Seit 2016 wird von einigen handelnden Personen rund um den TSV 1860 immer wieder ein Stadionneubau für unsere Löwen ins Gespräch gebracht, dies eigentlich immer verbunden mit einem gewaltigen (und sicher auch gewollten) Medienecho.

Den Realisten ist klar, dass dieses Vorhaben für unsere Löwen mittelfristig nicht zu finanzieren und daher völlig utopisch ist. Diese vollmundigen Ankündigungen dienen in der Regel nur dazu, sich vermeintlich positiv in der Öffentlichkeit darzustellen und bei den Fans und Mitgliedern Pluspunkte zu sammeln. In Wirklichkeit werden hier aber nur unrealistische Hoffnungen geschürt.

Wie oft aus der Politik bekannt, klaffen aber auch hier Welten zwischen den Ankündigungen und den tatsächlich erreichten Fortschritten. Um die aktuellen Aussagen von Saki Stimoniaris richtig einzuordnen kommen hier nochmal die aktuellen Ankündigungen und die seiner „Vorgänger“ als vermeintliche Stadionbauer:

Der Investor:

Hasan Ismaik: (in der Süddeutschen Zeitung vom 19. Februar 2016)

Ismaik erklärte am Freitagabend, er wolle gegenüber den Messehallen in Riem ein neues Löwenstadion bauen mit „mindestens 52 000“ Plätzen. Erstauntes Raunen im Saal. Mit Oberbürgermeister Dieter Reiter habe er sich darauf geeinigt, dass der TSV übergangsweise „für zwei bis drei Jahre“ im Grünwalder Stadion spielen solle, „mit der Voraussetzung, dass wir die Genehmigung bekommen für ein neues Stadion“. Der Neubau sei nicht abhängig von der Spielklasse, solle ein „architektonisches Highlight“ werden, den „Namen von 1860 tragen“ und „blaue Sitzschalen“ haben.

Der Möchtegern-Investor:

Gerhard Mey (im SZ-Interview am 3. August 2017)

… zu den Plänen gehöre aber in jedem Fall auch ein neues, eigenes Stadion: „Der Stadionbau überwölbt alles und ist für den funktionierenden Business-Case 1860 unvermeidbar“, meinte Mey. „Ich sage es in aller Deutlichkeit: Wir bauen ein Stadion für den TSV 1860 München.“ Er habe „zwei motivierte Investoren an der Seite, die mit den Füßen scharren und sagen: Wenn du das so hinbekommst, wie du dir alles vorstellst, und wenn du persönlich vorne dran stehst bei dem Projekt 1860, dann ist es für uns hochgradig spannend, ein Stadion zu bauen“. Er sei „der Meinung, dass 40.000 Zuschauer langfristig realistisch sind“.

Der Kurzzeit-Verwaltungsrat:

Saki Stimoniaris (Abendzeitung 19. Januar 2019)

Saki Stimoniaris will Stadion für 35.000 Zuschauer. Um den öffentlichen Wahlkampf in Gang zu bringen, erklärt Stimoniaris die Eckpunkte seines Programms. Erster Punkt: die Stadionfrage. „Sollte der grundlegende Umbau des Grünwalder Stadions, den ich zu 100 Prozent befürworte, aufgrund der Machbarkeitsstudie nicht umsetzbar sein, muss sofort die Suche nach einem Grundstück im erweiterten Stadtgebiet erfolgen, in dem ein Stadionbau mit mindestens 35 000 Zuschauern möglich ist“, so Stimoniaris, der auf sein „Netzwerk in die Wirtschaft und die Politik“ verwies, das „den Löwen sehr hilfreich sein“ werde.

Bild: Löwen-„Heimspiel“ in der Allianz Arena im Jahr 2016 gegen den SV Sandhausen.


Die Groundhoppers1860 haben neben ihrer Facebook-Seite einen LöwenBlog im Löwenmagazin. Ihr findet ihn hier: Löwenblog Groundhoppers1860

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United Sixties
Gast
United Sixties

Was soll man dazu sagen, was nicht schon oft genug gepostet wurde?
Fakt ist, dass die Stadt München bis Ende Januar über das zuständige Sportreferat (Leitung Frau Zurek) zum Thema Machbarkeitsstudie GWS berichten will .
Fakt ist auch, dass bei einer Mitgliederzahl von 23 000 und steigender Ticketing- Nachfrage der Ausbau am städt. Sechzger-Stadion erfolgen muss und im Idealfall auf eine vernünftige Kapazität von 25 000 + x mit Komplettüberdachung für verbesserten Lärmschutz und Komfort erreicht wird. Als dauerhafte Löwenlösung in jeder Liga mit dem Ziel der Beendigung ewiger Stadiondebatten oder größenwahnsinniger Arenapläne.
Sollte eines fernen Tages allerdings ein großzügiger Mäzen die alten Schwabl-Pläne von 1999 oder die Machbarkeitsstudie 2010 verwirklichen wollen…auch gut.
Hauptsache Sechzig entwickelt sich weiter gesund IN der Stadt auf unseren traditionsreichen Giesinger Höhen.

Casa
Gast
Casa

25.000 +x im GWS als realistisch betrachten, Und dies gepaart mit der Aussage einer finanziellen Gesundung auf Giesings Höhen.

Sorry, seit dem Zwangsabstieg irgendwie den Realitátssinn bei den Seitenstraßlern geparkt?Die Zahlen aus der letzen und aktuellen Saison sind dir bekannt?

Der Utopist und Träumer bist leider nur du. :))

Tami Tes
Redakteur

Spannend … Wie die Jahre vergehen, so sind die Ansprüche, Pläne und Wünsche in punkto Stadionkapazität geschrumpft: 52.000, 40.000, 35.000 – am Ende reichen dann doch 22.000 ?!?!

Loewen1860
Leser

Des Bild im Hintergrund sagt alles aus. Lieber ein volles kleines Stadion – und in dem spielen wir momentan – als a riesige Burg, in die man aufgrund Zuschauermangels keine Stimmung bekommt.

tomandcherry
Leser

@ Loewen1860

Und dann gibt‘s tatsächlich so „Realisten“, die bedauern (!) den endgültigen Auszug aus der AA und sind allen Ernstes der Meinung, dass man die Heimspiele in der RL-Saison dort hätte austragen müssen…

Wenn ich mir vorstelle, wie sich die Massen gegen Mannschaften wie Pipinsried, Buchbach, Schalding-Heining oder Unterföhring auf den Rängen gezeigt und für echte Stimmung gesorgt hätten, dann wird‘s mir gleich ganz anders… wink