Die aktuellen Konditionen seien im nicht ertüchtigten Stadion mit rund 1.5 Millionen Euro marktunüblich”, so die Aussage von Marc-Nicolai Pfeifer, Geschäftsführer des TSV 1860 München. Vergleichszahlen mit anderen Klubs liefert er allerdings nicht. Die Stadtverwaltung überprüft nun, ob die Marktunüblichkeit tatsächlich gegeben ist.

Über 5000 Fans haben unterschiedliche Fragen der TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA im Rahmen der Löwen-Umfrage 3.0 beantwortet. Dabei ging es auch um die Stadionthematik. “Die aktuellen Konditionen im nicht ertüchtigten Sechzger Stadion sind mit rund 1.5 Millionen marktunüblich. Eine bessere wirtschaftliche Alternative gibt es aktuell nicht. In der Öffentlichkeit besteht das Bild, es gäbe Verhandlungen zwischen der Stadt und dem TSV 1860, dies ist leider nicht der Fall”, so die Frage zum Stadion.

Die Antworten würden die Löwen in ihrem Handeln bestätigen. Man wolle nichts unversucht lassen, um die wirtschaftlichen Voraussetzungen zu verbessern, schreibt die KGaA. Der Wunsch der Fans sei klar zu erkennen, dass die KGaA Gespräche mit der Stadt suche und “nun auch an die Öffentlichkeit geht, um mögliche Alternativen in Erwägung zu ziehen”.

Dass die Stadt München nicht mit dem TSV 1860 München verhandelt, dieser Behauptung widerspricht übrigens die Stadt. Es gab sehr viele Gespräche. Ausgangslage ist dabei eben vor allem auch die Diskussion um die Marktunüblichkeit. 21 sogenannte marktunübliche Effekte hat 1860-Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer aufgeführt. In der Summe es soll es um etwa 1.7 Millionen Euro gehen, die der TSV 1860 München aufgrund des Standortes an der Grünwalder Straße mehr als die Konkurrenz zahlt.

Wie er auf diese Summe kommt? Es sieht so aus als hätte er die bestmöglichen Rahmenbedingungen hergenommen und dann gerechnet, was man mehr verdienen könnte bzw. wo man sich etwas einspart. Immer im Hinblick auf optimale Bedingungen. Denn wirklich vergleichbare Standorte gibt es nicht. Was Pfeifer vor allem nicht berücksichtigt: das Stadion gehört nun mal nicht dem TSV 1860.

VIP-Alm als marktunüblicher Effekt

Marktunüblich zum Beispiel ist nicht nur die Tatsache, dass der TSV eine VIP-Alm am Trainingsgelände betreiben muss, weil im Stadion hierzu die Möglichkeiten fehlen. Auch die dortigen Toilettencontainer hat der Geschäftsführer der Löwen aufgeführt. Das wirkt natürlich irritierend. Die Löwen wussten beim Auszug aus der Allianz Arena, dass man im Stadion nur eingeschränkte Möglichkeiten hat. Und es macht den Anschein als würde man mit der VIP-Alm nichts verdienen. Man kann die Kosten wohl eher nicht komplett als marktunüblichen Effekt aufführen. Dabei lohnt sich ein Blick ins Olympiastadion. Auch dort wäre der VIP-Bereich nicht einfach im Mietvertrag enthalten, sondern muss extra dazu gebucht werden. Für nicht wenig Geld.

Marktunüblich: Verhältnis von Steh- und Sitzplätzen

Ein marktunüblicher Effekt sei auch das Verhältnis von Steh- zu Sitzplätzen. Das Status Quo läge im Grünwalder Stadion bei 38/62. Marktüblich sei ein Verhältnis von 70:30. Diesen marktunüblichen Effekt prüft die Stadt wie auch alle anderen Punkte. Ein Lösungsvorschlag wäre zum Beispiel – die komplette Westkurve als Sitzplatzkurve. Ob da der Geschäftsführer der Löwen über seine Zahlen hinaus gedacht hat? Er könnte dann jeden Stehplatz der zum Sitzplatz wird verdoppeln. Vielen Fans wird das nicht gefallen.

Auch wenn die Profifußball-KGaA sich nun von den Fans bestätigt fühlt, dass man weiter mit der Stadt verhandelt. Momentan gibt es wenig Gesprächsbedarf. Denn die Stadtverwaltung benötigt nun Zeit, um die zahlreichen marktunüblichen Effekte zu prüfen. Ob das überhaupt sinnvoll ist? Welche Daten nimmt man für diese Marktüblichkeit nun heran? Die Stadionkonditionen von Verl, Elversberg, Köln?

Die Ergebnisse der Umfrage findet ihr hier: TSV 1860 München – News

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