Spieler des Nachwuchsleistungszentrums dürfen die Krafträume der KGaA nicht nutzen. Darüber zeigten sich Eltern der Nachwuchsmannschaften verwundert. Denn rein darf zum Beispiel Anthony Power, Geschäftsführer der Merchandising GmbH.

Vor der Pandemie war es kein Problem, dass Nachwuchsmannschaften die Krafträume des TSV 1860 München nutzen. Während der Pandemie gab es dann eine neue Regelung. Um die Profis vor eine COVID-19-Ansteckung zu schützen blieb der Nachwuchs draußen. Das Hygienekonzept sah keine andere Möglichkeit. Und nun? Das soll auch weiterhin so bleiben, bestätigt der TSV 1860. Selbst die U21 und die U19 dürfen nicht rein. Rein darf stattdessen Merchandising-Geschäftsführer Anthony Power. Am Rande eines Testspiels zeigten sich Eltern darüber verwundert. Auf dem Weg zum Training sehen ihre Kinder immer wieder Ismaiks Statthalter alleine in den Räumlichkeiten trainieren.

Manfred Paula, Leiter des Nachwuchsleistungszentrum, versucht derweil kreativ zu sein und erörtert Lösungen für das Athletiktraining. Mit hohem Engagement versucht er optimale Trainingsbedingungen zu schaffen. Leicht ist das nicht. Denn die Kosten für das NLZ müssen überwiegend vom TSV e.V. übernommen werden. Unterstützt wird der e.V. durch das leidenschaftliche Engagement der Unternehmer für Sechzig. Seitens der KGaA ist hingegen die Unterstützung gering. Für den Sommer wurde ein Calisthenics-Park eingerichtet. Der teils verspottet wurde, aber von unschätzbarem Wert ist. Und im Winter? Muss Paula noch eine Lösung erarbeiten.

Der Servicevertrag zwischen der KGaA und der Fußballabteilung wurde 2019 gekündigt. Bereits zuvor hatte die KGaA ihre anteiligen Kosten nicht mehr übernommen. Mittlerweile haben sich 800.000 Euro angesammelt, die seitens der KGA an den e.V., beziehungsweise die Fußballabteilung noch zu zahlen sind. Der TSV München von 1860 e.V. übernahm dann ab 2019 den Großteil der Kosten für das Nachwuchsleistungszentrum. “So zum Beispiel für die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums, die Pädagogik oder auch den Koch”, erklärt Roman Beer, der ehemalige Abteilungsleiter bei seinem Rücktritt. Ein neuer Servicevertrag steht an.

Auch der größte Teil des Engagements de neuen NLZ-Namensgebers BayWa steht der Nachwuchsförderung nicht zur Verfügung. Obwohl die BayWa die Namensrechte des Nachwuchsleistungszentrums übernommen hat. Beim Nachwuchs kommt von dieser exklusiven Partnerschaft leider nicht wirklich viel an. Eine Sporthalle, die auch fürs NLZ mehr Möglichkeiten schaffen würde, wird aktuell wohl noch von 1860-Gesellschafter Hasan Ismaik blockiert. 1860-Präsident Reisinger ist allerdings weiterhin optimistisch hier demnächst eine Einigung zu erzielen.

Marc-Nicolai Pfeifer, 1860-Geschäftsführer der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA möchte sich zur Thematik nicht äußern. Er verweist aufs NLZ.

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