Im letzten Auswärtsspiel der Saison verschlug es den TSV 1860 München zur SG Sonnenhof Großaspach, die bereits als Absteiger feststanden. Löwen-Dompteur Michael Köllner baute auf die gleiche Aufstellung wie im Spiel gegen die SpVgg Unterhaching. Lediglich Berzel musste wegen der Gelbsperre zu Hause bleiben. Köllner gab an der Stelle Kapitän Felix Weber das Vertrauen.

Achterbahn in Halbzeit Eins: Führung, Ausgleich, Rückstand, Ausgleich

Löwen starteten offensiv ins Spiel und erspielten sich gleich viele Spielanteile. So stand es ziemlich schnell 1:0 für die Löwen (10.). Dank eines Fehlers der Aspacher Hintermannschaft eroberte Mölders den Ball, den er auf Daniel Wein ablegte. Sein Abschluss war eigentlich nur ein Schüsschen, wurde aber unhaltbar abgefälscht, wodurch sich Wein zum ersten Mal in der Saison in die Torschützenliste eintragen konnte. Die Löwen blieben in der Vorwärtsbewegung und erspielten sich gleich weitere Chancen. Zwei Mal hatte Greilinger das 2:0 am Füßchen, konnte aber keinen Treffer erzielen. Dafür aber die Gastgeber – aus dem Nichts. Ein weiter Schlag wurde im Sechzehner zur Flanke und fand den Kopf von Kai Brünker, der den Ball neben den Pfosten platzierte. Hiller war noch dran, konnte aber den Treffer nicht mehr verhindern (17.).

Eigentlich hatten die Löwen alles im Griff. Aber zwei fahrlässige Chancen vergeben und eine starke Aktion der SG und schon stand es Unentschieden. Dabei blieb es jedoch nicht. In der 30. Minute erhöhte Aspach auf 2:1. Im Mittelfeld vertändelte Steinhart die Kugel. Kai Brünker wurde steil geschickt und war nicht mehr zu halten. Aus halbrechter Position zwirbelte er den Ball ins Netz. Sechzig sah danach etwas unsortiert und chaotisch aus. Es wurde im Sechzehner noch ziemlich gefährlich, doch zum Glück blieb es beim 2:1, denn in der 37. Minute fiel der Ausgleich. Lex schickte Mölders an der Kante zu Abseits tief, der sah Tim Rieder in der Mitte und legte quer. Ein Leichtes für Rieder, denn gegen seine Laufrichtung hatte Frommann keine Chance. Kurz darauf gab es den ersten Wechsel. Für Willsch kam Paul ins Spiel. Die Löwen bissen sich im Strafraum der SG fest, doch für einen dritten Treffer reichte es erstmals nicht. Mit einem 2:2 ging es in die Pause.

Efkan Bekiroglu mach mit Doppelpack den Sack zu

Zu Beginn der 2. Halbzeit hatten die Löwen Glück. Martinovic kam mit Tempo über die rechte Seite und zog den Ball mit Druck vor den Kasten. Brünker verpasste nur knapp (50.). Fünf Minuten später hätten die Gastgeber beinahe die Sechzger ausgekontert. Martinovic bediente Gerezgiher in der Mitte, der kam an der Strafraumkante zum Abschluss, doch sein Kullerschuss war kein Problem für Hiller. Die SG wollte mehr als einen Punkt, die Löwen jedoch auch. Köllner wollte Impulse setzen und wechselte Klassen und Bekiroglu für Steinhart und Greilinger ein. Und sie zündeten sofort.

Eine Linksflanke von Klassen auf Bekiroglu brachte dieser per Kopf aus sechs Metern aufs Tor, aber Frommann klärte erneut mit einem Reflex (59.). Eine Rechtsflanke von Martinovic rutschte ihm über den Schlappen, senkte sich gefährlich hinter Hiller herunter und landete auf der Latte (65.). Und was machte Lex bitte? Eine Riesenchance in der 66. Minute. Der Stürmer war nach einer Kontersituation völlig frei im Zentrum vor Frommann, doch anstatt selbst abzuschließen suchte er den mitgelaufenen Mölders und chipte den Ball ins Toraus. Und dann war es soweit. In der 76. Minute eroberte Rieder auf der rechten Seite den Ball, spielte steil auf Efkan Bekiroglu, der seinem Gegenspieler davon lief, in den Strafraum eindrang, den Schuss antäuschte, nach innen zog und zum 3:2 ins leere Tor traf. Vier Minuten später folgte sogar das 4:2 – ebenfalls durch Efkan Bekiroglu: Lex erkämpfte sich den Ball an der Mittellinie, Mölders passte sofort in den Raum, wo Bekiroglu frei auf Frommann zulief und ihn aus 20 Metern mit einem sehenswerten Heber überlupfte (80.). Zum Schluss verpasste der eingewechselte Vincent Sadler eine Rechtsflanke von Behounek am Fünfmeterraum (89.) und damit blieb es beim 4:2-Sieg der Münchner Löwen.

Die Löwen haben durch den Sieg immer noch eine Minimalchance auf den Relegationsplatz in Richtung 2. Liga. Die Zebras kamen bei den kleinen Bayern nur zu einem müden Zähler und Ingolstadt hat gegen den 1. FC Magdeburg Federn gelassen. Die Schanzer sind ja auch der letzte Gegner der Löwen in der Saison, denen man gerne das Punkten verwehren darf.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Loewenaufsteiger
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Loewenaufsteiger (@loewenaufsteiger)
1 Monat her

So sehr ich es mir wünsche (auch im Namen ;-)), ich kann es mit einfach nicht vorstellen, dass alle 3 Ereignisse am morgigen Samstag eintreffen werden. Und sollte es doch mit dieser 5%-Wahrscheinlichkeit dazu kommen: Dann ein Relegationsspiel gegen die Glubberer…wird auch nicht easy!
Ich denke, ein Aufstieg ist eher für die nächste Saison realistischer!

jürgen (@jr1860)
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jürgen (@jr1860) (@jr1860)
1 Monat her

grins 😉
… das kommt immer auf die dann vorhandene Mannschaft an
Den passenden Trainer haben wir zumindest schon 😄

DaBrain1860
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DaBrain1860 (@dabrain1860)
1 Monat her

Frag mich nicht warum aber irgendwie bin ich sehr zuversichtlich für morgen, gefühlt schaffen wir es zu 60% 😀
Denn:
1. Wir sind gut drauf und Ingolstadt eher weniger
2. Duisburg ist momentan so was von neben der Spur
3. Für Chemnitz geht es noch gegen alles
Was dann brutal schwer wird ist dann die Relegation, denn der Club hatte einfach mehr Zeit zum regenerieren, dafür sind wir noch voll im Spielmodus und haben dann jede Menge Selbstbewusstsein.
Noch dazu würde es typisch zu Sechzig passen, wenn wir schon aufsteigen, dann ohne Fans usw, irgendwie ziemlich ironisch und typisch Sechzig 😂

Sechzig ist der geilste Club der Welt
Ohne Hasan

Snoopy.
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Snoopy. (@snoopy)
1 Monat her

Gegen ein Rumpfteam mit 4:2 gewinnen hört sich erst mal gut an. Allerdings ist die Entstehung dieser beiden Gegentreffer wieder mal über links passiert. Da sind wir extrem verwundbar und das muss sich im letzten Spiel der Saison merklich noch mal verbessern, will man die Chancen auf Platz 4 (3) und 5 (4) wahren. Thomas Oral dürfte dieses Löwen-Manko auch registriert haben. Auch, dass wir bei Kontern doch auch sehr oft hinten wackel oder zum Teil gar nicht vorhanden sind.

Die Chancenverwertung bei uns könnte auch noch etwas kaltschnäuziger und effizenter sein. Wir müssen den Ball nicht ins Tor tragen sondern reinschießen, Schönheitspreise gewinnt man woanders.

Dennoch hat man mehr erreicht als zunächst gedacht, befürchtet oder geträumt. Auch wenn man am letzten Spieltag auf die Hilfe von anderen angewiesen ist, um das ganz große Ziel zu erreichen. Köllner als Trainer nach dem Abflug von Bierofka zu holen war alles andere als eine schlechte Idee, eine gute Wahl von Gorenzel.

Aber vor dem großen Ziel muss man erst mal seine eigenen Hausaufgaben machen. Wird schwer genug, aber unmöglich ist es nun mal auch nicht. Dass Magedburg zu Null gegen Ingolstadt spielt, war wohl auch auf den wenigsten Zetteln vorhanden. Und bei dem einen oder anderen dürften die Nerven wohl auch eine Rolle spielen. Hoffentlich nicht bei Löwen.

Es wird ein heißer Samstag werden und damit meine ich nicht das Wetter.

Loewen1860
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Loewen1860 (@loewen1860)
1 Monat her
Reply to  Snoopy.

Ich denke, dass gestern bei Ingolstadt die Nerven eine große Rolle gespielt haben. Hab mir vorher die Zusammenfassung angeschaut. Nervenstärke- auch beim Trainer- schaut anders aus. Hoffe mal, da ändert sich nix bei denen. Ich sehe uns klar im Vorteil, können eigentlich befreit aufspielen, weil der Relegationsplatz nur in Theorie erreichbar ist. Ingolstadt muss!
Der Köllner Mich wird schon die beruhigenden Worte und die richtige Aufstellung finden.

anteater
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anteater (@anteater)
1 Monat her

Auch wenn wir nach wie vor teilweise vogelwild verteidigen und nach wie vor Torchancen liegen lassen, als wäre es eh schon wurscht, war das ein echt gut anzuschauendes Spiel, von beiden Seiten. Nach zuvor drei Partien zwischen diesen beiden Teams, die so unterhaltsam waren, wie Farbe beim Trocknen zuzuschauen. Schön! Gerne mehr davon, so lange wir die Punkte behalten.

Siggi
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Siggi (@gscheiderl)
1 Monat her

Die Defensive war teilweise nicht vorhanden. Insbesondere auf der linken Seite der Innenverteidigung klaffte teilweise ein Riesenloch. Erdmann konnte sich wohl nicht so ganz an die Berzel-Positon gewöhnen, so dass Steinharts Abwehrschwächen noch stärker ins Gewicht fielen. Gegen Ingolstadt ist Berzel wieder mit von der Partie und dann heißt es hinten konzentriert dichtmachen, sonst gibt es ein böses Erwachen.

Uraltloewe
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Uraltloewe (@uraltloewe)
1 Monat her

Aufstieg ist nie zu früh!

Serkan
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Serkan (@serkan)
1 Monat her

Wer hätte im Herbst letzten Jahres vermutet, dass es am letzten Spieltag theoretisch noch um den Aufstiegsrelegationsplatz gehen würde? Überragende sportliche Leistung!

Last edited 1 Monat her by Serkan
jürgen (@jr1860)
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jürgen (@jr1860) (@jr1860)
1 Monat her

… die Feierwochen von Giasing gehen weiter 😄

Welch ein Unterschied zur letzten Saison. Wir spielen bis zum LETZTEN Spieltag um den Aufstieg mit. Vielen Dank an Michael Köllner für diesen Höhenflug, das ist Balsam für die Löwenseele! 🙏

… auch wenn ich persönlich denke, dass der Aufstieg eigentlich zu früh kommt. Da werden wieder zu viele Leute wuschig 🙃 und wir sollten auch weiterhin demütig bleiben.

Interessant war auch mal mitzuerleben, wie das Löwenradio arbeitet

anteater
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anteater (@anteater)
1 Monat her

Letzte Saison war Großaspach schon nicht wirklich die Übermannschaft, aber wir haben dort verloren und seither zwei mal zu Hause unentschieden gegen die gespielt. Jedes Mal war es ein Grottenkick. Und dann kam gestern 😉

Eglinger Bua
Leser
Eglinger Bua (@eglingerbua)
1 Monat her

„Die Zebras kamen bei den kleinen Bayern nur zu einem müden Zähler“.

Äh sorry, der Punkt von Duisburg beim Klassenprimus Rot 2 war für den MSV extrem wichtig. Durch diesen einen Punkt haben Sie Rostock in der Tabelle aufgrund des deutlichen besseren Torverhältnis überholt und müssen jetzt bei einem Sieg daheim gegen Haching, „nur“ noch auf einen Nichtsieg von Ingolstadt hoffen.

Last edited 1 Monat her by Eglinger Bua
Eglinger Bua
Leser
Eglinger Bua (@eglingerbua)
1 Monat her
Reply to  Tami Tes

Okay in Bezug auf unsere, durch das Unentschieden von Duisburg, verbleibende Minimalchance auf Platz 4, war es definitiv wichtig. Die Hoffnung lebt! (Mein Kommentar war hald auch auf die Sicht vom MSV bezogen, nicht nur auf die von Sechzig)

United Sixties
Gast
United Sixties (@guest_46597)
1 Monat her
Reply to  Eglinger Bua

Richtig. Aber meistens oder oft kommt es anders, als man denkt und einplant..
diese verrückte dritte Liga wird einen überraschenden Samstag 4. Juli erleben.
Hoffentlich mit einem happy end für unsere Löwen mit Trainer Köllner, der sich das sehr verdient hat. Wie er die Mannschaft aufgebaut und motiviert hat, oben anzugreifen ist aller Ehren wert. DANKE dafür und diese Spannung. Haching wird in unserer Gunst massiv steigen, sollten Sie bei den Zebras punkten. Dann muss auch Chemnitz gegen den Abstieg fighten und wer weiss…

anteater
Leser
anteater (@anteater)
1 Monat her
Reply to  United Sixties

Wir haben jetzt schon 11 Punkte mehr als letzte Saison. Und definitiv einen einstelligen Tabellenplatz. Grandios!

Last edited 1 Monat her by anteater
anteater
Leser
anteater (@anteater)
1 Monat her
Reply to  Eglinger Bua

Das Torverhältnis der Zebras ist NUR UM DREI besser als das der Kogge. Ich finde dass das so deutlich nicht ist. Man weiß nicht, was am Samstag in Chemnitz passiert. Geht Zwickau in Mannheim in Führung und der CFC gibt sich auf und wird zur absoluten Schießbude?