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Noch gibt es von Seiten der Stadt keine Antwort auf den Antrag der SPD-Stadtratsfraktion im Hinblick auf die Ausbaumöglichkeiten des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße, da flattert bei Oberbürgermeister Dieter Reiter bereits der nächste Antrag ins Haus. Antragssteller ist André Wächter, der im Stadtrat sitzt. Er gehört den eurokritischen Liberal-Konservatien Reformern an. Die Partei wurde von Bernd Lucke (ehemals AFD) gegründet. Wächter selbst war bayerischer AFD-Chef und wechselte mit Lucke zur neuen Partei. In den Münchner Stadtrat wurde er 2014 als AFDler gewählt.

Wächter betont dabei, dass sein Antrag aufgrund eines Presseberichtes der Abendzeitung erfolgt. Die AZ hätte geschrieben, dass sich das Präsidium des TSV München von 1860 sowie weitere Vertreter des Vereins mit einem Architekten getroffen hätten, “um die Pläne für einen weiteren Ausbau des Grünwalder Stadions (auf 20.000 Zuschauer) voranzutreiben”. Deshalb wolle er nun einige Antworten von der Stadt.

Seine Fragen sind ein Rundumschlag. So möchte er Fragen seitens der Münchner Polizei beantwortet haben. Er will wissen, wie der Campus des FC Bayern München ausgelastet ist und wie es mit der Zweitligatauglichkeit des Olympiastadions aussieht.

Während der SPD-Antrag eine klare Forderung formuliert, nämlich den Ausbau des Stadions auf 18.600 Zuschauer sowie die Prüfung einer Zweitligatauglichkeit, ist dieser Antrag eher eine lose Sammlung von Fragen an verschiedene Stellen. Einige Fragen könnte man zudem leicht selbst recherchieren.


Der Antrag im Wortlaut

Ausbau des Grünwalder Stadions

2009 hat der Stadtrat beschlossen das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße für 10 Mio. Euro drittligatauglich zu sanieren. 2014 wurde das Stadion für weitere 2,5 Mio Euro modernisiert. 2017 wurde der Ausbau des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße auf 15.000 Zuschauer beschlossen. 2018 hat die SPD beantragt die Zuschauerkapazität auf 18.600 zu erhöhen, gleichwohl die Lokalbaukommission der Stadt München eine Bauvoranfrage über 18.500 Zuschauer in 2017 abgelehnt hat. Vor wenigen Tagen hat sich laut Medieninformationen der Präsident und weitere Vertreter des TSV 1860 mit einem Architekten getroffen um „die Pläne für einen weiteren Ausbau des Grünwalder Stadions (auf 20.000 Zuschauer) voranzutreiben“ (AZ 12.10.2018). Es ist offensichtlich, dass die Vertreter des TSV 1860 ihre 1. Mannschaft auch in der zweiten Liga gerne im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße spielen lassen möchten.

Ich frage daher:

1. Wie bewertet die Münchner Polizei eine Fussball-Zweitliganutzung des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße aus Sicherheitsaspekten?

2. Wie steht der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching mehrheitlich zu einer möglichen Fußball-Zweitliganutzung des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße?

3. Waren Vertreter der Stadt München oder Mitglieder des Stadtrates beim Treffen des Präsidenten des TSV 1860 mit dem Architekten anwesend oder eingebunden oder hat es zu einem möglichen weiteren Ausbau schon Gespräche der Verwaltung mit Vertretern des TSV 1860 gegeben?

4. Ist der Ausbau auf eine Kapazität von 15.000 Zuschauer inzwischen abgeschlossen und was hat dieser Ausbau schlussendlich gekostet, bzw. was wird er voraussichtlich kosten?

5. Was würde der Stadt München überschlägig ein weiterer Ausbau des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße auf eine Kapazität von 18.600 Zuschauer, bzw. auf 20.000 Zuschauer kosten?

6. Mit der Fertigstellung des FC Bayern Campus im Münchner Nordens in 2017 spielen die Jugend- und Frauenmannschaften des FC Bayern nicht mehr im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße. Welche Fußballmannschaften nutzen noch dieses Stadion und wie ist die Auslastung?

7. Lehnt die Lokalbaukommission den Ausbau auf eine Kapazität von 18.500 Zuschauer weiter ab?

8. Entspricht das Olympiastadion München den Anforderungen der DFL für eine Zweitligaspielstätte?

Originaltext als PDF


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Andre Wächter

Andre Wächter wurde 1973 in Coburg geboren. Seit 1999 arbeitet er bei der Deutschen Bundesbank in München. Er wohnt in Schwabing-Freimann. Er gehört den eurokritischen Liberal-Konservatien Reformer an und sitzt im Stadtrat München. Spitzenkandidat der Partei ist im Übrigen der ehemalige AFD-Politiker Bernd Lucke. Dieser hat die Partei auch gegründet. “Gerade eine so wohlhabende Stadt wie München muss ihre finanziellen Möglichkeiten sinnvoll einsetzen”, schreibt er auf seiner Homepage. Er möchte ideologiefreie Entscheidungen für die Münchner Bürger treffen. Auf seinem Youtube-Kanal tritt er als Video-Blogger auf.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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united-sixties
united-sixties(@richard-ostermeiergmail-com)
Bekannter Leser
3 Jahre her

E-Mail an: andre.waechter@muenchen.de
Welche Intuition verfolgen Sie als ehemals AfD-Stadtrat und als gebürtiger Coburger u. bekennender Anhänger des Rotweissen Schande-Klubs (Soll es für Münchner Kinder etwa Vorbild sein, was Hoeneß, Ribety, Breno, Rummelfliege oder Beckenschlauer vorlebten) eigentlich? Wollen Sie persönlich dem zweitgrößten Münchner Traditionsverein TSV 1860 mit bald 24 000 Mitgliedern schaden oder in seiner neuen positiv bodenständigen Ausrichtung begrenzen, wenn es im notwendigen SPD-Antrag um das Fassungsvermögen des bekanntermaßen meistgenutzten städt. Stadion geht ?
Sie sollten aber bedenken, auch der Münchner Löwenwähler vergisst nichts. München ist inzwischen politisch mehrheitlich grün und bleibt fussballsportlich im Herzen immer weiß-blau !

faktenchecker
faktenchecker(@faktenchecker)
Leser
3 Jahre her

Ich frage den Kameraden Wächter mal grundsätzlich: Sind sie des Lesens mächtig? Dann könnten Sie herausfinden dass KEIN Stadion OHNE Komplettüberdachung 2./1. Liga tauglich ist, insbesondere das Oly (vgl. Ziffer 8 ihres Pamphlets) daher nicht. DFL Richtlinien diesbezüglich sind öffentlich zugänglich.

Abgesehen davon sind weder Polizei noch Bezirksausschuss Entscheidungsträger in dieser Angelegenheit.

Bevor sie also noch die Vereinigung der Trambahnfahrer oder der Pfandnomaden (ist sicher nicht respektlos gemeint) mit ins Gebet nehmen halten sie sich bitteschön an die frei zugänglichen Informationen und Fakten, denn allgememein gilt: Etwas Hirn kann Populismus durchaus ersetzen.

loewenfan66
loewenfan66(@loewenfan66)
Leser
Reply to  arik
3 Jahre her

ich denke es hat nichts mit Sport zu tun oder mit den Vereinen sondern hier will jemand nur Aufmerksamkeit erregen und sonst nichts

loewenfan66
loewenfan66(@loewenfan66)
Leser
Reply to  arik
3 Jahre her

Ich denke da will sich einer wichtig machen der ansonsten ein sehr einsames Leben im Stadtrat hat.

loewen1860
loewen1860(@loewen1860)
Leser
Reply to  arik
3 Jahre her

Den Antrag hätt er sich sparn können. Die meisten Fragen kann er schlichtweg recherchieren.

Bzgl Stadionfrage reicht’s wenn des der eV zusammen mit der KGaA mit der Stadt ausmachen. Aber net jetz jede Partei a no ihren Senf dazu gebn

loewen1860
loewen1860(@loewen1860)
Leser
Reply to  arik
3 Jahre her

U bzgl Kapazität. Die ist deutlich höher. Im Block F u J steht ma lockerer wie zuvor in der AA oder im Oli. Die beiden Blöcke könnt ma locker mit doppelt so vielen füllen

loewenfan66
loewenfan66(@loewenfan66)
Leser
Reply to  Loewen1860
3 Jahre her

Laut Bauplan der letzten Sanierung ist die Kapazität bei 21500 Zuschauer

buergermeister
buergermeister(@buergermeister)
Leser
Reply to  Loewen1860
3 Jahre her

Block J ja – f ist schon relativ voll.