Löwen-Jahresrückblick 2018 – Teil 1/4

Das war los bei den Löwen...

0

Was war das wieder für ein Jahr für die Löwen! Einige Turbulenzen gab es zu verkraften – wie jedes Jahr eigentlich – und ein Paar Highlights, die wohl jedem in Erinnerung bleiben werden: die Meisterschaft und der Aufstieg in die 3. Liga gefolgt von der unvergesslichen Aufstiegsfeier in der Löwenheimat Giesing.

In dem vierteiligen Jahresrückblick werden wir das Jahr 2018 im Löwenmagazin Revue passieren lassen und die wichtigsten Ereignisse rund um die Profis, aber auch aus dem Verein heraus, zusammenfassen. Wetten, dass Ihr Einiges bereits verdrängt habt.

Januar: Neue Namen, Veränderungen und Skandale

Während sich die Profis noch im wohlverdienten Winterurlaub befanden, waren es die Junglöwen, die zum Jahresanfang für Jubel sorgten. Die U19 gewann die Oberbayerische Hallenmeisterschaft in Traunstein und qualifizierte sich damit für die Endrunde in Nördlingen, wo es um den Titel des Bayerischen Meisters ging. Auch die Traditionslöwen um Michi Hofmann machten auf sich aufmerksam beim 9. AOK Traditionsmasters in Berlin, wo nur ein Tor gegen Schalke 04 zu einem Einzug ins Halbfinale fehlte.

Viel wichtiger war jedoch die Nachricht aus der Geschäftsstelle. Markus Fauser hörte als Geschäftsführer der KGaA auf und Michael Scharold, der bis dato als Finanzexperte bei der KGaA eingestellt war, wurde als sein Nachfolger bekannt gegeben. „Die Stabübergabe an Michael Scharold ist eine logische Konsequenz, die auf der guten Zusammenarbeit in der Vergangenheit fußt“, meinte damals Fauser. Doch diese Entscheidung war nicht so leicht über die Bühne gegangen. Der Mehrheitseigner Hasan Ismaik bestand für diesen Posten auf den ehemaligen Löwen-Spieler und Jahn Regensburg-Sportchef Franz Gerber, den er bereits im Sommer 2017 anstatt Markus Fauser gerne installieren wollte. Wie bei Fauser musste der e.V. auch bei Scharold die 50+1-Karte ziehen, was Ismaik in einer knappen WhatsApp-Nachricht an die Süddeutsche Zeitung mit „Yes they used“ bestätigte.

TSV 1860 gg. Chemie Leipzig
Benefizspiel: TSV 1860 gg. Chemie Leipzig

Kurz darauf gab es weitere neue Namen beim TSV. Dieter Märkle übernahm das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) und ersetzte damit Wolfgang Schellenberg, der Ende 2017 seinen Posten räumen musste und Günther Gorenzel kam als Sportlicher Leiter zu den Löwen, um Scharold und Daniel Bierofka zu unterstützen. Der neue Sportliche Leiter Gorenzel freute sich, „dass es final geklappt hat und ich mit dem heutigen Tag [19.01.2018] die verantwortungsvolle Position bekleiden kann. Ich habe mich bewusst für die Option und den Weg 1860 entschieden, weil ich fest daran glaube, dass wir erfolgreich sein werden, wenn es uns gelingt, alle Kräfte im Verein zu bündeln.“

Bevor es für die Profis ins Trainingslager nach Portugal ging, konnten die Löwen einen Neuzugang verkünden. Michael Görlitz wurde für die Restrunde mit Option auf Verlängerung verpflichtet. Der 30-Jährige, der bereits 140 Zweitligaspiele für Arminia Bielefeld, FC St. Pauli und FSV Frankfurt bestritt, war zuletzt aufgrund einer Verletzung vereinslos und freute sich auf die Löwen.

Auch beim e.V. tat sich einiges, so dass der Januar alles andere als langweilig war und die Nachricht, dass sich der Ski-Löwe Linus Straßer für die Olympischen Spiele in Pyeongchang qualifizierte, fast unterging… Bereits Ende des Jahres 2017 erklärte Athanasios „Saki“ Stimoniaris seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat des TSV München von 1860 e.V. und Mitte Januar war es Richard Ostermeier, der es ihm gleichtat und in seinem Rücktritts-Schreiben die Gelegenheit nutzte, ein paar Botschaften zu versenden: „Bei all den unterschiedlichen Meinungen und Strömungen sollte immer Vernunft und gegenseitiger Respekt unter Löwen gewahrt bleiben. Gerade unser besonderer Löwenzusammenhalt macht den Unterschied und sollte für nichts und niemanden geopfert werden! Den Gesellschaftern der KGaA wünsche ich eine möglichst einvernehmliche Zukunftslösung. Meine Erfahrung ist, dass trotz gegenseitigen Bemühen diese Partnerschaft nie zusammengepasst hat und auch kaum mehr zusammenfinden wird.“ Auch an die Stadt richtete Ostermeier ein paar Worte: „Die Stadt München bitte ich, auch unserem viel beachteten Verein weiter wohlwollend Unterstützung zu geben und dazu gehört für mich der weitere bundesligataugliche Ausbau des Stadions an der Grünwalder Straße. Step by step für eine echte Zukunftsfähigkeit in jeder Liga.“ Ab dem Zeitpunkt bestand der Verwaltungsrat aus sieben Mitgliedern und setzte die Arbeit ohne einen Nachrücker fort.

Der erste Skandal des Jahres ließ nicht lange auf sich warten. Dem kicker wurden Mails vom November 2017 vom Verwaltungsrat Dr. Markus Drees zugespielt, in denen von der „Politik der Nadelstiche gegen Ismaik“ zu lesen war. Saki Stimoniaris war es, der sich kurz darauf öffentlich gegen die „Maulwurf“-Vorwürfe wehren musste: „Ich distanziere mich in aller Deutlichkeit von den Vorwürfen, dass ich möglicherweise vertrauliche Unterlagen aus dem Verwaltungsrat des TSV 1860 München an das Fußball-Magazin kicker weitergereicht hätte“. 

Ende Januar kam dann die Überraschung. 1860-Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik zog sich aus dem Aufsichtsrat der TSV 1860 München GmbH & KGaA sowie aus dem Beirat der TSV 1860 München Geschäftsführungs-GmbH zurück. In den Aufsichtsrat und Beirat entsandte Hasan Ismaik Saki Stimoniaris, Betriebsrats­vorsitzender der MAN, und Peter Cassalette, den ehemaligen 1860-Präsidenten. Beide Namen lösten Staunen bei den Löwenfans aus. „Nach langer Überlegung habe ich beschlossen, dass es aufgrund der Entfernung und meiner andauernden beruflichen Belastung besser ist, diese wichtigen Ämter beim TSV 1860 mit Personen zu besetzen, die nicht nur die Kultur, sondern auch den Verein sehr gut verstehen und vor Ort ohne große Vorlaufzeit wichtige Entscheidungen treffen können“, erklärte Ismaik und fügte an: „An meiner Treue zu 1860 wird diese Entscheidung nichts ändern.“ Neben Hasan Ismaik verabschiedete sich auch Abdelrahman Ismaik aus den Gremien und Yahya Ismaik übernahm den Vorsitz im KGaA-Aufsichtsrat.

Auch der TSV München von 1860 e.V. besetzte die Aufsichtsratsposten in der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA neu. Für den ausscheidenden Verwaltungsratsvorsitzenden Dr. Markus Drees rückte Präsident Robert Reisinger in das Gremium ein. Die Position als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde mit Karl-Christian Bay besetzt.

Februar: Ende der Winterpause

Für die Löwen-Profis ging es Anfang Februar nun nach Oliva ins Trainingslager, mit dabei das Sorgenkind Timo Gebhart, der seine Verletzung noch nicht auskurieren konnte. Nach wenigen Tagen musste Gebhart vorzeitig das Trainingslager wegen der Entzündung an der Achillessehne abbrechen und verlassen. Ein Comeback erlebten die Fans leider nicht mehr.
Der TSV 1860 München lieh Mittelfeldspieler Martin Gambos für den Rest der Saison an seinen Heimatverein MSK Zilina und den Mittelfeldspieler György Hursan bis Sommer 2019 in seine Heimat zu Békéscsaba 1912 Elöre aus.
Die angesetzten Testspiele in der Vorbereitungsphase verliefen gut und die Fans freuten sich langsam auf die Rückrunde und die Partie in Nürnberg.

In der Zwischenzeit ereilte eine traurige Nachricht die Löwenfamilie. Der Ehrenvorsitzende der ARGE und der Erfinder des Slogans „Einmal Löwe, immer Löwe“ – Helmut Zotz, war im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit am 15. Februar 2018 verstorben.

Am 24. Februar endete die Winterpause und die Löwen reisten nach Nürnberg, mit tausenden Löwenfans im Schlepptau. Vor einer beeindruckenden blauen Kulisse verspielten die Löwen leider eine 2:0-Führung durch Seferings und Mölders und kassierten zwei Tore von der Klub-Reserve.

Auch der Vertrag von Daniel Bierofka war im Februar ein Thema, bei dem sich die Vertreter vom Mehrheitseigner Ismaik zu Wort meldeten. „Es ist der ausdrückliche Wunsch von Hasan Ismaik, Daniel Bierofka möglichst lange an den Verein zu binden. Diese Empfehlung haben wir auch so an die Geschäftsleitung weitergegeben“, sagte Saki Stimoniaris in der Pressemitteilung.

Die neuformierte Traditionsmannschaft war wieder am Start. Beim AL-KO Cup in Neu-Ulm scheiterten die 1860-Oldies um Teammanager und Torwart Michael Hofmann erst im Endspiel am prominent besetzten VfB Stuttgart, nachdem sie die Schwaben in der Gruppenphase noch mit 3:1 bezwungen hatten.

März: 5 Spiele, 5 Siege

Der Monat März war sportlich ein voller Erfolg für die Profis. Leider wurden auch die Überlegungen in der KGaA laut, die U21-Mannschaft in der nächsten Saison aufzulösen, was natürlich nicht bei allen Fans gut ankam. Bis heute ist das Thema noch nicht vom Tisch.
TSV 1860 - BuchbachDie Profis holten dafür einen Sieg nach dem anderen. Im ersten von drei Heimspielen innerhalb von acht Tagen kamen die Löwen im Nachholspiel gegen den TSV Buchbach in der Nachspielzeit zu einem 2:1-Sieg. Gegen den SV Seligenporten taten sich die Löwen lange Zeit schwer, konnten aber mit dem Doppelpack von Markus Ziereis und dem Treffer von Phillipp Steinhart einen klaren 3:0-Erfolg verbuchen. Die Giesinger-Heimspieltage beendeten die Löwen mit dem dritten Sieg. Gegen Schlusslicht FC Unterföhring genügten zwei schnelle Tore zu Beginn beider Hälften. Markus Ziereis traf nach 70 Sekunden und Jan Mauersberger erhöhte in der 48. Minute zum 2:0-Endstand. Auch gegen den VfR Garching feierte die Mannschaft beim 4:1 den vierten Heimsieg in Folge. Bereits zur Pause führten die Sechzger durch die Tore von Jan Mauersberger, Markus Ziereis und Benjamin Kindsvater mit 3:0. Nach einem Gegentreffer stellte Sascha Mölders dann den alten Abstand wieder her. Kurz vor Schluss gab Winterzugang Michael Görlitz sein Debüt im Löwen-Dress. Am 30. Spieltag legten die Löwen vor und gewannen bei der SpVgg Greuther Fürth II mit 2:0, wodurch sie die Führung an der Tabellenspitze ausbauen konnten. Markus Ziereis war zu dem Zeitpunkt zum Torgarant geworden und traf zum sechsten Mal im fünften Spiel in Folge.

Roland „Magic“ Kneißl kündigte nach 22 Jahren überraschend seinen Posten als Geschäftsführer der TSV 1860 Merchandising GmbH. In den Medien kamen Vorwürfe gegenüber dem zweiten Geschäftsführer Anthony Power auf, der Kneißl angeblich gemobbt haben soll. Ob es zu der angedrohten Klage kam, ist nicht bekannt.

Für Turbulenzen sorgte in diesem Monat auch der Nachbar aus der Seitenstraße. Anfang des Monats teilte der FC Bayern mit, das Derby – das am 29. April stattfinden sollte – in der Allianz Arena austragen zu wollen. Man wolle für einen neuen Zuschauerrekord in der Regionalliga sorgen. Diese Info sorgte nicht nur bei den Löwenfans für Kopfschütteln und Ablehnung. In den eigenen roten Reihen kam es zum Widerstand und Protesten, so dass Uli Hoeneß wenige Wochen später eine Rolle Rückwärts machen musste.


Teil 2: Löwen-Jahresrückblick 2018.

Jetzt Löwenmagazin unterstützen:

https://loewenmagazin.de/fantreff2019-in-planung-jetzt-auf-loewenmagazin-auf-facebook-liken-und-uns-unterstuetzen

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

Hinterlasse einen Kommentar

Please Login to comment
avatar
  
smilewinklolsadballlionpretzelbeerstadiumlinkrollingheartzzzpolice
 
 
 
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: