Nachdem unser Aufruf an die Fans des TSV 1860 München einen so tollen Anklang gefunden hat und wir schwer begeistert von Euren Einsendungen sind, starten wir heute mit unserer neuen Serie „I bin a Sechzga“. Ab sofort könnt Ihr Euch jeden Dienstag pünktlich um 9.00 Uhr auf die Vorstellung eines besonderen Sechzger-Fans freuen. Und damit eines vorweg klar ist: Jeder von Euch Blauen ist etwas Besonderes.

Als erstes möchten wir Euch Wieland Brede vorstellen. Der Willy hat es echt verdient, der Erste hier in der neuen Serie zu sein. Schließlich war er es, der uns den Ansporn dafür gegeben hat. Ihr könnt Euch auf tolle Bilder und spannende Einblicke freuen. Recht herzlichen Dank, lieber Willy, für die wunderbare Idee, einzelne Fans des TSV 1860 München hier in unserem Löwenmagazin vorzustellen. Ja und natürlich vielen Dank für Deinen Mut. Für Deinen Mut? Naja, es zeugt schon von Mut, uns dieses Bild von Dir geschickt zu haben.

Das ist der Willy mit seinem ersten Trikot, welches er zur Kommunion geschenkt bekommen hat. Das Shirt mit der Doppeldusch-Werbung auf der Brust hat mittlerweile Kultstatus. Na hoffentlich ist es noch in Deinem Besitz. Das Foto ist jedenfalls legendär. Das erste Spiel seiner Löwen erlebte Wieland im Münchner Olympiastadion gegen die Hertha aus Berlin. Die Blauen gewannen damals mit 1:0 und der Willy erinnert sich noch gut daran, wie er als Heranwachsender während des Spiels mit anderen Kindern am Zaun gespielt hat. Nach unserer Recherche müsste es das Spiel am 30. Spieltag der Saison 1981/82 der 2. Bundesliga am 08.04.1982 gewesen sein. Für die Löwen standen bekannte Spieler wie Herbert Waas, Erich Beer, Horst Wohlers und Rudi Völler auf dem Rasen. Wolfgang Sidka war der Schütze des goldenen Tores in diesem Abendspiel. Absolut nachvollziehbar, dass dem Willy dieses Erlebnis bis heute nicht aus dem Kopf gegangen ist. Der Saisonverlauf 1981/82 war für die Löwen sehr erfolgsversprechend. Mit nur einem Punkt zu wenig auf dem Konto verpasste man aber am Ende denkbar knapp den Aufstieg. Was danach kam, ist bekannt und wird in dem Lied „Mit Leib und Seele“ in der 60. Minute jedes Spiels unserer Löwen lauthals besungen. Ja 1982 sind wir abgebrannt und ins Nirgendwo verbannt worden. Die Lizenz wurde entzogen und es ging in die Niederungen des Amateurfußballs. Ambitionierte Spieler, wie Rudi Völler verließen verständlicherweise den Verein, um weiterhin höherklassig spielen zu können. Wieland Brede ist, wie so viele treue Fans des TSV 1860 München, bis heute den Löwen treu geblieben. Von der anschließenden Bayernligazeit sind dem Willy die oft ausgiebigen Schneeballschlachten im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße in besonderer Erinnerung geblieben. Weniger erbaulich fand er damals die „greisligen“ Bockwürste im Stadion und die komischen mobilen Glühweinverkäufer mit den Plastik-Kanistern auf dem Rücken. Ja – an die kann ich mich auch noch erinnern.

Dem Willy seine Krachlederne. Standesgemäß, münchnerisch, gmiatlich, bärig. A echter Münchner halt.

Als Highlight in seinem weiß-blauen Fan-Dasein sieht er den Aufstieg mit Trainer Carsten Wettberg 1991 in die 2. Bundesliga. Leider sind die Löwen gleich wieder abgestiegen, um kurz darauf unter Werner Lorant bis in die Erste Bundesliga durchzustarten. Eine geile Zeit. Besondere Erinnerung hat Wieland auch an die beiden Siege im echten Derby gegen die Seitenstraßler. In der Saison zur Jahrtausendwende ging der Löwe aufrecht und mit geschwellter Brust durch München. Damals konnte der TSV beide Ligaspiele gegen die Roten für sich entscheiden (1:0; 2:1). Ja und dann sind dem Willy natürlich noch die beiden Europacup-Spiele zur Champions League-Qualifikation gegen Leeds United und das Viertelfinale 2007 im DFB-Pokal gegen den großen Nachbarn aus Harlaching (0:1 n.V.) bestens in Erinnerung. Gegen Leeds konnten wir uns am Ende leider nicht durchsetzen und die Roten schauen heute noch mit gefalteten Händen demütig zum Himmel rauf, wenn sie an das Viertelfinale im DFB-Pokal am 27.02.2008 in der ausverkauften Allianz Arena zurück denken.

So sieht der Willy heute aus.

Heute betreibt Wieland einen Weinhandel in Schwabing, die Weinundwilly GmbH. Als Getränkespezialist (nein er trinkt nicht nur selbst) ist er ein kompetenter Ansprechpartner, was einen guten Tropfen in jeglicher Hinsicht betrifft. Bei wem Interesse geweckt wurde, der kann sich gerne bei Wieland unter „weinundwilly.de“ einfach mal melden. Für einen „Blauen“ hat er immer ein offenes Ohr und sicher auch einen Tipp für einen besonderen Tropfen. Persönlich durfte ich den Wieland bei der Abschiedsfeier im Stüberl am Silvestertag 2018 kennenlernen. Der Obststandl-Didi hat damals bedient und alle Einnahmen sind der ausgeschiedenen Stüberl-Wirtin, der allseits bekannten Christl, zugeflossen. Ein sehr lustiger Abend, an den wir uns heute noch gerne erinnern. Die Themen um den geilsten Club der Welt wurden konträr aber immer fair geführt. Dem vereinspolitischen Geplänkel kann er rein gar nichts abgewinnen. Er sieht da beide Gesellschafter äußerst kritisch und fragt sich heute schon, wie lange es wohl dauern wird, bis die Weigl-Millionen wieder versickert sind. Tja, die Themen werden uns nie ausgehen. Und das ist gut so. Danke Wieland für die Einblicke, die Du uns in Dein blaues Herz gewährt hast.

Sein Firmenmotto: „Ein gutes Glas Wein ist geeignet, den Verstand zu wecken“ (Konrad Adenauer)

Wenn Du jetzt auch Lust bekommen hast dich hier im Löwenmagazin vorzustellen, dann überleg nicht lange und erzähle uns von Dir. Hier findest du unseren Fan-Aufruf.

Du bist noch kein Mitglied in der Löwenheimat Giesing e.V.? Dann wird es Zeit. Werde Mitglied in einem der engagiertesten Fanclubs. Hier geht es zum Mitgliedsantrag!

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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jürgen (@jr1860)
Leser

Jede Woche ein Fan…
Da bist bei 15000 Stadionbesuchern Jahrzehnte beschäftigt 😉

#ELiL

Blue Power
Leser

Sauber Wieland, des Doppeldusch Trikot hob i a ghabt!
Host ja ganz verschwiegn, dass Du a sauguada Safety bei de Munich Rangers warst!
So an Safety brauchat ma für unsere Finanzen lol

Tami Tes
Redakteur

Das Jugendfoto ist herrlich. Danke Willy dafür :)… Ich finde es spannend, dass sich fast jeder an sein erstes Spiel der Löwen erinnern kann. Ich muss da zugeben, dass ich das nicht mehr weiß. Für mich war kein Spiel ausschlaggebend, um Löwin zu werden bzw. ist mit keinem Spiel verbunden. Ich muss da echt mal meine Hirnwindungen anstrengen. Oh Mann.

Egal – Freue mich auf die weiteren Vorstellungen und viele schöne Geschichten.

Alexander Schlegel
Leser

Ich habe auch keine Ahnung mehr, wann ich das erste Spiel der Löwen gesehen habe. Ich muss schon als ganz kleiner Knirps dabei gewesen sein als die Stehhalle noch wirklich eine Stehhalle war. Aber laut meinem Vater hab ich mich mehr für das Malträtieren der leeren Bierdosen (ja, auch die gabs noch damals …) als für das Spielfeld interessiert.

Meine erste bewusste Erinnerung war das Spiel gegen Augsburg 1973 vor damals 90.000 Zuschauern im Oly. Und das vor allem, weil ich eigentlich gegen Ende der ersten Halbzeit zum Pieseln musste, aber keine Chance hatte die Toiletten zu erreichen. Die Auf- und Abgänge waren nämlich vollgestopft mit Zuschauern. Das war eines der wenigen Spiele meiner Löwen, wo ich den Abpfiff kaum mehr erwarten konnte … wink

Tami Tes
Redakteur

Oh wie geil, du warst bei dem legendären Spiel im Oly dabei? Das muss schon unvergesslich gewesen sein – ok, außer man kann an nichts mehr denken, als auf die Pipibox zu gehen :D.

Alexander Schlegel
Leser

Mit Pipibox war da nach dem Spiel nicht mehr viel, die Idee hatten ein paar Tausend andere auch, die da mit verkrampfter Körperhaltung anstanden. Eher schon Pipi-Baum … wink

jürgen (@jr1860)
Leser

Schön zu lesen smile

super Aktion