Am gestrigen Mittwoch konnten sich die Parteien in einer Gesellschafterversammlung der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA auf eine Wandlung von Darlehen in Genussscheine einigen. Das geht aus ersten Presseberichten hervor. Bereits in der vergangenen Aufsichtsratssitzung hatte Kreditgeber HAM International Limited einer Wandlung ohne Bedingungen zugestimmt.

Der TSV 1860 München hat in den vergangenen Jahren auf großem Fuß gelebt und dabei Darlehen in Millionenhöhe aufgenommen. Vor allem in der Abstiegssaison 2016 / 2017 hatte die KGaA unter Präsident Peter Cassalette einen Verlust von 21,9 Millionen Euro gemacht. Eine immense Summe, unter der die KGaA bis heute leidet und auch in Zukunft leiden wird. Durch den Doppelabstieg in die Regionalliga verlor der TSV 1860 München zudem wichtige potentielle Einnahmequellen bei erst einmal annähernd gleichem finanziellem Aufwand. Die Merchandising GmbH hatte man bereits Jahre zuvor, nach Einstieg von Gesellschafter Ismaik, verkauft und sich dieser potentiellen Einnahmquelle frühzeitig beraubt. Interims-Geschäftsführer Markus Fauser rief deshalb, nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga, einen dringend notwendigen Konsolidierungskurs aus. Dabei sei es nicht das Ziel, auf eine Insolvenz hinzuarbeiten, meinte Fauser im Sommer 2017. Um das Drohgespenst Insolvenz aber zu vermeiden, ist dabei auch die stetige Umwandlung von Darlehen in Genussscheine notwendig.

Einigung bei Wandlung von Darlehen

Zweieinhalb Jahre später möchte auch weiterhin keiner der beiden Gesellschafter eine Insolvenz. Es wäre eine groteske Entscheidung gewesen. Hätte Gesellschafter und Kreditgeber HAM International Limited einer Wandlung von Darlehen im Wert von insgesamt 4,8 Millionen Euro nicht zugestimmt, dann hätte 1860-Geschäftsführer Michael Scharold wohl in den kommenden drei Wochen Insolvenz anmelden müssen. In einer Gesellschafterversammlung mit Vertretern der beiden Gesellschafter – HAM International Limited und TSV München von 1860 e.V. – sowie der Geschäftsführung der KGaA,konnte man sich im Beisein eines Notars auf die notwendige Wandlung einigen. Eine Insolvenz ist damit weiterhin abgewehrt.

Ohne Störfeuer in die Winterpause

Der TSV 1860 München kann also mit Ruhe in die Winterpause gehen. Noch ein Spiel steht aus. Gegen Preußen Münster am kommenden Samstag. Eigentlich bereits das erste Spiel der Rückrunde. Dann geht es im Grunde ohne Störfeuer und klubpolitische Baustellen in die winterliche Pause. Auch Neuverpflichtungen sind kein Thema, wie Trainer Michael Köllner gegenüber der Presse bestätigt. Die perfekte Ausgangsposition um nach den Feiertagen den Focus weiterhin auf der sportlichen Weiterentwicklung zu halten.

Eine offizielle Stellungnahme des TSV 1860 München steht noch aus und wird im Laufe des heutigen Tages erwartet.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Reinhard Friedl
5 Monate her

Ismaik hatte über HAM 2011 für die KGaA-Anteile 13 Mio € bezahlt. Er hatte auf die Stammaktien einen Aufpreis bezahlt, der in die Rücklagen ging. Für 2.498.020 Stammaktien a 1 € zahlte er 4,64 € (11,6 Mio €). Für die 1.401.980 Vorzugsaktien a 1 € zahlte er nur den 1 € (1,4 Mio €). Allerdings da keine Gewinnausschüttungen (von was auch) kamen, wurden diese Vorzüge zu Stammaktien. Daher hält er 60 %. Mit dem Einstieg gab er auch ein Darlehen in Höhe von 5,4 Mio €, das allerdings mittlerweile in Genussscheine umgewandelt wurde. Er hat demzufolge beim Einstieg 18,4 Mio… Read more »

Reinhard Friedl
5 Monate her

Meines Erachtens hat Hasan Ismaik mit seinem Rechtsberater Andrew Livingston den richtigen Mann in den Aufsichtsrat der KGaA bestellt. Livingston hat schnell erkannt, dass eine Umwandlung von Darlehen in Genussscheine in der derzeitigen Lage unabdingbar ist, damit nicht das gesamte eingesetzte Kapital von Ismaik die Isar hinunter geht. Obwohl weiterhin die Isar Hochwasser hat, kann nun begonnen werden, Vorkehrungen zu treffen, damit im Sommer es doch nicht zu Überschwemmungen kommt. Helfer (wie zum Beispiel die Bayerische – best Sponsor ever-) stehen bereit um mitzuhelfen. Zu seinem eingesetzten Kapital für die 60 % Beteiligung an der KGaA dürfte Ismaik nun noch… Read more »

jürgen (jr1860)
5 Monate her

Grins 🙂
Der Traum wäre ein Schuldenschnitt, weil von den Genussscheinen sieht doch realistisch eh keiner je einen Cent 🙂

Der Traum für mich wäre Schuldenschnitt und Verkauf der HAM-Anteile an ein lokales Investorenkonsortium.

#OHNE HASAN!

Reinhard Friedl
5 Monate her

Die Genussscheine sind am Verlust beteiligt und entlasten damit die Gewinn- und Verlustrechnung. So gab es z.B. im Geschäftjahr 2017/2018 einen Ertrag aus der Verlustzuweisung des Genussrechtskapitals in Höhe von 531.266,88 €. Ein Jahr zuvor waren es 550.701,88 €. Genussscheine zählen im weiteren Sinne zum Eigenkapital. Ein Schuldenschnitt beträfe derzeit „nur“ die 13 Mio € Darlehen, die HAM derzeit noch hat.

jürgen (jr1860)
5 Monate her

danke für die Klarstellung

Wäre zumindest mal ein Anfang

Thaddeus McCain
Thaddeus McCain
4 Monate her

Leider wieder eine sinnentleerte Anfeindung.
Ich denke das wir aktuell alle die Flamme ein wenig runter fahren sollten.

Bine1860
Redakteur
4 Monate her

@Thaddeus McCain schön, daß du hier mitdiskutieren möchtest. Leider ist dein post eher sinnfrei, da man gar nicht weiß, von welcher „Anfeindung“ du sprichst, ich kann nämlich keine finden.

kein1860fan
kein1860fan
5 Monate her

Zur Aussage: Genussscheine (dann 45 Mio €) die weiterhin bestehende Unwucht Ob die Umwandlung der Darlehen in Genussrechte die Bilanzstruktur bilanzanalytisch eindeutig verbessern würde, sollte hinterfragt werden. Unstrittig ist, dass die Genussrechte in der Handelsbilanz als Eigenkapital bewertet werden dürfen. Finanzierungsinstitute sollten sie hingegen als zu tilgende Verbindlichkeiten ansehen, denn nach dem Jahresabschluss-Bericht können sie mit kurzen Fristen fällig gestellt werden. Zudem steht per 30.06.2018 dem Gesamt-Vermögen (Spielerwerte, Bankguthaben, etc.) von nur noch ca. 10 Mio. € alleine an Verbindlichkeiten (ohne HAM) 15 Mio. € gegenüber. Die Gesamt-Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung des Genussrechtskapital beläuft sich auf ca. 59 Mio. €. Aus… Read more »

Reinhard Friedl
5 Monate her
Reply to  kein1860fan

In der Bilanz per 30.6.2018 waren u.a. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5,7 Mio € und Transfer-Verbindlichkeiten von 971 T€. Ebenso Rückstellungen in Höhe von 2 Mio €. Wie die neuen Zahlen, nach dem Konsolidierungskurs ausschauen. kenne ich leider noch nicht. Aber wenn ca. 500 T€ Darlehenszinsen für HAM aus der GuV fallen würden und Einnahmen (500 T€) aus der Merchandising GmbH wieder der KGaA in der GuV zufließen würden, dann wären die Chancen einer langsamen Gesundung wesentlich höher. Ismaik wird meines Erachtens einem Forderungsverzicht (ob Darlehen oder Genussrechte) niemals zustimmen, denn er plant mit Sicherheit nicht,… Read more »

Tante Tornante
5 Monate her

Es wäre wirklich sehr schön, wenn der Focus in der Rückrunde auf dem Sport liegt, denn deswegen gehen wir ja alle ins Stadion. Michael Köllner kann nun eine richtige Vorbereitung in der Winterpause machen und wenn dann die Langzeitverletzten auch mal wieder fit sind, dann haben wir die Chance so schnell wie möglich mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben. Ich könnte gut mit letzten Heimspielen leben, in denen es mehr oder weniger um „nix“ mehr geht, denn dann haben wir es geschafft und das wäre für mich schon ein respektabler Erfolg.

tomandcherry
5 Monate her

Lief das tatsächlich so ruhig und unaufgeregt ab, wie es der Artikel darstellt? Sollte tatsächlich Vernunft einkehren? Ich bin weiterhin skeptisch, wenngleich es mir natürlich durchaus recht wäre, wenn die Rückrunde nur noch mit sportlichen Dingen von sich Reden machen würde und nicht mit lächerlichem Kleinkrieg zwischen dem Mehrheitsgesellschafter und der e.V.-Vertretung. Ich traue mich wetten, dass anhaltender sportlicher Erfolg die „Streithähne“ beruhigen könnte und dadurch der gesamte TSV 1860 München profitieren würde. Auf friedliche und geruhsame Weihnachtsfeiertage für ALLE Löwen und deren Familien, verabschiedet sich bis auf Weiteres Euer tomandcherry

Kein1860Fan
Kein1860Fan
5 Monate her
Reply to  tomandcherry

In einem Punkt möchte ich Ihnen entschieden widersprechen: es war kein lächerlicher Kleinkrieg Was in den letzten Monaten vom Minderheitsgesellschafter HI veranstaltet wurde, war ein Machtkampf und Wirtschaftskrieg. Mit dem Ausrufen der Kandidatur des Betriebsrates zum potentiellen Nachfolger von Präsident Robert Reisinger hat das Drama spätestens seinen Anfang genommen. Das war doch eindeutig das Bestreben, e.V. und KGaA seiner Alleinherrschaft zu unterwerfen. Die weiteren Attacken von HI gegen das Präsidium waren nicht nur dem Ego des Geld-Vernichters geschuldet. Es diente doch dem Zweck, die Machtposition des Präsidiums zu unterminieren. Rückblickend erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass Ismaik den Trainer-Novizen zum Abschuss… Read more »

tomandcherry
5 Monate her
Reply to  Kein1860Fan

@Kein1860Fan Da Sie (Du?) direkt auf meinen Kommentar geantwortet haben, melde ich mich nochmal kurz zurück. 😉 „Lächerlicher Kleinkrieg“ ist so zu verstehen, dass eine Seite (Sie wissen schon welche…) wirklich nichts unversucht lässt, die andere (auch diese kennen Sie) mit peinlichsten Aktionen in Misskredit zu bringen. Ansonsten haben Sie es ziemlich gut auf den berühmten Punkt gebracht und wir beide teilen die Ansicht, dass es schon in erster Linie die Sympathisanten/Unterstützer des Geldgebers waren, die für ordentlich (medialen) Wirbel gesorgt haben. Trotzdem wäre ich froh und dankbar, wenn anhaltender sportlicher Erfolg diese Auseinandersetzungen befrieden könnte, denn letzten Endes ist… Read more »

kein1860fan
kein1860fan
5 Monate her
Reply to  tomandcherry

Natürlich wäre es äußerst wünschenswert, wuenn ein sportlicher Erfolg den „lächerlichen medialen Kleinkrieg“ befrieden würde. Aber wie wahrscheinlich ist das? Nach meiner Einschätzung geht es dem Geld-Vernichter HI nicht nur um seinen Machtanspruch. Vielmehr stehen dahinter auch starke wirtschaftliche Interessen. Bereits 2011 schwadronierte der Minderheitsgesellschafter von CF und Bundesliga. Unsere Hoffnung in ein paar Jahren den TSV in der 2. BL zu sehen, dürfte den Investor nicht befriedigen. Sein durch die Verluste der letzten acht Jahre weitgehend aufgezehrte Investment wird nur dann an Wert zulegen, wenn ein Aufstieg in die BL erreicht würde und die CF als Option erklärt werden… Read more »

bobby_new
5 Monate her
Reply to  Kein1860Fan

@guest_40441 Martialische Wortwahl ? Ihre Aussage „Herr Ismaik hat den Trainer-Novizen zum Abschuss freigegeben“ ist inhaltlich harter Tobak, welche ich sehr stark anzweifle. Nach meinem Verständnis gibt es „zwei Ismaiks“. Den sportlich interessierten Ismaik und den Investor Ismaik. Letzterer führt den Kampf auf Gesellschafterebene und betrachtet 60 als das was es für ihn ist: eine Unternehmensbeteiligung. Aber der sportliche interessierte Ismaik sponsert Spieler und Trainingslager. Sicher auch mit ein wenig Interesse als Investor, das jedoch in meinen Augen eher zweit- oder drittrangig. Daher sehe ich die Zahlung des Trainingslagers nicht als Kapitulationserklärung. Warum sollte er das auch tun, denn Fußballspielen… Read more »

Loewen1860
5 Monate her

Dann wäre es jetz wichtig, sich den Verträgen der Spieler anzunehmen

anteater
5 Monate her
Reply to  Loewen1860

1. Efkan
2. Hiller
Geil fände ich es, wenn wir Tim Rieder irgendwie an uns binden könnten…

jürgen (jr1860)
5 Monate her
Reply to  anteater

Hiller oder Bonmann 🙂
Efkan
die Jungen (Dressel, Klassen, Niemann)
Weber & Lex
und Rieder oder Lorenz wären genial

DonZapata
5 Monate her

Lorenz? Rückholaktion?

jürgen (jr1860)
5 Monate her
Reply to  DonZapata

ja 🙂 ist genau so ein Traum wie Rieder halten 🙂

jürgen (jr1860)
5 Monate her
Reply to  Loewen1860

genau jetzt kommt die Meldung, dass mit Tom Kretzschmar der Vertrag verlängert wurde 🙂
Tut sich also was

_Flin_
_Flin_
5 Monate her
Reply to  Loewen1860

Allerdings. Langfristig wird der Erfolg nur planbar, in dem man durch konsequente Weiterentwicklung der einzelnen Spieler und des Gesamtkaders eine Steigerung von Qualität und auch Wert des Kaders erzielt. Dazu braucht man eine geschickte Transferpolitik. Und muss gleichzeitig darauf verzichten, Geld für Quatsch zum Fenster rauszuschmeissen. Für einen aufstiegsfähigen Kader benötigt man nicht viel, da kann einen heutzutage schon eine Transferbeteiligung bei einem Weiterverkauf eines Top-Transfers für1-2 Saisons gut aufstellen (Beispiel Weigl).

Aber da wird man gut arbeiten müssen, sonst klappt das nicht.