Ein Kommentar zur schnelllebigen Gesellschaft. Zu Game of Thrones. Zu Netflix. Zu Facebook. Und natürlich zum TSV 1860 München in der Dritten Liga.

Unsere Gesellschaft ist schnelllebiger denn je. In den sozialen Netzwerken überfliegen wir Nachrichten. Wir konsumieren im Schnelldurchlauf. Auf Netflix gibt es mittlerweile eine Funktion, die Filme schneller laufen lässt. Spart Zeit. Ohnehin wird unser Gehirn ständig mit Input gefüttert, den wir selbst nicht erleben. Und der im Endeffekt weder zu unserem Erfahrungsschatz beiträgt, noch uns als große Erinnerung im Alter bleibt. Werden wir überhaupt noch weise und erfahren? Durch den medialen Input sicherlich nicht. Wir erleben weniger selbst, sondern lassen leben. Durch die Timeline der sozialen Netzwerke. Durch Filme oder durch Serien. Sind wir gelangweilt, überspringen wir Szenen. Schauspieler sind austauschbar geworden. Bei der Serie Game of Thrones wurden in acht Staffeln insgesamt 11 Charakter irgendwann neu besetzt. „The Mountain“ sogar zwei Mal. Fällt kaum einem auf.

Auch der Fußball hat sich zu einer Schnelllebigkeit entwickelt. Eine Mannschaft in Ruhe entwickeln lassen? Dafür haben weder Verantwortliche noch Fans Zeit. Klappt es nur minimal nicht, wird Verstärkung gefordert. Als ich jünger war, war es für mich wichtig, mich mit einzelnen Spielern identifizieren zu können. Sie zu kennen. Zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln und ihre Charaktere zu beobachten. Und auch heute fordern wir Charakter auf dem Platz. Gestandene Fußballer wie einst. Seltsamerweise sind es jedoch genau wir, die eine derartige Charakterisierung nicht zulassen. Weil wir mit der Brechstange unbedingt nach oben wollen. Weil wir, wie bei Netflix, gerne auf „Schnelllauf“ drücken. Oder sogar einzelne Sequenzen überspringen. Wer Fan von Türkgücü ist, der musste im Winter 8 „Charaktere“ aus seinem Kopf streichen. Und neun Namen neu lernen. In der gesamten Saison sind es mittlerweile 23 Neuzugänge und 21 Abgänge. Ziel: der Aufstieg mit der Brechstange.

Einen Fußball-Klub wachsen sehen. Das wird immer seltener. Ohne Nachwuchsarbeit, mit einer zusammengekauften Mannschaft nach oben zu kommen ist möglich. Auch ohne Infrastruktur, ohne Nachwuchsleistungszentrum und ohne Stadion. Auf Schnelldurchlauf schalten, alle Ausnahmeregelungen nutzen um möglichst schnell nach oben zu kommen. Wer noch Geld in Basis-Arbeit investiert, wird bestraft. Nachwuchsmannschaften kosten Geld. Für mich unverständlich, dass man sich von Seiten des DFB da nicht klarer positioniert. Eine gute Nachwuchs-Basis aufzubauen dauert Jahre. Das ist anders als die Ausnahmeregelung „Rasenheizung“, die man mal schnell in der nächsten Saison einbauen kann. Nur um die Richtlinien zu erfüllen ein Gebäude hinzuklatschen und ein paar Kinder-Mannschaften zu melden, das ist keine Basisarbeit.

1860 gehört in die Bundesliga. Ein Satz, der den Löwen schadet. Nicht, weil er nicht wahr ist. Sondern, weil er zu einer gezwungenen Manifestation wird. Und man merkt deutlich. Erst jetzt, wo sich die Führungsriege des TSV 1860 München von dieser Brechstangen-Methode löst, läuft es deutlich besser. Ja, die Löwen sind sogar am Gesunden. Wenn auch nur langsam.

Der Weggang von Aaron Berzel im vergangenen Sommer hat viele Fans geschmerzt. Und das ist gut so. Wäre das der Fall gewesen, wenn man sich ganzer 21 Spieler im Laufe der Saison entledigt hätte? Wohl eher nicht. Weggegangen ist im Winter Pusic. Der ohnehin nicht bei den Löwen angekommen war. Verpflichtet hat man zwei Verstärkungen. Ansonsten setzt man weiterhin auf die gewachsene Mannschaft. Natürlich sind Spieler auswechselbar. Es ist ein Mannschaftssport. Aber jeder bringt sich mit seinem Charakter ein. Und die Gesamtmischung verschiedener Persönlichkeiten muss zu einem Team wachsen. Deshalb machen die Löwen im Moment so viel Freude.

Mit der Brechstange in die 2. Bundesliga? Nein. Die Funktionäre machen einen guten Job. Und wir Fans? Wir sollten vor allem den IST-Zustand genießen. Die Entwicklung der Mannschaft. Schöne Spiele. Auf Schnelldurchlauf kann man bei Netflix drücken. Und durchscrollen kann man bei Instagram oder Facebook. Im Fußball wollen wir doch alle Entwicklung sehen. Sportliche Entwicklung. Keine gekaufte.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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3und6zger
Leser
3und6zger (@3und6zger)
23 Tage her

„!860 gehört in die Bundesliga“

  • wenn wir erst den Aufstieg in die 2. und dann den Aufstieg in die 1. Liga schaffen
  • wenn wir nicht dramatisch mehr Geld ausgeben als wir einnehmen
  • wenn wir nicht gezwungenermaßen unser Tafelsilber (Talente) unter Wert verkaufen müssen, weil uns das Wasser mal wieder bis zum Hals steht
  • wenn wir eine funktionierende Mannschaft haben, die vielleicht nicht die besten Einzelspieler hat, aber als Kollektiv bessere Mannschaften schlagen kann
  • wenn wir eine Mannschaft haben, hinter der die Fans zu 1860% stehen
  • wenn alle, Fußballfirma, Verein und Fans an einem Strang ziehen

aber auf keinen Fall,

  • weil wir, schon mal in der Bundesliga waren
  • weil wir vor 20 Jahren zweimal gegen die Seitenstraßler gewonnen haben
  • weil wir ein „Tradionsverein“ waren
  • weil wir die besten Fans der Welt sein wollen
Last edited 23 Tage her by 3und6zger
Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
23 Tage her
Reply to  3und6zger

Wenn wir ein Stadion für die 1. Liga haben

_Flin_
Leser
_Flin_ (@flin)
23 Tage her

„1860 gehört in die Bundesliga“ ist einer der schlimmsten Sprüche, die es bei den Löwen gibt. Ebenso wie das Mem des „heimlichen Erstligisten“. Es ist eine bewusste Selbsttäuschung. Der Wunsch, mehr zu sein, als man ist, wird mit gefühlsbasierter Argumentation zum Pseudo-Fakt erhoben. Ein anzustrebendes Ziel wird in ein Anrecht umgedeutet, gleichzeitig maximal priorisiert und zur Rechtfertigung extremer Maßnahmen benutzt.

Nur funktioniert Erfolg so nicht. Die Selbsttäuschung verhindert hier den Erfolg. Sie läuft einer nüchternen Selbsteinschätzung zuwider, und verhindert, tatsächlich effektive Maßnahmen umzusetzen. Am Ende einer Saison entscheidet oft auch Glück über den Tabellenplatz. Schiedsrichterentscheidungen, Pfostentreffer, abgefälschte Bälle, Glückstreffer (Der Ausgleichstreffer von Örtülü gg Saarbrücken 2004/05 verfolgt mich immer noch) . Das ist nicht planbar.

Was planbar ist, ist Verbesserung. Im Kader, bei den Finanzen, im Training. Eine Kultur der Professionalität. Sich bemühen, besser zu arbeiten als die Konkurrenz. Und dabei die eigenen Stärken zu nutzen, und die eigenen Schwächen abzustellen. Dabei hindert es erheblich, sich selbst zu belügen.

1860 ist ein Drittligaklub. Nämlich genau jetzt. Alles andere zählt nicht.

Und selbst, wenn man aus der Historie etwas ableiten will… Dann kann man genausogut ableiten, dass wir ein Zweitligaclub sind. Oder ein Drittligaclub. Ein Chaosverein. Ein Naziverein. Eine Kratlerwirtschaft.

Für den Erfolg zählt nur das jetzt. Und da ist 1860 ein Drittligaverein. Mit Perspektiven. Aber vor allem mit viel harter Arbeit vor sich, bei viel Konkurrenz, die auch nicht schläft, blöd ist, oder kein Geld hat.

tomandcherry
Leser
tomandcherry (@tomandcherry)
23 Tage her
Reply to  _Flin_

Perfekt auf den berühmten Punkt gebracht.

Speziell diesen Satz

„1860 ist ein Drittligaklub. Nämlich genau jetzt. Alles andere zählt nicht.“

kann ich inhaltlich zu 1860 % unterschreiben.

Genau das ist seit Jahren, nein: Jahrzehnten, das Hauptproblem von 60 München.

Während der Bundesliga-Zeiten war man ein „gefühlter Europacup-Teilnehmer“, in der 2. Liga ein „gefühlter Bundesliga-Aufsteiger“ und aktuell ist man als Drittligist ein „gefühlter Zweitliga-Rückkehrer“.

Wie Du vollkommen richtig geschrieben hast, _Flin_, muss man Verbesserungen planen und dann auch aktiv anpacken.

Was ich in den Fan-Diskussionen häufig lesen muss, dass „es zwingend erforderlich ist schnellstmöglich in die 2. Liga aufzusteigen, weil man in der 3. Liga finanziell auf Dauer nicht überleben wird“.

Diese Argumentation war schon während unserer „Zweitliga-Dino“-Jahre nicht wirklich förderlich für einen anhaltenden sportlichen Erfolg, der am Ende den Aufstieg bedeutet hätte.

Die immensen Schulden, die unsere KGaA seit etlichen Jahren fast erdrücken, wurden doch nicht erst in der 3. Liga angehäuft, sondern schon Jahre vorher. In der 2. Liga. Und selbst als Bundesligist unter KHW Sen. kann ich mich nicht an prall gefüllte Kassen erinnern. Eher an das Gegenteil davon.

Die 2. Liga hat wesentlich höhere TV-Erlöse als die dritte Profi-Liga. Gleichzeitig werden aber auch die Gehälter an diese Mehreinnahmen angepasst. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass sich die Stammspieler bei einer Vertragsverlängerung für die 2. Liga weiterhin mit einem Drittliga-Gehalt zufrieden geben werden? Wohl kaum.

Der momentane Weg einer positiven Entwicklung ist die unabdingbare Basis für den erhofften sportlichen Erfolg, den sich alle Löwen-Fans so lange herbeisehnen.

Man darf nicht den Fehler machen und wieder in die alten Reflexe verfallen, dass „Spieler die uns sofort weiterhelfen“ geholt werden und dadurch möglicherweise das bislang intakt erscheinende Mannschaftsgefüge auseinanderbricht.

Die bislang gezeigten Leistungen geben Anlass zu einem vorher nicht für möglich gehaltenen Optimismus, ganz egal, ob am Saisonende der Aufstieg realisiert wird oder nicht.

Wir brauchen Geduld und Demut. Alle. Vor allem aber diejenigen unter den Fans, denen es mit dem Aufstieg in die 2. Liga mal wieder nicht schnell genug gehen kann.

AUF DIE LÖWEN!

_Flin_
Leser
_Flin_ (@flin)
23 Tage her
Reply to  tomandcherry

Die Aussage „man kann in der 3.Liga auf Dauer finanziell nicht überleben“ ist auch so eine Selbsttäuschung. Richtig ist: „Man MUSS in der 3.Liga auf Dauer überleben können.“

Wenn man da, wo man ist, auf Dauer nicht überleben kann, dann gehört man da nicht hin. Und dann macht man etwas falsch und muss das ändern.

nofan
Gast
nofan (@guest_53545)
23 Tage her
Reply to  tomandcherry

Dazu „ein (weiterer) Satz, der den Löwen schadet:“

Präsidium und Verwaltungsrat wollten den Aufstieg verhindern, damit 1860 weiterhin im Grünwalder spielen könne.

Wie kann man nur solche Verschwörungsmythen verbreiten? Sind das nur Selbsttäuschungen oder will man gezielt verantwortungsbewusst handelnde Personen diskreditieren?

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
23 Tage her
Reply to  nofan

Das kommt aus ein paar Wörtern, die aus einem einzelnen Satz von Reisinger nach dem Zwangsabstieg herausgefiltert und völlig aus dem Zusammenhang wiedergegeben wurden. „wir können Regionalliga“.

Daraus folgt dann, dass „der Sparkurs des Präsidenten“ dazu führt, dass „1860 niemals nie nicht wieder auf der großen Bühne Fußball stehen wird“, da man eben durch diesen Sparkurs „nie aufsteigen wird“, „keine Spiele mehr gegen den FC Bayern“ und international (weil 1860 ja derart erfolgreich war) auch nichts wird.

😂

coeurdelion
Gast
coeurdelion (@guest_53554)
23 Tage her
Reply to  _Flin_

du sprichst mir aus tiefster Seele! was m.E. auch elementar ist…potentielle neue Sponsoren beäugen äusserst kritisch (zu Recht) das „Gehabe“ eines möglichen Bewerbers; daher höchsten Respekt für das aktuelle Präsidium, Zukunft geht NUR so

Bertl66
Leser
Bertl66 (@bertl66)
23 Tage her

Gut geschrieben, Arik, sehe ich genauso…….

Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
24 Tage her

„1860 gehört in die Bundesliga. Ein Satz, der den Löwen schadet.“ Das hab ich schon mal gelesen, vom Präsidenten:
https://www.sportbuzzer.de/artikel/1860-munchen-absturz-champions-league-3-liga-aufstieg-prasident-reisinger/

Dennis312
Leser
Dennis312 (@dennis312)
24 Tage her

1860 gehört in die 1. Liga ist zwar wahr, braucht aber Zeit! Ein Verein baut man nicht von heute auf morgen auf
Cool bleiben

DaBrain1860
Leser
DaBrain1860 (@dabrain1860)
24 Tage her
Reply to  Dennis312

Ich fände es zwar auch super wenn Sechzig in der ersten Liga spielen würde aber was würde uns denn berechtigen das wir dort sein müssten?
Nicht falsch verstehen, ich hab da heute schon mit der Löwin drüber diskutiert, daher meine Frage 😉
Wegen den Fans, wegen der deutschen Meisterschaft, weil wir Gründungsmitglied wahren?
Zumindest all diese Sachen können viele andere Vereine auch vorweisen.
Bin ja mal gespannt, würde mich wirklich interessieren!!

Dennis312
Leser
Dennis312 (@dennis312)
24 Tage her
Reply to  DaBrain1860

Sehr schöner Kommentar !:) finde super, dass man hier so gut diskutieren kann:) mich freut dein Beitrag wirklich.. sachliche Konversationen finde ich immer klasse.

Zu deiner Frage … du hast mir eigtl schon vieles vorweg genommen… Gründungsmitglied, große fanszene , deutsche Meisterschaft , lange Tradition, cl Quali spiele etc, hohe Mitgliedszahlen etc … aber dies berechtigt uns natürlich nicht in der 1. Liga zu spielen .. wie du gesagt hast gibts da auch andere Vereine noch, die Ähnliches vorweisen können oder sogar noch mehr ( Kaiserslautern , Rostock, hsv, Düsseldorf, Bochum…)

.. all diese Vereine gehören meiner Meinung nach eher in eine Bundesliga als verl oder sandhausen und haben von Natur aus auch gewissermaßen andere Ziele auf Dauer…. eine Berechtigung alleine dadurch gibt es aber natürlich nicht … geht nur über eine gute Arbeit mit Ruhe und ohne Druck

DaBrain1860
Leser
DaBrain1860 (@dabrain1860)
24 Tage her
Reply to  Dennis312

Da hast du vollkommen Recht, das vernünftige diskutieren, austauschen usw im Löwenmagazin ist wirklich genial und auch ziemliches Alleinstellungsmerkmal im Löwenkosmos, zumindest in diesem Maße!

Dennis312
Leser
Dennis312 (@dennis312)
24 Tage her
Reply to  DaBrain1860

Das ist definitiv hervorzuheben! Fühle mich hier auch wohl und die Berichte sind meiner Meinung nach auch neutral gehalten:)

Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
24 Tage her
Reply to  Dennis312

MSV Duisburg, Eintracht Braunschweig, 1. FC Kaiserslautern, Karlsruher SC, 1. FC Nürnberg, Preußen Münster, 1. FC Saarbrücken, gehören die nicht auch alle in die Bundesliga? Sind immerhin Gründungsmitglieder. Was ist mit dem FC St. Pauli, VfL Bochum, Fortuna Düsseldorf, Hannover 96?

Last edited 24 Tage her by Serkan
Dennis312
Leser
Dennis312 (@dennis312)
24 Tage her
Reply to  Serkan

Doch serkan, gebe dir da Recht! Auch all das sind Vereine die denke ich gerne mal wieder in der 1. Liga präsent wären… mein Kommentar bezieht sich nur auch 60 ich weiß .. hätte diese Vereine evtl auch noch mit einbeziehen sollen .. für mich ist 1860- Kaiserslautern oder Düsseldorf- Hannover eher ein Bundesligaspiel als 2./3. Liga … während verl- zwickau oder Sandhausen- Heidenheim wenig 1. ligaflair hat 🙂

Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
24 Tage her
Reply to  Dennis312

Die Traditionsvereine aus dem Osten wie Hansa Rostock, Dynamo Dreden noch gar nicht mitgezählt. Nur Union Berlin hat es nach oben geschafft. Das Punkt ist doch, es gibt zuviele Anwärter und „gefühlte Bundesligisten“ für zu wenige Plätze.

Dennis312
Leser
Dennis312 (@dennis312)
24 Tage her
Reply to  Serkan

Das stimmt!:) deshalb harte Arbeit, Ruhe und keine Spinnereien, dann stellt sich der Erfolg automatisch ein

Meiner Meinung nach zumindest:)

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
24 Tage her
Reply to  Serkan

Die Liste könnte man auch noch fortsetzen, angefangen bei RW Essen bis hier zum KFC, der mal Bayer Uerdingen war. Von daher müsste die erste Liga im Grunde die Ligen 1+2 sein, damit alles in der 1. Liga spielen kann, was gefühlt dort hin gehört.

Die Vereine im Osten hinken da seit der Wiedervereinigen hinterher, mal abgesehen von dem Werbeprojekt Red Bull. Mit wenigen Ausnahmen ist das ein weißer Fleck auf der Landkarte der 1. Liga.

Um nach oben zu kommen, muss man vieles richtig machen. Vor allem aber braucht es eine Fahrplan, einen Weg. Es muss zusammenpassen, nicht nur in der Mannschaft, sondern in allen anderen Bereichen auch. Da gehört auch das finanzielle dazu. Wenn man mal ausrechnet, wie viel Geld ein Dietmar Hopp in Hoffenheim investiert hat, oder Mateschitz in Leipzig, dann ist das Geld von Ismaik sozusagen der Wasserdampf. Und in beiden Fällen war ein Rangnik an den Schalthebeln. Und das auch mit einer gewissen Kontinuität, in beiden Vereinen. Manch ein Spieler ist mit RB Leipzig von der 4. Liga bis in die Bundesliga kommen.

Im Grunde hat der TSV nach dem Absturz in die Regionalliga einen kompletten Neuaufbau hinter sich. Der Grundstein ist die 2. Mannschaft gewesen, gelegt durch Bierofka. Jetzt hat man sich Schrittweise verbessert. Der Kern der Mannschaft ist noch der gleiche, der Grundstein für die 2. Liga ist gelegt. Sowohl innerhalb des Kaders als auch mit dem Trainer. Die Mannschaft festigt sich, wirkt stabiler und auch homogener. Sie entwickelt sich, was man deutlich sehen kann. Selbst wenn es für die 2. Liga dieses Jahr nicht reichen sollte, hat man eine hervorragende Ausgangsbasis für die nächste Saison geschaffen.

jürgen
Leser
jürgen (@jr1860)
24 Tage her

 DaBrain1860 und  Snoopy. dem ist nichts hinzuzufügen 😀👍

Liebe kennt keine Liga

DaBrain1860
Leser
DaBrain1860 (@dabrain1860)
24 Tage her

Es ist wie alles im Leben, immer mehr mehr mehr……..ob das gut ist muss jeder selbst wissen!
Es ist wie das berühmte halb gefüllte Glas Wasser, die einen sagen halb voll, die anderen sagen halb leer.
Noch dazu kommt was ich selbst für Erwartungen Hege.
Man könnte es mit allem so sehen, brauche ich z.b. immer bessere Freunde, mit denen ich mich rühmen kann oder reichen mir meine wahren Freunde auf die ich mich verlassen kann!
Brauche ich die zweite Liga um prahlen zu können das Sechzig immer höher spielt oder genieße ich momentan die dritte Liga, weil es halt nunmal gerade so ist, mit super Vereinen wie Lautern, Dresden usw und sehe dazu Löwen die einen super Fußball spielen und wirklich Spaß machen!
Das soll nicht bedeuten daß ich keinen Erfolg möchte aber man braucht auch mal etwas Geduld und wenn alles passt, dann wird es auch klappen mit dem Aufstieg!
Ich für meinen Teil bin Fan von Sechzig und nicht von irgendeiner Liga!
Ich möchte weiterhin mit Sechzig Freude haben und mich identifizieren können! Denn genau das ist das was doch unseren Verein ausmacht, der ja leider den ultimativen super erfolgreichen, unsympathischen, superkommerziellen und nicht volksnahen (man könnte da ewig weiter machen 😉) in der selben Stadt ertragen muss!
Habt Vertrauen in die Verantwortlichen und wenn es mal nicht klappt, ja dann klappt es halt nicht aber was soll’s, wir sind doch immer noch Fans des geilsten Clubs der Welt und vor allem sollte man zufrieden sein mit dem was man hat, denn so schlecht ist es wirklich nicht!

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
24 Tage her

Die Rufe nach der 2. Liga sind laut und werden immer lauter. Auch wegen der Tabellensituation, die sich die Mannschaft erarbeitet hat. Aber sozusagen „all-in“ gehen, damit die Chancen auf den Aufstieg erhalten bleiben, ist vielleicht ein zu gewagtes Spiel. Jeder neuer Spieler muss ja erst mal eingefügt, eingebunden werden. Und ob diese „Heilsbringer“ dann wirklich was bringen steht auf einem zweiten Blatt.

Der TSV ist gut dabei. Besser als von vielen vor der Saison gedacht und diese schreien ständig nach „mehr“. Da wird von fehlender Breite gesprochen (14 Spieler haben Tore gemacht), von zu wenig „Offensive“ – wenn man mal gar kein Tor und nur eines macht – und das bei Ligabestewert an Toren. Man könnte den Eindruck bekommen, dass in manchem dieser Geister der TSV nur eines nicht darf: Verlieren, Remis spielen. Alles muss man mit an die Wand spielen.

Mit der Brechstange geht sowieso nichts, das Transferfenster ist zu und damit braucht man auch nicht mehr schreien. Und wenn der Aufstieg nicht gelingt, geht die Welt auch nicht unter. Wobei das für den einen oder anderen Schreihals vielleicht gar nicht so schlecht wäre, würde er dann doch nicht mehr schreien.

Wenn man aufsteigen will, dann braucht man auch eine Liga höher eine Basis. Da reicht es nicht, dass man wieder nach x Millionen und 10-12 Neuverpflichtungen schreit. Wie Gorenzel schon gesagt hat: gezielte Verstärkung und nicht einfach drauf los kaufen. Denn auch eine Liga höher brauchst du ein funktionierendes Team, eine Mannschaft, die im Grunde vom ersten Tag an als Aufsteiger ihre Punkte sammeln kann. Da hast du keine Zeit, erst mal eine Mannschaft zu formen.

Die Basis schafft man jetzt. Und wenn es diese Saison nicht reicht, hat man mit dieser Mannschaft – sofern man sie in weiten Teilen zusammenhalten kann – auch ein entsprechendes Fundament, eine Basis. Aber mit aller Gewalt und mit der Brechstange geht es nicht. Und es ist auch wenig Hilfreich, wenn man jetzt jedes Spiel als 6 Punkte Spiel bezeichnet oder ständig nur vom Aufstieg redet, der jetzt angeblich passieren muss.

Timo
Gast
Timo (@guest_53495)
24 Tage her

Grundsätzlich guter Bericht, wirklich gut!
Aber haben wir nicht selbst zahlreiche Spieler abgegeben die sich mit dem Verein mehr als identifiziert haben?
Berzel, Rieder,Gebhardt,Bonnann,Weber,Kindsvater….
Und gesunden in der 3. Liga geht wohl kaum.
Leider klappt das so halt heute nicht mehr! Was passiert im Sommer mit jungen Leistungsträgern? Das weiß ja auch noch keiner..
TG ist da mit Sicherheit kein gutes Beispiel.

Timo
Gast
Timo (@guest_53499)
24 Tage her
Reply to  ArikSteen

Sorry😉

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
24 Tage her
Reply to  Timo

Nur identifizieren reicht halt nicht. Ist doch klar, dass MK „sein“ Team formen möchte (und bitte auch soll und sehr erfolgreich macht) und es da für einige Spieler aufgrund der Leistung etc etc nicht mehr gereicht hat. Wer spricht denn von gesunden in der 3.Liga? In welcher Liga kann man denn gesunden (viele lange Jahre in Liga 2 sind wir nicht gesundet). Man muß vernünftig sein, egal in welcher Liga

jürgen
Leser
jürgen (@jr1860)
24 Tage her
Reply to  Bine1860

In welcher Liga kann man denn gesunden (viele lange Jahre in Liga 2 sind wir nicht gesundet)

ich meine mich zu erinnern, dass auch aus der 1.Liga nach KHW sehr viele Altlasten aufgetaucht sind…

Fazit: Man kann den Karren in jeder Liga an die Wand fahren, was an den (immer) steigenden Ansprüchen liegt. So muss es eigentlich anders rum auch möglich sein in jeder Liga zumindest nicht mit nem Minus rauszugehen.Was im übrigen 6-7 Vereine der 3. Liga schaffen (siehe https://loewenmagazin.de/spannendste-liga-im-deutschen-profisport-der-saisonreport-der-3-liga/ )

#ELiL

drew60
Gast
drew60 (@guest_53492)
24 Tage her

Wer nichts wagt der nichts gewinnt heißt es immer und trifft aber im realen Leben nur selten zu . Die KGaA ist aber kein Spielzeug oder Spekulations Objekt sie ist ein immer noch krankes Unternehmen das man behutsam wieder aufbauen und sich weiter für die Zukunft aufstellen muss . Der aktuelle weg ist der Richtige der Beschritten wird nur das was man auch einnimmt darf man auch Ausgeben und nicht mehr . Konsolidierung heißt ja nicht das man sich tot spart sondern auch Einnahmen erhöht und vertrauen zurück gewinnt bei Sponsoren Fans und der Stadt München und letztendlich das man Vertrauen in die Mannschaft hat und gibt und dann wird dieses Vertrauen auch irgendwann zurück gezahlt. Und dann wenn die Saat aufgeht hat man einen stetigen Fluss an Positiven Meldungen und Erfolgen. Aber das ganze wird dann wieder zunichte gemacht wenn man 4-5 neue holt und man meint das Geld was man jetzt dafür ausgibt holen wir in der 2 Liga locker wieder rein . Was jetzt wieder geschieht ist im grunde genommen nichts anderes als Meinungsmache bestimmter Personen die leider zu viel Einfluss auf die Fanlandschaft haben . Der jetzige Weg ist der Richtige und in unsere Situation führt da kein anderer Vorbei.

Claudia Wehmeier
Gast
Claudia Wehmeier (@guest_53490)
24 Tage her

Auf die Socken. Die Löwen gehören in die 2. Liga. Grüße aus dem verschneiten Bielefeld.

Nofan
Gast
Nofan (@guest_53494)
24 Tage her

Wieso gehört 1860 in die 2. Bundesliga? Wollen Sie das bitte begründen. Dabei sollten Sie berücksichtigen: Die aktuelle Mannschaft bereitet Freude, aber selbst Mölders wird in der 2. BL Schwierigkeiten haben, von den anderen Spielern ganz zu schweigen. Haben Sie berücksichtigt, dass 1860 mit Schulden von ca. 70 Mio. € belastet ist? Nur als Beispiel: Kaiserslautern ist mit Verbindlichkeiten von (lediglich) rd. 20 Mio. € in die Insolvenz gegangen. Woher soll bei 1860 das Geld für eine Zweitligamannschaft kommen? Und vergessen Sie nicht bei allen Träumen von den höheren TV-Geldern, dass beim Aufstieg der FCB seine Forderungen von ca. 2,5 Mio € einfordern wird. Und dass Herr Ismaik dann Zinsen auf seine Genussrechte fordern kann, die die Ertragsrechnung mit 3 Mio. € belasten könnten