Leider sind Probleme mit dem Rückgaberecht bei der Merchandising GmbH kein Einzelfall. Mehrere Fans haben sich beim Löwenmagazin gemeldet.

Flo meldet sich per eMail beim Löwenmagazin. Wegen „nicht gefallen“ hatte er ein Produkt im Warenwert von 30 Euro zurückgesendet. Von der Gutschrift zog man ihm 5,90 Euro ab. Er hatte mehrmals Kontakt mit der Merchandising GmbH, gab aber letztendlich auf. „Meine Zeit war mir irgendann auch zu Schade, um da weiterzustreiten“, schreibt er dem Löwenmagazin.

Ingo berichtet von einem Kauf einer Steppjacke, die er für 79,95 Euro gekauft hat. Die Rückversandkosten hatte er übernommen. 11,80 Euro hatte die Merchandising GmbH von seiner Gutschrift abgezogen. Rein rechtlich ist die Merchandising GmbH verpflichtet, den vollen Kaufpreis als auch die Versandkosten zu erstatten. Ingo bekam also satte 17,70 Euro weniger. Nachdem er sich bei der Merchandising GmbH beschwert hatte, schrieben sie ihm weitere 5 Euro gut. Für ihn ist die Sache noch nicht erledigt. Er möchte auch sein restliches Geld zurück.

Das sei eine bekannte Vorgehensweise berichtet ein ehemaliger Angestellter des TSV 1860 München, der uns telefonisch kontaktiert hat. Als Anthony Power Geschäftsführer der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA war, hätte es an die Buchhaltung die Anweisung gegeben, immer nur 75 Prozent bei Forderungen von anderen Unternehmen zu überweisen. Oft hätten die Unternehmen dann auf die restliche Forderung verzichtet. Weil Anwaltskosten und Abmahnungen sich nicht gelohnt hätten. In der Buchhaltung soll es Angestellte gegeben haben, die dies nicht mitmachen wollten. Und gekündigt haben.

Bleibt zu hoffen, dass es im Fall der Merchandising GmbH nur ein Systemfehler ist, der behoben werden kann.

Welches Recht haben die Fans bei der Rückgabe? Rein rechtlich muss die Merchandising GmbH nicht nur die volle Summe der zurückgegebenen Ware übernehmen, sondern auch die Versandkosten. Das ist seit 2014 in Deutschland gesetzlich im § 357 des BGB geregelt. Wer nicht die volle Summe gutgeschrieben bekommt, sollte eine Frist von einer Woche setzen. Nach Ablauf der Frist kann abgemahnt werden. Wer diesen Weg nicht gehen möchte, kann sich auch an den Fanbeauftragten des TSV 1860 München wenden und den Fall schildern. Sicherlich kann er zur Klärung beitragen.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Schorsch
Gast
Schorsch (@guest_41132)
6 Monate her

Iwie funktioniert der Antwortfunktion unten bei mir nicht.

Liebe Bine und Konterhoibe,

der volle Warenwert muss auf alle Fälle erstattet werden, das ist richtig. Auch muss der Verkäufer die Hinsendekosten tragen.

Zitat: „Unabhängig von einer Wertgrenze legt das Gesetz nunmehr fest, dass die Kosten der Rücksendung vom Käufer zu tragen sind. Allerdings muss der Verkäufer Sie rechtzeitig vor Vertragsabschluss darauf hingewiesen haben.“

Dass das Verhalten der Merch GmbH genauso eine Sauerei ist, wie die im Raum stehende Anweisung der Minderung der Rückzahlungsbeträge, falls diese so erfolgt ist, brauchen wir gar nicht reden.

Mir geht es nur um den letzten Absatz, dass die Merch GmbH rein rechtlich dazu verpflichtet ist, die Versandkosten zu übernehmen. Dies ist einfach nicht richtig, da dies in den AGB Punkt 3.3 geregelt ist.

Zusätzliche Anmerkung zu den HInsendekosten: „Allerdings ist diese Kostenübernahmepflicht auf den Standardversand beschränkt. Haben Sie sich bewusst beispielsweise für einen Expressversand entschieden, können Sie auf den Mehrkosten sitzen bleiben“

anteater
Leser
anteater (@anteater)
6 Monate her

Da gab es früher im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die passende Sendung dazu: Nepper, Schlepper, Bauernfänger

tomandcherry
Leser
tomandcherry (@tomandcherry)
6 Monate her
Reply to  anteater

Genau. Mit dem legendären Eduard Zimmermann, der auch „Aktenzeichen XY ungelöst“ populär machte.

Vielleicht gibt’s bei 60 bald „Aktenzeichen HI – für immer und dauerhaft gelöst“?

Man soll die Hoffnung schließlich nicht aufgeben…  :wink:

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
6 Monate her

Bleibt zu hoffen, dass es im Fall der Merchandising GmbH nur ein Systemfehler ist, der behoben werden kann.

Ich bin mir sicher, dass dieser „Systemfehler“ behoben werden kann. Wenn die Anweisung, Forderungen gegenüber Dritte nur mit 75% zu begleichen und diese Anweisung vom Geschäftsführer kam, dann ist in meinen Augen der „Systemfehler“ der Geschäftsführer.

Wobei alles, was mit Ismaik zu tun hat, irgendwie ein Systemfehler ist. Auch, dass man sich nicht so ganz wirklich an die Gesetze in diesem Land gebunden fühlt, hat man schon mehrfach bewiesen.

Löwin
Leser
Löwin (@lini)
6 Monate her

Also echt, des ist ja unglaublich. So kann man auch Geld reinholen. Traurig, dass die damit auch noch die ganze Zeit durch kommen.
Wenn man mal überlegt wie viel Geld man damit macht. Da 5 € und da 5€….usw. 🤦‍♀️🤦‍♀️🤦‍♀️

Also echt, da fällt mir nix mehr ein!!! Wie Dreist!!!
So sehr liegen also die eigenen Fans am Herzen! 🤨

 :heart:  :lion:  :heart:

Schorsch
Gast
Schorsch (@guest_41100)
6 Monate her

Jetzt gehts tief runter auf OMG Niveau. *grusel*

Zitat: „Wer nach einem Widerruf das Porto für die Rück­sendung der Ware bezahlen muss, hängt vom Onlineshop ab. Viele, insbesondere große Internethändler, über­nehmen das Rück­porto. Es gibt aber auch Shops, die auf die vom Gesetz­geber gegebene Möglich­keit zurück­greifen, dem Kunden das Rück­porto aufzuerlegen. Das ist erlaubt, wenn der Verkäufer den Kunden vor dem Einkauf auf seiner Internetseite über die Rück­sende­kosten informiert hat. Wer sich also die Möglich­keit eines kostenfreien Widerrufs offenhalten will, informiert sich auf der Shopseite besser vor dem Klick auf „Kaufen“, wer die Rück­sendung bezahlt. Die Information darüber, wer das Rück­porto zu tragen hat, finden Kunden in der Regel in den Allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) des Händ­lers unter der fett­gedruckten Über­schrift „Folgen des Widerrufs“.

AGB 3.3 Der Kunde trägt grundsätzlich die unmittelbaren Kosten für die Rücksendung der Waren. Das bei der nationalen Zusendung beiliegende Retourenlabel entbindet den Besteller grundsätzlich nicht von dieser Pflicht. Der TSV 1860 behält sich allerdings vor, die Rücksendekosten im Einzelfall aus Kulanz nicht zu berechnen.

Konterhoibe
Leser
Konterhoibe (@konterhoibe)
6 Monate her
Reply to  Schorsch

Es geht nicht darum das Rücksendekosten nicht erstattet werden, dass ist wie geschrieben Standard bei den meisten Shops.

Es geht darum das bei einer Rücksendung, die ohne Mängel etc. zurück ging, die URSPRÜNGLICH gezahlten Versandkosten erstattet werden müssem zusammen mit dem VOLLSTÄNDIG gezahlten Wert der Ware (insofern diese ohne Mängel oder ähnlichem ist). In dem ersten Fall der geschildert wurde, wurden dem Fan ja nicht nur die Versandkosten nicht erstattet sondern diese gleich nochmal von dem Warenwert abgezogen, sprich 2x 5.90 € einfach einbehalten. Den Rückversand hat der Kunde ja auch selbst bezahlt und das ganze nicht einfach Portofrei zu Lasten des Empfängers eingeschickt.

In den AGB kann stehen was will, wenn Gesetzlich geregelt ist das Versandkosten, wenn alle Fristen eingehalten wurden, zurück gezahlt werden müssen dann kann sich die Merch GmbH auf den Kopf stellen, hilft nur nichts.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
6 Monate her
Reply to  Schorsch

 Schorsch tolle Ausführungen doch darum geht es hier nicht. Die Fans haben die Ware auf eigene Kosten! zurückgesendet. Trotzdem wurde nicht der gesamte Kaufpreis und auch nicht die Hinsendekosten erstattet und das ist schlichtweg gesetzteswidrig.

gero1860
Leser
gero1860 (@gero1860)
6 Monate her

Das ist kein Fall für den Fanbeauftragten sondern für die Verbraucher-Zentrale  :police:

tomandcherry
Leser
tomandcherry (@tomandcherry)
6 Monate her

Alleine die Anweisung von A.P., nur 75 % der jeweiligen Rechnungssumme zu bezahlen, weil man darauf spekulierte, dass sich das betroffene Unternehmen die Mahnungs- und Anwaltsgebühren sparen möchte, ist eine bodenlose Unverschämtheit.

Man sollte solche Machenschaften, untermauert mit anonymisierten Beispielen, an die Öffentlichkeit bringen, um andere Löwen-Fans, aber auch Firmen vor Geschäftsbeziehungen mit der Merchandising GmbH zu warnen.

Das ist wirklich eine Frechheit sondergleichen, wie die treuesten Anhänger des TSV 1860 München sprichwörtlich abgezockt und um ihr Geld gebracht werden!

Keinen Cent mehr für die HI Merchandising! Lieber mal auf offizielle Trikots, Schals o.ä. verzichten!

3und6zger
Leser
3und6zger (@3und6zger)
6 Monate her
Reply to  tomandcherry

Ich hab für meine Kinder Trikots bei einem Online-Sportgeschäft gekauft. War alles bestens!