Der heutige Günther Gorenzel hat medial kaum mehr etwas vom einstigen Sportchef, der den Begriff „gorenzeln“ prägte. In der tz München präsentiert sich der Sport-Geschäftsführer hoch professionell und mit klaren Worten. Jammern war gestern. Heute steht die Arbeit im Vordergrund.

„Wir sind der Meinung, dass es nicht sein kann, dass wir die Mannschaft nur verstärken können, indem wir ständig Forderungen an die Gesellschafter stellen. Unser Konzept sieht vor, dass wir uns die Breite im Kader auch erarbeiten. Durch gezielte Talentförderung. Namen wie Greilinger, Gresler, Diayo oder Knöferl stehen exemplarisch für diesen Ansatz“, meint Günther Gorenzel gegenüber dem Journalisten der tz München auf die Frage nach dem Wunsch nach weiteren Verstärkungen. Er stellt klar, dass es aufgrund von Corona noch immer eine „gewisse Schwankungsbreite“ gäbe. Trotzdem sei der TSV 1860 München deutlich weiter als in den vergangenen Jahren. „Wo es früher zum jetzigen Zeitpunkt noch wenig Planungssicherheit gab, hilft uns jetzt ein klar abgesteckter Rahmen. Oder anders gesagt ein Korridor, bei dem wir wissen, wo wir rauskommen müssen. Das macht es einfacher.“ Für detailierte Finanz-Fragen verweist er auf seinen Kollegen Marc-Nicolai Pfeifer.

Ein gutes Team: Gorenzel und Köllner

Mit Trainer Michael Köllner arbeitet Gorenzel gut zusammen. Er bestätigt die freundschaftliche Beziehung. „Wir haben ein sehr enges, intensives Arbeitsverhältnis und auch wenn Freundschaften im Profifußball sich immer schwierig gestalten, weil sie immer eine gewisse Befangenheit mit sich bringen. Am Ende des Tages geht es aber immer um Sechzig – dem Klub hat sich jede Entscheidung unterzuordnen.“

Bereits vor einigen Tagen hatte Michael Köllner die gute Zusammenarbeit mit Günther Gorenzel betont.

Das Interview mit Günther Gorenzel findet Ihr hier: https://www.tz.de/sport/1860-muenchen/tsv-1860-muenchen-news-guenther-gorenzel-interview-koellner-aufstieg-loewen-corona-transfers-90170839.html

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Serkan
Leser
Serkan (@serkan)
1 Monat her

Top Interview! Man stelle sich vor, zur Biero-Zeit hätte Reisinger in einem Interview gesagt, die sportlich Verantwortlichen möchten sich bittschön die gewünschte Breite im Kader mit Nachwuchskräften selbst erarbeiten? *grins*

Last edited 1 Monat her by Serkan
Marcel Prohaska
Gast
Marcel Prohaska (@guest_53027)
1 Monat her

Ich bin nicht sicher, ob da wirklich Einsicht stattgefunden hat oder ob er hält sein Fähnchen in den Wind hängt.
Solange Ruhe ist, ist nur das aber auch wurscht.
Es macht jedenfalls auch unabhängig vom Ergebnis Spaß der Mannschaft zuzuschauen.

United Sixties
Gast
United Sixties (@guest_53029)
1 Monat her

Fähnchen im Wind ist hier völlig falsche Einschätzung gewesen. Als Sportdirektor oder GF Sport jeden Profiklubs möchtest du so viel Kadergeld wie möglich zur Verfügung haben. Aktuell scheinen die Gespräche mit beiden Gesellschaftern und die Zusammenarbeit mit Köllner und GF Pfeiffer gut zu funktionieren. Stünden wir nur auf Platz 10 wäre die allgemeine Einschätzung anders. Hoffentlich geht das positiv weiter und am Ende dieser oder nächster Saison der notwendige Wiederaufstieg. Heute tippe ich mal 4:2 😃

Wslter
Gast
Wslter (@guest_53045)
1 Monat her

Ich bin nicht sicher ob du auch profilaktisch gerne an jeden Baum pinkelst

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
1 Monat her

Das Duo Köllner/Gorenzel scheint zu funktionieren, auch wenn der „Korridor“ für manchen zu eng ist und man sich lieber externe „Heilsbringer“ wünscht. Gorenzel hat ja auch mehrfach beton, dass man mit Köllner einen geholt hat, der den Nachwuchs ausbilden kann. Ich persönlich finde es sehr gut, dass die Durchlässigkeit in den Profikader weiter offen ist als in den letzten Jahren.

Aber nicht nur dieses Duo macht zur Zeit eine gute und sinnvolle Arbeit, auch die Gesellschafter – insbesondere der Mehrheitseigentümer – scheinen erkannt zu haben, dass man nicht nur mit Geld und Sprüchen so einfach nach oben kommt, sondern eine gewisse Nachhaltigkeit vorhanden sein muss. Und die ist mit dem Nachwuchs gegeben, denn der wird dem TSV irgendwann Geld bringen. Der Weg, sich die Breite und Tiefe des Kaders selbst zu ziehen, zu erarbeiten, ist der richtige.

Alexander Schlegel
Alexander Schlegel (@a-schlegel)
1 Monat her
Reply to  Snoopy.

Genau so ist es. Man muss sich doch bloß mal überlegen, wie viel Geld man in die Hand nehmen müsste um so ein Talent wie Belkahia, der ja gerade einschlägt wie eine Bombe, an die Grünwalder Straße zu holen. Hätte man sofort dem Geschrei nach Verstärkungen nachgegeben, wäre dieser gute Junge vielleicht am Ende der Saison frustriert und für lau weggegangen. Natürlich braucht man auch immer mal wieder einen gestandenen Fußballer von außen, aber es ist existentiell für den Verein für Talente durchlässig zu bleiben. Ich bin mir sicher, dass die gute Entwicklung im Moment sich gerade viele Talente und deren Eltern genau anschauen.