„Vor über fünfzig Jahren, an einem Tag im Mai, da war’n wir deutscher Meister, ganz München war dabei“. Ein Auszug aus einer der vielen Fangesänge der Anhänger des TSV 1860 München. Und während die meisten Fans im Stadion mit diesem Lied eine Zeit besingen, die sie nur vom Hörensagen kennen, weiß unser heutiger Vorzeige-Sechzger genau, wovon er da singt. Franz Josef, kurz „Franjo“, Killer war dabei, als Peter Grosser am 28.05.1966 nach einem umkämpften 1:1 gegen den Hamburger SV im strömenden Regen auf dem Marienplatz den Löwenfans die Meisterschale entgegen reckte.

Franjo Killer während des Trainingslagers in Windischgarsten am vergangenen Wochenende.

Anhänger der Münchner Löwen ist Franjo Killer bereits seit 1958. Sein erstes Spiel mit Beteiligung des TSV 1860 München sah er als kleiner Bub am 09.02.1958. Ein 1:1 in der Oberliga-Süd bei den Kleeblättlern in Fürth. Wenn da mal nicht die viel besungene Hand des Vaters im Spiel war. Kaum verwunderlich, dass Franjo seine beste Zeit mit den Löwen in den Sechziger Jahren verortet, genauer in die Zeit zwischen 1964 bis 1969. Dieser erfolgreichen in den Liedern des Löwenanhangs viel besungenen Zeit ist es wohl auch geschuldet, dass sich Franz Josef Killer für die Zukunft höherklassigen Fußball seiner Löwen wünscht. Seiner Hoffnung nach möchte er noch zu Lebzeiten einen Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse mit dem TSV 1860 München feiern. In jeglicher Hinsicht ein realistischer Wunsch. Etwas schwieriger wird es da schon, bei seinem zweiten Ansinnen, dass die Gesellschafter der Profifußball-KGaA möglichst bald einen gemeinsamen Weg finden mögen. Aber auch hier gibt es derzeit viele Anzeichen, dass die Verantwortlichen des Profifußballs zum Wohle des TSV 1860 München aufeinander zugehen und an einem Strang ziehen. Eine Entwicklung, die Franjo gefallen dürfte. Schließlich ist er nicht einfach nur ein an Fußball interessierter Sympathisant.

Franjo Killer hat mit seinen Löwen alle Höhen und Tiefen der letzten sieben Jahrzehnte mit- und durchgemacht. Er stand in den berüchtigten Bayernliga-Zeiten an der Bande, hat den Aufstieg gegen Meppen miterlebt und war bei den Europacup-Spielen im Stadion. An Heimspieltagen ist er bei Normalbetrieb in der Westkurve zu finden. Auswärtsspiele verpasst er nur sehr ungern. Was willst du einem Franz Josef Killer erzählen, wenn es um den TSV 1860 München geht? Die Antwort wird immer sein: „Do war i a dabei!“. Wie gut, wenn sich solche Fans mit all ihrer Erfahrung auch ehrenamtlich im Verein engagieren. Franjo Killer ist 2018 in die Funktion als Seniorenvertreter von der Mitgliederversammlung gewählt worden. Seit er Rentner ist, hat er die Zeit, sich ehrenamtlich im Verein zu engagieren. Die Couch, der Fernseher, der eintönige Tagesablauf ist nicht sein Ding. Der TSV 1860 München, die große Kameradschaft, das ganze Drumherum und vor allem die Leidenschaft zu seinen Löwen treiben ihn an. Da lässt er es sich auch nicht nehmen, die Mannschaft regelmäßig im Trainingslager zu besuchen. So auch am vergangenen Wochenende in Windischgarsten. Franz Josef Killer ist ein bekanntes und gern gesehenes Gesicht im Umfeld des TSV 1860 München. Das durfte auch unser Trainer Michael Köllner schon erfahren.

Franjo Killer mit unserem Cheftrainer Michael Köllner während des Trainingslagers in Windischgarsten.

Zum Schluss noch das Lebensmotto eines erfahrenen, er möge diesen Ausdruck verzeihen, „Altlöwen“.

„Dumm deaf ma sei, bloß zhäifa muaß ma se wissn.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke, Franjo Killer, für die Einblicke in deinen Löwenkosmos. Das Löwenmagazin wünscht dir allseits ein gutes Händchen bei deinem ehrenamtlichen Engagement für Münchens große Liebe.

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