Der TSV 1860 München hat den Aufsteiger SC Verl bei bestem Fußballwetter im Stadion an der Grünwalder Straße am 31. Spieltag empfangen. Ein Duell der besten Offensiven von Liga Drei, denn 54 (TSV) bzw. 55 (Verl) Tore schossen die jeweiligen Teams bislang. So war es zu erwarten, dass diese Partie keine leichte Aufgabe für die Köllner Mannen sein wird. Im Hinspiel im November trennten sich die Teams noch mit einem 1:1-Unentschieden. Ein Selbstläufer war nicht zu erwarten.

Nach Rückstand bringt Mölders mit einem Doppelpack die Löwen zurück ins Spiel

Keine zwei Minuten war das Spiel alt, schon fiel der erste Treffer – für die Gäste. Der TSV hatte den Anfang irgendwie verschlafen. Yildirim flankte punktgenau ins Zentrum, wo Justin Eilers völlig frei stand und auf Höhe des Elfmeters zur überraschenden Führung einnetzte (2.). Sehr lange behielt das Ergebnis jedoch nicht seine Gültigkeit. Nach den Chancen durch Mölders (9.) und Neudecker (12.) wurde der Ausgleich dann in der 15. Minute vollzogen. Neudecker schnappte sich die Kugel und schickte Biankadi in den Strafraum. Er legte wiederum nach innen, wo Sascha Mölders problemlos ins lange Eck vollendete. Und weil es so schön war und die 20er Tor-Marke wohl erreicht werden sollte, haute Mölders noch einen raus und erhöhte vier Minuten später auf 2:1. Steinhart hatte diesmal viel Platz und auch Zeit zu flanken, fand im Strafraum Sascha Mölders, der hochstieg und die Kugel in die Maschen köpfte.

Ein offenes und beidseitig offensives Spiel boten die Teams auf Giesings Höhen. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit versuchten die Gäste einen weiteren Treffer zu landen, doch eine klare Chance blieb aus. Dabei unterliefen den Löwen schon so einige Fehlpässe in der Defensive und auch Fehler im Spielaufbau, was jedoch der Sportclub nicht für sich zu nutzen wusste. Mit der knappen 2:1-Führung ging es in die Kabinen.

Ausgleich der Gäste in Unterzahl, Neudecker sichert drei Punkte

Auch der zweite Durchgang hatte nach wenigen Minuten was zu bieten – nämlich den Platzverweis für den gelb-vorbelasteten Mikic, der Biankadi foulte und damit die Ampelkarte kassierte und den vorzeitigen Gang in die Kabinen antreten durfte (51.). Wirklich geschockt war der SC Verl wohl nicht, denn eine Minute später erspielten sie sich eine Riesenchance. Das Aluminium rettete jedoch an dieser Stelle die Löwen. Fünf Minuten später war es dann allerdings geschehen. Das 2:2. Rabihic brachte von links eine Ecke, die zu Willsch flog und von seinem Fuß unglücklich abprallte. Aygün Yildirim war zu Stelle und schob ein.

Dass die Gäste in Unterzahl waren, war ihnen nicht anzumerken. Sie spielten weiterhin nach vorne und auf Sieg. Doch Sechzig wollte sich mit einem Unentschieden nicht zufrieden geben: Dressel spielte Steinhart an, der perfekt von links in die Mitte flankte. Dort lief Richard Neudecker ein und köpfte den Ball unhaltbar für Brüseke ins Netz (65.). Ausruhen war danach trotzdem nicht – nicht für die Löwen und auch nicht für die Fans zu Hause, denn der Spielverlauf und der Gegner zeigten deutlich, dass man mit allem zu rechnen hatte. Trotzdem blieb es am Ende bei dem Ergebnis. Bis zum Schluss blieb Mölders jedoch der auffälligste Löwe auf dem Grün, der in der 83. Minute an Brüseke scheiterte und zwei Minuten später Lex eine gute Vorlage lieferte, wobei der Schuss von Lex dann doch zu zentral ausfiel und der SC-Keeper diesen ohne Probleme halten konnte. In der Nachspielzeit eröffnete sich nochmals die Chance für Mölders. Der für Lex eingewechselte Greilinger nutzte einen Fehler von Verl aus, schnappte sich den Ball und legte ihn auf Mölders, der nur noch einschieben musste. Doch der Löwen-Stürmer schoss aus kurzer Distanz am leeren Tor vorbei. Dies wäre allerdings nur noch das Sahnehäubchen gewesen.

Die Effizienz der Löwen war auch an diesem Nachmittag hervorragend und wurde mit drei Punkten gekrönt. Nachdem der FC Ingolstadt 04 das Derby gegen die kleinen Bayern aus der Hand gab (2:2) und Magdeburg in Rostock einen Sieg für sich verzeichnen konnte (0:2), hat Sechzig durch den Sieg wieder einen weiteren Schritt nach oben getan. Nur noch vier Punkte trennen die Löwen vom Platz 2 der Drittliga-Tabelle. Ein schöner Anblick und eine wohl gute Motivation für die Löwen gegen den nächsten Gegner Türkgücu München.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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alexander-schlegel
alexander-schlegel(@a-schlegel)
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9 Monate her

War hart erarbeitet. Und das ist auch der Unterschied zur Rückrunde der letzten Saison. Da gingen uns in dieser Phase der Saison die Körner aus. Das ist erfreulicherweise dieses Jahr ganz anders.

Allerdings hat das Spiel auch wieder altbekannte Schwachstellen offenbart, auch solche, die man schon überwunden glaubte. Zum einen ist da immer noch ein komischer Bruch im Spiel, wenn wir einen Mann mehr auf dem Platz sind. Zielt der Verler Spieler nur ein paar Zentimeter genauer (der übrigens hervorragend war), dann hätte es gleich geklingelt. Gut, man hat sich noch herausgekämpft, aber die Abwehr wackelte schon bedenklich. Mir fehlte auch ein bisserl die Statik im Spiel. Das defensive Mittelfeld war manchmal gar nicht existent, deswegen hatte es die Abwehr teilweise auch so schwer, weil Verl ungebremst mit 2-3 Spielern auf 1-2 Verteidiger zugelaufen sind. So was ist brandgefährlich und sollte man tunlichst in den nächsten Spielen vermeiden. Einen festen 6er mit Wein würde ich dringend anraten.

Leider verfiel auch Hiller wieder in alte Schemata, was die Strafraumbeherrschung anging. Das war bei weitem nicht nur das zweite Gegentor, wo er nicht gut aussah bei hohen Flanken. Ich hoffe, er knüpft in den folgenden Spielen wieder an die sonstige Leistungen an. Natürlich nur bezogen auf Flanken, ansonsten war er ja wieder tadellos.

Bin wirklich gespannt auf das Spiel gegen Türkgücü. Sollte man das auch noch erfolgreich gestalten, dann ist man wirklich wieder im Geschäft. Schon komisch, wie plötzlich die ersten Drei auf einmal schwächeln, die vorher durchmarschiert sind als gäbs kein Morgen. Aber gut, uns kanns recht sein … 😉

juergen
juergen(@jr1860)
Bekannter Leser
9 Monate her

Wenn ich mir die Ergebnisse der Wettbewerber so anschaue, scheint niemand dabei zu sein, der aufsteigen will…
Mei, san mia halt mal wieder das Sozialamt der Liga und übernehmen das 😎😀

#ELiL

chemieloewe
chemieloewe(@chemieloewe)
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Reply to  jürgen
9 Monate her

🤣😂🤣🎯👍👏Wenn das keine Steilvorlagen u. Einladungen zum Aufstieg der vor uns platzierten Konkurrenz an den letzten beiden Spieltagen für uns Löwen sind, dann weiß ich auch nicht. So ist eben Fußball…einfach Fußball verrückt… . Wenn wir jetzt nicht locker lassen, bis zum Schluss alle u. volle Löwenpower in jedem Spiel reinhauen, dazu das nötige Spielglück haben u. so fast alle restlichen Spiele gewinnen u. die Konkurrenz vor uns noch weiter mehrfach patzt u. Punkte liegen lässt, dann erleben wir am Ende ein weißblaues Löwenwunder u. steigen doch noch auf.
Es wäre soooo schööön!!!
😉👟⚽️🎯✌💙🦁💙✌🍀🍀🍀🏅🏆🐣

Last edited 9 Monate her by Chemieloewe
dabrain1860
dabrain1860(@dabrain1860)
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Reply to  Chemieloewe
9 Monate her

Und dann wär es mal wieder typisch Sechzig, das sobald wir rechnerisch mindestens den dritten Platz erreichen könnten, wir wieder mit verlieren anfangen, naja, man soll ja angeblich die Tradition wahren 😂
Na, wird scho 👍👍

loewen1860
loewen1860(@loewen1860)
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Reply to  jürgen
9 Monate her

Also gschenkt wui i an Aufstieg a net. Es soll scho spannend bleiben bis zum letzten Spuidog. Am besten 4 punktgleiche Mannschaften nachm 37. Spuidog, so dass jeder die Chance auf Platz 1 aber a auf Platz 4 hot! Naja, und da dann danach den Schanzer Platz 4 hobn…

Ma deaf ja woi dramma!

ELIL, auf die Löwen 🍻

_flin_
_flin_(@flin)
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Reply to  jürgen
9 Monate her

Wenn man sich die Tabelle vom letzten Jahr anschaut, fallen mehrere Sachen auf. Erstens ist die Saison am 31. Spieltag noch nicht vorbei. Zweitens kommt es stark darauf an, wer im Schlußspurt die Punkte holt.

Alle Aufsteiger/Relegationsteilnehmer (und der “Meister”) des letzten Jahres haben in den letzten 7 Spielen einen Punkteschnitt von mindestens 1.86 Punkten pro Spiel gehabt (Braunschweig), die meisten 2 Punkte. Die Jahre davor gab da auch nach oben Ausreißer – bis zu 21 Punkte. Da war die Liga allerdings noch klarer als dieses Jahr.

Ich wage es, mich aus dem Fenster zu lehnen und zu sagen: Wer in den letzten 7 Spielen von den ersten 4 Mannschaften 14 Punkte holt, steigt auf. 4 Siege, 2 Unentschieden, eine Niederlage. 68 Punkte sollten dieses Jahr für den 3.Platz reichen. Das heißt, Saarbrücken hat noch Außenseiterchancen, Verl nicht mehr. Üblicherweise gibt es eine Mannschaft aus den ersten vier, der auf den letzten Metern die Puste ausgeht. Letzte Saison Duisburg. Vorletzte Saison niemand. 2018 Wiesbaden, 2017 Magdeburg.

serkan
serkan(@serkan)
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9 Monate her

Für mich das bislang attraktivste Spiel der Saison. Beide Mannschaften Vollgas nach vorn. Wann sieht man das schon mal.

chemieloewe
chemieloewe(@chemieloewe)
Bekannter Leser
Reply to  Serkan
9 Monate her

Ja, das habe ich auch so gesehen u. empfunden. Die Defensive wurde manchmal etwas sträflich vernachlässigt, aber dafür war von uns u. Verl volle Offensivpower zu sehen…ein sehr schönes Fußballspiel mit dem besseren Ausgang für uns. Löwenstark!!!

Last edited 9 Monate her by Chemieloewe
dabrain1860
dabrain1860(@dabrain1860)
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9 Monate her

Super Spiel, ein richtig schönes offensiv Spektakel!
Diese Mannschaft hat eine dermaßen brutal gute Mentalität, einfach der Wahnsinn!
Sie hätten es sich wahrlich verdient das sie zum Schluss oben drann bleiben!

3und6zger
3und6zger(@3und6zger)
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9 Monate her

Das ist der Unterschied zur letzten und vorletzten Saison. Da wär des Spiel das 15. Unentschieden nicht der 15. Sieg geworden. Auch ein dreckiger Sieg bringt nicht weniger als 3 Punkte und am Ende kräht kein Hahn danach!
Sauber Jungs, gut gemacht💙👍🦁💙

uraltloewe
uraltloewe(@uraltloewe)
Leser
9 Monate her

Eine Vogelweide erste Viertelstunde mit Anführer Steinhart und einem Fehlpassfestival, das seinesgleichen sucht. Umso bemerkendwerter, wie die Mannschaft zurückgekommen ist, auch hier wieder Steinart federführend. Allzu oft braucht es ein solches hin und her nicht, ein einfaches 2:0 genügt auch😉.

uraltloewe
uraltloewe(@uraltloewe)
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Reply to  Uraltloewe
9 Monate her

vogelwilde

Deleted User
Deleted User (@guest_55322)
Gast
9 Monate her

Harter Arbeitssieg gegen ein starkes Verl. Schön, dass wir jetzt auch mal unsere Chancen konsequent nutzen.
Es sind noch 4 Punkte Rückstand und 7 Spiele.
Jetzt musst du aus der Defensive raus und klar den Aufstieg als Ziel ausgeben.
Momentan scheint alles möglich!

chemieloewe
chemieloewe(@chemieloewe)
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Reply to  Loewenrudel
9 Monate her

Mölders hat ja schon öfters betont, dass er aufsteigen will!!! Und er ist ja immerhin der Capitano u. kein Hinterbänkler! Dass sich MK da öffentlich mit solchen Aussagen zurückhält, ist wohl mehr als verständlich. Denn er u. wir kennen ja die schnellen, hitzigen Diskussionen u. den Medienrummel bei, mit u. um Sechzig… da wird sich MK sehr hüten, zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen u. die Gemüter weiter anzuheizen. Viel Unruhe u. zusätzlichen Druck von außen kann er u. sein/unser Team jetzt bestimmt gerade eben nicht gebrauchen. Das würde sicher eher schaden als nützen, denke ich.
Weiter so Löwen, toll zurückgekämpft, ganz toll auch von Mölli u. Ritchie mit ihren Toren, aber auch von der ganzen Mannschaft, nach etwas schlechtem, vogelwildem Beginn, beispielhaft dafür der Phillipp Steinhart, erst fahrig u. fehlerhaft, später dann absolut top, besonders nach vor in der Offensive. In Zukunft, Löwen, so auch nächste Woche gegen Türkgücü, bitte die Angangspahse nicht so ungeordnet, chaotisch u. verschlafen angehen!!!

Türkgücü nächsten Sa. im Sechzger wegputzen!!!
Weiter, Löwen, kämpfen u. siegen!!!
💙🦁💙✌👟⚽️🎯😎

chemieloewe
chemieloewe(@chemieloewe)
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Reply to  Tami Tes
9 Monate her

👍🎯Ach ja, stimmt ja, danke, hast ja recht, die Partie wurde ja ins Oly verlegt. Dann putzen wir Türkgücü eben im Oly weg!!! ✌💙🦁💙✌

_flin_
_flin_(@flin)
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Reply to  Loewenrudel
9 Monate her

Man braucht den Aufstieg nicht als Ziel ausgeben. Man muss jedes Spiel gewinnen wollen, das nacheinander, und am Ende der Saison schaut man auf die Tabelle. Nur das nächste Spiel zählt, alles andere sorgt nur für schlechte Ergebnisse.

juergen
juergen(@jr1860)
Bekannter Leser
9 Monate her

Das wird schon… 😀