Islamwissenschaftlerin über die Beziehung zwischen Hasan Ismaik und dem TSV 1860 München

36
Trainingsgelände Grünwalder Straße 114
Trainingsgelände Grünwalder Straße 114

Wenn es um den Umgang mit Investoren aus dem arabischen Raum geht, dann spielen häufig religiöse Traditionen und Werte des Islams eine Rolle. Anders als in westlichen Ländern, wo es eine klare Trennung nicht nur zwischen dem Staat und der Religion, sondern auch im Hinblick auf die Wirtschaft gibt. Der islamische Prophet Mohammed soll laut der Historie lange Zeit als Kaufmann gearbeitet haben. Handel, Verträge und Zinsen spielen im Koran deshalb eine wichtige Rolle. Vor allem die Zinsen werden dabei heftig diskutiert. Denn für strenggläubige Moslems sind sie verboten. Der Münchner Merkur hat nun eine promovierte Islamwissenschaftlerin im Hinblick auf den Umgang des TSV 1860 München mit Hasan Ismaik interviewt. Doktor Gabi Kratochwil ist Expertin für interkulturelle Kommunikation und Autorin des Bestsellers „Business-Knigge: Arabische Welt“.

Die Islamwissenschaftlerin verfolgt das Geschehen bei den Löwen. „Der Sport hat ja grundsätzlich etwas Völkerverbindendes, wenn ich das mal so pathetisch sagen darf. Schwierig wird’s halt oft beim Miteinander, weil unterschiedliche Erwartungen aufeinanderprallen, unterschiedliche Arbeitsweisen und Kommunikationsstile.“ Das Verhältnis zwischen dem Investor und den Löwen ist stark angespannt. Das lässt sich ihrer Meinung nach reparieren. Weil ihrer Meinung nach der jordanische Investor ein „genuines Interesse“ hat, sich in einem solchen Traditionsverein einzukaufen. Folglich habe er auch Interesse daran, dass es läuft. Es ist ein Prestigeobjekt. Die Marke „Deutscher Fußball“ stehe in der arabischen Welt ganz weit oben. Sie geht davon aus, dass Ismaik stolz darauf ist, sich in einem großen deutschen Verein eingekauft zu haben.

Um eine Kooperation zwischen den Funktionären und dem Investor für beide Seiten erfreulich zu gestalten, sei es wichtig, eine persönliche Beziehungsebene aufzubauen. „Dass man auf hierarchisch gleichrangiger Stufe – hier arabischer Investor, dort deutscher Vereinspräsident – einen guten, soliden Kontakt pflegt.“ Klein machen sollte sich der Verein nicht. „Der Geldfluss ist das eine, auf der anderen Seite gibt es aber eine hochwertige Gegenleistung. Man hat ja was zu bieten, nämlich den Traditionsverein 1860. Das ist ein Pfund.“

Kratochwill empfiehlt, den Investor marketingtechnisch einzubinden. „Warum machen Sie nicht mal ein Sportcamp in Abu Dhabi? Ein Kinder- oder Frauensportprogramm?“ Frauen seien auf dem Vormarsch in der arabischen Welt.

Dass Ismaik keine weitere Gesprächsbasis im Hinblick auf die Kapitalerhöhung sieht, ist eher eine Einladung zur Verhandlung, keine endgültige Abfuhr. „Ich denke, man vergibt sich nichts, mal hinzufliegen und gemeinsam zu erörtern: Wie gestalten wir unsere Zukunft?“

Das Interview des Münchner Merkur / der tz München

„Absolut die falsche Strategie, sorry!“ – Löwen schlagen die Hand, die sie füttert

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

36
Hinterlasse einen Kommentar

Please Login to comment
avatar
  
smilewinklolsadballlionpretzelbeerstadiumlinkrollingheartzzzpolice
 
 
 
11 Comment threads
25 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
16 Comment authors
ChemieloeweMister Muhbuckelbobby_newDonZapatatomandcherry Recent comment authors

  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Chemieloewe
Leser

Hassan Ismaik bewegt sich seit Jahren in keinster Weise auf den e.V. zu, wenn es nicht 100% nach seiner Meinung geht (so wie mit Peter Cassalette) u. zwar kompromisslos. Im Gegenteil, wenn es nicht komplett nach seinem Kopf geht, sperrt er sich vollkommen u. fährt einen derartig aggressiven Konfrontationskurs bis in die mediale Öffentlichkeit, der jeglichen Respekt u. würdevollen Umgang mit Partnern des e.V. vermissen lassen. Wer will denn allen Ernstes noch darauf hoffen u. spekulieren, daß mit Ismaik noch eine erfolgreiche, partnerschaftliche, kooperative, vertrauensvolle u. gleichberechtigte Zusammenarbeit möglich ist??? Höchstwahrscheinlich die Wenigsten, ich jedenfalls nicht! Mit Ismaik geht es nicht, das Ding ist schon längst erledigt! Jeder Tag länger mit Ismaik, ist vergeudete Zeit, Geld, Nerven u. Kraft des TSV 1860 München, Vergeudung von wertvollen Ressourcen, die wir für eine bessere Zukunft bräuchten! Wir brauchen ein Ende mit Ismaik, schnellstens!!!

Fromme Wünsche, Frau Islamwissenschaftlerin, nützen da, bei allem Respekt, leider nichts mehr! Darauf, daß sich diese Wünsche auch nur annähernd erfüllen u. Herr Ismaik sich zum positiven Partner wandelt, haben wir zu lange vergeblich gewartet!

Mister Muhbuckel
Leser

Falls das auch schon jemand aufgefallen ist. die Schlagzeile hat sich verändert: „Absolut die falsche Strategie, sorry!“ – Löwen schlagen die Hand, die sie füttert.
Das war Mittags rum deutlich moderater, weiss leider nicht mehr den Text.
Was sagt uns das? Naah, immer schön wachsam sein!

Thrueblue
Leser

Während wir bereits zwischen kulturellen Unterschieden zwischen Stoderern und Landbevölkerung innerhalb der eigenen Vereinsstrukturen zu knabbern haben, erklärt uns Frau Wissenschaftlerin mal eben wie diese 2,2 Milliarden Zugehörigen des Islam in 22 verschiedenen Ländern so ticken…..
Saupreis, Afrikanischer!!

bobby_new
Gast
bobby_new

Diese „Frau Wissenschaftlerin“ ist Dr. Gani Kratochwil

Snoopy.
Leser

Als ich mir das so durchgelesen habe, von dieser Frau Islamwissenschaftlerin, hab ich mich gefragt, wieso so was und nicht Sigmund Freud oder baugleich. Also für den Investor.

Natürlich muss man auch den Kulturschock zwischen den Regionen berücksichtigen, aber wieso soll der e.V. die aktive Seite darstellen? Es kommt mir so vor, als sollte sich der e.V. auch noch bei Ismaik entschuldigen, dass man ihm freie Hand gelassen hat, alle Entscheidungen bei ihm gefallen sind und man schlussendluch durch diese Entscheidungen im tiefsten Niemandsland erst mal verschwunden ist. Gut, was besseres hätte uns nicht passieren können.

Bei der Kapitalerhöhung wurde von Präsidenten ganz klar gesagt, dass er nicht mit den Ersatzteilen vom VW-Katzentisch sprechen möchte, sondern direkt mit Ismaik, was dieser ablehnt. Sowie auch die Kapitalerhöhung an sich, so wie er viele sozusagen ablehnt, was mit demokratischer Mehrheit auf der MV beschlossen wurde.

„Hirarchisch gleichranginge Stufe“ … äh … versucht man das nicht gerade? Zu zeigen, dass der e.V. nicht die Löwin ist, die sich einfach so besteigen lässt, wann immer es dem Oberlöwen gefällt? Die persönliche Beziehung von Ex-Davonläufer Cassalette hat gezeigt, dass Ismaik keinen sonderlichen Wert auf „gleichranging“ legt. Und dafür ist im so relativ jedes Mittel recht, wie man so in den letzten Wochen wieder mitbekommen hat.

Er (Ismaik) hatte über Jahre die Chance sich einzubringen, tat er nicht. Er hat Kredite und Darlehen gegeben, weil man sonst am freien Kapitalmarkt (bis heute) sich nicht eindecken kann. Diese Kredite und Darlehen wurden immer mehr an Forderungen verbunden. Und irgendwann kann man sich nicht mehr erpressen lassen.

Und schlussendlich hat sich Ismaik nach den Rechten und Gesetzen in diesem Land zu richten, um es ihm passt oder nicht. Und die Statuten sehen nun mal 50+1 vor. Dass man dieses Instrument jetzt hernimmt und damit versicht die KGaA zu retten hat er zu akzeptieren. Entweder spielt er nach diesen Spielregeln oder er bleibt da, wo er seit 2 Jahren ist und bis auf weiteres sein wird. Ich hab an dem schwarzen Freitag schon geschrieben: die Tür ist für Ismaik nicht zu, aber er wird anklopfen und eintreten müssen, nicht der e.V. Daran hat sich bis heute nichts geändert und wird sich so schnell auch nichts ändern.

bobby_new
Gast
bobby_new

Diese „Frau Islamwissenschafterlin“ ist Dr. Gani Kratochwil. Auch finde ich die Formulierung zum Besteigen der Löwin unglücklich gewählt. Falls das eine Abwandlung von Spruch des Tigerreitens sein soll, so hab ich das nicht so wahrgenommen.

Alexander Schlegel
Leser

In den Jahren 2011 bis meinetwegen 2013/14 hätte ich diesen Artikel sehr begrüsst. Allerdings haben wir inzwischen ganze Generationen an Funktionären und Sportverantwortlichen scheitern sehen. Nahezu jeder neue Präsident in den Anfangsjahren nach Ismaiks Einstieg hatte ein besseres Verhältnis zum Investor auf seine Fahnen geschrieben. Und was hat es gebracht? Weniger als nichts.

Die Dame übersieht einfach (oder weiß es dann vielleicht doch nicht so genau), wie viele Jahre und wie viele Versuche es inzwischen schon gegeben hat mit Herrn Ismaik eine vernünftige Basis zu finden. Selbst enge Freunde und Verwandte hat er reihenweise verschlissen. Es kam auf Dauer keiner mit ihm aus. Deswegen bin ich schon länger davon überzeugt, dass wir hier kein Problem unterschiedlicher Kulturen vor uns haben, sondern dass es ein ganz spezifisches Problem mit der Persönlichkeitsstruktur des Investors gibt, der in meinen Augen nur mit absolut unterwürfigen Figuren umgehen kann. Und so kann man den vielschichtigen Chor eines deutschen Traditionsvereins weder führen, noch zusammen halten oder überhaupt eine fruchtbare Basis zueinander finden.

Blue Power
Leser

Diese Unterwürfigkeit ist in den arabischen Ländern normal. Da gibt es den Boss und vielleicht noch ein, zwei Erfüllungsgehilfen unter dessen Gnaden, der Rest sind Lakaien.
Dies ist die Realität in diesen Ländern, da brauchst keine Islamwissenschaftlerin, dass hat nämlich mit der Religion gar nichts zu tun, sondern mit Traditionen und den gesellschaftlichen Strukturen. Diese Frau sollte sich um die Religionen kümmern und nicht über etwas rumplappern von dem sie keine Ahnung hat!

Günter Becher
Leser

Die Dame hat überhaupt keine Ahnung vom Verhältnis Ismaik/KGaA/1860. Der Investor hat mit maximaler Geschwindigkeit eine mögliche Zusammenarbeit zerrüttet, indem er sich als Alleinherrscher sah. Wie er es wahrscheinlich generell „von zuhause aus“ gewohnt ist. Dieser Narsizt wird sich nicht ändern, und deshalb wurde es höchste Eisenbahn, dass da mal Gegenwind entsteht. Die Grundvoraussetzung, wenn da überhaupt noch was zustande kommen soll ist, dass der Adlatus Power, dessen Benehmen hinreichend bekannt ist, schnellstmöglich verschwindet. Möglichst weit weg. Und mit ihm gleich der Obergewerkschafter Saki. Aus dem werde ich überhaupt nicht schlau. Wie kann der als Betriebsratsvorsitzender denn mit Leuten paktieren, denen Arbeitnehmerrechte suspekt sind, wie so mancher schon leidlich erfahren musste. Das ist m.E. das Paradoxon schlechthin.

tomandcherry
Leser

Die „kulturellen Unterschiede“ gab’s von Anfang an und während man zu Beginn dieser unglückseligen Verbindung vielleicht noch ein gewisses Verständnis für die Art und Weise, wie Herr Ismaik sich bei 60 München eingeführt hat, aufbringen konnte, fehlt mir mittlerweile dieses Verständnis völlig.

Seine über „Fakebook“, „Zwitter“… hinausgepolterten Tiraden bewirken bei mir nur noch eins:

Die Erkenntnis, dass es kein „#gemeinsam“ mehr geben wird.

Wenn er schon ständig Respekt für sich und seine Handlungen einfordert, dann sollte er m.E. mit gutem Beispiel vorangehen und von sich aus Respekt für die e.V.-Verantwortlichen zeigen.

Oder gilt in der arabischen Welt der Respekt nur einseitig? Fast könnte man es glauben.

anteater
Leser

In klar patriarchischen Strukturen gilt erstmal nur das Oberhaupt und der Rest hat zu kuschen. Dabei kommen dann noch stets Männer vor Frauen.
Sollte Reisinger an Ismaik verzweifeln, würde ich eine lesbische Präsidentin und Hardlinerin bevorzugen. Im unserer Gesellschaft absolut gleichrangig und so hat auch Herr Ismaik das zu akzeptieren.

Snoopy.
Leser

„würde ich eine lesbische Präsidentin und Hardlinerin bevorzugen“
in Mini-Rock, Strapsen, High-Heels und ohne Kopftuch …
smile

anteater
Leser

Snoopy.
Und mit Peitsche!

United Sixties
Gast
United Sixties

Mit solchen patriarchischen Charakteren kann es keine gedeihliche Zusammenarbeit geben.
Ob Araber oder Münchner Metzger.
Er will und wird immer das letzte Wort haben wollen. Als vlt. zu jung wie zu schnell
sehr reich gewordener Jordanier (ähnlich wie mancher Profikicker-Millionär) aus einfachen Hause kann er mit seiner „Macht und Einfluss“ nicht vernünftig genug umgehen.
Seine „Hire and fire-Mentalität“ wird auch in Zukunft eher ein Hindernis bleiben.
Für ihn zählen nur ebenso reiche, erfolgreiche Menschen als gleichwertig.

Die beste Lösung bleibt sein Anteile-Verkauf mit Partizipation an späteren Erfolgsbonus
bei Transfers als „stiller Minderheitsgesellschafter“ ohne jeden operativen Einfluss in der kgaA. Soll ihm das Münchner Wunsch-Konsortium ein neues, attraktives Angebot erstellen,
damit er sich „erhobenen Hauptes“ vom Invest 1860 verabschieden kann. Seine öffent.
Dementis dazu nehme ich nicht ernst, er will nur den Preis hochtreiben.

Blue Power
Leser

Jetzt muss ich mal etwas dazu sagen. Ich habe auch familiäre Beziehungen nach Abu Dhabi und einige hochrangige Freunde die sich hier in München medizinisch behandeln lassen. Als ich vor ein paar Jahren voller Stolz gefragt hatte, dass Ismaik als großer Investor bei Sechzig eingestiegen ist, ob man Hasan Ismaik kenne, sagte man mir … wie „Ismaik“ bei uns gibt es eigentlich den Namen nicht, meinst Du „Ismail“ sie waren verwundert, denn sie kannten den Herren nicht. Hier handelt es sich um den Geldadel aus Abu Dhabi! Als er dann bei Arabtec einstieg wurde er auch dort bekannter. Im Moment hält sich wieder ein Freund zu Untersuchungen in München auf (dort hat München das Image als CL der Medizin). Ich weiß, dass es viel lukrativere (haben viel mehr Privatvermögen als HI) und entspanntere Investoren gibt. Abu Dhabi ist die Schweiz in den UAE und sie halten die Kommunen wie z.B. Dubai etc. mit ihren Milliarden-Geldspritzen am Leben.
Ich würde mal als e.V. die Regierenden dort angehen, denn die Familien sind gut vernetzt und wir hätten dann Investoren in den Größenordnungen von PSG.
Nun ja, Hasan Ismaik ist in den UAE keine große Nummer, wird aber hier von seinen Jüngern z.B. dem unsäglichen Blogger Griss, dazu gemacht.

bobby_new
Gast
bobby_new

Dass Herr Ismaik in UAE oder Abu Dhabi keine „große Nummer“ ist, liegt aber nicht daran, dass zwischen Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten über 2.000 km liegen, oder?

Die Kategorisierung nach persönlicher Einschätzung von Gesprächen mit hochrangigen Personen (in welchem Rang einheitlich) oder dem Geldadel aus Abu Dhabi (wer auch immer gemeint ist) halte ich für nicht diskutabel.

Persönlich möchte ich dir sagen: Herr Ismaik hat es aus ärmlichen Verhältnissen mit harter Arbeit und auch etwas Glück zu beachtlichem Reichtum geschafft. Dafür verdient er und jeder andere, der sowas schafft, meinen Respekt – egal welche Nationalität, Hautfarbe oder Relegion. Ihn hier als „kleine Nummer“ abzukanzeln entspricht nicht meiner Voratellung davon. Doch das ist meine Ansicht!

Aber wenn deine Freunde aus diese Kreisen regelmäßig zu Besuch sind, dann schenk ihnen doch ein Ticket für das nächste Heimspiel (was den Platz angeht, können wir sicher was machen) und versuche sie mit Herr Reisinger oder einem gleichgestellten Marketingmitarbeiter ins Gespräch zu bringen. Vielleicht klappt es ja mit einem Sponsoring oder einer Spielerfinazierung oder oder oder. Ich würde mich freuen!

anteater
Leser

Das mit der harten Arbeit und etwas Glück, man mag es kaum glauben, sorry. Würde eher ziemliche Skrupellosigkeit und Verschlagenheit annehmen.

Banana Joe
Leser

Hasan Ismaik ist der Robert Geiss Arabiens!

DonZapata
Leser

😂 Made my day!

Blue Power
Leser

😂👍

tomandcherry
Leser

@Blue Power

„Ich würde mal als e.V. die Regierenden dort angehen, denn die Familien sind gut vernetzt und wir hätten dann Investoren in den Größenordnungen von PSG.“

Sorry, Blue Power, auch wenn ich Deine Kommentare sonst recht gerne lese und häufig zustimme, so bin ich in diesem Fall vollkommen anderer Meinung.

Erstens weiß ich nicht, wie die e.V.-Verantwortlichen „die Regierenden angehen“ sollten? Du meinst sicherlich „Kontakte herstellen“? Nur: Wer soll denn die Türen für den e.V. bei solchen Herrschaften öffnen? Dazu bräuchte es m.E. eine/n gut vernetzten Herrn/Dame vor Ort (also in den V.A.E.), der solche Kontakte vermitteln müsste.

Und was ich noch viel wichtiger finde:

„Investoren in der Größenordnung von PSG“ – Fußball-Gott bewahre!

Das wäre für mich ein Grund den TSV 1860 München ein für allemal aus meinem Herzen zu verbannen, denn PSG stellt für mich (neben etlichen anderen europ. Top-Vereinen) den Niedergang des Profi-Fußballs dar.

Millionen und Aber-Millionen an Sponsoren-Geldern verpulvern, Spieler für unglaublich viel Geld verpflichten und sich dadurch zu einem Hass-Objekt im sowieso schon vollkommen irre gewordenen Fußball-Geschäft zu entwickeln, kann m.M. nach niemals eine Option für 60 München sein.

Ich will keine Söldner-Truppe aus aller Herren Länder, die zwar die nationale Liga nach Belieben dominiert, aber ohne das Geld aus Katar keinen Schuss Pulver wert wäre.

Dann lieber ein kleiner, bescheidener und sportlich nicht auf Rosen gebetteter Dritt- oder Zweitligist bleiben.

Banana Joe
Leser

„Erstens weiß ich nicht, wie die e.V.-Verantwortlichen „die Regierenden angehen“ sollten?“

Viele sind auf Instagram aktiv und dort auch anschreibbar. Kam mal im TV, irgendso ein Prinz hat sich beim Nachrichten schreiben mit „Fans“ filmen lassen. Inwieweit das und wieviel Wahrheit dann tatsächlich drin steckt, weiß ich nicht.

Blue Power
Leser

Nun, entweder man hat einen Investor oder man hat keinen.
Wir haben nun mal einen der sich zumindest so schimpft.
Also entweder man geht in die Regionalliga ohne Investoren oder in die höchsten Klassen mit Investoren, aber dann bitte mit den richtigen.

Du meinst wohl, dass wir so ein beliebter Verein sind, ja durchaus hier und da, aber bei vielen gelten wir als gescheitertes Projekt eines irren Investors und als ein Verein der seit gefühlt fünf Jahrzehnten nur Schulden produziert, so die Aussagen im Rest von Deutschland. Also nicht ein sympathisches Freiburg oder Vereine die es seit Jahrzehnten ohne große Investorens sehr gut hinbekommen. Dies ist vielleicht Dein und mein Wunschdenken, aber es entspricht überhaupt nicht der Realität, dass wir so wie diese Vereine gesehen werden.

Also entweder gescheit oder gar nicht, aber nicht so eine ätzende Zwitterlösung wie bei uns.

Also Bundesliga oder Regionalliga. Wir hätten letztes Jahr ohne HIs 2 Mio. nicht mal die 3. Liga gehalten. Denn mit den 2 Mio. wurden genau die Spieler verpflichtet, geliehen und finanziert, die uns gerade noch so den Arsch gerettet hatten!
Es waren gerade mal 2 fucking Pünktchen und 2 fucking Törchen die uns gerettet hatten!

tomandcherry
Leser

@Blue Power

„Also entweder gescheit oder gar nicht, aber nicht so eine ätzende Zwitterlösung wie bei uns.

Also Bundesliga oder Regionalliga.“

Hm, das sehe ich dann doch wesentlich differenzierter.

Zwischen BuLi und RL Bayern existieren immer noch zwei andere Spielklassen und zumindest ich wäre hocherfreut, wenn 60 in absehbarer Zeit wieder in der 2. Liga mitmischen könnte.

Ob’s für die BuLi nochmal reicht?

Da hab‘ ich meine Zweifel.

Aber so ein Konstrukt wie das von Dir genannte PSG wäre definitiv nie mein Anspruch oder Wunsch für die Zukunft des TSV 1860 München.

Snoopy.
Leser

Wir sollten mal von diesem „einen Investor“ wegkommen. Mit einem Investor bist du nun mal von Grund auf in der Abhängigkeit. Das mag ja vielleicht in England oder auch in Frankreich funktionieren, hier in Deutschland funktioniert es nicht. Und 1860 ist da nicht das einzige Beispiel, wo es nicht so richtig gut geht mit dem einen Investor. Kind liegt mit seinem Vorhaben da auch an der Leine (was für ein Wortspiel) und bei dem einen oder anderen Verein hängt der Haussegen da auch etwas schief.

Wobei ich mich schon frage, wenn du von „Größenordnung a la PSG“ schreibst, wieso man aus dem Verein mit aller Gewalt etwas machen möchte, was der Verein noch nie war. Mal abgesehen davon, dass so was in Deutschland bei alteingesessenen Vereinen schlicht und einfach nicht funktioniert. Da stehen andere Werte an erster Stelle als das Geld oder CL-Teilnahme.

Mit den 2 Mio. wurden also die Spieler finanziert, die uns den Arsch gerettet haben? Nun, sehe ich anders, einer der von dem Geld mitfinanziert wurde, hat nach 3 Monaten so was wie Fahnenflucht begangen. Und welchen Ärger uns die 2 Mio. dann schlussendlich noch eingebracht haben …
Gerettet hat uns, dass wir nach der Winterpause in ein paar Spielen erfolgreich punkten konnten, also 3er eingefahren haben, die meisten davon doch glücklich. Insgesamt ist das, was letztes Jahr aus dem Kader geholt wurde, zu wenig. Und das ist für mich der Trainer.

tomandcherry
Leser

Snoopy.

Speziell Kamerad „Giermaldi“ hat uns nach wenigen Wochen ziemlich im Regen stehen lassen. Wobei er zumindest zu Saisonbeginn schon eine Verstärkung – und auch Torvorbereiter/-schütze – war.

Lorenz war ausgeliehen, Moll und Lex für mich persönlich nicht gerade die personifizierten Erfolgsgaranten.

Bekiroglu kann durchaus als Transfer-Erfolg bezeichnet werden. Und sonst?

Dass man sogar deutlich schwächer wurde, als Biero endlich die „Doppelbelastung“ los war und sich 5 Tage/Woche an der 114 tummeln durfte, ist auch eine Tatsache.

Somit wird die nächste Saison schon auch eine Art Nagelprobe für unseren engagierten Chef-Trainer, ob er für „höhere Aufgaben“ geeignet ist.

anteater
Leser

Und Bekiroğlu wollten wir schon in der Regionalliga holen.

anteater
Leser

Selbst in Jena kotzen einige ab, weil sie von Wohlwollen des Investors abhängig sind. Das ist ja ein weniger bekanntes Beispiel.

tomandcherry
Leser

anteater

Ist das so? Höre/lese ich jetzt zum ersten mal. Kannst Du es noch etwas konkretisieren, warum, weshalb, wieso?

Danke schon mal im voraus für Deine Antwort.

anteater
Leser

Ich frag mal meinen Kollegen, sobald er wieder im Büro ist, nach den Hintergründen. Also, der ist Jenenser.

Blue Power
Leser

Na ja, sehe ich nun mal völlig anders als Du.
Zwei Köpfe und zwei Meinungen, so ist nun mal die Realität.

anteater
Leser

Ist es in der arabischen Geschäftswelt denn tatsächlich üblich, höchst fragwürdige Statements über Facebook unters Volk zu bringen? Aus eigener Erfahrung ein ganz klares Nein!

Siggi
Leser

Der Artikel in der tz ist recht interessant geschrieben und enthält auch einige beispielhafte Ideen, wie ein Miteinander gelingen könnte. Allerdings ist das halt alles sehr allgemein: „die Araber“, „die Deutschen“. Inwiewiefern sich das auf die Personen RR und HI anwenden lässt, ist halt eine andere Sache. Dennoch, mit mehr Verständnis dafür, worum es dem jeweils anderen geht (oder gehen könnte), ist vielleicht noch nicht jegliche Hoffnung verloren.