Nachdem am 24. Juli 2019 die Vollversammlung des Stadtrats beschlossen hatte, dass die Erhöhung der Kapazität des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße baurechtlich weiter geprüft werden soll, hat das Referat für Bildung und Sport die Anwohner, Vereine und die beiden Bezirksausschüsse (Untergiesing-Harlaching und Obergiesing) zu einer Informationsveranstaltung zum Stand der Planungen zum Umbau des Grünwalder Stadions eingeladen.

Bericht von: Reinhard Friedl

Ca. 120 Personen waren gegen 19.00 Uhr zu der Veranstaltung erschienen. Darunter zahlreiche Vertreter aus den städtischen Referaten, der Polizei, den Bezirksausschüssen und den Vereinen. Bei den Vertretern der Vereine fiel auf, dass es im Grunde nicht um das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße geht, sondern um das Sechzger Stadion. Denn von Seiten des FC Bayern war nur der Leiter des Bayern Campus (im Münchner Norden), Herr Sauer, mit einem Begleiter anwesend. Türkgücü war nur mit der Geschäftsführer Robert Hettich Max Kothny (Spielbetrieb / Ticketing /Merchandising) vertreten. Hingegen vom TSV 1860 München, sowohl von der KGaA der Geschäftsführer Herr Scharold und der Fan-Beauftragte Sebastian Weber, als auch vom e.V. der Vizepräsident Hans Sitzberger und mehrere Verwaltungsbeiräte, sowie der Fußballabteilungsleiter Roman Beer. Auch Vertreter von „Sechzig im Sechzger“ und der „Freunde des Sechzger Stadions“ waren in den ersten Reihen zu finden. Es waren auch Pressevertreter, die ebenso über den aktuellen Stand informiert wurden, interessierte Zuhörer. Knapp die Hälfte der Teilnehmer dürften Anwohner des Stadions gewesen sein.

Um 19.08 Uhr eröffnete der Moderator, Herr Weinkopf von Citycom Büro für Stadtentwicklung, die Veranstaltung und stellte die wichtigsten Personen der anwesenden Stadtreferate, Polizei und den Vereinen vor.

Kurze einleitende Worte kamen von der Gastgeberin, der Leiterin des Referates für Bildung und Sport, Frau Beatrix Zurek, sowie von den Bezirksausschuss-Vorsitzenden Frau Dullinger-Oßwald (BA 17 Obergiesing-Fasanengarten) und Herrn Baumgärtner (BA 18 Untergiesing-Harlaching).

Frau Zurek bot einen kurzen Überblick über die Geschichte des Grünwalder Stadions. Sie stellte besonders hervor, dass das Grünwalder Stadion bereits seit 1911 am jetzigen Standort steht.

Nun bat der Moderator die Vereinsvertreter kurz zu erläutern, warum das Grünwalder Stadion für ihren Verein wichtig ist. Kurze Statements gaben der Geschäftsführer Herr Scharold, der Leiter des Bayern Campus Herr Sauer sowie Herr Kothny von Türkgücü ab. Herr Scharold betonte, dass der TSV 1860 München nach schwierigen Jahren vor 2 ½ Jahren wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist und sich dort sehr wohl fühlt. Eine Ertüchtigung des Stadions, zumindest damit es Zweitliga-tauglich wird, ist für 1860 ein entscheidendes Kriterium. Allerdings stellte er in Frage, ob bei einem weiteren Aufstieg in die Erste Liga ein Verbleib im Grünwalder Stadion machbar ist.

Nach den Vereinsvertretern war nun die Polizei dran. Der Vertreter der Polizeiinspektion 23 konnte eine gute Sicherheitslage bestätigen. Er erklärte das Konzept der Polizeieinsätze an Spieltagen und hatte speziell für die 60er Fans nur lobende Worte in seinem Vortrag. „Im eigenen Wohnzimmer sind die Fans sehr brav“ war einer seiner Sätze.

Der Leiter des Baureferates, Herr Langer, erläuterte nun, dass kurz vor Weihnachten die „Bauvoranfrage“ im „Bauvorbescheid-Verfahren“ eingereicht wurde. Er bat Herrn Schöner von Albert Speer und Partner, die bereits die Machbarkeitsstudie erstellt hatten und nun in die weitere Planung involviert sind, die Umbaupläne vorzustellen.

Die maximale Zuschauerzahl stieg geringfügig von 18.060 auf 18.105 Zuschauer. Es kommt zu einem Rückbau der „Stehhalle“, damit alle Bereiche unter dem Tribünendach Platz finden. Das Spielfeld wird etwas nach Norden (also in Richtung „Stehhalle“) verschoben. Im Bereich der „Stehhalle“ wird eine „Hospitalityebene“ mit einigen Logen und Verköstigungsmöglichkeiten Einzug halten. Dadurch werden die Sitzplätze von derzeit 4.503 auf 3.309 Plätze reduziert.

Die Haupttribüne wird erweitert und so angelegt, dass keine Stützpfeiler mehr die Sicht behindern. Ebenso werden die Pressevertreter und die Fernsehsender dort ihren Platz haben. Durch die Erweiterung der Südtribüne werden die bisherigen 1.250 Sitzplätze auf 4.154 Plätze erhöht. Dies geht zu Lasten der Westkurve wo bisher 8.800 Stehplätze sind und künftig nur noch 7.700 Stehplätze unter dem künftigen Dach Platz finden werden. Der jetzige Block F (Stehplatzbereich) wird in die Südtribüne mit Sitzplätzen eingegliedert.

Der jetzige Gästebereich, die Ostkurve an der Grünwalder Straße, erhält einen neuen Oberrang mit Sitzplätzen. Der untere Rang hat weiterhin Stehplätze und der neue Oberrang die Sitzplätze. Aus derzeitigen 1.546 Stehplätzen werden 2.974 Steh- und Sitzplätze. Für Gästefans sind ca 1.900 Plätze vorgesehen. Dies bedeutet, dass künftig in der Ostkurve Heim- und Gästefans zu finden sein werden und daher Trennungen der Bereiche vorgenommen werden müssen. Und hier zeigten die Planungen bei den Einlassbereichen Schwächen, die mit Sicherheit abgeändert werden müssen.

Der derzeitige Einlass für die Gästefans an der „Ostkurve“ im Bereich Grünwalder/Volckmerstraße soll nun für Heim-Fans als Eingang „Ost II“ benützt werden und den Einlass für die Südtribüne (bisherige Haupttribüne) und den Heimbereich auf der Osttribüne darstellen. Dafür wird der Gästeeinlass für die Osttribüne in Richtung Einlass für die „Stehhalle“ verlegt. Dass nun eine problemlose Trennung der Fan-Lager von der U-Bahnstation Wettersteinplatz zum Eingang ins Stadion nicht mehr gewährleistet ist, wird eine Überarbeitung der Planungen nötig machen. Man wollte die Zuschauereingänge von der Volckmerstraße (hinter der bisherigen Haupttribüne) nicht mehr haben, damit wohl die Anwohner hier von „Zuschauerverkehr“ verschont bleiben. Allerdings wird dies nicht umsetzbar sein.

Die bisherige Dachhöhe der „Stehhalle“ (Nordtribüne) stellt die Obergrenze für die neue Überdachung der Westkurve und Ostkurve, sowie der Südtribüne dar.

Zum Abschluss der Vorträge der beteiligten Planer stellte Herr Rehn vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung (LBK) den nächsten Schritt für die geplanten Umbauarbeiten vor.

Am 20.01.2020 wird im Amtsblatt der Landeshauptstadt München, sowie am 23.01.2020 in der Süddeutschen Zeitung und dem Münchner Merkur veröffentlicht, dass in der Zeit vom 24.01. bis 24.02.2020 in den Räumen der Lokalbaukommission in der Blumenstr. 19, Zimmer 438, die Pläne eingesehen werden können und Stellungnahmen hierzu abgegeben werden können. Dies erfolgt im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit, Nachbarbeteiligung gem. Art. 71 Satz 4 i.V.m. Art. 66a Abs. 1 BayBO.

Ab 20.20 Uhr hatten nun die Anwohner und Vertreter aus den Bezirksausschüssen Gelegenheit, das Wort zu ergreifen.

Als erstes gab ein Anwohner aus der Reichenhaller Straße seine Meinung ab. Er monierte die Einladungsverteilung und unterstellte der Stadt, dass diese die Veranstaltung geheim halten wollte. Er schilderte, dass an Spieltagen alles schlecht und nicht zumutbar ist. In die gleiche Kerbe schlug ein Anwohner aus der Martin-Luther-Straße und wurde anschließend von Frau Melanie Kieweg (Mitglied im Bezirksauschuss Untergiesing) bestätigt.

Eine Anwohnerin aus der Grünwalder Straße, die genau gegenüber dem Stadion wohnt, äußerte sich positiv zum Stadion. Ihr Anliegen war die Gestaltung der künftigen erhöhten Osttribüne.

Nach einigen Fragen und Redebeiträgen hatten wiederum Behördenvertreter die Möglichkeit auf das Vorgetragene einzugehen. Ob es um Lärmschutz oder Verkehrsaufkommen ging, war zu erkennen, dass seitens der Stadt alles versucht wird, bei den Planungen auf diese Dinge einzugehen.

Christian Jung von der Initiative rief in seinem Redebeitrag auf, gemein einen Dialog aufzunehmen und monierte, dass auf ein Gesprächsangebot an Gegner der Ausbaupläne keine Resonanz kam.

Ein Anwohner aus der Volckmerstraße (hinter der Haupttribüne) betonte vehement, dass sein Name (den er sowieso nicht sagte) und kein Bild von ihm veröffentlicht werden darf. Er monierte das Fehlen von WC-Anlagen im Außenbereich und schilderte Spaziergänge mit seinem Hund, wenn Fußballspiele aus sind.

Eine Anwohnerin aus der Martin-Luther-Straße beschwerte sich über die Trommeln. Der nächste Redner, ein Nachbar dieser Frau, fand das Trommeln ebenso als nicht zumutbar für die Anwohner.

Einer der Trommelgegner warf der Stadt München vor, dass diese ihre Hausordnung für das Stadion nicht durchsetze. Mechanische Lärmwerkzeuge sind laut Hausordnung im Stadion verboten. Frau Zurek betonte jedoch, dass Trommeln nicht zu diesen mechanischen Lärmwerkzeugen zählen.

Auch Herr Scharold wurde gebeten zum Lärm der Trommeln Stellung zu beziehen. Er machte deutlich, dass die Trommeln zur Fan-Kultur dazu gehören.

Frau Stephanie Dilba und Herr Roman Beer warben in ihren Redebeiträgen ebenso um Verständnis, das „Event Fußball“ im Grünwalder Stadion toleranter anzugehen.

Die Redebeiträge der Anwohner beendete der Herr, der bereits den ersten Beitrag „alles ist schlecht“ hatte und wiederholte seine Vorwürfe um 21.45 Uhr.

Die Schlussworte von der Gastgeberin Frau Zurek waren um 21.55 Uhr: „Wenn das Stadion fertig ist, wird es ein schickes Teil sein.“

Diesen Worten schließt sich der Verfasser dieser Zeilen an, auch wenn er auf eine Erhöhung der Zuschauerplätze gehofft hat, aber am gestrigen Abend eingesehen hat, dass dies mit Sicherheit am Standort Grünwalder Straße nicht gehen wird.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Jürgen
Gast
Jürgen (@guest_41207)
6 Monate her

Warum nur wird die Stehhalle zurückgebaut? Sie war einst Kult.
Besteht denn keine Möglichkeit die Tribüne zu erweitern? Somal es in Richtung Norden viel Platz zur Verfügung wäre.

jürgen (@jr1860)
Leser
jürgen (@jr1860) (@jr1860)
6 Monate her
Reply to  Jürgen

@Jürgen… klau mir nicht meinen Namen 🦁😎😁

Markus Drees
Gast
Markus Drees (@guest_41206)
6 Monate her

Kurze Korrektur: Robert Hettich wurde kurzfristig durch Max Kothny ersetzt, der gehört zu Spielbetrieb – Ticketing – Merchandising bei Türkgücü.

Zu dem Einwurf wegen VIPs und Stehhalle opfern: In der Haupttribüne ist schlicht kein Platz für Catering und VIP-Plätze zusammen. Daher der Aufwand, der jetzt betrieben wird mit Alm und Shuttle. Einen VIP-Bereich mit 2 Ebenen, wo man möglicherweise auch noch ein 1860-Museum unterbringen kann, geht daher vom Platz her nur auf der Stehhallenseite. Natürlich kann man darauf verzichten (in der Stadionordnung der DFL wird nur von gedeckter Ehrentribüne gesprochen und von keinen Mindest-VIP-Plätzen), aber man möchte ja doch den VIPs für 3800 EUR was bieten und nicht nur den Blick auf die Stützen des Haupttribünen-Daches.

Loewengraetscher
Gast
Loewengraetscher (@guest_41218)
6 Monate her
Reply to  Markus Drees

Ok, danke für die Info.

Wenn ich die Wahl hätte zwischen – sagen wir mal – 150 Plätzen oder ein Museum, dann kann ich auf ein Museum gut und gerne verzichten…

Matula60
Gast
Matula60 (@guest_41223)
6 Monate her
Reply to  Markus Drees

Das die Haupttribüne neu gebaut werden muss, ist wohl unumstritten. Und dann wird man auch vip Bereiche schaffen können, davon bin ich überzeugt. Kommt halt drauf an, in welcher Dimension. Wäre im übrigen sicher auch billiger, wenn die stehhalle erst einmal nicht umgebaut werden muss (Ausnahme evtl. die geplanten neuen Rolliplätze, die machen durchaus Sinn)

Matula60
Leser
Matula60 (@matula60)
6 Monate her

Ich war gestern auch bei der Veranstaltung. Ergänzend zu dem hervorragenden Bericht hier im Löwenmagazin noch folgende Anmerkungen von mir:

– ich halte es für einen Fehler, die Kapazität der stehhalle zu verringern. Denn die Präsentation hat gestern gezeigt, dass im Bereich der volckmerstrasse an deren östlichen und Westlichen Ende eigentlich zu wenig Platz ist, um große Mengen an Fans den Einlass ins Stadion zu ermöglichen. Vor der stehhalle ist die Einlasssituation am geeignetsten- aber gerade hier wird die Kapazität verringert. Das halte ich für einen Fehler.

– große Teile der stehhalle werden für die „grosskopferten“ geopfert, meines Erachtens in einem viel zu großen Umfang. Ein bisschen weniger „hospitality“ würde auch ausreichen. Ich würde ohnehin die VIPs auf der neuen Haupttribüne unterbringen, da dort die geplante einlassituation nicht optimal ist (Siehe oben) und man die Kapazität dort nicht so deutlich wie geplant erhöhen sollte. Ich bin bei dieser Thematik aber auch ein wenig befangen, da ich wohl meinen Stammplatz in der stehhalle durch den vip-Bereich verlieren werde.
– bei den Anwohnern waren viele dabei, die einfach auch mal jemanden ihr „leid“ klagen wollen. Im Grunde fand ich die Einwände für so ein Großprojekt im innerstädtischen Bereich relativ dünn. Auf der anderen seite lohnt es sich durchaus, die Einwände anzuhören, da man sicher mit wenigen Mitteln deutliche Verbesserungen erreichen kann. Ein pissoir wie auf der Wiesn hinter der westkurve und am grünspitz würde sicher für viel Entspannung bei Fans und Anwohnern führen (bloß was macht man mit den Frauen?)

-seltsam finde ich, dass derzeit keine Überdachung geplant ist, die das Stadion rundum abdeckt. Da die lärmproblematik ja durchaus Gewicht hat, sollten die noch wenigen nicht überdachten Bereiche noch bedachungen erhalten. Das wurde als Möglichkeit bereits im Rahmen der Veranstaltung angesprochen

Im Großen und Ganzen hoffe ich natürlich, dass der Umbau kommt. ELIL

Matula60
Gast
Matula60 (@guest_41201)
6 Monate her
Reply to  ArikSteen

Dass eine Überdachung geplant ist, ist klar. Jedoch sind die Ecken des Stadions nicht überdacht: Übergang ost- zur stehhalle, Übergang stehhalle zur westkurve, Übergang westkurve zur Haupttribüne und Übergang Haupttribüne zur Ostküste)

jürgen (@jr1860)
Leser
jürgen (@jr1860) (@jr1860)
6 Monate her
Reply to  Matula60

Versteh ich auch nicht….

DjangoNY
Leser
DjangoNY (@djangony)
6 Monate her
Reply to  Matula60

Jap, mein Platz fällt auch den VIP‘s zu Opfer. Tolle Wurst. Ja ich weiß, braucht man wohl heutzutage, finds aber persönlich trotzdem bescheiden. Nicht nur wg meinem Platz sonder generell dass die Stehhalle so beschnitten wird.

jürgen (@jr1860)
Leser
jürgen (@jr1860) (@jr1860)
6 Monate her
Reply to  DjangoNY

Ich tu mich auch schwer mit dem Gedanken, dass wir dann wohl zukünftig auf der Haupttribünenseite sitzen werden…
Stehhalle ist halt doch Kult und mir persönlich die VIPs relativ egal…

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
6 Monate her

Ich weiß, ich weiß, wir haben keine andere Wahl und Grünwalder ist Identifikation pur, – aber 18.105 Zuschauer sind einfach verdammt wenig. Gerade, wenn man, wie jetzt, doch ein wenig von der zweiten Liga zu träumen anfängt.

Gut, das Leben ist kein Wunschkonzert und Alternativen gibt es leider keine.

United Sixties
Gast
United Sixties (@guest_41205)
6 Monate her

Servus Alexander, eben diese Vermarktung am Traditions- und Identifikationsstandort GWS ist so viel mehr wert als ein paar tausend Stehplätze dazu. Regelmäßig 18 000 in der dritten oder auch zweiten Liga im Tabellenmittelfeld anzulocken scheint einfach, ist aber letztlich der Schnitt vieler Jahrzehnte in drei verschiedenen Stadien für Sechzig.
Jeder einzelne Platz wird noch wertvoller da rar! Die Stimmung im vollüberdachten SECHZGER wird neue Sponsoren anlocken. Die neuen B-Seats werden teuer zu verkaufen sein ( 900 x 3.500 Euro statt z.B. 5000 Stehpläte a 200 Euro ) und der größte Einnahmeanteil wird eh das garantierte TV-Geld plus neue Transfererlöse sein. Als mittelständischer sympathischer Fußballklub mit so vielen Altlasten im Herzen der Stadt wird es besser sein, langsam zu wachsen und sich zu stabilisieren
( siehe Freiburg, Mainz, Augsburg ) und nur falls uns eines schönen Löwentages ein Mitglieder- und Fan-Run überrollt, kann man ggf. wieder über einen Stadionneubau nachdenken.

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
6 Monate her
Reply to  United Sixties

An guten Tagen sehe ich das ganz genauso wie Du, United Sixties, aber heute habe ich mal einen etwas kritischeren Tag. Es ist halt einfach schade, dass es nicht wenigstens 22 – 25.000 geworden sind. Und ich bin mir sicher, vom Lärm und Infrastruktur her hätte man das auch noch locker auffangen können. Aber gut, was solls. Jetzt ist es halt der Spatz geworden und nicht die Taube auf dem Dach. Letztere mag ich eh nicht, weil sie immer alles vollsch…

Aber insgesamt hast Du natürlich recht: Stadioneinnahmen spielen heutzutage keine Hauptrolle mehr.

bluwe
Leser
bluwe (@bluwe)
6 Monate her

die 20 – 25.000 kommen noch, da bin ich mir ganz sicher.
Mehr als die 18k sind jedoch im aktuellen Status Quo politisch nicht durchsetzbar 😉
Step by step und das ist auch gut so für Sechzig!

Loewengraetscher
Gast
Loewengraetscher (@guest_41196)
6 Monate her

Dem letzten Satz schließe ich mich nicht an. Natürlich geht auch mehr Kapazität. Es ist nur politisch nicht vermittelbar, nachdem die jetzige „Lösung“ bereits schwierig zum Durchsetzen sein wird.
Meine Befürchtung scheint sich zu bestätigen, dass hier jetzt auf Jahrzehnte Fakten geschaffen werden.

Nach wie vor hoffe ich, dass die ersten Euros für Teer und Federn ausgegeben werden, und zwar für Planer und Entscheider der jetzigen Ostkurve (mit sinnloser Stadionwirtschaft und genauso sinnlosen Polizei VIP Gebäude)

Spaetzlefresser
Leser
Spaetzlefresser (@spaetzlefresser)
6 Monate her

Leider geht wirklich nicht mehr da wir hier ein Problem mit dem Bestandsschutz haben. Wenn mehr Plätze gebaut werden, fällt dieser weg weil man es dann nicht mehr als Renovierung deklarieren kann sondern als Umbau. Und für diesen gelten dann die neuen Lärmschutzbestimmungen. Bei einer Renovierung kann man den Anwohnern immer sagen: Das Stadion war in der Form zu erst da, leb damit! Bei einem Umbau geht das nicht mehr.
Leider ist die Gesetzeslage hier eindeutig und Ausnahmen werden bei Gesetzen nicht gemacht wenn es nur um 1 Projekt geht.

Loewengraetscher
Gast
Loewengraetscher (@guest_41219)
6 Monate her

Der Unterschied Renovierung vs Neubau, und das alles am Bestandsschutz hängt ist mir bekannt. Wobei ich mich immer noch Frage wer in Gottesnamen die „Renovierung“ der Ost hier durchwinkte…
Egal, mir ist es allerdings neu, dass der Bestandsschutz per Gesetz nur bis zu einer gewissen Zuschaueranzahl greift… Zumal da ein Stadion steht, in das zB 1995 noch 28.000 eingingen. Aber ich lasse mir gerne die entsprechenden Passage zeigen. Bis dahin sehe ich das als Annahme ohne Beleg (sorry 🙂 )
Lärmschutz, andere Baustelle, da wurde die Verordnung 2007 (oder 2008) ja auch verschärft. Da muss ein Dach eben entsprechend seinen Dienst tun.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
6 Monate her

Das verstehe ich auf der einen Seite auch nicht, dass der Bestandsschutz wegfallen könnte, weil plötzlich (wieder) 28.000 Leute ins Stadion passen könnten, dann ist es aber so, dass bestehende Gebäude unter Bestandsschutz diesen durch eine Modernisierung verlieren könnten.

Die zulässige Besucherzahl wurde ja über die Jahre stetig gesenkt, heißt, dass der Bestandsschutz offenbar nicht mehr für 28.000 Fassungsvermögen zählt, das wir in den 1980ern erlebt haben. Im Zuge von gesetzlichen Veränderungen würde man heute wohl für diese Zuschauerzahl mehr Platz fordern, als es vor 30, 40 Jahren war.

Florian
Leser
Florian (@florian1860b)
6 Monate her
Reply to  anteater

Schau die Leut werden dicker, ich sehs an mir, anstatt meiner kannst zwei Dürre ins Stadion packen 😉

Christian
Leser
Christian (@christian)
6 Monate her
Reply to  anteater

Der Bestandsschutz erstreckt sich nicht nur auf das Stadion an sich, sondern auch auf die Nutzung des Stadions.
Die gültige Betriebsgenehmigung ist für 15.000 Zuschauern erteilt.
Eine Abweichung von der genehmigten Kapazität im Rahmen des Bestandsschutzes ist sehr begrenzt.
Diese Kapazitätserweiterung wird gerechtfertigt über die alten Betriebsgenehmigungen für das Stadion und aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Diese Kapazität von rd. 18.000 Zuschauern leitet sich aus der Einschätzung des Planers ab.
Wir können nur hoffen, dass kein Gericht darüber entscheiden muss.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
6 Monate her
Reply to  Christian

Das meinte ich, nur hast Du offenbar mehr Plan von der Materie (Bau- und Planungsrecht).

Christian Horn
Gast
Christian Horn (@guest_41230)
6 Monate her

Das siehst du absolut richtig. Die Zuschauerzahl ist hier nicht maßgeblich. Der Umbau wird als Sanierung in der Öffentlichkeit verkauft.
Ich habe starke Zweifel, ob das gut geht. Das Haftungsrisiko für den Architekten und der Baubehörde ist sehr hoch. Bis zur Fertigstellung kann immer über dem Rechtsweg das neue GWS verhindert werden. Das GWS verliert den Bestandsschutz und somit die Betriebszulassung.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
6 Monate her

Danke Reinhard für den informativen Bericht. Allein der letzte Satz gefällt mir nicht, sag niemals nie oder sag niemals „es gehd hoid ned“.

Klothilde
Klothilde (@dr-klothilde-rumpelschtilz)
6 Monate her

Gibt es einen PlanB falls wir aus Versehen in die 1. Liga aufsteigen?

jürgen (@jr1860)
Leser
jürgen (@jr1860) (@jr1860)
6 Monate her
Reply to  Klothilde

Hoffe natürlich nicht offiziell, aber bis auf ein paar Sitzplätze (ca 100 ) und fehlende Stellplätze für die Medienlaster fehlt glaub ich nichts zur Erstligareife…
Aber 1. Liga ist soooo weit weg und ich hoffe, dass dann „zufällig “ aus Versehen zu viel Platz da ist 😎😎😎😎
Aber eher bissl unrealistisch…

Loewengraetscher
Gast
Loewengraetscher (@guest_41220)
6 Monate her
Reply to  Klothilde

Ja, dann lösen wir uns wegen zu viel Erfolg einfach auf

bluwe
Leser
bluwe (@bluwe)
6 Monate her
Reply to  Klothilde

Genau wegen solchen „Argumenten“ (da gings sogar bis zur CL) hat Sechzig jahrelang in der AArena rumgedümpelt und verdammt viel Geld rausgeschmissen!
Man o man, lest mal bitte die Stadionauflagen für 1. Liga durch.
Da muß nach dem Umbau (wenn der akt. Plan so umgesetzt wird) nicht mehr viel gemacht werden um eine Zulassung zu erhalten (Danke Jürgen mit der Klammer 😉 ).
Bzgl. der Kapazität kann man sich auch mit 18k auf alle Fälle in der Bundesliga etablieren (s. Freiburg oder Ingoldorf).

Reinhard Friedl
Reinhard Friedl (@reinhardfriedl)
6 Monate her

Anmerkung zu meinem Bericht: Der Bericht sollte neutral den Verlauf wiedergeben. Subjektiv kann ich feststellen, dass sich der TSV 1860 München geschlossen und sehr gut präsentiert hat. Ob es die Beiträge vom Geschäftsführer der KGaA Herrn Scharold waren oder die Redebeiträge vom e.V. Herrn Roman Beer und den Vertretern zweier Fan-Initiativen, alle waren sachlich und auch die Gegner der Umbaupläne konnten erkennen, dass man den Dialog mit den Anwohnern sucht. Auch die Stadtvertreter machten den Eindruck, dass man die Löwenvertreter schätzt. Dies konnte man vor und nach der Veranstaltung gut erkennen. Es tut gut zu sehen, dass der Vizepräsident Herr Sitzberger vorzeitig vom Trainingslager der ersten Mannschaft in Spanien abgereist ist, um auch der Info-Veranstaltung beiwohnen zu können.

blau91
blau91 (@blau91)
6 Monate her

Toller, informativer Bericht👍.

DjangoNY
Leser
DjangoNY (@djangony)
6 Monate her

“ Er monierte die Einladungsverteilung und unterstelle der Stadt, dass diese die Veranstaltung geheim halten wollte. Er schilderte, dass an Spieltagen alles schlecht und nicht zumutbar ist.“

=> Ja, ehrlich gesagt, genau so stelle ich mir diese Leute vor. Natürlich muss man die Anwohner ernst nehmen, aber evlt. sollte man sich auch mal Gedanken machen, wenn man neben ein Fußballstadion zieht (oder in die Nähe davon), dass hier auch mal was los sein konnte.

Andere Frage : Hat jmd. den Plan oder sowas in die Richtung schon mal gesehen ? Wird nach dem Umbau so wie er jetzt geplant ist, in der Stehhalle oben der „Stehbereich“ bleiben ? Ist das bereits ersichtlich und weiß jmd ?

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
6 Monate her
Reply to  DjangoNY

Da kommt VIP Gedöns hin (Logen und Co)

TSV1328
Leser
TSV1328 (@tsv1328)
6 Monate her

Merce für den Bericht! Ich bin guter Dinge, dass wir in ein paar Jahren eine proppere Heimat haben.

Helmut Mühldorfer
Gast
Helmut Mühldorfer (@guest_41186)
6 Monate her

Ohne Erhöhung der Zuschauerzahlen kann man den Umbau wieder begraben.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
6 Monate her

@Helmut Mühldorfer Warum genau? Und was ist die Alternative, die wer bezahlt und wo?

Spaetzlefresser
Leser
Spaetzlefresser (@spaetzlefresser)
6 Monate her

Auf basis der Gesetze ist nichts anderes drin als das

Loewengraetscher
Gast
Loewengraetscher (@guest_41221)
6 Monate her

Wie oben geschriebenen, bitte belege das :-). Sind dann 18.200noch drin?
Oder steht im Gesetz 18.105?

anteater
Leser
anteater (@anteater)
6 Monate her

Hier würde ich erstmal den Fachleuten, die die Planung gemacht haben, vertrauen. Die machen das ja nicht zum ersten Mal und kennen sich höchstwahrscheinlich mit den gesetzlichen Vorgaben aus.

Loewengraetscher
Gast
Loewengraetscher (@guest_41227)
6 Monate her
Reply to  anteater

Ich kann nicht beurteilen welchen Auftrag die Planer erhielten. Sicher nicht „schaut das die Kapazität maximal hoch ist“. Bezweifle auch, dass das Architektenbüro die Freiheit hat das Polizei-VIP-Gebäude abzureißen und deren Bedarf neu zu gestalten.
Ich bin mir sicher, dass die Planer die gesetzlichen Vorgaben kennen (wenngleich wohl in Sachen Fantrennung – ob, DFL/DFB Sache – in der Ost wohl nicht alles Gold ist), aber bisher lese ich nur vom User Spaetzlefresser, dass die Kapazität bei 18.105 ist WEGEN gesetzlichem Rahmen.

Wenn ich was überlesen habe, mea culpa.

United Sixties
Gast
United Sixties (@guest_41185)
6 Monate her

So wird es also kommen und das ist doch gut so. „Ein schickes Stadion , wenn es fertig sein wird !“ und dafür schon jetzt allerbesten DANK an Beatrix Zurek und an die vielen engagierten Löwen, die sich seit Jahrzehnten oder seit kürzer Zeit für Erhalt und eine Zukunftsfähigkeit des SECHZGER mit moderneren Strukturen und Vollüberdachung eingesetzt haben. Es wird dann wohl ab 2023 fertiggestellt sein können

Francis Underwood
Leser
Francis Underwood (@francis-underwood)
6 Monate her
Reply to  United Sixties

Ich denke wir müssen tatsächlich erst einmal abwarten, was der Stadtrat entscheidet.. die Abwägung der Einwendungen der Nachbarschaft und Öffentlichkeit sollte m. E. kein Problem darstellen. Die Argumente der Nachbarn dürften keine sein, die einer benötigten Baugenehmigugn entgegenstehen. Letztendlich wird es auf die Gesamtkosten ankommen, aufgrund derer der Stadtrat entscheiden wird. Spannend wird auch die Frage sein, ob man sich mit den Vereinen einigen wird. Hier sind ja auch noch etliche Dinge zu klären..

Tami Tes
Tami Tes (@tamites)
6 Monate her

Vielen Dank Reinhard für den ausführlichen Bericht !!!

Florian
Leser
Florian (@florian1860b)
6 Monate her

Danke Reinhard.
Schade finde ich die Verkleinerung der West. Was das soll ?
Sonst ist das Konzept wie du selbst schreibst wohl noch nicht ganz ausgereift.
Die ewigen Nörgler(die du übrigens perfekt beschrieben hast, ich kann sie mir bildlich vorstellen) wirds immer geben.

Tante Tornante
Leser
Tante Tornante (@tante-tornante)
6 Monate her

Es wird – naturgemäß – immer Anwohner geben, denen etwas nicht passt und das sogar dann, wenn man das Stadion vollständig im Candidberg verschwinden lassen würde und alle Zugänge/-fahrten unterirdisch würden.

Ich wohne selbst in unmittelbarer Nähe zum Stadion (Nähe Louisoder) und kann sagen, dass man an einem Spieltag wirklich kaum etwas davon mitbekommt, dass ein Spiel ist.

Selbst die eh schon nicht übertolle Parkplatzsituation verschlechtert sich nicht signifikant.

Ich kann Euch sagen, zu wirklich früheren Zeiten war das alles deutlich anders und imho deutlich schlechter. Schade, dass keiner der Gegner des Ausbaus auch mal einen Blick zurück wirft…