Karl- Heinz Rummenigge ist für die Abschaffung von 50+1. Er warnt die Bundesliga davor, international den Anschluss zu verlieren. Man müsse Interesse haben, den Fußball weiter zu entwickeln. Die Bundesliga würde von einer Öffnung für Mehrheits-Investoren profitieren, so Rummenigge. Die 50+1-Regel kann dem FC Bayern München ohnehin relativ egal sein. Weil der deutsche Meister im Endeffekt genau diese Regelung in seiner Satzung hat. Maximal 30 Prozent der Anteile des FCB dürfen veräußert werden. Quasi eine hauseigene 69+1-Regel. Fußball und Investoren. Das ist ein Reizthema. Je nachdem, aus welcher Sicht man es sieht. Die Regelung für 50+1 ist dabei wichtiger Bestandteil der Diskussion. Wir beschäftigen uns im Monat Juni mit dem Thema.

Welche positiven und welche negativen Beispiele kennt Ihr? Bei welchen Klubs hat ein Investor „voll eingeschlagen“. Wo seht Ihr negative Tendenzen oder Entwicklungen?

Ihr kennt einen Klub, der mit einem Investor sehr erfolgreich ist? Was gibt es für negative, was für positive Beispiele? Welcher Investor ist Euch sympathisch, welcher eher nicht?

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anteater
Leser

Die Bundesliga steht finanziell nur hinter der Premier League, soweit ich weiß. Das Rumgejammere von Rummenige ist völliger Unsinn. Die Premier League ist hervorragend vermarktet und dadurch so reich, Stichwort Fernsehgelder. Allerdings müssen die auch ihre Gesetze ganz schön ändern, wenn sie nicht mehr in der EU sind, denn die sogenannten EU-Ausländer unter den Spielern (also gefühlt 80% der Liga), die müssen dann ja das Land verlassen, wie die z.B. polnischen Handwerker…

Man sollte auf jeden Fall eines niemals vergessen: Die englischen Clubs waren von Anbeginn der Zeit an in Privatbesitz. Es gibt da (bis auf neuerdings wenige unterklassige Ausnahmen) keine (bedeutenden) mitgliederbasierten Fußballvereine.
In Italien ist es doch auch so, dass da schon lange Vereine in Privatbesitz sind. Juventus und Fiat, AC Mailand und Berlusconi. Zugegebenermaßen kenne ich mich da nicht so gut aus, kann also nicht sagen, ob es da historisch auch eher mitgliederbasierte Clubs gibt.

Wer gegen 50+1 ist, ist meiner Meinung nach gegen ein deutsches Kulturgut, dass die Teilhabe der breiten Gesellschaft ermöglicht. Das dürfte es so nicht in vielen anderen Ländern geben.

anteater
Leser

„Was gibt es für negative, was für positive Beispiele?“

Nun, negative:

Leeds United
Swansea
Cardiff
Portsmouth
Aston Villa
Birmingham
1860 München
Hannover
HSV (sofern man bei den beiden von Investor sprechen kann)
Gerade in England kann man diese Liste fast endlos erweitern.
Liverpool zum Beispiel, die zunächst zwei sehr windige amerikanische Geschäftsleute als „Investoren“ hatten und über das Gericht von diesen befreit wurde. Die hatten einen Leverage buyout gemacht, also die Kaufsumme als Darlehen auf den Club gesetzt (oder so ähnlich) und konnten das dann nicht mehr so richtig bedienen.
Bei Manchester United ziehen die Glaziers Geld für sich selbst raus, was bei den Rivalen wohl sonst nicht möglich ist. Dafür zahlt man auch dort enorme Eintrittspreise.

Positiv:

Leicester City
RB Leipzig
Uerdingen (hey, Drittligafußball für 3000 Zuschauer)
Watford mit Elton John damals.

jürgen (jr1860)
Leser

Bei Uerdingen muss ich dir wiedersprechen.
Der Russe hat die totale Macht und 50+1 als Vereinspräsident quasi ausgehebelt. Trotzdem stehen Gerichtsverfahren und öfter der Gerichtsvollzieher vor der Türe…

Im Großen und ganzen hat es Hopp in Hoffenheim richtig gemacht und hält sich weitestgehend aus dem Tagesgeschäft heraus…

So sollte es eigentlich in unserer KGaA auch laufen

anteater
Leser

Mit Uerdingen das, das habe ich jetzt rein sportlich gesehen. Die waren ohne den Russen fünft- oder sechstklassig, ohne wirkliche Aussicht auf Besserung, oder? Natürlich ist das kein toller Investor.

Baum
Leser

Wegen mir bräuchts dieses Investoren-Gschwerl gar nicht.
„Football is for you and me, not for f****** industry!“

Bine1860
Leser

könnten wir dann nicht auch 50+1 in die Satzung aufnehmen?

Banana Joe
Leser

Negative Beispiele? War jetzt ein Witz oder? lol

Positives Beispiel ist für mich Hoffenheim. Kann man stehen zu, wie man will aber Hopp hat dort alles richtig gemacht. Auch wenn der große Erfolg fehlt, man ist mittlerweile im europäischen Wettbewerb und spielt in der BL eine gute Rolle und stellt regelmäßig den „großen“ ein Bein. Zudem ist deren Jugendarbeit herausragend. Allerdings muss man auch sagen, dass dort als auch wie in Leipzig komplett andere Voraussetzungen waren. Hoffenheim war ein Dorfverein und Leipzsch eine Neugründung, d.h. 50+1 zählte dort von Anfang an nicht.

Bei Traditionsvereinen wie 60 und Lautern mit großen Mitgliederzahlen wird’s für einen Investor schwer, weil eben ein Großteil der Fans noch auf teils zweifelhaften, teils nachvollziehbaren Traditionen beharrt. Aber hätte man einen Investor, Großsponsor oder Mäzen, der den Verein und die Fans versteht, wäre auch hier einiges möglich. Ismaik tat das nie, ich glaube sogar, dass er nicht wusste, was 60 München geschweige denn 50+1 ist, als er seine Unterschrift auf den Vertrag gesetzt hat und nun haben wir die Scheiße im Schachterl.

Bin jetzt selbst mal gespannt, wie es in Lautern weiter geht. Wenn die auf uns Löwen blicken sollten die tunlichst alles vermeiden, was mit zweifelhaften (dieser Luxemburger steht genauso im Zwielicht bei der Beschaffung seiner finanziellen Mittel wie es Ismaik tut) Investoren, die vorher niemand kannte und urplötzlich auf der Bildfläche auftauchen, zu tun hat. Ja sonst geht Lautern als nächstes den Bach runter und mit ihnen eine großartige Fankultur.

Investoren im Fußball ja, aber keine zweifelhaften Moneymaker, Kredithaie, Kriegsgewinnler, Waffenschieber und was sich sonst noch so irgendwo tummelt aus irgendwelchen fernen Ländern, die es prinzipiell mit Menschenrechten nicht so genau nehmen.

Und wenn man mich nach Namen fragt, wen ich gerne hier als Investor hätte, dann kämen lediglich die Sprösse diverser deutscher Automobilhersteller mit blauem Anstrich in Frage. Aber solange unser planloser noch hier rum strawanzt, wird das nix.

Fränkischerlöwe78
Gast
Fränkischerlöwe78

was ich bis jetzt sehe bei uns in Deutschland, was sich Investor nennt wird es mir schlecht.
da es hauptsächlich egomanen sind , mit Ausnahme RB Konzern für mich.
Und die Investoren beabsichtigen eine Abhängigkeit, die es unmöglich macht als eV zu bestimmen.
Und sollte es fallen 50+1 würden viele Investoren , wen es nicht läuft fallen lassen.
Ist ja heute schon teilweise so wens nicht läuft, und zu Hoffenheim ist für mich Merzen.
So was hätte auch uns Löwen gut getan ,Hopp hat es aus Verbundenheit gemacht da Geld rein zustecken !!!!