Marc-Nicolai Pfeifer scheint längst angekommen zu sein, beim TSV 1860 München. Mit ihm kam nicht nur der Giesinger Friede, sondern auch ein Geschäftsführer mit einem feinen Händchen für Details. Ein Kommentar.

Viele Geschäftsführer hat die TSV 1860 München KGaA bereits erlebt. Karl-Heinz Wildmoser junior war der erste überhaupt. Dann folgten siebzehn weitere Herren. Fast jedes Jahr ein neues Finanz-Oberhaupt. Darunter Roland Kneißl, Stefan Reuter, Manfred Stoffers, Robert Schäfer, Florian Hinterberger oder Thomas Eichin. Oder auch Anthony Power und Ian Ayre. Zuletzt Markus Fauser, Michael Scharold und nun eben Marc-Nicolai Pfeifer.

Von den Stuttgarter Kickers kam er. Viele Fans schmunzelten. Er weiß wohl nicht, was mit den Löwen für eine große Aufgabe auf ihn zukommt. Ob er es wusste oder nicht, wird wohl nur er selbst beantworten können. Die Aufgabe angenommen hat er. Und er scheint aus vielen verschiedenen Blickwinkeln stets das gleiche gute Bild abzugeben. Aus Sicht der Gesellschafter. Aus der Sicht der Mitarbeiter und aus Sicht der Fans. Nach mehr als hundert Tagen kann man durchaus mal einen Blick auf ihn werfen.

Der Sachpolitiker

Ein Funktionärsamt bei den Löwen? Die Löwen waren stets ein Magnet für Sprücheklopfer, Stammtischexperten, große Zampanos und Wichtigtuer. Ein Selbstdarsteller ist Marc-Nicolai Pfeifer nicht. Und auch kein Mann der großen Worte. Damit passt er durchaus in das Bild des Präsidenten Robert Reisinger, der Sachpolitik schätzt. Pfeifer sucht nicht ständig das Rampenlicht. Taucht aber auch nicht ständig ab, wie sein Vorgänger. Interviews gegenüber der Presse sind rar. Die konsequente Taktik: öffentlich äußert sich meist Günther Gorenzel. Der kann den Fokus aufs Sportliche legen. Und bei Finanzfragen auf den Geschäftsführerkollegen verweisen. Die Taktik ging in den vergangenen Monaten nicht immer auf. Immer dann nicht, wenn Gorenzel doch aus dem Nähkästchen plauderte und plötzlich Antworten zu den Finanzen gab. Dabei entstanden Widersprüche. Pfeifer hingegen agiert ungemein klug, wenn es um Finanzfragen geht. Er kann Fragen auch ausweichen, tut dies aber mit rethorischem Geschick. Teilweise baut er bewusst Botschaften mit ein. Auf die Frage des Bayerischen Rundfunks, ob man die Geisterspiele überhaupt finanziell kompensieren könne, betont Pfeifer, dass man die Fans nicht aus finanzieller Sicht vermisse, sondern in erster Linie als Unterstützung für die Mannschaft. Und dass man stolz sei auf das große Engagement der Löwenfans im Dauerkartenverkauf. Die Behauptung des BR, das Spielerbudget liege zwischen 2,5 und 3 Millionen, korrigiert Pfeifer nicht. Er handhabt es wie sein Trainer, der sich auch nicht vor dem Spiel in die Karten schauen lassen würde. Mit einem süffisanten Lächeln. Um dann ernst zu werden: Am Ende wolle er mit einem guten Finanzergebnis überraschen. Punkt.

Der Verkäufer

Marc-Nicolai Pfeifer ist ein absolutes Verkaufstalent. Das sieht man alleine im Stadion. Er strahlt eine hohe Kommunikationsbereitschaft aus. Repräsentiert den TSV 1860 stets äußerst charmant. Er geht auf alle zu, begrüßt jeden und wirkt stets offen. Auch während Corona geht er durch die Reihen. Der coronabedingte Abstand wird gewahrt. Dennoch strahlt Pfeifer charakterlich Nähe aus. Ohne aufdringlich zu werden. Das scheint sich wohl auch auf die Sponsoren auszuwirken. Die man übrigens geschickt nach und nach medial präsentiert. Und damit die Bühne des TSV 1860 München mit positiven Nachrichten bestückt. Das gelingt natürlich auch deshalb, weil die Gesellschafter aktuell die Bühne nicht für sich beanspruchen. Und weil es sportlich läuft. Insgesamt ist es jedoch durchaus ein wesentlicher Aspekt der Arbeit von Geschäftsführer Pfeifer.

Der Zuhörer

Wer sich mit Marc-Nicolai Pfeifer mal unterhalten hat, merkt schnell zwei wesentliche Dinge. In kürzester Zeit hat er sich intensiv mit dem TSV 1860 München beschäftigt. Er hört zu. Und will stets mehr wissen. Pfeifer stellte diversen Leuten aus den verschiedensten Bereichen durchaus interessante Fragen. Für ihn gibt es keine zwei oder mehr Seiten. Für ihn ist jeder ein Rädchen in dem System, das er zu verantworten hat. Pfeifer lehnt niemanden ab und verurteilt auch niemanden, sondern hört zu. Und das sehr intensiv. Er hat sich in den ersten hundert Tagen wohl ein umfangreiches Bild von den Löwen gemacht. Das vor allem eines nicht ist: einseitig. Wir wissen alle wie schwer das ist. Weil zumeist die, die am lautesten und häufigsten schreien, nicht Recht haben. Es gilt, die leisen Töne aus dem Gesamt-Orchester der Löwen herauszuhören.

Der Feinmechaniker

Wieso lehnen diverse Fans Ismaik ab und andere sehen in ihm den Messias? Die Frage hat sich Geschäftsführer Pfeifer sicherlich von Anfang an gestellt. Er macht sich seine Gedanken über das Konstrukt. Und überlegt sich, wie die einzelnen Rädchen im System zusammenhängen. Wo könnte man nachjustieren? Wo ein Schräubchen drehen? Wer laut schreit, schimpft und meckert, den holt Pfeifer auf seine sachliche Ebene. Und das gelingt ihm wohl meist sehr gut.

Marc-Nicolai Pfeifer sieht im TSV 1860 München keine große Bühne, auf der man stets mit Posaunen und Trompeten laut spielen muss. Für ihn scheinen die Löwen wie ein komplexes Uhrwerk. Mit hunderten verschiedenen Zahnrädern und kleinen Schräubchen. Er selbst ist der Feinmechaniker. Der solange in den verschiedenen Bereichen nachjustiert, bis selbst die kleinsten Kratz- oder Nebengeräusche verschwinden. Bis alles rund läuft. Das ist sein Ziel.

Fazit

Der TSV 1860 München kann im Moment auf eine starke finanzielle und sportliche Führungsebene bauen. Die Schlüsselperson scheint wohl Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer. Vor allem Günther Gorenzel profitiert maßgeblich. In der vergangenen Saison hatte er immer wieder mit der Finanzpolitik für Unruhe gesorgt. Vor allem deshalb, weil Michael Scharold die Helmut-Kohl-Taktik des Aussitzens für die Löwen und vor allem für sein Amt perfektioniert hatte. Mit Pfeifer hat Gorenzel nun einen starken Mann im Rücken. Und kann sich auf die sportliche Leitung konzentrieren. Das Amt, für das man ihn eigentlich ursprünglich auch geholt hat. Michael Köllner profitiert ohnehin als Trainer. Das ruhige Fahrwasser im finanziellen Bereich, inklusive finanzieller Sicherheit für zwei Jahre, ist Gold wert. Die Ruhe der Gesellschafter. Die Sachlichkeit der Geschäftsführung. Damit kann man sich als Trainer perfekt auf die Aus- und Weiterbildung der Mannschaft konzentrieren.


Eure Meinung ist gefragt

Und nun ist Eure Meinung gefragt. Welche Geschäftsführer leisteten gute Arbeit bisher? Wer war Sprücheklopfer? Wer brachte die Löwen nach vorne? Und wie bewertet Ihr die aktuelle Arbeit von Marc-Nicolai Pfeifer?

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
5 2 votes
Article Rating
36 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
View all comments

Schleimi
Gast
Schleimi (@guest_51775)
1 Monat her

Bei Oli‘s Blog darf ich hin-/und wieder schreiben ohne gelöscht zu werden, du Clown bist nicht mal fähig meine Kommentare frei zu schalten.
Wundern brauchst dich nicht, dass lediglich deine 10 Homies bei dir Schreiben🤦🏼‍♂️

Landshuter Löwe
Leser
Landshuter Löwe (@landshuter-loewe)
1 Monat her
Reply to  Schleimi

Der Clown bist ja wohl du. *** Kopfschütteln ***

coeurdelion
Gast
coeurdelion (@guest_51779)
1 Monat her
Reply to  Schleimi

tu das,tu das ruhig weiterhin…also beim Oli „schreiben“….das ist ja schon ein Qualitätsmerkmal per se; hier trägst du weder qualitativ was bei…und erheiternd bist du schon zweimal nicht! also Danke für nix!

BlueBerry
Leser
BlueBerry (@blueberry)
1 Monat her
Reply to  Schleimi

Dein Niveau ist ja überragend.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
1 Monat her
Reply to  Schleimi

Ich hätte mir gewünscht, der „Clown“ hätte diesen und andere posts von dir gelöscht statt freigegeben. Das hätte dich tatsächlich schon öfters davor bewahrt, dich komplett lächerlich zu machen.

Chris_1860
Gast
Chris_1860 (@guest_51793)
1 Monat her
Reply to  Schleimi

Sollten Sie wider Erwarten in der Lage sein, einen sachlichen Kommentar ohne polemisierende Beleidigungen zu verfassen, wird der sicherlich freigeschaltet. Für alles andere gibt es ebensolche Foren, aber nicht das LM.

Schleimi
Gast
Schleimi (@guest_51774)
1 Monat her

Haaaallooo, Seitenbetreiber!
Wie lange muss man hier eigentlich warten, bis Kommentare von Gästen freigeschaltet werden?

twchris
twchris (@twchris)
1 Monat her
Reply to  Schleimi

Sorry, wir warten hier nicht den ganzen Tag auf deine Beiträge. Meld dich halt einfach an, dann bist auch kein Gast mehr

Last edited 1 Monat her by twchris
Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
1 Monat her

Pfeifer hat das Glück, dass er nicht direkt zwischen den Fronten sitzt, wie die Vorgänger, sondern bis jetzt im „Giesinger Frieden“ leben darf. Und das wohl noch die nächsten zwei Jahre. Auch hatte er das Glück, dass Ismaik sich nicht wie sonst üblich mit Händen und Füßen (also verbal unter der Gürtellinie) gegen ihn als Geschäftsführer gestemmt hat, obwohl Pfeifer nicht von einem „großen Club“ stammt.

Ob das nur eine Momentaufnahme in den geschäftlichen Beziehungen zwischen dem e.V. und der HAM ist oder vielleicht sogar längerfristig Bestand hat, wird man sehen. Aber im Moment ist es kein Seilziehen, sondern eher fast schon an einem Strang ziehen, was die Gesellschafter veranstalten. Ist Neu, kennt man so über die letzten Jahre nicht. In so einer Situation hat es ein Geschäftsführer natürlich einfacher, der sportliche Erfolg steht zumindest im Moment auch nicht im Weg.

Fränkischerlöwe78
Gast
Fränkischerlöwe78 (@guest_51752)
1 Monat her
Reply to  Snoopy.

Hoff mal endlich das bei Hasan es im Hinterstübchen mal klick gemacht hat oder was aber schlimmer wäre nur die ruhe vor dem großen Sturm ist

BlueBerry
Leser
BlueBerry (@blueberry)
1 Monat her

Grundsätzlich ein sehr guter Kommentar.

Ein „aber“ möchte ich anbringen: Das Bild des „Feinmechanikers“ halte ich für sehr gelungen. Nur liegt da der Hase bzw der pfeifer im Pfeffer. Wir brauchen auf mittelfristige Sicht einen Architekten und keinen Feinmechaniker. Das stellen der kleinen Rädchen ist wichtig, aber wichtiger wird sein wie das goße Bild der KGaA aussieht.

  • Wird es zu einer Entschuldung der Gesellschaft kommen?
  • Wird ein weiterer Investor mit aufgenommen?
  • Was ist die Idee zum Rahmen? Also etwa weitere 10 Jahre Merchandizing mit Ismaik? Wird der Kooperationsvertrag auch ein Jahrzehnt nach seiner Verabschiedung so weiterbestehen?
  • Wird der eV seine Pläne auf dem bisherigen ausschließlich der KGaA zur Nuzung gehörigen Gelände verwirklichen können?

Ich hoffe Pfeifer konzentriert sich nicht nur auf die einzelnen Rädchen sondern vergißt nicht, dass er die Zeiten in denen es (verhältnismäßig) gut und rund läuft nutz um auch große Schritte zu unternehmen. Unsere Probleme sind aus meiner Sicht zu groß als dass man sie nur durch eine Politik der kleinen Schritte lösen könnte.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
1 Monat her
Reply to  BlueBerry

In der Vergangenheit hatte der TSV vor allem Funktionäre, die durch übergroße Visionen sich auszeichnen wollten. Diese unangemessenen Schritten haben doch nur eines bewirkt: Die Verschuldung der KGaA war auf unvorstellbare 70 Millionen € angestiegen, bei einem nur noch mickrigen Vermögen von um die 10 Mio. €. Wie sagt Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt einmal: Wer (irrationale) Visionen hat, sollte zum (Irren-) Arzt gehen.

Vielleicht ist es da besser, wenn der Finanzgeschäftsführer eine kluge Politik der kleinen Schritte betreibt. Für eine gesunde Unternehmensstrategie gilt eines: „Ein Elefanten wird auch nur in Streifen gegessen.“

Wobei alleine die schon vorgegebenen Aufgabenstellungen große Schritte sind. Alleine der Umbau des GWS (wenn auch von der Stadt betrieben), wird von den Geschäftsführern einiges abverlangen.

Ich vermute, dass der Hallenbau vom Verein betrieben wird und damit nur am Rande die KGaA tangiert.

BlueBerry
Leser
BlueBerry (@blueberry)
1 Monat her
Reply to  nofan

Auch der Helmut Schmidt hat Schmarrn daher geredet. Ich seh das wirklich komplett anders. Denn wie du sagst, Stadion und Halle werden von Stadt und Verein getrieben.

Ich erwarte von einem GF schon etwas mehr als daneben nur kleine Dinge richtig zu machen. Das Scheitern manches größenwahnsinnigen Planes ist aus meiner Sicht in keinsterweise eine Rechtfertigung sich nicht mehr um eine mittelfristig tragfähige Vision zu kümmern. Man muss es halt richtig machen und mit der notwendigen Bescheidenheit aber auch mit mut angehen.

Die vielen kleinen richtigen Schritte freuen mich auch. Die sind extrem wichtig und wurden oft vernachlässigt. Aber da MUSS noch zusätzlich (!!) mehr kommen. Dafür ist die Substanz der KGaA zu marode.

BlueBerry
Leser
BlueBerry (@blueberry)
1 Monat her
Reply to  ArikSteen

Wo eine Vision auftauchen soll?

Ganz klare Prio1 muss die Kapitalstruktur der KGaA haben. Auch wenn jetzt 2 Jahre durchfinanziert sind, und dann? Die KGaA ist aktuell nur durch einen extrem großzügigen, der Schenkung verdächtigen Sponsorenvertrag handlungsfähig. Und durch >10.000 verkaufte Dauerkarten. Ismaik spiel dabei tatsächlich eine eher kleine Rolle.

Das wird nicht so weiter gehen können. eV, Sponsor und fans schenken, Ismaik sitzt aus und besitzt 60%. Zieht sogar aktiv Geld aus dem „System 60“ über die Merch heraus.

Und ja, dsa ist der Job eines GF hier eine Vision zu erarbeiten. Eine Strategie für eine gesunde KGaA. Nur zu sagen die Gesellschafter müssen das machen funktioniert nicht, da muß die oprative Geschäftsführung ein Bild zeichnen können warum es für die gesellschafter wertvoll ist aktuell einen Schritt zurückzumachen um aber in 3 Jahren deutlich besser dazustehen.

Und ja, das halte ich für wichtig und daran bewerte ich später Pfeifer. Die Ballspenden vom Waschsalon Giesing und die Präsentation vom Löwenpartner Loden-Huber sind auch sehr wichtig. Aber kriegsentscheidend für 60 wird das Thema Gesellschafter- und Kapitalstruktur sein.

BlueBerry
Leser
BlueBerry (@blueberry)
1 Monat her
Reply to  ArikSteen

Ich hoffe du gestehst mir zu das einfach anders zu sehen. Das reicht aus meienr Sicht für einen GF eben nicht. Hier musst du deinem AR schon zeigen was sie wollen sollen. Hier auf eine Einsicht zu warten wird in unserem Fall niemals funktionieren. Der GF braucht ein Szenario dass bestimmte Aktionen der Gesellschafter bedingt. Mir ist das einfach zu reaktiv.

Wir sind genau da wo wir sind weil eben die beiden Gesellschafter nicht dazu in der Lage sind das gemeinsam zu tun, was du als klar und offensichtlich bezeichnest. Da ist „Führung nach oben“ gefragt.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
1 Monat her
Reply to  BlueBerry

Wobei ich Ihren Beitrag nicht so ganz nachvollziehen kann:

Um eine Insolvenz zu verhindern, muss die KGaA jedes Jahr aufs Neue eine von Wirtschaftsprüfern zu testierende positive Fortführungsprognose erlangen. In diesem Verfahren muss schon sehr detailliert nachgewiesen werden, welche strategischen und operativen Maßnahmen die KGaA beschreiten will.

Solch Planungen gehen weit über das hinaus, welche mittelgroße Unternehmen in der Regel erstellen.

Insoweit sind die Geschäftsführer der KGaA schon heute gefordert, von den Gesellschaftern Aussagen zu den von denen beabsichtigten Maßnahmen einzufordern.

Auch wenn es schwer zu begreifen ist: Festzulegen, wo die KGaA in drei Jahren stehen soll, obliegt den Gesellschaftern. Wo aber die KGaA voraussichtlich in zwei Jahren stehen wird, ergibt sich aus der Fortführungsprognose.

BlueBerry
Leser
BlueBerry (@blueberry)
1 Monat her
Reply to  nofan

Ich hab es in meiner Antwort an Arik bereits versucht zu erklären. Das ist zu reaktiv auch wenn es formal richtig erscheint. Für eine Klitsche mit 15 Mio Umsatz brauche ich keine 2 GF wenn die nicht in der Lage sind eine Vision zu entwickeln und die Gesellschafter zu führen.

Der Verweis auf die Fortführungsprognose sticht aus meiner Sicht nicht. Das ist rein taktisch und nicht strategisch.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
1 Monat her
Reply to  BlueBerry

Wie schon geschrieben, wer unvertretbare Visionen hat, sollte zum (Irren-) Arzt gehen.

Sie wollen wohl den Pfeifer mit unangebrachten Erwartungshaltungen demontieren.

Wer meint, mit Bottom-up Ansprüchen seine Vorgesetzten „überreden“ zu können, sollte besser in anders strukturierten Unternehmen seinen Narzissmus ausleben.

Hasan Ismaik hat nicht zu erkennen gegeben, dass er eine Drittbeteiligung zu angemessenen Konditionen will. Dennoch Beteiligungsgespräche hinter dem Rücken der Gesellschafter zu führen, wäre Amtsanmaßung. Das kann nur in einer Kündigung wegen unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten enden.

Es wäre besser, die Geschäftsführer konzentrierten sich auf ihre primären Aufgaben, als irgend welchen unrealistischen Ideen nachzulaufen. Der Größenwahn der Funktionäre hat die KGaA an den Rand des Ruins gebracht. Vielleicht sollte man sich jetzt mal auf das Machbare konzentrieren. Champignons League ist viele viele Jahre entfernt.

BlueBerry
Leser
BlueBerry (@blueberry)
1 Monat her
Reply to  nofan

Ende Diskussion. Was für eine dreiste Unterstellung. Schad um die Zeit…

nofan
Leser
nofan (@nofan)
1 Monat her
Reply to  BlueBerry

Richtig, die KGaA ist marode. Um hier Abhilfe zu schaffen, ist vor allem der Hauptverantwortliche gefordert. Es gibt nur einen Weg, die KGaA zu entschulden, die HAM bzw. Hasan Ismaik sprechen einen Forderungsverzicht aus. Warum sollten sie das jetzt tun? Dazu bedarf es eines Anlasses.

Gleiches gilt mit der Merch … und dem Kooperationsvertrag. Was glauben Sie, wie Hasan Ismaik reagierte, wenn die Geschäftsführer ihn kontaktierten und Vertragsanpassung zu Gunsten des Vereins forderten. Dann wäre der Zoff doch erst richtig losgetreten.

Es sollte der KGaA zugute kommen, wenn sich die Geschäftsführer atypischer Weise aus den Themen raushalten, welche die Gesellschafter (Verein und HAM) zu klären haben.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
1 Monat her
Reply to  BlueBerry

Vor allem sollten bei den Fan-Forderungen an die KGaA-Geschäftsführer die rechtlichen und vertraglichen Gegebenheiten berücksichtigt werden:

Die KGaA hat keinen (allmächtigen) Vorstand, sondern wird durch die Geschäftsführer der TSV 1860 Geschäftsführungs-GmbH vertreten. GmbH-Geschäftsführer haben sich strikt an den Vorgaben der Gesellschafter bzw. dem Beirat zu orientieren. Insoweit dürfen sie in der Regel keine eigene Agenda festlegen. Ihre Aufgabe sollte es vielmehr sein, die Vorgaben des Beirates exakt und zügig umzusetzen.

Insoweit halte ich die häufig vorgetragenen Vorwürfe an den (Sport-) Geschäftsführer, er solle weitere Verstärkungen verpflichten, falsch adressiert. Spielerverpflichtungen bedürfen die Zustimmung des Beirates. Und wo steht geschrieben, dass HAM bzw. Ismaik das wünscht?

Was passiert, wenn Angestellte der KGaA sich der Amtsanmaßung schuldig machen, belegt doch eindrücklich das Beispiel des Trainernovizen BieroKlopps. Mit seinem unabgestimmten Verhalten hat er doch die Streitigkeiten zwischen den Gesellschaftern permanent befeuert. Man kann dem Präsidium nur gratulieren, diesen durch eine gezielte Verlautbarung vom Hof katapultiert zu haben.

Giesing1860
Leser
Giesing1860 (@giesing1860)
1 Monat her

Bislang überzeugt auch mich Pfeifer. Bin positiv überrascht. Der Vergleich mit dem Uhrwerk ist gut. Die Roten haben ihren Uhrenschmuggler, wir unseren Uhrenmacher 😉

_Flin_
Gast
_Flin_ (@guest_51732)
1 Monat her

Alleine, dass für zwei Jahre finanzielle Sicherheit geschaffen wurde, ist ja ein Novum.

Da allerdings die Wahrheit eines Finanzgeschäftsführers in den Büchern liegt, werde ich – aus Erfahrung – mit meinem Urteil warten, bis der Geschäftsbericht 2020/2021 im Bundesanzeiger veröffentlicht ist.

Dessen zeitnahe Veröffentlichung zum Ende des Geschäftsjahres würde ich mir wünschen. Das wäre zwar kein Novum, aber etwas, das nur selten vorkam.

Bis zu dieser Veröffentlichung könnte auch alles Schall und Rauch sein. Würde nicht zu Verhalten und Ruf von Herrn Pfeifer passen. Aber auch das wäre kein Novum bei 1860.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
1 Monat her
Reply to  _Flin_

Die Veröffentlichungstermin liegt aber am Bundesanzeiger selbst, 60 muss – und hat ja immer – die Unterlagen fristgerecht abgeben und dann dauert halt bis die veröffentlichen.

_Flin_
Gast
_Flin_ (@guest_51753)
1 Monat her
Reply to  Bine1860

Sorry, aber das ist doch schlicht unwahr.

Der Bundesanzeiger veröffentlicht bei Auftragseingang innernhalb von 24h.

Nur weil man eine 12 Monatsfrist zur Abgabe hat, heisst das nicht, dass man diese Frist maximal ausreizen muss. Wurde ja zwischenzeitlich auch gemacht, dass frühzeitiger veröffentlicht wurde.

Es ist auch was ganz anderes, ob man in einer GmbH, die einem Privatmann gehört, Bleistifte verkauft, oder ob der bestimmende Anteilseigner der GmbH ein gemeinnützigen Vereins ist. Dessen höchstes Organ die Mitgliederversammlung ist und dessen Mitglieder zur Beurteilung der gewählten Vertreter auf zeitnahe Veröffentlichung angewiesen sind.

Als mMn mittlere Kapitalgesellschaft hat die GmbH ihren Abschluss nach 3 Monaten einzureichen. Warum noch 9 Monate warten? Passiert immer genau dann, wenn etwas verborgen werden soll, also genau dann, wenn die Mitglieder eigentlich auf die Veröffentlichung angewiesen sind. Siehe Bilanz und GuV der Doppelabstiegssaison, wo man erst sah, wie lichterloh das Haus in Flammen stand, als nur noch Schutt und Asche übrig war und man erst im Juli 2018 erfahren hat, dass in 2017 21.9Mio Verlust gemacht hat, davon über 18 Mio für Spielergehälter als Geldverbrennungs-Spitzenreiter der Liga.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
1 Monat her
Reply to  _Flin_

Der Bundesanzeiger veröffentlicht bei Auftragseingang innerhalb von 24h.
Das stimmt einfach nicht.

„Passiert immer genau dann, wenn etwas verborgen werden soll“ auch das ist doch Käse, es ist doch noch nie ein Abschluss innerhalb 3 Monaten nach GJEnde veröffentlicht worden. Und auch wenn der Abschluss frühzeitiger veröffentlicht würde, was bringt das dir als Mitglied? Der nächste Abschluss ist 19/20, gewählt wird – im EV – nächstes Jahr. In jeder MV wird vor der Wahl durch die Finanzen geführt, man kann Fragen stellen und man darf nicht EV und KGaA verwechseln.

Nehmen wir dein Beispiel, dann hättest du im Januar 2018 erfahren was 2017 war und dann? Es ist doch immer zu spät.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
1 Monat her
Reply to  Bine1860

Um bei Beispielen zu bleiben:

Der Jahresabschluss für 2018/19 zum 30. Juni 2019 mit einem Jahresfehlbetrag von (überraschender Weise) 4,3 Millionen € wurde erst am 21.08.2020 unter Unternehmensregister.de veröffentlicht. Da kann man durchaus die Meinung vertreten, dass hier die unschöne Entwicklung lange unter dem Teppich gehalten werden sollte.

Gerade während der Ära Bierofka wäre es angebracht gewesen, die Zahlen frühzeitig gewusst zu haben. Nach einem Verlust von 4,3 Mio. € ist es nicht angebracht, laufend weitere Spieler für einen überdimensionierten Kader zu fordern.

Da aber für das Jahr 2019/20 aufgrund der Nachzahlungen zu den Ablösesummen mit einem Gewinn zu rechnen ist, sollten die Geschäftsführer versuchen, zeitnah den Jahresabschluss zu veröffentlichen.

Was aber die Gründe für die zögerliche Öffentlichkeitsarbeit war, ist nicht bekannt. Vielleicht hatte die HAM, wie bei der Verabschiedung des Budgets für 2020/21, erneut eine Blockadehaltung eingenommen.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
1 Monat her
Reply to  nofan

Aber die Frist war 30.06.2020 und die hat man eingehalten, Fristverlängerung ist nicht möglich und zu spät kostet Strafe. Laut Aussage Pfeifer hat das Register so lange gebraucht.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
1 Monat her
Reply to  nofan

„Nach einem Verlust von 4,3 Mio. € ist es nicht angebracht, laufend weitere Spieler für einen überdimensionierten Kader zu fordern.“ Das wäre aber auch bei der schwarzen Null nicht angebracht und dass man keinen Gewinn macht war doch eh klar.

Schleimi
Gast
Schleimi (@guest_51770)
1 Monat her
Reply to  Bine1860

Als Gast lese ich hier einfach gerne mit. Nicht weil es Wahnsinnig informativ hier ist, oder User wie Sie oder der Seitenbetreiber durch Kompetenz und Intelligenz glänzen, sondern einfach nur zur Unterhaltung und zur Erheiterung😂
…macht weiter so👍🏻

blau91
blau91 (@blau91)
1 Monat her
Reply to  Schleimi

„Vereinen statt spalten“, du hast es verstanden. Bravo.👍

Reinhard Friedl
Gast
Reinhard Friedl (@guest_51731)
1 Monat her

Ein toller Kommentar, der wieder einmal voll den Nagel auf den Kopf trifft.