Eigentlich sollte gerade in dieser Phase der Saison das Augenmerk hauptsächlich auf den sportlichen Aspekt beschränkt sein, ist doch die Dritte Liga oftmals eine sehr ausgeglichene Wundertüte und durch zwei bis drei Niederlagen in Serie kann es auch auf einmal für unsere Löwen ganz schnell wieder richtig eng werden.

Außer dem fast schon unsäglichen Grimaldi-Wechseltheater galt aber auch in dieser Winterpause fast die komplette Aufmerksamkeit nur den Nebenkriegsschauplätzen rund um die Löwen.

Spätestens nach der öffentlich gemachten Bewerbung von Aufsichtsrat Saki Stimoniaris für das Präsidentenamt befindet sich der TSV 1860 wieder im Wahlkampfmodus.
Außer viel medialem Wirbel und jeder Menge Nebengeräusche wird von dieser Bewerbung aber kaum etwas übrig bleiben und das dürfte dem Antragsteller auch klar sein.

Die anwesenden, stimmberechtigten Mitglieder des TSV 1860 München haben auf der Mitgliederversammlung im Juli 2018 den Kurs des Vereins klar vorgegeben bzw. bekräftigt und in den Verwaltungsrat nur Kandidaten von „Pro1860“ gewählt. Das sogenannte „Team Profifußball“, das vorab offen für einen drastischen Kurswechsel warb, scheiterte bei der Wahl deutlich.

Genau dieser Verwaltungsrat, der sich also nur aus Vertretern zusammensetzt, die den derzeitigen Kurs des Präsidiums um Robert Reisinger unterstützen, schlägt satzungsgemäß genau einen Kandidaten für das Amt des Präsidenten vor.
Das Löwenmagazin hat die derzeit gültige Satzung zu dieser Thematik einmal schön und verständlich zusammengefasst: „Der Kandidat für das Amt des Präsidenten und die zwei bis drei Kandidaten für das Amt der Vize-Präsidenten werden einzeln und auf Vorschlag des Verwaltungsrates durch die Mitglieder bei der kommenden Mitgliederversammlung durch einfache Mehrheit gewählt. Für jedes Amt schlägt der Verwaltungsrat nur einen Kandidaten vor. Im Endeffekt heißt das, dass die Mitglieder mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen.“

Die Bewerbungsunterlagen von Saki Stimoniaris gingen fristgerecht beim Verwaltungsrat ein, die „Bewerbung“ ist damit rechtmäßig und absolut legal. Auch der Umstand, dass sich eine Opposition zum Sparkurs des derzeitigen Präsidiums formt, ist legitim und in einer Demokratie das Normalste der Welt.
Das Streben nach möglichst schnellem sportlichen Erfolg ist auch ein Wunsch, der eigentlich nachvollziehbar und verständlich ist, aber gerade beim TSV 1860 München in der Vergangenheit meist ganz bitter und desaströs endete. Erinnert sei nur an den Lizenzentzug 1982 und den „schwarzen Freitag“ im Jahr 2017, als die Saison aus genau diesen Gründen mit einem unvorstellbaren Minus von ca. 22 Mio € abgeschlossen wurde.

Genauso selbstverständlich ist es aber auch, dass viele Fans und Mitglieder von kaum zu kalkulierenden finanziellen Abhängigkeiten und dem Streben nach dem gefühlten „Erfolg um jeden Preis“ mehr als genug haben. Die Erfahrungen rund um die Löwen geben genug Anlass, um diese Meinung zu unterstützen.

Noch ein fast persönliches Wort an Saki Stimoniaris:

Sie haben z.B. auch meine Stimme bei der Mitgliederversammlung am 2. Juli 2017 bei der Wahl zum Verwaltungsrat des TSV 1860 München e.V. erhalten. Ich habe Sie gewählt, da mir Ihre Aussagen wie z.B. „Wenn Sechzig mich braucht, dann bin ich da. Ob Funktion oder nicht, ist mir egal. Und wenn ich den Gärtner machen soll“ (Quelle: tz) und „Daher möchte er sich auch keinem Lager zuordnen lassen: Weder den Unterstützern von Hasan Ismaik – noch den Gegnern des Investors. Auf „gar keiner“ Seite stehe er, so Stimoniaris“ (Quelle: OVB Online) durchaus gefallen haben und ich Ihnen leichtfertig vertraut habe.

Im Endeffekt fühle ich mich von Ihnen getäuscht und hinters Licht geführt, meine Stimme für Sie war völlig für die Katz‘.

Saki Stimoniaris, der sie sich im Verwaltungsrat für die Belange des e.V. einsetzen wollte, schmiss im Dezember 2017, nach nicht einmal fünf Monaten, das Handtuch (dem Vernehmen nach tendierte seine Anwesenheit bei den Sitzungen des Verwaltungsrates eh gegen Null), um dann im Januar 2018, also nur einen Monat später im Aufsichtsrat als Vertreter der Investorenseite wie Phönix aus der Asche wieder aufzutauchen. Eine 180°-Wende in Rekordzeit…

Wer das Vertrauen und das mehrheitliche Votum der stimmberechtigten Mitglieder des TSV 1860 München so offensichtlich mit Füßen tritt und trotz langfristig geplanter Kandidatur und anschließender Wahl eigentlich keine Zeit für den Verwaltungsrat hatte, ist unserer Meinung nach auch kein geeigneter Kandidat für das Präsidentenamt beim TSV 1860 München e.V.

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Bernhard
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Selten so einen Schmarrn an Kommentar gelesen wie diesen. Was an dem eingeschlagenen Kurs gut sein soll ???? Wo ist eine Vision für die Zukunft ??? Was wäre der Plan WENN man aufsteigen würde in Sachen Stadion ??? Wo und wie soll die finanzielle Zukunft aussehen ??? Was ist mit dem „5 Jahresplan“, der nie vorgestellt wurde ??? Wie will man ohne sportlichen Erfolg Sponsoren gewinnen ??? Wieviel Sponsoren wurden in der Zeit dieses Präsidiums dazu gewonnen ??? Dieses Präsidium hat weder Antworten noch sonst irgendwas zu Wege gebracht was den Verein weiter bringen würde. Aber egal, der „Lächler“ und sein Gefolge sind ja sowas von toll. Hoffentlich werden sie wieder gewählt von der überwältigenden „Mehrheit“ von gut 800, die ja bekanntlich die Mehrheit darstellen von 23000 :-)))) Armer Verein

Reinhard Friedl
Leser

Groundhoppers 1860 trifft wie immer den Nagel auf den Kopf.

Muckl
Leser

Sehr schön geschrieben!
Der Herr hat sich selbst zu 100% disqualifiziert und ich möchte ihn nicht mal als Gärtner bei uns sehen!

Seine „Bewerbung“ dient nur dazu, dass die Investorenseite nach seiner Ablehnung wieder Futter hat um gegen die e.V. Seite zu schießen. Es wird Meldungen geben a la „der Verwaltungsrat blockiert den Fortschritt“.
Genauso vorhersehbar wie das ist, ist es leider auch erschreckend dass es immer noch Löwenfans gibt die dem zujubeln.

Tami Tes
Redakteur

Tja… mir geht es ähnlich. Auch ich gab ihm 2017 meine Stimme. Auch ich dachte, er wäre eine Bereicherung für den Verein und der TSV kann von/mit ihm nur profitieren. Ich kaufte ihm auch alles ab.

Da er als Präsident nicht zur Wahl stehen wird – davon gehe ich fest aus – wird er diesmal meine Stimme auch nicht brauchen. Als zweiten Vize will ich ihn aber auch nicht!

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