Nachdem die Futsallöwen am vergangenen Spieltag in der wichtigen Partie gegen den TSV Neuried eine 3:1-Halbzeitführung aus der Hand gaben und am Ende gar mit 3:5 verloren, standen sie gestern gegen GO Rhein-Main Futsal gehörig unter Druck. Leicht sollte es allerdings nicht werden. Der Gegner aus Rödermark im hessischen Landkreis Offenbach stand vor dem Spieltag auf Platz vier der Tabelle, die Münchner auf Platz neun und somit auf einem Abstiegsplatz der Futsal Regionalliga Süd. Trotz des Auswärtsspiels der Profifußballer am selben Tag in Köln fanden sich etwa 50 Löwenfans in der Halle an der Knorrstraße 171 ein und bekamen ein dramatisches, bisweilen auch hektisches und überhartes, Spiel zu sehen. Am Ende siegten die Löwen etwas überraschend, aber absolut verdient mit 6:3 und feierten damit endlich wieder einen Sieg nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge.

Starke erste Halbzeit der Futsallöwen

Von Beginn an entwickelte sich eine temporeiche und rassige Partie mit vielen Torchancen und hohem Unterhaltungswert. In der fünften Minute waren es die Gäste, die sich die erste Großchance erarbeiteten, dabei allerdings am stark parierenden Maier im Löwen-Tor scheiterten. Anschließend kamen die Futsallöwen besser ins Spiel und kreierten zahlreiche Torgelegenheiten. Zunächst vergab Löwenspieler Hottner freistehend vorm Offenbacher Tor. Anschließend war es Karlo Lujic, der mit zwei guten Gelegenheiten scheiterte. Wenig später kombinierten sich Viñoly und Hottner hervorragend vor das Gästetor. Wieder konnte der starke Offenbacher Torhüter den wenig platzierten Abschluss parieren. In dieser Phase war es Powerplay der Löwen und ein Spiel fast ausschließlich auf ein Tor. Leider zeigten sich die Futsallöwen zunächst wie gehabt abschlussschwach. Als es bereits nach einem 0:0 zur Halbzeit aussah, stachen die Löwen dann aber doch noch zu: In der 15. Minute vollendete Karlo Lujic einen feinen Angriff und schoss aus mittiger Position ins rechte untere Eck zum 1:0 für die Löwen ein. Doch es sollte noch besser kommen: Nachdem GO Rhein-Main Futsal mit einem harten Schuss am stark parierenden Maier scheiterte, machten es die Löwen im Gegenzug besser: Nach einem präzisen Pass aus dem Halbfeld kombinierten sich die Löwenspieler Wolde-Selassie und Ivanek sehenswert vors Gästetor. Am Ende musste Ivanek nur noch den Fuß hinhalten – 2:0! Einiges Glück benötigten die Futsallöwen in der Folgezeit. Nachdem die Löwen bereits früh in der ersten Hälfte das fünfte Foul begingen, leisteten sie sich drei weitere und mussten folglich drei Strafstöße gegen sich einstecken. Dreimal scheiterten die Gäste, zweimal davon am starken Maier, der die Löwen in dieser Phase vor dem Anschlusstreffer bewahrte. Folglich ging es mit einem 2:0 in die Kabine. Insgesamt eine ausgezeichnete Leistung der Futsallöwen im ersten Durchgang, spielerisch wie kämpferisch!

Dramatische zweite Halbzeit mit Happy-End für die Futsallöwen

Aber weil auch die Futsallöwen das Löwen-Gen in sich tragen, sollte die zweite Halbzeit einen ausgesprochen dramatischen Verlauf nehmen. Wie bereits gegen Neuried kamen die Löwen schläfrig aus der Kabine. Das sollte sich rächen. Bereits in der 22. Minute kassierten die Löwen das Anschlusstor durch Goran Vracevic. Die Reaktion der Löwen ließ nicht lange auf sich warten: Eine Minute nach dem Anschlusstreffer eroberte sich Karlo Lujic im Mittelfeld den Ball, lief allein auf das Gästetor zu und scheiterte freistehend am Schlussmann – die Riesenchance zum 3:1! Spätestens als die Gäste den direkten Gegenzug, erneut durch Vracevic, zum 2:2-Ausgleich nutzten, fühlte man sich schmerzlich an das bittere Heimspiel gegen Neuried zurückerinnert. Die Löwen wirkten in der Folge merklich geschockt. Die Offenbacher konnten diese Schockstarre für sich nutzen und gingen nur eine Minute darauf durch Hakimi sogar mit 3:2 in Führung. Innerhalb von nur fünf Minuten wurde das Spiel somit völlig auf den Kopf gestellt! Doch wer nun damit rechnete, die Futsallöwen würden fortan völlig in sich zusammenfallen, sollte sich getäuscht sehen. Die Münchner fanden endlich wieder besser ins Spiel. In der 30. Minute endete eine tolle Kombination der Löwen erfolglos. Wenige Minuten später säbelte ein Löwenspieler nach Flanke von Rechtsaußen frei vorm leeren Kasten über den Ball. Doch in der 36. Minute erlöste Viñoly die Löwen und traf sehenswert zum wichtigen 3:3-Ausgleich. In der zweiten Hälfte waren es die Offenbacher, die nach nur neun gespielten Minuten das fünfte Foul begingen. Da sich GO Rhein Main Futsal noch vier weitere Male foul spielte, wurden den Löwen insgesamt vier Strafstöße zugesprochen. Nachdem Viñoly und Lujic die ersten beiden nicht im Tor unterbringen konnte, machte es Hottner im dritten Anlauf besser und traf zum 4:3 für die Löwen, nur drei Minuten vor Schluss. Zudem wurde beim vorangegangenen Foul ein Offenbacher Spieler wegen wiederholtem Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Insgesamt war es ein äußerst umkämpftes, häufig hektisches und hartes Spiel. Eine Minute später hatten die Löwen die Entscheidung auf dem Fuß, doch der vierte Strafstoß der Löwen klatschte gegen den Pfosten. Trotzdem: Die Löwen hatten ab sofort wieder Oberwasser und in der letzten Spielminute netzten Hottner und Kört zum 5:3 und 6:3 ein. Dass kurz vor Abpfiff noch ein weiterer Gästespieler mit gelb-roter Karte den Platz verlassen musste, war somit nur noch Nebensache. Nach Abpfiff wurden die Futsallöwen von den Löwenfans frenetisch gefeiert. “Löwen, wir sind stolz auf Euch”, schallte es durch die Halle.

Zu Recht. Denn am Ende hat das Spiel nicht nur gezeigt, dass man noch gewinnen kann, sondern auch gegen die besseren Teams der Liga mehr als nur mithalten kann. Der Auftritt und die Moral der Mannschaft machen Mut für das angestrebte Saisonziel Klassenerhalt. Mit dem heutigen Sieg sind die Futsallöwen nun wieder punktgleich mit den Nicht-Abstiegsrängen und liegen vorerst auf Rang 8.

Das nächste Spiel der Münchner findet am 12. Januar 2019 beim Tabellenzweiten, dem TSV Weilimsdorf, statt. GO Rhein-Main Futsal spielt bereits morgen wieder. Gegner ist Deisenhofen.

 

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spaetzlefresser

Der Stadtteil von Stuttgart heißt Weilimdorf. Der dort ansässige Verein ist der TSV Weilimdorf. Sorry als Gebürtiger der Nachbarstadt bekomme ich bei dem Rechtschreibfehler Augenkrebs