Wie unsere Serie „I bin a Sechzga“ bisher ganz deutlich gezeigt hat, ist der Anhang des TSV 1860 München weit mehr als „nur“ weiß und blau. Der Löwenkosmos ist so bunt, daneben wirkt jeder Regenbogen wie ein verblasster Seidenschal am Firmament. Heute haben wir gleich mehrere Fans in einem IBAS zusammengefasst. Giesela, Baschdy, ChrissiG, Bäda, Stapfer und da Lupo sind unserem Aufruf, sich hier auf dieser Plattform vorzustellen, gefolgt. Für ein Bild hat es dabei leider nicht gereicht. Spannend ist das Sextett aber allemal.

Die Giesela beispielsweise hatte ihrer eigenen Ansicht nach von Anfang an keine Chance. Kein Wunder, denn die Giesela hat eine ganz besondere Verbindung zu dem Münchner Traditionsverein.

Genauso stolz, wie die Meisterschale von unserem Radi Radenkovic in die Höhe gereckt wurde, durfte eine Mutter am 28.05.1966 ihr Neugeborenes in ihren Armen halten. Bitte wer möchte hier widerlegen, dass nicht jedes Neugeborene an diesem bedeutungsvollen Tag, an dem der TSV 1860 München deutscher Fußballmeister wurde, als Sechzger-Fan das Licht der Welt erblickte? Naja, zumindest in Bayern, also vielleicht auch nur in München und Umgebung. Bei der Giesela war es aber in jedem Fall so. Wer sich kurz zurückversetzen möchte, „vor über Fünfzig Jahren, an einem Tag im Mai“, der klickt sich hier mal rein (keine Angst, der Film wurde nicht im Kreissaal gemacht).

Der 28.05.1966, der Tag für die Geschichtsbücher des TSV 1860 München

Die Giesela kommt aus Garching und geht ins Sechzger-Stadion, weil es einfach „sooooo schön ist“. Die Heimspiele verfolgt sie von der Haupttribüne aus und ihr Wunsch nach sportlichem Erfolg ist äußerst bescheiden. „Es kommt, wie es kommt“. Dazu passt auch ihr Lebensmotto „Leben und Leben lassen“ und natürlich, wie könnte es anders sein: „Einmal Löwe, immer Löwe“.

Der Baschdy (Bastian Griechbaum), Sechzger seit 25 Jahren, kommt aus Donauwörth und ist im Löwenfanclub Blindheim organisiert. Bei den Heimspielen ist er in der „West“ zu finden. Für ihn ist der Stadiongang ein Muss. Sechzig ist eine Herzensangelegenheit, „es ist einfach geil“ die Löwen live zu unterstützen. Als schönste Erinnerung sieht der Baschdy die Champions League-Quali und den Aufstieg in die Dritte Liga. Hoffnung macht sich der Donauwörther auf einen baldigen Aufstieg in die 2. Liga. Aber letztendlich wird er gemeinsam „mit den besten Fans der Welt“ solange in der Kurve stehen, „bis es nicht mehr schlechter werden kann“.

ChrissiG (Christoph Göbl) kommt aus Ampfing, ist seit 2009 Sechzger-Fan und Mitglied beim Löwenfanclub in Buchbach/Steeg. Sein erstes Spiel erlebte er im Stadion gegen Union Berlin. Er ist Stadiongänger aus genau vier Gründen. „Geile Stimmung, geile Leute, viel Bier und einigermaßen guter Fußball“. Wenn man das folgende Video aus der Kurve nach dem besagten Spiel gegen Union Berlin ansieht, kann man in etwa nachvollziehen, was der Christoph damit meint.

Im Sechzger-Stadion ist der Chrissi demnach auch in der West zufinden. Für ihn ist Sechzig der geilste Club der Welt, weil er die Fans elektrisiert und immer Action bietet. Seine schönste Erinnerung mit den Löwen verbindet er mit dem packenden 0:2 im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund in der ausverkauften Allianz Arena. Als sportliches Ziel für seinen TSV 1860 München hat er die 1. Bundesliga fest im Blick. Das traut er dem Traditionsverein durchaus in den kommenden 10 Jahren zu. Die 2. Liga sollte es aber spätestens in drei Jahren auf jeden Fall sein. Ziele hin oder her, ein Löwe wird er immer bleiben, denn ELIL ist sein Lebensmotto und was er noch zu sagen hatte:

Von der Elbe bis zur Isar, immer wieder TSV

Da Bäda (Peter Bachmeier) ist ein echter Münchner und seit 55 Jahren ein Blauer. Kein Wunder, dass er seine beste Zeit mit den Löwen mit den 60er Jahren, als der Radi noch im Tor stand, verbindet. Aber auch an die Ära Wildmoser/Lorant, als Magic-Kneissel unnachahmlich seine Kreise auf dem Spielfeld zog, denkt er gerne zurück. Für den Bäda ist Sechzig der geilste Club der Welt, weil er Kult ist, Tradition hat und weil er selber leidensfähig ist. Im Stadion schätzt er die Atmosphäre und teilt sich das Lebensmotto mit der Giesela (ELIL).

Seine letzten Worte: „Wir wären schon viel weiter, wenn sich nicht jedes Präsidium nur persönlich profilieren wollte. Kaum ist mal Geld da, versickert es in dunklen Kanälen“.

Der Stapfer kommt aus Freimann. Er ist seit 1958 Löwenfan und geht ins Stadion, weil dort immer eine tolle Stimmung herrscht. Bei der Frage, wo er denn zu finden wäre, gibt der Stapfer das „Löwensofa“ an, die Allianz Arena vor der Nase. Na hoffentlich ist dir der Weg in die Grünwalder Straße nicht zu weit. Wäre ja jammer schade. Dennoch, Sechzig München ist dem Stapfer sein Herzensverein und die beste Zeit mit den Löwen dauert für ihn seit 1958 ununterbrochen an. Für ihn ist generell Gelassenheit das Motto, welches sein Leben begleitet. Für Sechzig wünscht er sich Stabilität und der ein oder andere Aufstieg könnte es schon noch sein.

Von weiter her, als die Münchener Bäda und Stapfer, kommt Peter Thurn, den seine Freunde nur „Lupo“ nennen. Aus Donzdorf, in der Nähe von Göppingen und Schwäbisch Gmünd, zieht es den Lupo, seit 1962 Sechzger-Fan, eigentlich fast nie ins Stadion zu den Löwen. Er erinnert sich aber an das erste Derby gegen die Roten im Grünwalder Stadion und an das letzte Erstliga-Spiel gegen die Hertha aus Berlin. Oh mei, das letzte Heimspiel in Liga 1. Es war am 15. Mai 2004. Die Löwen tief drin im Abstiegskampf. Ein Sieg musste unbedingt her. Die Hertha war ebenfalls stark gefährdet, den Gang in Liga 2 antreten zu müssen. Beim Stand von 1:1 dann diese Szene.

Ja Lupo, da hast uns jetzt dran erinnern müssen, „hat´s des wirklich braucht?“ Na ja, wir Löwen halten was aus. Wer gewinnen will, muss damit rechnen auch mal zu verlieren. Und Misserfolg gehört halt einfach dazu. Im Erfolg sollen sich andere sulen, bis sie noch roter werden. Wir bleiben bodenständig. So wie der Lupo. Von dem wissen alle im Dorf, dass er ein Blauer ist und immer sein wird. Weil „Sechzig eben ein Kultclub ist“, wie er sagt. Freuen würde sich der Lupo, wenn es in den nächsten Jahren zumindest in die zweite Bundesliga raufgehen würde.

Ja da hoffen wir alle drauf. Und bei diesen schönen Gedanken an einen Aufstieg darfst Du uns auch gerne mitnehmen. Wer schießt uns rauf? Der Mölders, der Karger, der Messi, der Ronaldo? Ja, mit dem Köllner an der Seitenlinie wird das was. Der Rasen im Grünwalder voll mit freudetrunkenen Fans, der Giesinger Berg gesperrt, in Giesing ist wieder die Hölle los. Da Wahnsinn. Logisch, dann werden wir auch einen Brasilianer kaufen, oder auch zwei, oder drei…

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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sheiny
14 Tage her

„Seine letzten Worte: „Wir wären schon viel weiter, wenn sich nicht jedes Präsidium nur persönlich profilieren wollte. Kaum ist mal Geld da, versickert es in dunklen Kanälen“.

Die selbe einfältige Denke und exakt der selbe Wortlaut wie sie von Griss und seinen 10 Hanseln täglich im Schmuddelblog runter geleiert wird.

nofan
21 Tage her

Meinung von da Bäda (Peter Bachmeier): „Wir wären schon viel weiter, wenn sich nicht jedes Präsidium nur persönlich profilieren wollte. Kaum ist mal Geld da, versickert es in dunklen Kanälen“. Aktuell müsste Bäda ja sehr zufrieden sein, denn das Präsidium hält sich mit Auftritten und Veröffentlichungen sehr zurück und überlässt richtigerweise die Verlautbarungen weitgehend Günther Gorenzen bzw. den Geschäftsführern der KGaA. Das allerdings scheint vielen Kommentatoren auf DB24 auch wieder nicht recht zu sein, denn sie bemäkeln, der Präsident sei abgetaucht. Das dürfte zudem auch für den Superlöwen Hasan gelten, denn außer seinem vollmundigen Versprechen vor vielen Wochen, die KGaA… Read more »