebracht. Außerdem ein paar Jungs im besten Alter, die sich gemeinsam je einen Buchstaben auf den Bauch gemalt hatten. Vor den Mädels entblösten sie sich dann etwas gschamig und man konnte den Schriftzug “W-E-N-G” sehen. Männliche Groupies aus Niederbayern.

Und von den Löwen? Viele bekannte Gesichter zwar, aber wenig Funktionäre. Als die Tore des Fußballplatzes öffneten, war Präsident Reisinger mit Verwaltungsräten und dem Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer im Trainingslager im Pool. Auch Hans Sitzberger war in Windischgarsten. Momentan findet dort das Trainingslager der Profis statt. Die 1860-Führungsriege war dennoch beim Auftakt der Frauen würdig vertreten. Ranghöchster Funktionär in Obergiesing an der St.-Martin-Straße war wohl Roman Beer, der Abteilungsleiter der der 1860-Fußballer. Der die Fußball-Mädels auch offiziell begrüßte. Außerdem anwesend war die Vereinsmanagerin Viola Oberländer.

Gute Stimmung bei der neu geformten Löwen-Mannschaft

Bereits beim Warming-Up der Löwinnen wurde klar sichtbar: hier hat sich eine starke Truppe zusammengefunden. Was spielerisch möglich ist, wird man mit der Zeit sehen. Die Stimmung unter der neu geformten Frauenmannschaft ist jedoch mehr als gut. Viele der Damen sind Löwen durch und durch und so manche Fußball-Löwin ist in der Westkurve des Sechzger Stadions bei Heimspielen der Profis aktiv als Fan.

Kämpferischer Auftakt mit zahlreichen Chancen

Die Löwen zeigten sich in ihrem Auftakt kämpferisch. Ein wenig Probleme hatten sie noch in der richtigen Raumaufteilung und beim Torabschluß. Viel zu viele Chancen blieben am Ende ungenutzt. Der Gegner aus Weng hatte jedoch sichtlich Mühe die engagierten Löwen in den Griff zu bekommen. Dennoch, am Ende zählen die Tore. In der Halbzeit lagen die Löwen 0:1 hinten.

Trinkfest zeigten sich die Wengener Frauen, die in der Halbzeit ausgewechselt wurden. Vom Spielfeld ging es fast direkt in Richtung Bierausschank.

In der zweiten Halbzeit konnten die Löwen dann den Ausgleich erzielen, mussten am Ende allerdings ein weiteres Tor kassieren und verloren so ihr erstes Spiel. Besonders spielbestimmend war dabei bei den Löwen Carmen Znika mit der Nummer 9, die bereits beim FC Stern München Erfahrungen sammeln durfte und bei den Löwen nun durchaus Akzente setzen kann. Bei Löwenspielen der Profis übrigens in der Stehhalle des Sechzger Stadions zu finden.

Ein gelungener Auftakt eines sicherlich wachsenden Frauenfußballs bei den Löwen war das gestrige Spiel in jedem Fall. Die Sechzger-Frauen tragen den Löwen mit Stolz auf der Brust, sind engagiert und voller Tatendrang. Ein Rudel mit viel Potential.

Bilder vom Auftakt der Löwinnen

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