Der 1860-Gesellschafter und Kreditgeber Hasan Ismaik hat sich in einem ausführlichen Interview gegenüber der Passauer Neuen Presse geäußert. Dabei sprach er über die Ausbaupläne des Sechzger Stadions an der Grünwalder Straße, seine Pläne mit den Löwen, dem möglichen Einstieg eines weiteren Gesellschafters und über den scheidenden Geschäftsführer Michael Scharold.

Zum Sportlichen der Löwen

Sehr positiv ist sein Urteil über Michael Köllner. Was der Jordanier Hasan Ismaik aus der Ferne beurteilen kann, Köllner kommt bei allen sehr gut an. Zu Sascha Mölders hat er eine klare Meinung. Er sei ein Idol der jüngeren Geschichte und sollte in den Verein weiter eingebunden werden. Allgemein müsse man verdiente Spieler einbinden. Benny Lauth hatte er vor dem Doppelabstieg als Assistent von Ian Ayre geplant, verrät Ismaik. Die positive sportliche Entwicklung überrascht den Jordanier nicht. Die Mannschaft sei in der Konstellation, bis auf wenige Ausnahmen, seit fast zwei Jahren zusammen. Das schweiße zusammen und sei ein großer Vorteil im laufenden Wettbewerb.

Grünwalder Stadion

„Ich habe mich immer fürs Grünwalder Stadion stark gemacht, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Stadt uns das Stadion überlässt und wir es nach unseren Wünschen umbauen können“, meint Hasan Ismaik zu den Ausbauplänen des Grünwalder Stadions. Danach sehe es jedoch leider nicht aus. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie und die Option auf 18.105 Plätze habe er anfänglich für einen Scherz gehalten. Dass die Entscheidungsträger auf Vereinsseite damit einverstanden sind, schockiert den Jordanier. Ismaik ist weiterhin für eine gemeinsame Stadionlösung an einem neuen Standort inklusive Nachwuchsleistungszentrum.

Seine Pläne mit Sechzig

Neun Jahre sei er bald bei 1860. Er sei vielleicht zu euphorisch gewesen und hätte die Strukturen noch nicht gekannt. Sein Ziel wäre jedoch Bundesliga. Er kann nicht verstehen, „warum die Fans nicht die Sehnsucht haben, irgendwann wieder in die Erste Liga zurückzukehren. Wenn alle im Verein zusammenhalten würden, könnten wir eine Lawine lostreten!“

Für eine Kapitalerhöhung sei er bereit. Jedoch nur unter gewissen Voraussetzungen, betont er. „1860 braucht kein kleines Konsortium, sondern einen zuverlässigen und großen Partner, der sofort bereit ist, 10 bis 20 Millionen Euro zu investieren. Bis heute warten wir auf Vorschläge.“

Geschäftsführerposten bei 1860

Dem scheidenden Geschäftsführer Michael Scharold wünscht er alles Gute. Es sei immer schade, wenn ein Mitarbeiter 1860 verlässt. Zu seiner Kritik an Scharold wiegelt er ab. Das sei nie persönlich gewesen, sondern diente dazu die Leute aufzuwecken, dass 1860 einen starken Geschäftsführer brauche. „Michael ist ein sehr guter Buchhalter, aber eben kein Geschäftsführer für 1860. Ich denke, er selbst hat das auch eingesehen“, meint Ismaik. Sein Vorschlag bleibt weiterhin Robert Schäfer. Er hält ihn für einen fähigen Geschäftsführer, der sich nicht manipulieren lässt und für den der Erfolg von 1860 im Vordergrund steht. „Schäfer kennt die Spielchen im Verein, seine Widersacher, weiß sofort, wo er die Hebel ansetzen muss und braucht keine große Eingewöhnungszeit.“

Ausschnitte aus dem Interview gibt es auf heimatsport.de unter https://www.heimatsport.de/fussball/profis/dritte_liga/3609689_Hasan-Ismaik-exklusiv-bei-heimatsport.de-1860-ist-ein-Verein-mit-negativer-Energie.html

Das komplette Interview findet man im Sportteil der Passauer Neuen Presse in der Mittwochsausgabe am Kiosk oder nach vorhergehender Registrierung in der Online-Ausgabe.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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Kurt Renner
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Ist jemand in der Lage, die Entstehung dieses Interviews zu schildern? (schriftlich/persönlich/via Chat/Facebook/Statthalter) Auch in meiner Heimatzeitung Pfaffenhofener Kurier (gehört zum Donaukurier, der mit der PNP kooperiert) findet sich heute ein kleiner Artikel dazu. Danke schonmal für die Hilfe, ich finde, die Art und Weise einer Interview-Führung sagt auch sehr viel aus.

Zum Inhalt: Leider wieder die übliche Aneinanderreihung von Altbekanntem, Vorwürfen, Killerphrasen und Forderungen, ohne begleitende konkrete Handlungen anzustoßen. Schade.

Zum Zeitpunkt: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt wink

SchorschMetzgerBGL
Leser

Auf FB gab Augustin gestern sehr freundlich und überraschend detailliert Auskunft. Er hatte Reisinger und Ismaik einen Fragekatalog zukommen lassen. Reisinger meldete sich innerhalb einer Woche. H.I. erst vor kurzem. Auf jedenfall also schriftlich (per Mail). Auf die Frage ob Augustin Gegenfragen hätte stellen können meinte er ja, es gingen einige Mails hin und her.
Zur Frage ob er sich sicher sei, dass wirklich H.I. seine Fragen beantwortet hätte, meinte er, dass er sich da ganz sicher sei.

DjangoNY
Leser

Mei… Fasching is und da Ismaier Hans wollt wohl noch einen raushauen wink

Reinhard Friedl
Leser

Irgendwie scheint es mir kein Zufall zu sein, dass derzeit von einer „gewissen“ Seite Stimmung gegen die Bayerische gemacht wird.
Derzeit wundern sich Journalisten, dass Darlehen zurückbezahlt werden müssen. Es sollte auch diesen Fachjournalisten (Fußball) nicht unbekannt sein, dass vor einer Darlehnsvergabe ein Vertrag abgeschlossen wird. Hierin wird ein Zinssatz und die Rückzahlungsmodalitäten festgelegt. Ebenso sollte bekannt sein, dass eine Firma (wie die Bayerische) ebenso wie ein gemeinnütziger Verein gesetzliche Regelungen einhalten müssen, damit Anteilseigner bei der Firma oder Mitglieder beim Verein, nicht geschädigt werden. Ebenso sollten die Begriffe Mäzen, was eine Privatperson sein kann, jedoch keine Firma die zur Führung von Geschäftsbüchern verpflichtet ist und Geld nicht einfach verschenken darf, klar sein. Der Mäzen gibt (schenkt) Geld und fordert keine Leistung hierfür, außer vielleicht, dass er nicht beschimpft und verunglimpft wird.
Der Sponsor gibt Geld und erhält eine Leistung dafür, wie z.B. Werbung auf dem Trikot oder Bandenwerbung und andere Image fördernde Maßnahmen. Diese Leistungen für die Zahlung von Geldern werden für eine bestimmte Zeit festgelegt. Nach Beendigung erhält der Sponsor kein Geld zurück. Ob die Sponsorentätigkeit letztendlich neue Kunden, Geschäftsabschlüsse oder Imagegewinn dem Sponsor gebracht haben, ist oftmals nicht klar messbar.
Ein Darlehensgeber bekommt Zinsen und sein Geld zurück. Ob mit gleichen Raten oder anderen Parametern, die vorher vereinbart wurden, sei dahingestellt.
Ein Anteilseigner ist an einer Firma (z.B. KGaA = Kommanditgesellschaft auf Aktien) tatsächlich beteiligt. Im günstigen Fall bekommt er eine Dividende, sofern Gewinne erwirtschaftet werden.
Die Bayerische hat sich die letzten Jahre als zuverlässiger und treuer „Sponsor“ erwiesen. Für die 3. Liga wurde wohl ein „ausgereiztes“ Sponsorenpaket geschnürt. Es wurden z.B. zusätzliche Gelder in die Hand genommen, für die Namensrechte des NLZ. Zusätzlich hat sich die Bayerische bereit erklärt, damit 1860 die Lizenzauflagen erfüllen zu können, für eine Etat-Deckungslücke mit einem Darlehen zur Verfügung zu stehen. Allerdings handelte es sich hierbei eben um kein Sponsoring, dass den Anteilseignern der Bayerischen hätte schmackhaft gemacht werden können. Wie letztendlich die Rückzahlungsmodalitäten vor Darlehnsvergabe vereinbart wurden, kann nur vermutet werden. Hier wird wohl ein Teil von außerordentlichen Transfererlösen als Tilgungsvariante mit im Vertrag stehen.
Nun hat sich zusätzlich die Bayerische bereit erklärt, auch als Anteilseigner mit ins Boot zu steigen, sofern dies von beiden bisherigen Gesellschaftern gewünscht wird.
Ismaik hat schon einmal seine Vorstellungen von einem weiteren Anteilseigner über Medien verbreiten lassen. Er stellt sich jemanden vor, der schon 10 bis 12 Mio € für die künftige Beteiligung bezahlt. Zur Erinnerung: Ismaik zahlte für seine 60 % Beteiligung im Jahr 2011 13 Mio €. Zum damaligen Zeitpunkt war die Gesellschaft nicht mit Genussscheinen in Höhe von ca. 32 Mio € und Darlehen in Höhe von ca. 17 Mio € belastet. Bei einer Gesellschaft die einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von ca. 22 Mio € hat, sollten die Erwartungen für ein extrem hohes Aufgeld auf die Geschäftsanteile nicht zu hoch gesteckt werden.
Ich würde es als Glücksgriff empfinden, wenn die Bayerische zu vernünftigen Konditionen als weiterer Gesellschafter einsteigen würde. Allerdings muss natürlich erst einmal nicht öffentlich verhandelt werden. Aber dann wenn eine Lösung in Sicht ist, muss das Ergebnis, mit offenen Karten, den Mitgliedern aufgezeigt werden. Letztendlich werden die Mitglieder des e.V. das letzte Wort haben. Daher darf es in den Verträgen keine Stillschweigensvereinbarung geben.

Kurt Renner
Leser

Danke für die wiederholt gute Eräuterung der Zusammenhänge

jürgen (@jr1860)
Leser

Reinhard Friedl wie immer Danke für die tiefgreifende Analyse
Ist immer wieder gut, wenn die Fakten klargelegt werden
Danke

United Sixties
Leser

Nichts Neues aus der Feder vom Kraft-Doni und „Dolmetscher“ M. Sabbagh oder wem auch immer. Nur er und die Argerianer wollen in die Bundesliga und kein Stadion unter 55 000 ist groß genug ???

Rolandoz
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Lieber Hassan,
also mit diesem Interview hast du mich überzeugt: Ich will jetzt trotzdem lieber mit Sechzge in die Bundesliga als in die Kreisklasse. Ruf doch mal den Amateur-Fan Reisinger an, ich glaube die Nuss ist knackbar.
Wenn du sagst „Leute, nehmen wir die Bayerische als Gesellschafter auf, im Rahmen der Kapitalerhöhung schiese ich auch noch 50 Mio zur freien Verfügung nach“ wird doch Reisinger von seinen Kreisklassen-Plänen abweichen 😜
Und ja, das Grünwalder ist zu klein für die Bundesliga. Aber die Gefahr erstklassig zu werden sehe ich derzeit nicht. Mit unserem Etat wird es zur Herkulesaufgabe, uns in Liga 3 zu etablieren.
Wenn du uns aber ein 40.000er-Stadion hinstellst bei dem die Miete im Rahmen des machbaren liegt und für die nächsten 50 Jahre festgeschrieben ist nehmem wir dies gerne an. Mit knebelverträgen im Bereich stadion haben wir nämlich keine guten Erfahrungen gemacht 😜😂

Bluemuckl
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Si tacuisses…

Immer für ein paar Lacher gut, der nette Herr Ismaik.

Serkan
Leser

Ich nehme an, in Passau spricht niemand arabisch? Das sieht nach strategischer Kommunikation aus. Im Zusammenspiel mit dem AZ-Artikel von heute zum Hauptsponsor…

Baum
Leser

Daran will ich ehrlichgesagt nicht glauben. Das sind einfach die Flatulenzen die den Kreditgeber von Zeit zu Zeit plagen. Vielleicht hat er mal wieder zuviel Schokodonuts genascht oder er hat sich zu Mitternacht nochmal den Bohneneintopf vom Mittag aufgewärmt.

SchorschMetzgerBGL
Leser

Glaub ich auch. Das angebliche Interview führte Herr Alexander Augustin. Zu ihm schrieb der Blogger 2019: „Alexander Augustin ist Löwen-Fan, aber auch ein Herzblut-Journalist. Der talentierte Redakteur aus dem Bayerischen Wald arbeitet seit einigen Jahren für die Passauer Neue Presse.”
Ein Schelm wer hier böses ahnt von wegen vorgefertigten Fragen und Antworten…

3und6zger
Leser

Na ja, der will halt auch mal nach Los Angeles….

Löwin
Leser

Ich denke auch, dass da Taktik dahintersteckt, um von der blamablen Losnummer abzulenken. 🤦‍♀️
Ich hoffe das es nicht funktioniert…..

heart lion heart

Serkan
Leser

Eine verbotene Lotterie ist der kleinste Bock, der dort in der Vergangenheit geschossen wurde.

3und6zger
Leser

„Ismaik ist weiterhin für eine gemeinsame Stadionlösung an einem neuen Standort inklusive Nachwuchsleistungszentrum.“ – Aha und die Grünwalder 114 dann für ihn als Immobilienprojekt.

„dass die Stadt uns das Stadion überlässt“ – warum sollte sie das tun, behält sie dadurch auch die Kontrolle über den Schutz der Anwohner bei einem umstrittenen Veranstaltungsort für mehr als einen Verein.

„Er kann nicht verstehen, „warum die Fans nicht die Sehnsucht haben, irgendwann wieder in die Erste Liga zurückzukehren.“ – Jeder echte Löwenfan hat die Sehnsucht in die Erste Liga zurückzukehren, aber mit ehrlicher Arbeit und ohne Verkauf der Seele. Wir wollen den „gesunden Erfolg“.
Frag mich wie er das beurteilen will, da er ja nur ausgewählte im nach dem Mund redende Fans trifft und sich nicht in ein realistisch besetztes Forum wie z.B. die MV traut.

„zuverlässigen und großen Partner, der sofort bereit ist, 10 bis 20 Millionen Euro zu investieren“ – Und käme dann einer mit 15 Mio würde er mindestens 20 bis 30 Mio € verlangen. Kennen wir ja schon vom Riemer Stadion, wo die Zuschauerzahl von 35T auf 55T erhöht wurde, damit das Projekt scheitert.

tomandcherry
Leser

3und6zger

So und nicht anders sieht’s aus!

Wäre mal interessant zu erfahren, wie oft der Herr I. oder einer seiner Vertrauten in der Vergangenheit bereits beim Herrn Oberbürgermeister von München vorstellig wurden und sich bei jedem Besuch die Rahmenbedingungen für einen Stadion-Neubau (bzw. Sanierung des GWS) durch die Investorenseite geändert hatten?

Spätestens beim dritten Besuch wird OB Reiter wahrscheinlich nur noch abgewunken und sich gedacht haben: „Klärt doch erstmal intern ab, was ihr zukünftig überhaupt wollt und stehlt mir nicht jetzt meine Zeit mit irgendwelchen Luftschlössern…“

jürgen (@jr1860)
Leser

… der schnallts einfach nicht! sad rolling

Einfach unverbesserlich und dann zusätzlich das rumreiten auf 50+1

Es gibt nur eine Lösung:
#ohneHasan