Das Magazin Business Insider veröffentlichte heute einen weiteren Artikel über die MAN-Betriebsratsaffäre. Nun soll auch die Staatsanwaltschaft ermitteln, so der Bericht. Es geht um manipulierte Fahrtenbücher und Steuerstraftaten.

In einem vorhergehenden Artikel von Business Insider wurde berichtet, dass man Stimoniaris ein zweifelhaftes Moralverständnis vorwirft. Ein MAN-Manager soll dem einstigen Betriebsvorsitzenden sein Dienstauto überlassen und dafür befördert worden sein. In einem weiteren Beitrag schreibt das Magazin nun über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. “Die Aufarbeitung der dunklen Vergangenheit – sie soll diskret ablaufen”, doch immer mehr Details sickern nach außen. Wie Business Insider erfuhr, soll die Compliance-Abteilung von MAN einen umfangreichen Untersuchungsbericht an die Staatsanwaltschaft übergeben haben. Der Inhalt: es sollen MAN-Fahrtenbücher manipuliert und auch Steuern hinterzogen worden sein.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei eine Top-Managerin, die für die Verwaltung von Fahrtenbücher von Firmenautos verantwortlich war. Die Dokumente seien systematisch manpuliert worden, “um die private Nutzung der Fahrzeuge durch Betriebsräte und andere Mitarbeiter zu verschleiern.” Sowohl MAN als auch die Betriebsräte sollen damit offenbar entsprechend Steuern hinterzogen haben. Bereits Ende Juli hatte MAN deshalb der leitenden Personalmanagerin gekündigt. “Neben den gefälschten Fahrtenbüchern stießen die internen Prüfer auch auf zahlreiche dubiose Vorgänge rund um den ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Athanasios Stimoniaris.” Er verließ Ende August schlagartig das Unternehmen. Wohl nicht aus “persönlichen Gründen”, wie anfangs behauptet, sondern weil Stimoniaris “jahrelang fragwürdige finanzielle und materielle Vorteile vom Unternehmen erhalten” habe.

Stimoniaris nutzte nicht nur zwei Dienstfahrzeuge, sondern soll dabei auch einen Betriebsratskollegen “als Chauffeur missbraucht haben”. Zu Heimspielen des TSV 1860 München soll sich Stimoniaris übrigens ebenfalls im Dienstauto von diesem vermeintlichen Chauffeur fahren lassen haben. Stimoniaris sitzt im Aufsichtsrat des TSV 1860 München und ist Vorsitzender dieses Gremiums. Er ist Vertrauensmann von Hasan Ismaik. MAN hat in dieser Angelegenheit eine externe Kanzlei beauftragt.

Auch interessant: MAN-Manager soll Saki Stimoniaris Dienstwagen überlassen haben und dafür befördert worden sein

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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tsvmarc
tsvmarc(@tsvmarc)
Bekannter Leser
13 Tage her

Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass die Vorwürfe der Tatsache entsprechen. 🤔  bzw. will es mir auch gar nicht vorstellen. Ich hoffe das an den Vorwürfen nichts dran ist. 😬 

Sportfan
Sportfan (@guest_62483)
Gast
Reply to  tsvmarc
13 Tage her

Ich hoffe das ist Ironie.

da-bianga
da-bianga(@dabianga)
13 Tage her

Saki for President!
Dann hätten wir gute Chancen auch einen Präsidenten im Knast zu haben.
Vielleicht wollte er ja auch dem armen MAN Dienstwagen nur helfen.

chemieloewe
chemieloewe(@chemieloewe)
Bekannter Leser
13 Tage her

Stimis Geschichten haben seine Vertrauens-u. Glaubwürdigkeit zerstört!!! Dazu werfen seine Kapriolen u. Propaganda zur letzten Präsidentschaftswahl des e.V. u. die Vertrauensbrüche während seiner Verwaltungsratszeit ein sehr schlechtes Licht auf den jetzigen KGaA-Aufsichtsratsvorsitzenden Saki Stiomoniaris, der sich ja selbst als “der beste Präsident von 1860” bezeichnet hat, den wir bekommen hätten, wäre er gewählt worden. Da können wir heilfroh sein, dass es nicht so gekommen ist u. Robert Reisinger weiter Präsident geblieben ist.

Unfähige Maulhelden, Dampfplauderer, Schaumschläger, Luftschlossphantasten, Märchenerzähler u. dubiose Geldverschwender, die keine Ahnung von solidem u. nachhaltigem Wirtschaften haben u. uns in den Ruin gewirtschaftet haben, hatten wir schon Einige als Präsidenten. Vor solchen Leuten sollten wir uns in Acht nehmen u. dürfen solche Leute nicht wieder ans Ruder lassen!

Angsichts der genannten Verdachtsvorwürfe zu seiner Betriebsratstätigkeit bei MAN, die eine Schande für einen Betribsratsvorsitzenden ist, wenn Betrug u. Korruption stattgefunden hat, ist Saki weder als Aufsichtsratsvorsitzender der KGaA, noch in einer anderen verantwortlichen Funktion bei 60 tragbar!!!
Ich weiß nicht, wie lange in der KGaA noch gezögert wird, Saki als Aufsichtsratsvorsitzenden abzusetzen u. aus dem Aufsichtsrat zu entlassen???
So, jedenfalls, wird er 60 nur schaden, statt nützen!

Last edited 13 Tage her by Chemieloewe
anteater
anteater(@anteater)
Leser
13 Tage her

Ein Schlag ins Gesicht all derer, die täglich und natürlich ehrlich und ohne eigene Vorteile (außer erweitertem Kündigungsschutz) für die Rechte der Arbeitnehmer arbeiten.

stefan-bink
stefan-bink(@kranzberg)
Leser
13 Tage her

Ehrensaki.  🤔 

1860-forever
1860-forever(@1860forever)
Leser
13 Tage her

So viel zum Möchtegernpräsidenten. Zum Glück ist dieser Kelch an uns vorbei gegangen. Viel heiße Luft, sonst nix. Der Investor hat echt ein Händchen auf’s falsche Pferd zu setzen.

trackback
Sechzig um Sieben: Weihnachtstrikot geht in den Verkauf (@guest_62428)
13 Tage her

[…] Nachdem Recherchen über ein mögliches Fehlverhalten an die Öffentlichkeit gelangten, trat Saki Stimoniaris im Sommer von all seinen Ämtern zurück. Weitere Artikel geben nun Details bekannt, was genau vorgefallen ist. Mittlerweile soll auch die Staatsanwaltschaft ermitteln. Eine Zusammenfassung hierzu findet ihr beim Löwenmagazin. […]

Andal
Andal (@guest_62427)
Gast
14 Tage her

Da möcht man gar ned wissen was de mit unserem Geld alles anstellen.