Am heutigen Dienstag Abend reiste der TSV 1860 München nach Düsseldorf in die Merkur-Spiel-Arena zum Gegner KFC Uerdingen 05. Im Abnutzungskampf der Englischen Wochen entschied sich Michael Köllner für eine starke Rotation der Spieler und gewährte einigen Löwen eine kleine Verschnaufpause. Während sich Sascha Mölders das Spiel aufgrund der Gelb-Sperre von der heimischen Couch anschauen durfte, nahmen Bekiroglu, Dressel, Lex, Erdmann, Willsch und Moll erstmals Platz auf der Bank. Dafür setzte Köllner neben Wein, Rieder und Paul auf Gebhart, Karger, Niemann, Owusu, Berzel, Klassen und Böhnlein.

Löwen gerieten erneut in den Rückstand

Was kann man über die Anfangsphase des ersten Durchgangs schreiben. Ein tempoarmes Spiel, bei dem keines der Teams eine gute Idee entwickelte. Die Gastgeber kamen gegen die Löwendefensive nicht durch, fanden keine Lücken und die Löwen konnten die Kontermöglichkeiten nicht richtig umsetzen und versuchten es oft mit langen Bällen. Die erste richtige Chance für Sechzig bot sich erst in der 29. Minute. Gebhart kam nach einem feinen Zuspiel von Niemann zum Abschluss, doch sein harmloser Schuss landete in den Armen von Vollath. Und dann wurde es bitter für die Weiß-Blauen. Die Löwen konnten einen langen Ball nicht sauber klären, so dass die Kugel im Sechzehner bei Evina landete, der Adriano Grimaldi auf dem zweiten Pfosten sichtete, für den es aus kürzester Distanz ein Leichtes war, den Ball ins Netz zu befördern (36.). Und schon wieder liefen die Löwen einem Rückstand hinterher.

Auch im Anschluss schafften es die Sechziger nicht, die Gastgeber aus Krefeld in Bedrängnis zu bringen und entwickelten keine richtigen Ideen. Lediglich in der 44. Minute eröffnete sich eine Chance nach einer Freistoß-Flanke von Wein. Owusu stand plötzlich im Fünfer völlig frei, traf aber die Kugel nicht richtig.

Böhnlein, Klassen, Bekiroglu – Sieg

Unverändert kamen die Löwen aus der Kabine und tatsächlich gab es nach wenigen Minuten aus einem Konter heraus eine gute Torgelegenheit. Gebhart spielte aus dem Halbfeld einen tiefen Ball hinter die Abwehr auf Karger, der zum Tor lief und dann aus 16 Metern flach ins linke Eck abzog. Der Ball ging aber am Tor vorbei. Und als es am wenigsten danach aussah, dass die Löwen einen Treffer landen könnten, kam das Tor. Aus dem Nichts. Einen Freistoß fälschte Matuschyk vor die Füße von Kristian Böhnlein ab, der einfach aus 18 Metern draufhaute und in den oberen Winkel zum 1:1 traf (66.). Michael Köllner wechselte danach gleich doppelt und brachte Lex für Karger und Bekiroglu für Niemann.

Es dauerte nicht lange und die Löwen schlugen erneut zu. Und wie! Lex kam nach einem langen Ball hinter die Abwehr an den Ball, bediente in der Mitte Leon Klassen, der sich im Laufduell gegen die Uerdinger durchsetzte und flach durch die Beine von Vollath zur 2:1-Führung einnetzte. Das Spiel hatte nun ein anderes Tempo, ein anderes energischeres Bild bekommen. Köllner wechselte erneut aus und brachte Dressel für Böhnlein. Das Spiel wurde offener und die Gäste versuchten das Ergebnis zu korrigieren, doch der Distanzschuss von Pflücke ging über das Tor (77.). Einen letzten Wechsel vollzog Köllner in der 83. Minute als er für Paul Erdmann brachte. Die Chanchenmehrheit war nun auf der Seite der Krefelder und die Nerven lagen sicher schon bei den Löwenfans blank. Aber sie hatten die Rechnung ohne Bekiroglu gemacht… Nachspielzeit. 93. Spielminute. Efkan Bekiroglu machte den Deckel zu und haute die Kugel flach ins linke Eck rein.

3:1-Sieg der Löwen in einer Partie, die noch in der ersten Halbzeit nach wenig aussah, nach einer Niederlage. Die Löwen schafften es erneut, das Spiel zu drehen und holen die wichtigen drei Punkte. Sauber Löwen.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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DaBianga
DaBianga (@dabianga)
1 Jahr her

Nachdem ich die Aufstellung gesehen habe war ich vorsichtig ausgedrückt skeptisch. Im Nachhinein hat Michael Köllner alles richtig gemacht. Am Meisten freut es mich für Böhnlein und Klaasen, die ein Mitseher in der Halbzeit ausgewechselt hätte.

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
Leser
1 Jahr her

Bei der Aufstellung dachte ich auch zuerst: oh je, wie soll das denn gut gehen? Und in den ersten 45 Minuten fanden wir vorne auch kaum statt, während man hinten doch überraschend gut stand. Vorne blieben leider Karger und vor allem Niemann doch weit von der einstigen Schaffenskraft entfernt. Bei Karger ist das natürlich verständlich. Der braucht noch etwas. Bei Niemann kann ich nur spekulieren.
 
In der zweiten Halbzeit sah das auch schon vor dem glücklichen Ausgleich (wenn Böhnlein den Ball voll trifft, kannst Du den vor dem Stadion wieder einsammeln) etwas besser aus. Der zweite Treffer war natürlich herausragend gemacht und zeigt auch die Wichtigkeit von Stammkräften wie Lex an. Aber auch toll, wie Klaassen da blitzschnell die Situation erfasste, über den ganzen Platz sprintete und einschob. Das Tor wäre mit einem Steinhart als Linksverteidiger nicht möglich gewesen. Wenn der noch mehr Sicherheit im Abwehrverhalten rein bekommt, wäre Klaassen wirklich eine Alternative auf der Seite.
 
Tja, jetzt sind wir – für mich etwas überraschend, muss ich zugeben – nun doch weiter im Geschäft. Zum Glück muss man sich jetzt nicht mehr die Phrasen vom Punktesammeln gegen den Abstieg anhören. Allerdings ist das Restprogramm ziemlich schwer. Aber was heißt schon schwer in dieser Liga. Gerade die vermeintlich Kleinen wehren sich in dieser Phase mit Haut und Haaren gegen einen möglichen Abstieg und sind da teilweise gefährlicher als arrivierte Teams. Vor daher: schaun mer mal …

Snoopy.
Snoopy. (@snoopy)
Redakteur
1 Jahr her

Von der Aufstellung war ich schon etwas überrascht, auch wenn klar war, dass auf Grund der Enge der Spieltage und der gelb-Sperre von Mölders sich etwas ändern wird. Aber mit so vielen Änderungen hab ich nicht gerechnet und dachte mir im ersten Momen „will er verlieren“ ….
 
In der ersten Halbzeit hat man auch gesehen, dass es nicht so ganz passt. War nicht wirklich ein gutes Spiel von uns, Uerdingen war in den ersten 45 Minuten die bessere Mannschaft und wie immer seit dem Re-Start der Liga mussten wir einem Gegentreffer nachrennen.
 
Die zweite Hälfte war von unserer Seite aus schon etwas besser, ich habe während dem Liveticker auf „unentschieden“ getippt. Dann kam Böhnlein mit einem Zaubertor und der Ausgleich war zumindest geschafft. Mit zwei überragenden Kontern haben wir das Spiel gedreht und die drei Punkte, die Uerdingen im Hinspiel mit nach Krefeld genommen hat, wieder nach München zurück geholt.
 
Die Mannschaft hat Charakter, Moral und auch die Gier um Spiele zu gewinnen. Auch wenn das „in Rückstand geraten“ etwas nervt. Man kann wieder mal zurecht Stolz auf die Mannschaft sein, auch auf den Trainer und sein Team. Er scheint die richtigen Worte zu finden, den richtigen Plan zu haben, was man an seiner Bilanz sehen kann. Gerade Auswärts ist der Punkteschnitt im Gegensatz zu seinem Vorgänger um gut das 3fache besser geworden. So wie vieles andere auch.
 
Das einzige Manko an der Situation ist im Moment, dass gerade mal 11 Spieler aus dem Kader einen Vertrag über den 30.06.2020 haben (lt. Transfermarkt). Da bleibt nur die Hoffnung, dass man das baldmöglichst ändern kann, den einen oder anderen Spieler binden kann, egal wie die Saison ausgeht.
 

DaBianga
DaBianga (@dabianga)
Reply to  Snoopy.
1 Jahr her

Durch das „Damolkesschwert“ möglicher Aufstieg ist das mit dem Binden ist im Moment bei so manchem Spieler nicht machbar. Wir haben doch einige Kandidaten in dem riesigen Kader die in der 3.Liga schon an oder über ihrem Limit sind.

Chemieloewe
Chemieloewe (@chemieloewe)
Bekannter Leser
1 Jahr her

Michael Köllner macht einen tollen Job! In Düsseldorf gegen Uerdingen 3:1 gesiegt, trotzdem wir wiedermal in einen Rückstand geraten sind u. der Spielerkader zahlreich durchrotiert wurde. Danke Löwen, danke Michael Köllner. Der Sieg zeigt, gerade auch nach der Niederlage gegen Würzburg, eine Niederlage, die irgendwann erwartungsgemäß kommen musste, welch fantastisch gute Mentalität u. Moral u. willensstarken Charakter unsere Löwen mit Michael Köllner entwickelt haben, einfach löwenstark, weiter so!!! MK beweist den Mut, die, besonders in der externen Dauerbelastung der englischen Wochen, notwendige Spielerrotation nicht zu scheuen, wie wir hocherfreut sehen, mit Erfolg!

Auf die Münchner Löwen – 60 ist der geilste Club der Welt – ELIL!!!

Last edited 1 Jahr her by Chemieloewe