Von einer Wende ist die Rede – von einer neuen Zeitrechnung gar. Alles neu an der Grünwalder Straße? Nein – und das ist gut so. Die Saison 2022/23 muss eine Fortsetzung des aktuellen sportlichen Kurses sein – mit Feinschliffen. Ein Kommentar.

Kurskorrektur? Neue Zeitrechnung? Klubpolitische Strategieänderung? Nein. Der TSV 1860 München setzt seine Arbeit fort. Kontinuierlich und mit einem gehörigen sportlichen Feinschliff. Man hatte die Möglichkeit, neun Kaderpositionen zu verändern, erklärte jüngst Günther Gorenzel. Das hat man getan. Viel verändert hat sich ansonsten nicht. Zumindest nicht, was den Gesamtkurs angeht.

Es klingt wenig spektakulär, wenn man es so nüchtern betrachtet. Weil sowohl Medien, als auch Fans oftmals auf große Reformationen abfahren. Aber die Löwen haben in den Schlüsselpositionen gehörig Kontinuität. Auch klubpolitisch. Der Verwaltungsrat blieb konstant, das Präsidium geht wohl demnächst in die nächste Runde. Die Geschäftsführung bleibt unverändert und das sportliche Kommando bleibt bei Michael Köllner. Lediglich in den sportlichen Grundelementen setzt er neue Zeichen – in der Athletik. Und beim Kader. Aber auch das gehört zur Kontinuität dazu, dass Köllner im Rahmen seines sportlichen Konzeptes Anpassungen vornimmt. Und es gehört auch dazu, dass Köllner aus verschiedenen Entscheidungen der vergangenen Saison Schlüsse für die kommende Saison zieht.

Sportlich ist man auf einem guten Weg. Wenn auch mit einer gehörigen Erwartungshaltung, die man sich aufgebaut hat. Der Feinschliff ist sportlich erledigt – es folgt nun ein Arbeiten mit den nachgeschliffenen Elementen. Revolutionär ist das nicht. Spannend bleibt es allemal – weil der Feinschliff durchaus interessant ist und neue Charaktere mit ins Spiel bringt.

Kein Umdenken also an der Grünwalder Straße. Und das ist gut so. Ein Umdenken hinein zu interpretieren wäre falsch. Weil es dem aktuellen Weg nicht gerecht wird. Und auch nicht der bisherigen Arbeit, auf die man aufbauen kann und aufbauen muss. Bleibt zu hoffen, dass alle weiterhin mitziehen. Und man in Ruhe sportlich arbeiten kann. Da ist vor allem die Geschäftsführung gefragt, wie sie mit unterschiedlichen Themen in der Öffentlichkeit umgeht.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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