Im ersten Spiel der Rückrunde hat der TSV 1860 München im Grünwalder Stadion den im Abstiegskampf befindenden SV Meppen empfangen. Für diese Partie baute Michael Köllner seine Startelf auf zwei Positionen um. Für den verletzten Moll rückte Wein in die Mittelfeldzentrale und den angeschlagenen Lex, der zuerst Platz auf der Bank nahm, ersetzte Greilinger.

Viel Kampf, wenig Torchancen

Die erste Halbzeit ist im Grunde sehr schnell zusammengefasst. Von der ersten Minute an haben beide Mannschaften um Ballanteile gekämpft und viele Zweikämpfe absolviert. Die Gäste aus dem hohen Norden standen sicher und gut in ihren Abwehrreihen und machten den heimischen Löwen bei ihrem Offensivspiel das Leben schwer. Es gab wenige Spielszenen, die wirklich einen Fan von der Couch gerissen hätten. Bei Sechzig gab es lediglich drei gute Möglichkeiten, die man sich ins Notizbuch hätte notieren können: Über Umwege stand Biankadi völlig frei vor dem gegnerischen Torhüter, doch bei der Ballannahme war wohl die Hand im Spiel, wodurch die Spielszene abgepfiffen wurde (16.). In Minute 26 erahnte Biankadi einen zu kurzen Rückpass und spritzte dazwischen, doch Domaschke machte sich groß und klärte die Situation. In der 42. Minute ein weiterer Abschluss der Löwen, doch der Schuss von Greilinger war für Meppens Keeper leichte Beute.

Bei den Gästen sah die Lage ähnlich aus. In der 11. Minute nutzte Boere seine Chance nicht, als er die scharfe Flanke von Rechts nicht voll traf. Auch in Minute 50 war es wieder Boere, der den Ball knapp verpasste, so dass Sechzig zur Ecke klären konnte. Torlos ging es letztendlich in die Pause hinein.

Belkahia steht richtig, Bozic gleicht aus

Torsten Frings ließ beim Wiederanpfiff Bünning in der Kabine und brachte Andermatt ins Spiel. Die Löwen kamen unverändert raus. Der Wille, endlich mal ein Tor zu machen, war im zweiten Durchgang beiden Mannschaften anzumerken. Tallig setzte als Erster ein Zeichen, doch sein Schuss aus 20 Metern ging am Pfosten vorbei (46.). Auch Meppen zeigte sich offensiv, aber auch diesmal verpasste Boere die Flanke nur knapp (50.). Aus einer Standardsituation heraus schafften es die Münchner Löwen endlich, den ersehnten Treffer zu landen. Knapp vorm Strafraum wurde Mölders gefoult und von den Beinen geholt. Den Freistoß führte Neudecker aus und wählte eine flache Variante. Die Hereingabe wurde abgefälscht, so dass Semi Belkahia getroffen wurde und der Ball den Weg über die Torlinie fand (62.). Ein glücklicher aber wichtiger Treffer.

Kurz nach der Führung brachte Köllner Dressel und Lex für Tallig und Greilinger ins Spiel. Die Partie wurde offener und es versprach nicht bei der 1:0-Führung zu bleiben. Sechzig wollte mehr und die Meppener den Ausgleich. Den Schuss von Neudecker konnte Domaschke in der 68. Spielminute mit Not vereiteln und drei Minuten später schoss Steinhart einen guten Meter über den Kasten. Die Reaktion kam von Frings in Form eines Wechsels. Für Tankulic wurde Bozic auf das Spielfeld geschickt und hatte die Jokerrolle gleich vergoldet. In der 76. Minute versuchte Boere den Ball im Strafraum der Weiß-Blauen zu behaupten, doch Salger spitzelte den Ball beim Abwehrversuch zu Dejan Bozic, der Hiller mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke überwand und zum 1:1-Ausgleich traf.

In der Schlussphase rannten nun beide Mannschaften von Strafraum zu Strafraum, willig an dem Ergebnis was zu ändern und die ersehnten drei Punkte einzufahren. Am Ende blieb es bei der Punkteteilung. Für den SV Meppen ein wichtiger Punkt im Kampf gegen den Abstieg und für die Löwen reichte es dennoch, um auf Platz zwei der Tabelle vorzurücken. Auf Sascha Mölders muss der TSV 1860 München im nächsten Spiel gegen den 1. FC Magdeburg verzichten, da er sich in einem Zweikampf gegen Bünning die fünfte Gelbe Karte abholte (20.).

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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_Flin_
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_Flin_ (@flin)
1 Monat her

Das Spiel hat heute stark an Saarbrücken und Magdeburg in der Hinrunde erinnert. Viel Ballbesitz, wenig Gefahr. Alles sehr ähnlich, bevor Moll auf die Sechs gerückt war.

Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
1 Monat her

Größtenteils Zustimmung zu Euren bisherigen Kommentaren. Wein ist leider auf der zentralen Sechserposition für Moll, bis auf Weiteres, so auch heute (noch)nicht annähernd gleichwertig u. (noch)kein annähernd ebenbürtiger Ersatz o. Alternative, finde ich. Auf so einer entscheidenden, lenkenden u. leitenden Schlüsselposition, als Bindeglied zwischen Angriff u. Defensive, der z.B. sehr entscheidend von der Defensive in den Angriff umschalten u. die Fäden in die Hand nehmen, bzw. besser gesagt, die Fäden unseres Angriffsspiels von hinten heraus nach vorn ziehen soll u. fähig ist, sozusagen das Spiel, besonders die Spieleröffnung an sich zu reißen u. diese Aufgabe mit viel Können, Übersicht u. Spielintelligenz, Pass- u. Flankengenauigkeit, Schnelligkeit u. guter Balltechnik, Zweikampfstärke…usw. vom Kopf in den Fuß gemeistert bekommt, brauchen wir einen entsprechend geeigneten sehr guten Spieler. Dazu ist Wein leider noch nicht in der Lage, finde ich, da fehlt noch Einiges bei ihm, diese Position richtig gut auszufüllen. Ich denke, Richy Neudecker wäre dort vielleicht eine sehr gute Option, hat schon gute höherklassige Erfahrung, ist sehr ballsicher u. balltechnisch sehr gut u. besitzt Spielintelligenz u. Spielwitz, kann ein Spiel denken u. lenken, wie ich meine u. kann gute Pässe u. Flanken spielen… . Allerdings ist er bisher leider etwas formschwankend. Außerdem kann ich mir auch Salger o. Dressel o. (…???) auf der Position vorstellen. Jedenfalls würde ich an Michi Köllners Stelle Wein erstmal nicht weiter auf der Sechs bringen! Michi wird das schon machen, er wird u. muss es genauer wissen u. sehen, was richtig u. besser ist, wir sind hier dagegen, ironisch gesagt, nur die „Hobbytrainer“ u. selbsternannten „Besserwisser…“, die sich auch schnell mal irren können…🤣😂🤪🥴
Trotzdem, ein Punkt gegen Meppen ist jetzt nicht so schlecht, finde ich, die sind gegen Ende 2020 richtig in Fahrt gekommen u. haben einige Siege eingefahren. Also, so schlapp, wie deren gegenwärtiger Tabellenplatz ist Meppen nicht, zumal die eben äußerst kompakt defensiv gestanden sind u. hinten den berühmten Beton angerührt haben. Da ist bekanntlich schwer u. schlecht durchzukommen, wie wir wieder erleben mussten. Außerdem ist das Geläuf, also der Rasen u. die Platzverhältnisse durch die gegenwärtige Witterung u. ständig hohe Spielbelastung gerade auch nicht mehr sehr gut u. schön, am Fr. hat ja TG gegen die II. Bäh dort herumgeakkert, das macht es zusätzlich schwerer, guten technischen, flüssigen u. schnellen Fußball zu spielen. 😉

Hoffen wir mal, dass wir am Mi. in Magdeburg dann wieder eine Sieg holen. 🙏🎯👍✌🦁✌💙

Last edited 1 Monat her by Chemieloewe
jürgen
Leser
jürgen (@jr1860)
1 Monat her

Das Highlight von allem war das Banner für Quirin zu Beginn…
Starke Aktion 😀

Kopf hoch, Mund abwischen, weiter gehts

#ELiL

Chemieloewe
Leser
Chemieloewe (@chemieloewe)
1 Monat her
Reply to  jürgen

Jo, absolut löwenstarke Solidaraktion mit dem Banner für Quirin Moll!!! 👍👏👍👏👍👏🎯
Schon Mega-Pech mit dem 2. Kreuzbandriss. Alles, alles Gute Quirin, Kopf hoch, Du schaffst das, wir Löwen stehen hinter Dir, viel, beste u. schnellste Heilung u. Genesung!!! Du bist ein Löwe u. gehörst zu uns!!! Du kommst wieder zurück u. darauf freuen wir uns!!! Halte durch u. werde baldmöglichst wieder gesund!!! Machs gut Quirin, alles Gute!!! 🙏🍀🍀🍀🙏

#ELiL 💙🦁💙

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
1 Monat her

Das war ein zähes Ding heute Nachmittag. Kompliment erst mal an Meppen, die haben Defensiv richtig gute Arbeit geleistet und dem TSV auf dem großen Spielfeld keinen Platz gelassen. Und die Löwen fanden nicht die richtige und passende Lösung gegen 11 Mann, die sich hinten sozusagen einigeln. Mölders aus dem Spiel zu nehmen gelang Meppen durchaus, der nächste Gegner hat dieses Problem nicht, denn da wird unser Torjäger erst gar nicht nicht auflaufen.

Wir hatten heute nicht wirklich einen Sahne-Tag, es war schon auch zum Teil mühsam anzusehen wie man sich gegen diesen Gegner plagte. Die erste Ecke in der 68 Minute sagt schon viel darüber aus, wie torgefährlich die Löwen waren. Nur gut, dass der Ball irgendwie bei Belkahia hängen blieb und ins Tor trudelte. Ansonsten gab es auch nicht wirklich viele Torchancen. Da hat heute nicht nur die Kreativität gefehlt, auch das Tempo war nicht so vorhanden. Meppen hat auch das meist gut verteidigt, waren gefühlt doch einen Schritt schneller als die Löwen.

Wie der Kollege Alexander Schlegel schon schreibt: aus dem Mittelfeld kam wenig, aber genau dort müsste die Kreativität im Angriffsspiel ihren Anfang finden. Meist war das aber in diesem Spiel das Ende. Man könnte heute sagen: alles was in der Mitte herum getanzt ist, war stets bemüht.

Allerdings muss man aber auch sagen, dass von Meppen in der Offensive nicht viel kam. War vielleicht auch gewollt, aber wenn was kam, dann haben wir das doch ganz ordentlich verteidigt, bis auf den einen Schuss, der im Tor landete. Erinner ein wenig an das Spiel gegen Ingolstadt, nur war es da anders herum und 6-Semmel-Mölders hat getroffen.

Der Rückrundenstart hätte besser verlaufen können, aber wir haben 7 Punkte aus den letzten 3 Spielen geholt, bekommen wir das auch in der englischen Woche hin, ist das schlussendlich meckern auf hohem Niveau. Schauen wir auf Mittwoch, auf Magdeburg. Da gibt’s wieder 3 Punkte zu holen und vom Hinspiel steht da noch eine Rechnung offen.

Loewenrudel
Leser
Loewenrudel (@loewenrudel)
1 Monat her

Du kannst natürlich nicht jedes Spiel gewinnen. Aber die 2 verlorenen Punkte gegen einen Abstiegskandidaten tun weh. Die Meppener haben sich mit 2 Viererketten total hinten reingestellt und die Taktik ist aufgegangen.
Entscheidend war, dass im Mittelfeld kein Ballverteiler und Chef war. Wein kann Moll nicht gleichwertig ersetzen.
Zum Aufstieg muss noch mehr Qualität auf den Platz, das war heute zu wenig.

Dennis Müller
Gast
Dennis Müller (@guest_53199)
1 Monat her
Reply to  Loewenrudel

Deshalb 2 sind Verstärkungen essentiell … einer für den Angriff und einer für die 6er Position … entweder man will aufsteigen und greift es an oder wir sind wieder mal n Jahr in dieser 3. Liga…

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
1 Monat her

Man hat gemerkt, dass Thorsten Frings das Hinspiel noch im Kopf hatte. Noch einmal wollte er uns nicht ins offene Messer laufen. Und uns fehlt leider der „Plan B“ um gegen solch massierte Deckungen anzulaufen. So wurden mir heute nicht konsequent genug die Außen gehalten um auch mal hinter die Deckung die Flanken nach innen zu schlagen. Dadurch massierte sich alles viel zu sehr in der Spielmitte, wo dann Ballverluste vorprogrammiert sind oder man wieder abbricht und den Sicherheitsball nach hinten spielt. Und dann kommen irgendwann wieder diese überflüssigen Flanken aus dem Halbfeld von Steinhart.

Selbst wenn nicht jeder Pass ankommt, muss man doch schauen, dass man den Gegner soweit unter Druck setzt, dass es wenigstens zu Standards kommt. Aber da war mir heute zu wenig Bewegung im Spiel. Man wirkte teilweise regelrecht ratlos. Ich weiß auch nicht, ob es immer Sinn macht so spielerisch limitierte Spieler wie Tallig aufzustellen und einen technisch wesentlich beschlageneren Spieler wie Dressel auf der Bank schmoren zu lassen. Auch wenn ich schon weiß, dass Dressel endlich mal sein Phlegma ablegen muss. Auch Neudecker war zwar bemüht, aber so richtig viel gelingt ihm zur Zeit nicht. Und Wein ist wie immer kämpferisch ein Ass, aber spielerisch nahezu nicht vorhanden. Das ist einfach zu wenig, was da derzeit aus dem Mittelfeld kommt.

Übrigens bin ich auf das nächste Spiel schon gespannt, wenn Mölders nicht mit von der Partie sein wird. Es könnte sogar sein, dass wir mit einer voraussichtlichen „falschen 9“ sogar im Sturm wieder wesentlich unberechenbarer werden.