Nach schlechtem Start drehten die Löwen auf und führten kurz nach dem Wiederanpfiff mit 2:0. Doch in der Schlussviertelstunde vergaben sie die Führung und spielten am Ende 2:2-Unentschieden.

Die ­Gastgeber waren gleich von Beginn an überlegen und schnürten Sechzig hinten ein. Die Elf von Trainer Daniel Bierofka konnte den Angriffen nur wenig entgegen setzen. Den ersten Angriff hatte der TSV 1860 erst nach 14 Minuten, ansonsten dominierte Osnabrück. Zum Glück für die Löwen waren die Schüsse des VfL oft nicht platziert genug. Mehrfach rettete auch Henrik Bonmann im Tor die Löwen vor dem Rückstand.

Erst nach etwa einer halben Stunde fand der TSV 1860 etwas besser ins Spiel und wurde gefährlich vor dem Tor. In der 35. Minute erzielte Adriano Grimaldi nach einem Freistoß von Phillipp Steinhart die überraschende Führung.

Kurz nach dem Wiederanpfiff erzielte Simon Lorenz das 2:0 auf Vorlage von Grimaldi. Danach hatten die Löwen viele Chancen und hätten auf jeden Fall das 3:0 machen müssen. Erst etwa 20 Minuten nach dem Seitenwechsel fand Osnabrück wieder besser ins Spiel und drängte auf den Anschlusstreffer.

In der 77. Minute erzielte dann Manuel Farona Pulido das 1:2. Doch Sechzig ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken und griff weiter an. In der 81. Minute sah Felix Schiller nach einer Notbremse die rote Karte.

Doch der TSV 1860 konnte aus der Überzahl kein Kapital schlagen. Osnabrück stürmte in Unterzahl nach vorne und belohnte sich schließlich in der Nachspielzeit. Marcos Alvarez traf per direktem Freistoß in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:2.

Durch das heutige Unentschieden haben die Löwen nun vier Punkte aus drei Spielen vorzuweisen und liegen damit auf Platz 10 der Tabelle.

1860-Aufstellung: Bonmann – Paul, Weber, Lorenz, Steinhart – Lex (46. Bekiroglu), Wein, Moll, Karger – Grimaldi (71. Willsch), Mölders (86. Mauersberger)

Die weiteren Ergebnisse der heutigen Spiele in der 3. Liga:

KFC Uerdingen – SV Meppen 3:2

Sportfreunde Lotte – Sonnenhof Großaspach 0:2

Hansa Rostock – SV Wehen-Wiesbaden 3:2

Energie Cottbus – SpVgg Unterhaching 2:2

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tomandcherry
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Die Gegner heißen jetzt halt nicht mehr Pipinsried, Unterföhring, Buchbach oder Seligenporten und sind „nur“ wackere, aufopferungsvoll kämpfende Amateur- und Hobby-Mannschaften, sondern wir haben es jede Woche mit Profi-Teams zu tun, die durchaus noch einen Zahn zulegen können, wenn es die Situation erfordert.

Dass wir gestern am Ende nicht als Sieger vom Platz gegangen sind, hatte sicherlich mehrere Gründe. Und die teilweise zwischen den Zeilen erkennbare Kritik am Trainer halte ich für verkehrt. Ob es mit anderen (oder früheren/späteren) Wechseln besser gelaufen wäre? Kann niemand von uns mit Bestimmtheit sagen.

Was lernen wir – hoffentlich – daraus?

Jede Partie in dieser „stärksten 3. Liga aller Zeiten“ braucht bis zur allerletzten Sekunde volle Konzentration. Gewonnen ist erst dann, wenn der Schiri abgepfiffen hat. Und zwischen Platz 2 und 10 in der Tabelle reicht oftmals nur ein einziges Tor.

Auch wenn‘s uns natürlich nicht hilft, aber der dritte Spieltag hat nicht nur 60 in der letzten Sekunde Punkte gekostet. Frag nach bei Kaiserslautern, Haching, Meppen…

Uraltloewe
Leser

Bei Grimaldi wissen wir ja inzwischen, dass er Wadenkrämpfe hatte. Insofern die Auswechslung nachvollziehbar, wie auch den starken Kopfballspieler Mauersberger zu bringen. Bierofka hat dabei offenbar auf Konter durch die schnellen Karger und Willsch gesetzt und dafür Mölders „geopfert“. Ist auf alle Fälle eine mögliche Option. Die Chancen, alles klar zu machen, hatten die beiden ja.
Aber Karger: einfach nur schwach. Wobei mich weniger die verloren Zweikämpfe nerven, wenn er nach vorne ins Risiko geht, als vielmehr diejenigen, bei denen es ums Dagegenhalten, um Zweikampfhärte geht. Für mich hat Karger durchaus Potential, umso unverständlicher, was er derzeit abliefert. Schleppt er ev. noch eine Verletzung mit sich rum?

Alexander Schlegel
Leser

Kann ich alles nachvollziehen, nur war für mich die Einwechslung von Mauersberger das falsche Signal. Das geht meistens schief, wenn eine Mannschaft anfängt sich nur noch hinten einzuigeln. Man war ein Mann mehr auf dem Platz und hätte deshalb viel weiter nach vorne anlaufen müssen. Und wenn ich dann eine weitere Kante hinten reinstelle, schenke ich damit eine Abdeckung im Mittelfeld oder noch weiter vorne her. Und wenn sich alles um den eigenen Strafraum abspielt, spielt es auch überhaupt keine Rolle mehr, dass der Gegner einen Mann weniger hatte, weil der Spielradius nur mehr sehr begrenzt war.

Noch ein Wort zu Karger. Ich gebe zu, mir gefällt die Körpersprache von ihm derzeit nicht so besonders. Schon letzten Sonntag im Heimspiel gabs bereits so eine merkwürdige Szene. Wir hatten in der eigenen Hälfte Einwurf und Karger war eigentlich relativ nah zum Einwerfenden. Aber was macht er? Er dreht einfach dem Einwerfenden den Rücken zu und geht gemütlich die Außenlinie entlang, so als ob ihn das Ganze gar nichts angehen würde. Die Szene wirkte richtig skurril auf mich. Daheim habe ich sie mir dann noch mal im Fernsehen angeschaut und hatte da auch den gleichen Eindruck. Das muss man jetzt alles nicht überbewerten, aber irgendwie habe ich schon den Eindruck als ob er momentan nicht so ganz bei der Sache ist.

Alexander Schlegel
Leser

Im Prinzip war es ein tolles Spiel und man muss auch mal dem Gegner Respekt zollen: wie Osnabrück mit einem Spieler weniger auf dem Feld aufopferungsvoll und mit absolutem Siegeswillen auf den Ausgleich gedrängt hat, war für einen neutralen Zuschauer sicherlich prima anzuschauen. Nur leider gehöre ich da nicht dazu. Mich ärgerte dieses Unentschieden maßlos, denn mit einem bisschen mehr Cleverness hätte man heute die drei Punkte mitnehmen können.

Im Normalfall bin ich mit der Aufstellung Bierofkas immer einverstanden. Nur heute habe ich wirklich einiges nicht verstanden. Wie kann man z. B. den ballsicheren Grimaldi rausnehmen (hatte der was?) und den (wieder einmal) völlig indisponierten Karger durchspielen lassen. Die Aktion vor dem Ausgleich ging auch folgerichtig von Karger aus, der so haarsträubend in einer aussichtsreichen Überzahlsituation wieder einmal den Ball vertändelte, der zum Gegenangriff von Osnabrück führte, der dann mit dem Foul endete und dessen Freistoß dann zum Ausgleich führte. Warum hat man da nicht spätestens Mitte der zweiten Halbzeit einen schnellen, quirligen Mann wie den Kindsvater anstelle des nicht zum ersten Mal so seltsam lethargisch wirkenden Karger gebracht? Ich will mich jetzt auf den Jungen nicht einschießen, aber der braucht in meinen Augen dringend eine Pause. Auch bei Weber bin ich mir nicht ganz so sicher, ob da die Klasse auf Dauer ausreicht. Der Osnabrücker Angreifer darf da nie und nimmer durchkommen. Es ist leider bei weitem nicht das erste diletantische Tackling, das ich von Weber gesehen habe.

Aber es war trotz allem ein wunderbarer und stimmungsvoller Fußballabend. Allerdings dürfte auch die Lehrgeld-Kasse in der Löwenkabine heute abend gut gefüllt worden sein. Da fehlts dann schon noch an Cleverness, auch bei den Auswechslungen. Aber das wird schon.

Stepanek
Leser

Das Spiel muss man gewinnen, das war leider nicht sehr clever.