Am vergangenen Wochenende holte der TSV 1860 ein Unentschieden bei Hansa Rostock. Genau eine Woche nach dem Gastspiel an der Ostsee geht es für die Löwen im Sechzgerstadion weiter. Am Samstag, 22. Oktober, steht um 14:00 Uhr das Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden auf dem Programm.

Die Geschichte des Vereins

Der SV Wehen Wiesbaden wurde am 1. Januar 1926 als SV Wehen 1926 – Taunusstein e. V. gegründet. Ursprünglich war er in Wehen, einem Stadtteil der Stadt Taunusstein, beheimatet. Im Jahr 1933 fusionierte der Verein auf Anweisung des NS-Regimes mit dem TV 1874 Wehen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er am 20. März 1946 neu gegründet. Im Jahr 1965 sorgte der Verein erstmals für Aufmerksamkeit, als man mit 27 Siegen in Folge den Aufstieg aus der untersten hessischen Liga schaffte. Damals berichtete sogar das ZDF über den SV Wehen.

Danach ging es für Wehen immer weiter aufwärts. 1968 stieg man erstmals in die Fünfte Liga auf, wo man allerdings nur drei Jahre blieb. 1983 stieg man erneut in die Fünfte Liga auf, vier Jahre später sogar in die Vierte Liga. Erneut für bundesweite Aufmerksamkeit sorgte der Verein 1988, als er bei seiner ersten Teilnahme im DFB-Pokal bis ins Achtelfinale kam. Die Spiele im Pokal mussten allerdings in Wiesbaden ausgetragen werden, da der SV Wehen keinen Rasenplatz hatte und Spiele auf Asche im DFB-Pokal nicht zugelassen waren.

1989 stieg man erstmals in die Dritte Liga auf, wo man bis 1995 blieb. Auf den Abstieg in die Vierte Liga folgte 1997 der erneute Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse. Nachdem man bereits in den beiden Jahren zuvor nur knapp daran gescheitert war, gelang dem SV Wehen 2007 der Aufstieg in die Zweite Liga. Da das Stadion in Wehen nicht zweitligatauglich war, entschied man sich für einen Neubau im rund zehn Kilometer weiter südlich gelegenen Wiesbaden.

Im gleichen Jahr wurde auch die Fußballabteilung des SV Wehen 1926 – Taunusstein e. V. nach Wiesbaden ausgegliedert und nach Wiesbaden verlegt. Sie tritt seitdem unter dem Namen SV Wehen 1926 Wiesbaden an. In der ersten Saison in Wiesbaden erreichte man zwar den achten Platz, doch in der Saison 2008/09 stieg man aus der Zweiten Liga ab. Im gleichen Jahr erreichte man auch erstmals das Viertelfinale im DFB-Pokal.

Jüngste Vergangenheit

Seit 2009 spielt Wehen Wiesbaden nun durchgehend in der Dritten Liga. In den Spielzeiten 2009/10, 2011/12 und 2015/16 entkam man nur knapp dem Abstieg in die Regionalliga. In den Jahren 2010/11, 2013/14 und 2016/17 verpasste man hingegen mit Platz vier nur knapp den erneuten Aufstieg in die Zweite Liga. Vergangene Saison fehlte nur ein Punkt zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation.

Der Kader

Vier Stammspieler der letzten Saison verließen Wehen im Sommer. Mit dem Mittelfeldspieler Patrick Schönfeld wurde ein Spieler verpflichtet, der fast 150 Spiele in der Zweiten Liga absolviert hat. Er fällt allerdings seit rund einer Woche aufgrund einer Oberschenkelzerrung aus. Außerdem wurde Daniel-Kofi Kyereh vom TSV Havelse aus der Regionalliga Nord verpflichtet. Mit fünf Toren ist er bislang bester Torschütze der Dritten Liga. Dabei stand er nur in knapp der Hälfte der Spielzeit überhaupt auf dem Platz.

Doch nicht nur Kyereh im rechten Mittelfeld strahlt große Torgefahr aus, sondern auch Stephan Andrist auf der linken Seite erzielte in dieser Saison bereits drei Tore. Bislang erst ein Tor erzielte Manuel Schäffler, der von 2008 bis 2011 57 Spiele für Sechzig absolvierte. Dennoch sollte die Verteidung des TSV 1860 auf ihn aufpassen. Letzte Saison wurde Schäffler mit 22 Treffern Torschützenkönig der Dritten Liga.

In der Abwehr zeigte sich Wehen bislang sehr anfällig. In sieben Spielen gab es bereits 14 Gegentore, was der höchste Wert der Dritten Liga ist. Die Löwen hingegen haben mit 15 Toren bislang die meisten Tore aller Drittligisten geschossen.

Wehen-Trainer Rüdiger Rehm äußerte sich in einem Interview zum Spiel seiner Mannschaft beim TSV 1860. Das Interview findet Ihr hier.

Die letzten Ergebnisse

Am ersten Spieltag konnte Wehen in Aalen mit 2:1 gewinnen. Doch danach dauerte es über eineinhalb Monate, ehe man den zweiten Sieg in dieser Drittliga-Saison einfuhr. Nach einer 0:2-Niederlage zuhause gegen Cottbus verlor man am dritten Spieltag in Rostock mit 3:2. Im vierten Saisonspiel holte man zuhause ein 3:3 gegen Eintracht Braunschweig.

Während man danach im DFB-Pokal den FC St. Pauli mit 3:2 nach Verlängerung besiegte, gab es anschließend mit einem 1:2 im Heimspiel gegen Unterhaching und einem 1:3 bei den Würzburger Kickers zwei Niederlagen. Am letzten Samstag gelang durch das 3:0 gegen Meppen der zweite Sieg in dieser Saison.

Die bisherigen Duelle

Bislang traf der TSV 1860 erst viermal auf Wehen Wiesbaden. Während beide Partien in Wiesbaden 0:0 endeten, waren die Spiele in München deutlich torreicher. Im April 2008 gewannen die Löwen gegen Wehen mit 2:1. Die Tore erzielten Thorandt und Bierofka. Fünf Monate später lag Sechzig nach Toren von Lauth, Gebhart und Holebas nach 70 Minuten noch mit 3:0 vorne, kassierte danach allerings noch drei Gegentore und spielte nur unentschieden.

Die Fans

Der SV Wehen hat nur rund 600 Mitglieder. Obwohl Wiesbaden knapp 300.000 Einwohner hat, sind die Zuschauerzahlen beim SV Wehen Wiesbaden sehr niedrig. Während in der ersten Zweitligaspielzeit im Schnitt 9.000 Zuschauer die Spiele sahen, waren es nach dem Abstieg in die Dritte Liga deutlich weniger. In dieser Saison sahen im Schnitt nur 2.347 Zuschauer die Heimspiele, was der niedrigste Zuschauerschnitt der Dritten Liga in dieser Saison ist.

Wie schätzt Ihr die Chancen der Löwen im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden ein?

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Leo
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Zumindest hat man als Wehen-Fan nie lange Weile: Entweder geht es um den Abstieg oder um den Aufstieg 🙂

Denke mal, dass wir 3:2 gewinnen.