Fußball und Investoren: Leeds United

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Was war das für ein großartiger Tag, dieser 9. August 2000, als die Löwen damals zur CL-Quali bei Leeds United antraten?! Unvergessen, wie Paul Agostino mit seinem Tor in der 90. Minute für komplette Ekstase im Block sorgte und die Hoffnung zurückbrachte. Doch der TSV 1860 verlor auch im Olympiastadion sehr unglücklich mit 0:1, die Peacocks hingegen marschierten bis ins Halbfinale durch und eine goldene Zukunft war zum Greifen nahe. Doch es kam ganz anders!

Auf Pump wurden unter Chairman Peter Ridsdale Unsummen für neue Spieler ausgegeben, um sich erneut für die Königsklasse zu qualifizieren, doch die Mission misslang zwei Jahre in Folge und United war nicht in der Lage, seine Schulden abzubezahlen. Die Insolvenz wurde durch die Übernahme durch ein lokales Konsortium abgewendet, der sportliche Abstieg in die Championship im Jahr 2004 konnte indes nicht vermieden werden. 2007 folgte gar der bittere Abstieg in die League One (3. Liga), Punktabzüge durch die FA aufgrund finanzieller Unregelmäßigkeiten gab es des Öfteren. 2010 gelang dennoch die Rückkehr in die Championship, wo man auch aktuell noch spielt, da man gerade eben erst in den Play-Offs an Derby County scheiterte.

Sportlich schaut es also einigermaßen okay aus, aber zur Ruhe kommt man in Leeds dennoch nicht. Geduld ist eine Tugend. Massimo Cellino ist ein Mensch, der nicht zwingend als geduldig zu bezeichnen ist: In den 22 Jahren, in denen ihm der sardische Klub Cagliari Calcio gehörte, verschliss er 36 Trainer. Da können nicht mal wir mithalten… 2014 erwarb er den in der Zweitklassigkeit gestrandeten Traditionsklub Leeds United und wollte mit ihm auf dem schnellsten Weg zurück in die Premier League. In den ersten zwei Jahren entließ er sechs Trainer, der Aufstieg ist bis heute nicht gelungen.

Dafür wurde Cellino zweimal wegen nicht gezahlter Steuern gesperrt. Außerdem drohte er damit, nicht mehr so viele Auswärtstickets für Leeds-Fans in den Verkauf zu bringen, weil sein Klub zu oft im Fernsehen gezeigt würde. Das würde für schlechtere Zuschauerzahlen an der Elland Road sorgen, weshalb er die Kameras von Sky sogar aus Protest nicht ins Stadion ließ.

Im Februar 2016 projizierten entnervte Fans der Whites bei einem Heimspiel ihren Protest gegen Cellino per Beamer auf die Tribünen: „Wir werden hier sein, wenn du längst weg bist.“ Und sie hatten recht, denn 2017 wurde Cellino rausgekauft, der das Geld sofort re-investierte und Brescia Calcio erwarb.

Text: Stefan Kranzberg

Interview mit Massimo Cellino

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anteater
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Erfolg auf Pump kaufen zu wollen, das ist ganz offenbar eine sehr dumme Idee. Hätte uns doch nur mal jemand gewarnt…

Kranzberg
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Mit ein bisschen Verstand hätte man sich viel ersparen können…