Mit einem unerschüttlichen Löwenherz ausgestattet, glaubt Ali Cukur, Boxtrainer beim TSV 1860 München, an seine Schützlinge. Am 23. September 2021 kommt der Dokumentarfilm „Lionhearted – aus der Deckung“ in den Kinos.

Ali Cucur ist für viele Boxer beim TSV 1860 München Vorbild, Vater und Lebensretter. „Im Ring bringt er ihnen bei, ihre Wut zu bändigen, die Kontrolle zu behalten. Boxen als Training für das echte Leben. Die Chance, Anerkennung zu finden und nicht auf die schiefe Bahn zu geraten.“ Die Dokumentation Lionhearted begleitet die Boxer zu einem Boxcamp in den Slums von Accra in Ghana.

Bild: Firsthand Production / Bilderfest factual entertainment
Bild: Firsthand Production / Bilderfest factual entertainment

Konfrontiert mit den harten Bedingungen der ghanaischen Boxer, beginnen die Jugendlichen, ihr Leben in Deutschland aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Ali Cukur

Ali Cukur kam in den siebziger Jahren als Einwandererkind aus der Türkei nach Deutschland. Lange hatte der Neunjährige darauf gewartet, dass ihn seine Eltern endlich zu sich nach Deutschland holen, weg von den Verwandten, die ihn und seine Brüder nur rudimentär versorgten. Doch auf dem Weg in die neue Heimat passierte ein Unfall, den Cukur bis heute nicht verkraftet hat. Geplagt von Schuldgefühlen fiel es Ali schwer, sich in dem fremden Land zurechtzufinden, sich anzupassen. Erst als Jugendlicher fand er im Boxverein des TSV 1860 München eine neue Heimat. Die strengen Regeln, die geforderte Disziplin und die familiäre Struktur gaben ihm Halt. Als junger Erwachsener kämpfte er sich mit immenser Willenskraft und ohne professionelle Hilfe bei der Weltmeisterschaft 1982 auf den 5. Platz. Für die Sportwelt eine Sensation und für ihn eine Bestätigung, dass man es auch als „No Name“ bis ganz nach oben schaffen kann. Dem TSV 1860 München — den Löwen — ist Ali Cukur bis heute treu geblieben: Seit 25 Jahren kümmert er sich nun schon als Cheftrainer der Boxabteilung ehrenamtlich um Jugendliche aus 30 Nationen — viel Potenzial für Reibereien. Ali kennt diesen Kraftakt, sich ständig beweisen und durchkämpfen zu müssen, gerade wenn man aus einer fremden Kultur kommt. Auf ihn hören die Jugendlichen, denn sie spüren, dass er es ernst meint mit ihnen. Er bringt sie dazu, sich an Regeln zu halten, sich etwas aufzubauen und sich aktiv an der Willkommenskultur des Clubs zu beteiligen.

Die Regisseurin

Antje Drinnenberg arbeitet als Autorin und Regisseurin u.a. für ARD, ZDF, arte und 3sat und war auch schon für das ARD-Studio in New York tätig. Ihr Feature „Eine Frage des Überlebens“ über die Rückkehrer in der Sperrzone von Tschernobyl wurde mit dem Georg-Schreiber-Medienpreis ausgezeichnet. Aktuelle, politisch-brisante Themen, wie der sich verändernde Islam in Westafrika, oder die Bewohner des Untergrunds in New York, sind die Kernthemen ihrer Arbeit. Die Filmemacherin begeistert sich für Naturwissenschaften und Technik ebenso wie für gesellschaftspolitische Themen wie Menschenrechte und Integration.


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Ab 23. September im Kino.


DREHBUCH & REGIE: ANTJE DRINNENBERG
KAMERA: JANIS WIlLBOLD
SCHNITT: ANyA SCHULZ
Genre: Dokumentarfilm
Fassung: Deutsch
Filmdauer: 90 min
Format: HD
Ton: 5.1
Jahr: 2019
Verleih: Filmperlen

Mehr Infos: http://lionhearted-der-film.de/

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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