Ein Löwenblick in die Vergangenheit

von Tom Brandl

Am kommenden Samstag findet im Max-Morlock-Stadion das erste Punktspiel der Löwen im Jahr 2018 gegen die Amateure des 1.FC Nürnberg statt. Für dieses Punktspiel wurden im Vorverkauf mehrmals die Auswärtskontingente erhöht und es werden Minimum 11.000 Löwen im Stadion sein, die tatsächliche Zahl dürfte aber noch mal um einiges höher liegen. Für einen Verein, der vor der Saison nicht einmal, sondern gleich zweimal abgestiegen ist, ist dies eine bemerkenswerte Anzahl an abgesetzten Eintrittskarten. Die Dimension der Verbundenheit zu 1860 München, obwohl die Fans seit Jahren immer wieder schwer enttäuscht wurden, ist rational nur schwer erklärbar.

1. FC Nürnberg gegen TSV 1860 München am 3. Oktober 1998

Foto: (c) O.B. – stadionprogramm.de

Es wird nicht die erste Löweninvasion sein, die in der fränkischen Metropole einfallen wird. Am 3. Oktober 1998 hatte bereits eine ähnlich hohe Anzahl an Sechzger-Fans den Weg nach Nürnberg gefunden, auch wenn vor 20 Jahren die Ausgangslage eine gänzlich andere war und mit der heutigen Situation nicht das Geringste gemein hat. Damals empfing im Frankenstadion der Tabellenzehnte der Bundesliga den Tabellenzweiten. Man kann es sich heute irgendwie gar nicht richtig vorstellen, aber am Tag der Deutschen Einheit im Jahr 1998 stand 1860 München auf Platz 2 der Bundesliga und Fahrzeuge mit Münchner Kennzeichen verstopften die Autobahn auf der A9 in Fahrtrichtung Nürnberg.

Vor 42.800 Zuschauern im ausverkauften Frankenstadion entwickelte sich eines der besten Auswärtsspiele in der langen Geschichte des TSV München von 1860. Von Anfang an war Sechzig in allen Belangen klar besser und dominierte den Gegner, wie man es von einer Löwenmannschaft selten gesehen hat. Schneller am Ball, präziser im Abspiel, es klappte alles und es dauerte nicht lange, bis die ersten Tore fielen. Markus Schroth eröffnete den Reigen in der 6. Minute und noch vor der Halbzeit stand es 0:2, nachdem ein Nürnberger in höchster Bedrängnis den Ball ins eigene Tor befördert hatte. Brenzlig wurde es nur kurz in der 52. Minute, als der Club zum Anschluss kam. Aber nur drei Minuten später sorgte der beste Mann auf dem Platz, Harald Cerny, mit einem flachen Kunstschuss in die lange Ecke für die Entscheidung. Das Spiel war für die Mannen von Willi Reimann damit aber noch lange nicht zu Ende. Völlig entfesselt erhöhten Michel Dinzey und kurz vor dem Ende Hristo Yovov zum viel umjubelten 1:5-Endstand, der auch in dieser Höhe völlig verdient war. Nach dem Spiel wurde Werner Lorant in der Fankurve gefeiert und aufgrund der übrigen Ergebnisse wuchs der Vorsprung auf Platz 3 auf unglaubliche 4 Punkte.
Innerhalb von 5 Jahren war 1860 München von der Bayernliga an die Spitze der Bundesliga gestürmt.

Es ist die Hoffnung auf ein neuerliches Fußballwunder in Weiß-Blau, weshalb in der jetzigen Situation in der Regionalliga Bayern weit mehr als 10.000 Sechzger-Fans zum Auswärtsspiel gegen die Amateure vom Club anreisen. Auf alle Fälle war Nürnberg für uns Löwen in der Vergangenheit ein gutes Pflaster und hoffentlich schmeckt uns auch am Samstag nach dem Spiel das fränkische Bier noch.

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blau91
Leser

Toller Bericht, schöne Erinnerung, die Vorfreude steigt. Samstag Heimspiel in Nürnberg.😉

swaltl
Redakteur

Ich freue mich schon sehr auf Samstag. Das wird ein richtig tolles Spiel zum Auftakt des Aufstiegscountdown. 😉

Vielen Dank für den Bericht und Gratulation zum geglückten Debüt als Autor.

Dernitzky Oskar
Leser

Super Bericht und auch wir sind dabei bei der Löweninvasion.

ArikSteen

Danke für den Bericht und Gratulation zum Debüt im Löwenmagazin.